Bauer sucht Frau … Teil 6-12
Veröffentlicht amDie Resi und der Miche kamen am Sonntag kurz nach mittag wieder auf dem Staller-Hof an. Die Resi stellte den Fiat neben den Golf in die Unterfahrt und die beiden gingen ins Haus. In der Wohnküche empfing sie die Staller-Mamm schon: “Ja, wo kemmts denn ihr jetz’ her, ‘s Essen is schoo ganz vakocht und wia schaugt’s denn ihr übahaupt aus?!”, wobei sie die Resi in ihrem transparenten Kleid von oben bis unten musterte.
“Miche, schaug amoi im Stoi noch de Viecha!” Der Miche verstand und verzog sich. Zu der Mamm aber sagte die Resi: “Mamm, hock di amoi her do und lass da vazäin.”
Die Mamm hockte sich hin und ließ sich erzählen: “Mia warn bei da Marie und am Jackl und ham gestern an Vierer mit Partnertausch g’macht.” “Wos is’n des, a Vierer mit Partnertausch?” “I hob mim Jackl g’vöglt
und da Miche mit da Marie.” “Ja, wiaso, stimmts beim Miche und bei dir schoo nimma?” “Naa, des stimmt schoo noo bei uns, aber schau, Mamm, du mogst ja aa ned Johr und Tog oiwei an Schweinsbrot’n essen, sondan zwischndurch aa amoi wos anders.” Das sah die Mamm dann sogar ein.“Aba woast, Resi, i bin ja froh, dass ‘d aufm Hof bist, aber bei eiam Rumdoa, oiwei wieda spuist vor meine Aug’n mim Miche sein Zipfe umanand, do werd ja i oide Frau no ganz gamsig. Und mechat a amoi wieder g’vöglt wern.” “Ja, dann miassat ma dir vielleicht amoi an Coll-boy b’stäin.” “Wos is’n des, a Collboi?” “Des is sowos wia a Nuattn, bloß hoit a Moo. Aba den muaßt hoit zoin.” “Wos kost’n sowos na?” “Des woas i ned so gnau, aba mit tausnd Euro weast schoo rechnan miassn, de Männer san do teira wie de Weiba.”
Bei der Summe verschlug es der Mamm erst einmal die Sprache. Aber der Resi fiel dann ein: “Oder mia schaung amoi, ob ma ned an Student’n finden, der si wos dazua vadeana wui, der liaba oamoi im Monat mit dir vöglt ois jeden Samstog in der Wirtschaft kejnnert (kellnert).” “Und du moanst wirkli, dass a junga Student des macht und mid mir oidn Frau vöglt?” “Ja, des glaab i scho, so oid bist ja noo gor ned, und guat drauf bist aa no.” Die Mamm wollte sich das nocheinmal überlegen und die Resi ging raus zum Miche und holte ihn in die Küche zum Essen.
Später erzählte die Resi dem Miche was sie mit der Mamm geredet hatte. “Hm,” meinte der, “des häd i jetzt ned glaabt, aba vorstejn konn i mir des schoo, wo ja da Vatter scho so lang tot is.” Und dann: “Du, Resi, des mit dem Piercing an mei’m Zipfe, is dir des wichtig und mächst du des gern hob’n?” “Jaa … scho gern.” “Dann lass ma des aa macha, oba so, dass i oiwei no gscheid piesln kon, hihocka zum Piesln, des mechade ned miassn.” Man war sich also auch da einig und die Resi wollte im Internet nach einem guten Piercer suchen.
Die Resi suchte nicht nur nach einem Piercer, sondern in den einschlägigen Foren auch nach einem willigen Studenten. Und fand auch einen. Doch den wollte sich erst einmal selber anschauen, bevor sie der Mamm davon erzählte und verabredete sich an einem Samstag-Vormittag mit ihm in Rosenheim in einem Café.
Der Basti – Sebastian hieß er – studierte Maschinenbau. Er wohnte in einer WG und hatte sich bisher in seiner freien Zeit als Fahrer bei einem Packetdienst jeden Monat 400 Euro verdient, aber die Fahrerei und der Stress dabei nervte ihn schon lange. Da waren zum einen die Verkehrsverhältnisse und zum anderen der Zeitdruck, da er ja alle Packete am Ende seiner Runde abgeliefert haben mußte. Und dann waren die Adressaten nicht daheim oder machten nicht auf, und wenn doch, dann mußte er die Packete bis in das oberste Stockwerk schleppen.
“Wia oid is denn eahna Schwiegermuatta?”,
frug er die Resi. “Fünfasechzge is’, aba ma siegt ihr des no ned oo, und sie is no ganz guat drauf, sonst hät’s ja aa koa Interesse an so wos.” “Und waar ihr oamoi Vögln im Monat de vierhundert Eiro wert?” “Des hoast, Sie miass’n vierhundert Euro im Monat hobn?” “Ja, des muaß i schoo, sonst kimm i ned üba de Rund’n.” “I denk, dass ma des schoo hikriagn.” Die Unterhaltung setzte sich noch weiter fort und nachdem die Resi den Basti sympatisch und für das Vorhaben geeignet fand tauschten die beiden die Handynummern aus und die Resi versprach ein Treffen vom Basti und der Mamm zu organisieren.Fortsetzung folgt wieder
nikolaus