Verborgene Begierde – In den Fängen der Technik (Kapitel 8-11)

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8.

»Wir sind drauf in drei, zwei, eins …«
An der Stativkamera leuchtete ein rotes Lämpchen auf, auch an der Decke blinkte es. Die Actioncam ließ ein einzelnes Piepen verlauten.
Melissa sah sich nervös um, penibel darauf bedacht, nicht direkt in eine der Kameras zu blicken.
»So Larissa«, begann Florian mit fester, videooptimierter Stimme zu sprechen. »Jetzt geht es allmählich zur Sache. Fühlst du dich gut?«
»Etwas nervös«, antwortete sie und ließ ihren Blick durch den Raum schweifen, während die Kameras ihre Nacktheit aufsaugten. »Aber sonst fühle ich mich gut.«
»Das wollte ich hören. Hand aufs Herz: hast du Erfahrungen mit Sexspielzeug?«
»Ja. Mein Exfreund hat viel mit mir ausprobiert.«
»Mit dir, oder an dir?«
Melissa schmunzelte. »Sowohl als auch, würde ich sagen.«
»Also ist ein Dildo nichts Neues für dich?«
»Nein.«
»Und in Kombination mit einer Sexmaschine?«
»Das schon«, sagte Larissa und grinste schüchtern.

»Wer hat sowas schon zuhause.«
»Nicht viele auf jeden Fall. Willst du es mal wagen?«
Sie bejahte mit glühender Stirn.
»Wunderbar. Dann würde ich vorschlagen, dass du ihm mal etwas Gel anbietest.«
Melissa verstand sofort. Mit zittrigen Fingern hielt sie sich das Gleitgel vor ihr Gesicht. Dann öffnete sie den Schraubverschluss der Tube. Es roch sofort nach einer Mischung aus Hygieneartikel und irgendeiner Frucht, womöglich Erdbeere.
»Einfach auf den Dildo?«
»Genau, und wo immer du es sonst brauchst.«
Florian hantierte an der Fernbedienung und sofort erwachte Lucy zum Leben. Ganz langsam und mit kurzen Stößen, kaum drei Zentimeter weit, schob sich der Dildo vor und zurück, während die dank des weichen Materials herunterhängende Eichel ihren Venushügel streifte. Er erinnerte dabei an einen Liebhaber, der nackt vor Melissa kniete und zärtlich sein Becken vor und zurück bewegte, als täte er dies im Rhythmus eines langsamen Songs, der im Hintergrund lief. Mit zittrigen Fingern drückte sie einen Klecks Gleitgel auf die Hand und verrieb ihn zwischen den Handflächen. Ein tiefer Atemzug – dann griff sie zu.
Das Gel schmatzte leise, während sie es über den Dildo strich. Wie seltsam das war, dachte sie – so gründlich hatte sie noch nie einen Penis vorbereitet, nicht einmal in der Realität.
»Das sieht super aus«, kommentierte der Produzent, und obwohl sie innerlich die Augen verdrehen wollte, spürte sie ein unerwartetes Gefühl von Stolz. Ihr Blick streifte Jenny, die abseits auf einem Sessel saß, die Beine übereinandergeschlagen. Als ihre Augen sich trafen, schenkte die Maskenbildnerin ihr ein aufmunterndes Zwinkern.
Melissa fühlte sich für einen Moment weniger allein – ein winziger, stiller Pakt zwischen Frauen inmitten der seltsamen Kulisse. Sie lächelte schwach zurück.
»Hast du Lust auf etwas Glücksspiel?«
Sie wusste, worauf er hinauswollte und nickte. »Immer!«
»Dann dreh doch bitte kräftig an dem Rad zu deiner Rechten.«
Sie wandte sich dem Rad zu, griff es an der Seite und zog es mit Schwung nach unten. Ein hölzernes Rattern erklang, während es rotierte und gemächlich langsamer wurde.
Bitte nicht direkt anal, betete sie und ballte die Hände zu Fäusten. Obwohl dies früher oder später passieren würde, musste es nicht gleich beim ersten Mal in ihre Hinterpforte gehen. Ohnehin war sie kein ausgewiesener Freund von Analsex. Diesen hatte sie in der Vergangenheit nur zugestimmt, um das nervige Betteln ihrer Expartner verstummen zu lassen. Und sie hatte Glück.
»Runde Nummer eins landet in der Muschi«, verkündete Florian, der sich zu Gunsten seiner künftigen Zuschauer scheinbar für eine etwas direktere Wortwahl entschieden hatte. »Bist du bereit, Larissa?«
Melissa nickte. Und das stimmte. Sie war es wirklich. Sie sah das nach wie vor stoßende Kunstglied an.
»Also los. Es ist deine Bühne.«
Sie atmete tief ein und aus. Dann packte sie den Dildo, der gierig in ihrer Hand vor und zurück glitt. Langsam, wirklich ganz langsam waren seine Hübe, und doch hatte er etwas Unverschämtes an sich. Sie konnte es sich nicht erklären, aber er erinnerte sie an einen stumpfsinnigen Kerl, dessen Gehirn bereits abgeschaltet war und der es kaum erwarten konnte, endlich in weiches Fleisch zu stoßen.
Sie zog den Dildo etwas herunter. Die Stange folgte dem Zug. Dann führte sie die Kunsteichel an ihre Schamlippen, die stoßweise von dem feuchten Ding berührt wurden. Dann rutschte sie mit dem Po ein Stück in Richtung Sexmaschine. Der Druck auf ihre Lippen nahm zu. Der Dildo drückte beharrlich, fast wie ein stummer Verehrer, der nicht verstand, dass er zu forsch vorging. Melissa spürte die Fremdheit des Moments, die Kälte der Maschine. Kurzerhand griff sie die Gleitgeltube, schmierte sich einen ordentlichen Schwall auf die Hand und verrieb diesen großzügig zwischen den Beinen. Dann versuchte sie es erneut und es klappte sofort, der Dildo drang zwei oder drei Zentimeter in sie ein.
Sie kniff die Augen zusammen. Nicht, weil es weh tat, sondern weil es sich seltsam anfühlte. Und obwohl sie das Gefühl eines Dildos kannte, war es doch etwas gänzlich anderes, einen solchen vor fremden Menschen und drei Kameras zu benutzen.
Das rote Blinken von vorne und oben trug nicht gerade zu ihrer Entspannung bei. Just in diesem Moment veränderte sich plötzlich die Hublänge, das Sexspielzeug dran ein Stück tiefer in sie ein. Melissa sah, wie Florian wieder die Fernbedienung in der Hand hatte. Sie stöhnte. Nicht vor Lust, sondern eher aus Gründen der Fremdeinwirkung.
»Und, wie ist es?«, fragte er. Sie antwortete so ehrlich wie möglich.
»Ungewohnt.«
Florian lachte freundlich. »Das glaube ich dir gerne.«
Er veränderte abermals eine Einstellung auf der Fernbedienung. Die Maschine wurde schneller, ging tiefer. »Erzähl doch mal etwas über deine Sexgewohnheiten. Bist du eher devot oder dominant?«
»Ähm, das kommt drauf an«, antwortete sie mit weicher Stimme. Ein leises Stöhnen entfuhr ihr, als das Gerät erneut etwas veränderte. Mittlerweile hatte es beinahe die Stoßhärte von richtigem Sex erreicht. Das elektrische Surren war lauter geworden.
»Auf was, wenn ich fragen darf.«
»Auf die … Situation. Ich glaube, dass ich eher devot bin. Aber manchmal, wenn alles passt, dann …«
Sie stöhnte. »Gebe ich den Ton an.«
»Zum Beispiel, wenn du dir Mut angetrunken hast?«
Alkohol. Die Welt für einen starken Cocktail, dachte Melissa sehnsüchtig. Der würde jetzt helfen.
»Nein, Alkohol macht mich eher schläfrig.«
»Sondern?«
»Wenn mich bestimmte Filme triggern, zum Beispiel.«
Florian lachte. »Filme über Milliardäre, die ganz besondere, nun ja, Vorlieben und Härten an den Tag legen?«
Melissa grinste. »Zum Beispiel.«
»Interessant. Das sollte Mann sich merken.«
Es verging ein Moment der Stille, lediglich vom Surren des Motors unterbrochen. Sie ließ ihren Blick noch einmal durch den Raum schweifen. Er blieb an Jenny hängen, die lässig auf dem Sessel saß – nackt und vollkommen ungeniert, als gehörte sie mehr zum Inventar als zur Szene. Ihre Beine waren nur locker übereinandergeschlagen, sodass sich die sanfte Linie ihrer Schamlippen deutlich abzeichnete. Sie wirkte wie eine Königin, die das Schauspiel mit einem liebevollen Lächeln verfolgte. Melissa fragte sich, wie sie das machte – diese selbstverständliche Ausstrahlung, diese Ruhe. Ein Teil von ihr beneidete Jenny dafür, zeitgleich wünschte sich ein anderer, auch so frei sein zu können.
Florians Stimme holte sie aus ihren Gedanken zurück. »Das Glücksrad möchte gedreht werden, liebe Larissa.«
Melissa drehte das Rad erneut, während sich die seelenlose Penisattrappe in ihr austobte. Das Rattern verstummte nach gut zwanzig Sekunden.
»Der Dildo verweilt noch ein wenig in der Muschi«, verkündete Florian, der das Ergebnis vom Rad ablas. Sie atmete erleichtert auf und horchte in sich hinein. Empfand sie mittlerweile Lust? Erzeugte der Penis ein Wohlgefühl? Nein. Das tat er nicht. Zumindest in diesem Moment.
Ob ich kommen kann?, überlegte sie. Wird das von mir erwartet? Erwarte ich das von mir?
»Wenn sich am Loch nichts ändert, dann aber etwas an der Maschine«, verkündete Florian. Und bevor Melissa verstand, was er damit gemeint haben könnte, stieß die Maschine schneller zu.
»Oh!«, stöhnte Larissa überrascht und lauter als gewollt. Sofort schämte sie sich für diese Bekundung und kam sich unendlich klein vor.
»Wie steht es bei Sex im Freien?«
»Ist geil«, stöhnte sie und vergrub ihre Hände im Bettlaken.
»Oh, erzähl mir mehr. Wo und mit wem?«
»Ein … Pavillon im Park«, erzählte sie abgehakt. »Mit einem Date.«
»Aber doch nicht gleich beim ersten Treffen, oder?«
Seine Stimme klang amüsiert.
»Nein, das war später. Aber … Ah! … Wir waren nicht fest zusammen.«
»Hat es dir gefallen?«
»Nein, es war scheiße. Zu unbequem und so. Aber … trotzdem … aufregend.«
»Weil es verboten war? Oder aus Angst, erwischt zu werden.«
»Letzteres.«
»Das sowas verboten ist, kümmert dich nicht?«
»Nö.«
»Ein böses Mädchen also.«
»Manchmal.«
»Willst mal wieder drehen?«
Melissa schmunzelte, packte das Rad und drehte es, ohne Florians Aufforderung zu kommentieren. »Vielleicht habe ich ja Glück und gewinne … ein Auto,« sagte sie und hoffte insgeheim, das Rad würde auf etwas Erträglichem landen. Es ratterte munter vor sich hin. Sie spürte den gleichmäßigen Rhythmus der Maschine, ein fremdes, beinahe mechanisches Zuwidersein, das an ihrem Körper zerrte. Dann, für den Bruchteil einer Sekunde, flammte etwas auf – ein winziger Lustfunke, irgendwo tief in ihrem Unterleib. Sie schloss die Augen, wollte sich darauf konzentrieren, ihn festhalten, ihn zu etwas Greifbarem wachsen lassen. Aber er war weg, so schnell wie er gekommen war. Erst, als das Rattern verstummte, warf sie einen Blick auf das Rad. Ihr Herz stockte. Der Pfeil zeigte auf ein Wort mit vier Buchstaben. Anal. Ein kalter Schauer lief über ihren Rücken.

9.

»Aber hallo!«, rief Florian begeistert. »Wird auch langsam mal Zeit!«
Melissa starrte auf das Rad und bemerkte nicht, wie Lucys Bewegung erlahmte. Erst, als der Dildo sie verließ und ein paar Zentimeter vor ihrer Muschi hängen blieb, realisierte sie, dass der Produzent die Maschine pausiert hatte.
»Larissa, bist du bereit für etwas Action am Hintertürchen?«
Sie warf ihn einen vorwurfsvollen Blick zu und ärgerte sich über seine plumpe Ausdrucksweise. Aber nur kurz. Sie besann sich eines Besseren und hatte Verständnis für sein Vokabular. Immerhin drehten sie hier keinen Kinderlernfilm – ganz im Gegenteil sogar. Auch, wenn sie sich eine etwas elegantere Betitelung gewünscht hätte, so musste all das, was in diesem Studio geschah, den Bedürfnissen seiner Zielgruppe entsprechen. Also rang sie sich zu einem matten Lächeln durch. »Habe ich denn eine Wahl?«
»Wenn du das Rad nicht enttäuschen möchtest, nicht.«
»Hm.«
Melissa starrte an die Decke, magisch vom Blinken der Kamera angezogen. Mist! Ich soll doch nicht direkt in die Kameras gucken! Aber sie war nervös. Und so suchte sie automatisch nach etwas, dass sie ablenken konnte. Sie konnte nichts dafür.
Eine Bewegung zog ihr Interesse zurück zu Florian. Jenny war an ihn herangetreten und zupfte an seiner Hose. Dabei sah sie den Produzenten tadelnd an. Dieser schlug sich geräuschlos mit der flachen Hand auf die Stirn. Der Kniff, schoss es ihr durch den Kopf. Gleiche Umstände herstellen. Das hatte er, im Gegensatz zu seiner Partnerin, bisher vernachlässigt. Hastig zog er sich die Hose herunter.
»Stichwort anal«, begann er anschließend in gewohnt fester Stimme. »Kennst du dich damit aus? Also hattest du schon einmal Analsex?«
»Ja«, antwortete Melissa.
»Mit einem Toy oder Partner?«
»Partner«, gab sie knapp zurück und musterte den Mann, der, nachdem er sich auch die Socken ausgezogen hatte, nur noch in einer engen, schwarzen Trunks hinter der Kamera stand. Kaum hatte sie sich an dessen Anblick gewöhnt, zog er auch diese aus.
Das ging jetzt schnell!, schoss es Melissa durch den Kopf. Vor nicht ganz einer Minute stand noch ein vollgekleideter Mann vor ihr – und nun sah sie viel Haut, eine feine Ansammlung von Brusthaaren und einen Penis vor sich, der lässig herabhing und einen leichten Drall nach links aufwies. Sie biss sich auf die Unterlippe, als sie bemerkte, dass sie Florian viel zu lange angestarrt hatte. Sie besann sich darauf, ihren Fokus auf einen Punkt an der Wand hinter ihm zu legen.
»Mochtest du es?«
»Nein«, antwortete sie schnell und wahrheitsgemäß. »Nicht wirklich.«
»Warum genau? Weil es weh tut?«
»Auch, ja. Aber am schlimmsten ist dieses Gefühl …«
»Welches Gefühl?«
»Na ja«, murmelte Melissa. Wie sollte sie es ausdrücken? »Dieses Gefühl, dass man eigentlich … etwas loswerden will. Etwas, das da nicht hingehört.«
Florian kicherte und zwinkerte ihr zu. Sie kam nicht herum, ihm ein Lächeln zu schenken.
»Es fühlt sich halt fremd an. Und unnatürlich.«
»Und trotzdem hast du es mitgemacht?«
»Ja. Ich wollte meinem Partner eine Freude machen. Und er war sehr vorsichtig. Von daher …«
»Ich verstehe. Hat er oft Analsex gefordert?«
»Nein«, erinnerte sich Melissa und kramte in ihren Erinnerungen. »Zum Glück nur selten.«
Verunsichert warf sie einen Blick zu Jenny. Als die Assistentin dies bemerkte, reckte sie motivierend einen Daumen in die Höhe. Dabei formte sie mit dem Mund stumme Worte, die Melissa als du machst das großartig interpretierte. Ihr wurde warm ums Herz, das mit jedem Schlag einen seltsamen Gefühlsmix aus Angst, Verunsicherung, Scham und Neugier durch ihre Adern bewegte.
Neugier.
Tatsächlich. Das Gefühl war da. Und es war echt. Sie war gespannt auf das, was nun geschehen würde. Dabei ignorierte sie Befürchtung, dass auch Schmerzen mit zum Programm gehören könnten. Sie wollte wissen, was Lucy mit ihrem Po anzustellen vermochte – und ob es sich deutlich von dem Unterschied, was einst ihr Exfreund mit ihr getan hatte.
»Du wirkst nervös«, stellte Florian publikumswirksam fest. Melissa nickte.
»Das bin ich auch. Aber auch neugierig.«
Sie hatte sich entschlossen, die Karten offen auf den Tisch zu legen und ehrlich zu sein. Florian verzog beeindruckt den Mund und nickte. »Dann kann es ja nur gut werden. Wollen wir anfangen?«
Sie bejahte und griff nach der Gleitgeltube. Schmatzend drückte sie sich einen großzügigen Schwall auf die Hand. Sie verrieb es zwischen den Handflächen und verteilte es anschließend auf dem Dildo. Als der Kunstpenis gleichmäßig eingerieben war, presste sie sich einen dicken Tropfen Gel auf den rechten Zeigefinger. Sie seufzte, spreizte die Beine und führte den Finger zum Anus. Dieser zuckte, als es das kalte Gel berührte. Mit sanften Bewegungen verrieb sie es, sich des prickelnden Blicks von Florian, Jenny und den unbarmherzigen Kameraaugen bewusst.
Ohne, dass sie etwas sagen musste, ließ der Produzent den Dildo per Tastendruck ein paar Zentimeter vorfahren. Als das eingeschmierte Glied ihre Pobacke streifte, durchzuckte Melissa ein Schauer. Im Gegensatz zu einem echten Penis war der Dildo relativ kühl, und doch verlieh ihm seine potentielle Kraft etwas Lebendiges. Er war bereit. Und sie war es erst recht. Sie griff das Toy und führte die künstliche Eichel zu ihrem Poloch. Die Kamera, die auf der Stange direkt hinter dem Toy angebracht war, hielt den Moment für die Ewigkeit fest.
Ihr Schließmuskel zuckte. Ein tiefer Atemzug – sie zwang sich, den Muskel zu entspannen. Der kühle Druck des Toys, die geschmeidige Bewegung – sie ließ es zu, ließ sich öffnen.
»Kann es losgehen?«
Sie bejahte. Zur Bestätigung nickte er in Richtung Fernbedienung, die er mit beiden Händen bediente. Sofort spürte Melissa, dass das Glied zum Leben erwachte. Mit minimalster Kraft schob es sich ein paar Millimeter vor. Der Druck auf ihrer Rosette nahm zu. Sie fühlte, dass die Eichel sich dank des Gels von alleine zentrierte. Es folgten noch mehr Millimeter. Diesen schloss sich ein leichter Schmerz an. Erneut besann sie sich darauf, locker zu lassen. Es einfach geschehen zu lassen. Der Dildo schob sich neugierig voran. Ein leises, unwillkürliches Stöhnen entkam ihren Lippen, halb Pein, halb etwas anderes, das sie nicht benennen konnte. Ihre Muskeln zitterten, ein unkontrollierbares Echo dessen, was in ihr vorging.
Florian ließ die Maschine ein kleines Stück zurückfahren, bevor er die Vorwärtsbewegung erneut abspielte. Diesen Vorgang wiederholte er mehrfach. Und mit jedem Mal wurde der Schmerz weniger. Nach einigen Läufen schob sich der Penis weiter vor. Sie spürte deutlich, wie er gegen den Widerstand ihres Schließmuskels kämpfte. Wie er ihn unnachgiebig dehnte und streckte.
Locker lassen!
Plötzlich passierte es. Der engste Punkt war überwunden. Schmatzend glitt der Dildo ein sie hinein. Und obwohl es sich nur um einen oder zwei Zentimeter handeln konnte, fühlte es sich für sie an, als würde sie das Gummi aufspießen.
»Fuck!«, keuchte sie verkrampft und grub ihre Hände in den Bettbezug.
»Du machst das gut!«, lobte Florian, der das Toy abermals in wiederholende Stoßbewegung versetzt hatte. »Wirklich gut.«
Melissa schloss die Augen und fühlte in sich hinein. Es tat weh, doch war es auszuhalten. Sie war froh darüber, dass sie sich vor Drehbeginn für einen schmalen Dildo entschieden hatte.
Die Reibung des Latex fühlte sich mehr als seltsam an. Und irgendwie kam ihr ihre Beinhaltung unbequem vor. So zog sie ihre Knie zur Brust und umklammerte die Unterschenkel. Sofort fühlte sich der Sex erträglicher an, irgendein Haltungswiderstand war gebrochen. Auch Florian schien dies zu bemerken, denn die Stoßtiefe des Dildos erhöhte sich.
»Wie ist es für dich?«, fragte er. Melissa sah ihn an. Musterte seinen Körper. Stellte fest, dass sein Glied schlaff hinunter hing. Ist er schwul?, dachte sie. Warum bekommt er keinen Ständer? Warum bleibt er so ungerührt? War er wirklich so professionell – oder versteckte er seine Lust meisterhaft?
»Es ist«, begann sie und stöhnte unwillkürlich. »Seltsam.«
Florian trat näher an sie heran, sein Blick fest auf ihren Körper gerichtet.
„Larissa, sieh mich an,“ sagte er mit einer ruhigen, fast sanften Stimme. „Wie fühlt es sich an? Sei ehrlich.“
Sie öffnete die Augen und zwang sich, seinen Blick zu halten. „Es ist… intensiv,“ murmelte sie, ihre Stimme kaum mehr als ein heiseres Flüstern. Er neigte den Kopf leicht zur Seite, ein Lächeln spielte auf seinen Lippen. „Intensiv? Beschreib das genauer. Ist es nur Schmerz, oder gibt es da auch… etwas anderes?“
Melissa schluckte schwer. Ein weiterer Stoß des Toys ließ ihren Atem stocken, und sie konnte nicht verhindern, dass sich ein leises Keuchen von ihren Lippen löste. „Es ist … beides,“ gab sie zu. „Es tut weh, aber …“ Sie hielt inne, unsicher, ob sie ihre Gedanken laut aussprechen sollte.
„Aber?“
Florian trat noch näher, und sie fragte sich, ab wann die Kameras auch ihn erfassten. Seine Stimme wurde eindringlicher. „Du fühlst mehr, nicht wahr? Ein Kribbeln, eine Spannung… vielleicht sogar Neugier?“
„Ja,“ flüsterte sie, ihre Wangen wurden heiß. Er grinste, zufrieden mit ihrer Antwort. „Lass dich fallen, Melissa. Lass es einfach geschehen. Es gehört dir. Alles daran.“
Seine Worte hallten in ihrem Kopf wider, während das Toy in einem tieferen Rhythmus zu arbeiten begann. Ihr Körper verkrampfte sich für einen Moment, bevor sie sich bewusst entspannte. „Es fühlt sich… anders an,“ stieß sie schließlich hervor.
„Gut,“ lobte Florian, während er das Tempo erneut leicht erhöhte. „Jetzt sag mir, wo du es spürst. Überall? Oder gibt es einen Punkt, der alles andere übertönt?“
Melissa biss sich auf die Lippe, unsicher, ob sie seine Frage wirklich beantworten sollte. Doch sein fordernder Blick ließ keinen Raum für Ausflüchte. „Da… tief drin,“ gestand sie schließlich, ihre Stimme ein Mix aus Scham und Erregung.
„Perfekt,“ murmelte er und beobachtete jede ihrer Reaktionen mit einer beinahe wissenschaftlichen Präzision. „Du machst das großartig. Du siehst aus, als ob du kurz davor bist, etwas Neues, ein neues ´für dich´, zu entdecken.“
Melissa schwieg, dachte aber über das Gesagte nach. Lucy arbeitete unterdessen unermüdlich.
»Brauchst du eine Pause?«, fragte Florian. »Du bist so still geworden.«
»Nein!«, antwortete sie, die mit ihren körperlichen Empfindungen und Gedanken bereits genug um die Ohren hatte, etwas zu forsch.
»Na dann«, kicherte er und sah ihre Antwort scheinbar als Herausforderung. »Erhöhen wir mal das Tempo.«
Gesagt, getan. Der Dildo wurde schneller. Hätte ich doch bloß die Schnauze gehalten, schimpfte sie in Gedanken und biss die Zähne zusammen. Das eindringliche Gefühl von Fremdheit und Kontrollverlust überrollte sie, intensiviert durch die unnachgiebigen Bewegungen des Toys. Der Dildo war eine Art Monster, das nicht dorthin gehörte. Das weg musste. Und doch rammte sie der freche Eindringling ohne Rast und ruh. Kann ich nicht einfach dieses doofe Rad drehen und das Schauspiel wieder auf ihre Muschi lenken? Warum eigentlich nicht?
Ihre Gedanken schwirrten, zwischen Schmerz und seltsamer Neugier gefangen. Schließlich wanderte ihre Hand wie von selbst zum Rad, ein stummer Entschluss, das Spiel zu ihren Gunsten zu wenden.

10.

»Hey, du Frechdachs!«, lachte Florian. »Du bist noch nicht dran.«
Wie um seine Worte zu unterstützen und sich gegen Melissas Regelbruch zu wehren, blieb das Rad nach kurzem Rattern abermals auf einem Analfeld stehen. Der Produzent zuckte mit den Schultern und zeigte ein ich habe es dir doch gesagt Grinsen. »Das Rad will, dass du noch etwas durchhältst.«
»War einen … Versuch wert«, keuchte Larissa. Sie verstand, dass sie einfach ausharren musste und nichts anderes machen konnte, als folgsam ihren Allerwertesten herzugeben.
»Let´s talk about Sex«, begann Florian ein neues Thema. »Hattest du schon einmal einen Dreier?«
Sie schüttelte den Kopf. »Nein. Noch nie.«
»Wärst du an einem interessiert?«
Melissa überlegte gründlich. Diese Frage hatte sie sich nie gestellt. Klar, ihre Exfreunde hatten stets großspurig behauptet, dass sie etwas Derartiges eines Tages ausprobieren wollten, doch handelte es sich dabei nur um durchschaubares Machogehabe, dass als Thema nie vertieft worden war. Konnte sie sich einen Dreier vorstellen?
»Hm«, antwortete sie. »Ich weiß nicht. Nie darüber nachgedacht.«
»Wirklich noch nie?«
Sie nickte. »Noch nie.«
Sie wusste nicht, ob sie es sich nur einbildete, aber der Dildo schien etwas tiefer in sie einzudringen. Hatte Florian die Stoßtiefe verändert? Zeitgleich stellte sie fest, dass der Schmerz mit zunehmender Dauer nachließ. Was blieb, war das Fremdkörpergefühl.
»Und wie denkst du jetzt darüber? Genau in diesem Moment und frei aus dem Herzen heraus?«
Während er sprach, spürte sie seinen Blick auf ihrem Unterleib. Es war keine plumpe Begierde, sondern etwas anderes – analytisch, fast herausfordernd. Ein Blick, der sie dazu zwang, über ihre Antworten nachzudenken. Sie fühlte, wie ihr Körper auf die Spannung reagierte: ein leichtes Kribbeln, ein Hauch von Gänsehaut. Bevor sie wusste, wie ihr geschah, antwortete sie bereits. »Ausprobieren kann man es ja mal.«
Ihr sexuelles ich ließ kein Zweifel daran offen, dass sie dieses Thema nun, da es auf den Tisch gebracht worden ist, neugierig betrachtete. Der Pornodreh schien sie schon vor seinem Ende zu verändern.
»Interessant«, erwiderte der Produzent direkt. »Und wie wäre die Zusammensetzung? Eine zweite Frau, oder ein zweiter Mann?«
»Hm.«
»Um die Frage zu erweitern. Hattest du bereits intimen Kontakt mit einem Mädel?«
Melissa erinnerte sich daran, wie sie Lara einst geküsst hatte. Sogar mit Zunge. Doch war dies nicht aus Liebe oder Geilheit geschehen. Der Alkohol und die gezielte Provokation eines Freundes, getreu dem Motto ihr traut euch ja eh nicht, hatten die beiden dazu getrieben.
»Nein«, antwortete Melissa schließlich und ließ die Erinnerung außer Acht.
»Also, du könntest einen Dreier dazu nutzen, um eine neue Erfahrung in einer bisexuellen Situation zu sammeln. Oder du verzichtest darauf und nimmst einen zweiten Mann.«
Melissa kicherte. »Auch das wäre eine neue Erfahrung.«
»Also?«
Sie überlegte. Dann entschied sie sich.
»Ein zweiter Mann. Ich wähle einen Dreier mit zwei Männern.«
»Ich sehe schon, unsere Larissa hat eine wilde Seite.«
Melissa lachte nervös. »Nenn mich nicht klein, sonst denk ich mir noch wildere Dinge aus.«
Florian quittierte die Drohung mit einer ausgestreckten Zunge. »Und wie würde dieser Dreier ablaufen?«
Sie stöhnte. Der Dildo wurde schneller.
»Wie … meinst du das?«
»Nun ja. Es gibt in einem solchen MMF verschiedene Szenarien. Würdest du dich zum Beispiel von beiden gleichzeitig penetrieren lassen? Oder würde dich ein Mann zurzeit bearbeiten dürfen, während der andere zusieht?«
Melissa dachte über die Frage nach und erinnerte sich daran, was Lara ihr vor kurzem von einem ihrer Pornodrehs mit zwei Männern erzählt hatte. Wie einer sie anal befriedigte und der andere ihre Muschis beackerte. In ihr kochte ein merkwürdiges Verlangen auf. Eines, das ihr ins Ohr flüsterte, dass sie mit allem fertig werden konnte – wenn sie es nur einmal anginge.
»Beide gleichzeitig«, antwortete sie entschlossen und war sich sicher, dass sie am Vortag etwas anderes gesagt hätte.
»Uhh«, quittierte Florian ihre Aussage. »Dirty. Wirklich dirty. Und mutig! Wie stellst du dir die Position vor? Hast du eine Idee?«
Allmählich brummte ihr der Kopf vor lauter Denkanstößen. Der Pornodreh war nicht nur körperlich eine Herausforderung für sie, sondern auch mental. Sie öffnete und betrachtete sich in einer Weise, die ihr bis dato absolut fremd gewesen war. Und das kostete Kraft. Aber sie bemühte sich, das Spiel, und etwas anderes war dieses Interview längst nicht mehr, mit allem, was es mit sich brachte, anzunehmen.
»Einer könnte unter mir liegen. Ich … liege auf ihm, so dass ich ihn küssen kann. Er würde es … vaginal mit mir treiben. Der andere Mann könnte mich doggy nehmen und …«
Sie stöhnte auf, als der Dildo tiefer vorstieß.
»Dich in den Arsch ficken?«
»Ja.«
»Eine wirklich geile Vorstellung«, antwortete Florian. »Und sehr interessant. Du überrascht mich!«
Dem folgte eine kurze Stille, in der nur das leise, elektronische Surren Lucys sowie das Schmatzen des Dildos zu hören waren. Melissa krallte ihre Hände in das Laken.
Beide gleichzeitig. Das hatte sie gesagt. Aber konnte sie tatsächlich so offen sein? Noch vor ein paar Wochen hätte sie diese Worte niemals über die Lippen gebracht. Doch jetzt, in diesem Moment, schien es, als würde sie ein neues Selbst entdecken – eines, das bereit war, Grenzen zu überschreiten und zu experimentieren. Aber war das wirklich sie? Oder war es die Rolle, die sie spielte? Eine Frage, die sie erst nach diesem Tag beantworten konnte.
»Willst du mal wieder drehen?«, fragte er schließlich, als hätte er ihre Gedanken gelesen.
»Um Himmels willen, ja!«
Sie drehte das Rad. Und sie hatte Glück. Es blieb bei vaginal stehen.
Der Dildo stoppte auf Tastendruck. Als er endlich ihren Arsch verließ, war das Gefühl angenehm und seltsam zugleich. Sofort setzte eine wohlige Entspannung rund um ihren Anus ein, die nur von dem unkontrollierbaren Zucken ihres Schließmuskels gestört wurde.
Sie führte ihre flache Hand zwischen die Beine und legte sie über Schamlippen und Po. Neugierig erkundete ihr Zeigefinger das Loch, das sich aufgrund der ausführlichen Dehnung und Penetration nicht vollständig geschlossen hatte. Es war unglaublich weich und glatt, warm und feucht.
Melissa genoss den Moment und schnaufte durch. Und obwohl der Schmerz noch nachlang, fühlte sie sich gut. Und sie war stolz darauf, dass sie den Mut füll all das aufgebracht hatte.
Es war an der Zeit, weiter zu machen. Sie half dem Dildo, seinen Weg zurück in ihre Vagina zu finden. Und als das Lovetoy sie wieder bearbeitete, meldete sich Florian zu Wort.
»Wir nähern uns allmählich dem Ende«, verkündete er. »Was meinst du, könntest du auf diese Weise einen Orgasmus haben?«
»Jetzt?«
»Klar. Hier und jetzt, dank der Hilfe unserer fleißigen Maschine.«
»Ich … glaube eher nicht.«
»Willst du es probieren?«
Eine Bewegung hinter Florian erweckte ihre Aufmerksamkeit. Jenny war aufgestanden und hielt ein Blatt Papier hoch, auf den in großen Buchstaben VORTÄUSCHEN geschrieben stand. Melissa kapierte sofort. Ihre schauspielerischen Qualitäten waren gefragt. »Ich gebe mein Bestes.«
»Da bin ich mir sicher. Bühne frei.«
Das Lovetoy erhöhte sein Tempo und drang entschlossener in ihre Tiefe vor. Melissa hörte genau in sich hinein. Krampfhaft versuchte sie, zu spüren, ob sie wirklich simulieren musste oder ob doch eine Chance auf einen echten Orgasmus bestand. Als ihre Gedanken zu all den Kameras glitten, die sie auf diversen Winkeln beobachteten, wurde ihr ihre Situation bewusst und prompt schwand ihre Zuversicht. Sie würde es nicht schaffen. Sie musste ihren Höhepunkt vortäuschen. Der Lustfunke von vorhin war erloschen.
Sie rang sich zu einem regelmäßigen Stöhnen durch und streichelte ihren Unterbauch. Dann ließ sie ihre Hand tiefer gleiten, bis ihre Finger den Eingang ihre Vagina streiften, die sich warm und weich unter der Feuchtigkeit ihrer Berührung öffnete. Ihre Schamlippen, klein und zart wie die Blütenblätter einer Rose, schimmerten im Licht der Scheinwerfer, während ihre Hand sich sicher über den empfindlichen Bereich bewegte. Der Dildo, der rhythmisch in ihrem Anus arbeitete, drückte ihre Hüfte stoßweise nach oben, und bei jeder Bewegung zitterten ihre schlanken Oberschenkel, als könnte ihr Körper die Gier nach mehr kaum bändigen. Mit dem Zeigefinger stimulierte sie ihre Klitoris, was sich mehr als angenehm anfühlte. Sie erhöhte den Druck. Plötzlich spürte sie aufkeimende Lust und ein inneres Kribbeln, dass eine wohlige Hitze in ihr verursachte.
Vielleicht schaffe ich es ja doch, dachte sie und drängte alle störenden Gedanken weg. Sie konzentrierte sich nur an das Feuer, das in ihr brannte. Auf das Stoßen, auf das Glied in ihr, auf ihren Zeigefinger, dessen Druck und gezieltes Kreisen. Sie schloss die Kameras aus, Florian und Jenny. Den ganzen Raum. Es gab nur sie, ihren Unterleib und Lucy.
Sie stöhnte. Es war ein echtes Stöhnen. Ihr Becken bebte und setzte sich leicht in Bewegung, um das Glied bei seiner Arbeit zu unterstützen. Ihr wurde heißer und heißer. Inzwischen presste sie Zeige-, Mittel- und Ringfinger auf die Vagina und ließ diese stürmisch über die nassen Schamlippen und Klitoris kreisen. Der Dildo fühlt sich so geil an!, dachte sie und drückte ihren Kopf mit geschlossenen Augen in das Kissen. Ihr Becken bebte. Ihre Atmung wurde schneller, ihr Brustkorb hob und senkte sich rhythmisch, während sich die Hitze tief in ihr sammelte und zu einer pulsierenden Feuersbrunst anschwoll. Es fühlte sich an, als ob jede Faser ihres Körpers von innen heraus zu glühen begann. Mit einem letzten, kehligen Stöhnen entlud sich die aufgestaute Lust in einer überwältigenden Welle, die sie erzittern ließ. Ihre Muskeln spannten sich, ihr Becken zuckte unkontrolliert, und das Studio um sie herum schien für einen Moment in einem hellen, lustvollen Licht zu explodieren. Sie bäumte sich förmlich auf, als der Orgasmus ihren Körper zerriss. Ihre Welt bestand aus einem unglaublichen Glücksgefühl, das alles bisher dagewesene in den Schatten stellte.
Ich habe es geschafft!, schrie es in ihr, während sie leise stöhnend die Wogen der Lust abbaute. Der Dildo wurde langsamer und als Melissa in ihrem Genuss verstummte, verließ er sie.
Ihre Brust hob und senkte sich schnell, ihr Herz raste. Florian sagte etwas, das sie aber nicht verstand. Sie genoss den Moment. Und es war ihr egal, wer dabei zusah. Erst nach einigen Sekunden nahm sie eine Aufforderung des Produzenten wahr, die an sie gerichtet war.
»Larissa, hast du ein paar Worte zum Abschied für uns?«
Sie stöhnte und presste ihre Handfläche zwischen die Beine, fühlte den Puls, der in ihrem Liebesapparat wütete.
»Ich bin jung und brauche das Geld!«, rief sie und lächelte beseelt. Sie wusste nicht, warum sie ausgerechnet diese Worte wählte. Florian lachte herzhaft und selbst aus Jennys Richtung kam ein Kichern.
»Nach dieser humoristischen Einlage verabschieden wir uns. Bis zum nächsten Mal, liebe Zuschauer. Haltet ihn hart!«
Es folgte eine kurze Stille. »Uuuuuund Cut. Wir sind raus.«
Sofort erloschen die roten Lichter auf den Kameras. Bevor sich Melissa versah, trat Jenny an ihre Seite.
»Das war der Wahnsinn!«, frohlockte sie und streichelte ihr übers Haar. Ihre Berührung tat unglaublich gut. »War der Orgasmus echt?«
»Sowas von echt«, keuchte Melissa.
Florian nickte anerkennend hinter der Kamera, auf der er irgendwelche Eingaben machte. Plötzlich überkam sie ein Gefühl der absoluten Erschöpfung und Müdigkeit. Ungeachtet dessen, dass sie ihren Schutz vollständig aufgab, ließ sie alle Muskeln erschlaffen. Sie spürte die Nässe zwischen ihren gespreizten Beinen und genoss den Moment der Stille und der körperlichen Ausgeglichenheit. Könnte ich doch nur schlafen, dachte sie sehnsüchtig und wünschte sich zurück in das Schlafzimmer der Wohnung, die sie so liebte.
»Darf ich dir helfen?«, riss Jennys gutmütterliche Stimme sie aus ihren Gedanken. Melissa sah sie an und bemerkte, dass die Maskenbildnerin ein Tuch in der Hand hatte. Sie deutete zwischen ihre Beine.
»Ja«, erwiderte sie leise. Jenny nickte und wischte sanft ihren Intimbereich ab. Das Gefühl der Nässe verschwand. Anschließend half ihr die Frau, das Bett zu verlassen.
»Du hast das richtig gut gemacht«, frohlockte Florian und seine Assistentin stimmte kopfnickend zu. »Für einen Erstie wirklich sehr, sehr gut!«
Als Jenny ihr einen Bademantel reichte, fühlte sie sich wie in Watte gepackt. Jede Bewegung war schwerfällig, aber erfüllt von einer merkwürdigen Zufriedenheit. Sie zog die weiche Stoffhülle über ihren geschundenen Körper und lächelte schwach. Ich hab’s geschafft, dachte sie und lehnte sich an Jenny, die sie stützte. Ich hab’s wirklich geschafft.

11.

»Du hast es wirklich durchgezogen?«, tönte es schrill aus dem Lautsprecher des Smartphones. »Du hast den Dreh abgeschlossen?«
Lara am anderen Ende der Leitung war aus dem Häuschen. »Oh man, du musst mir alles erzählen. Wie hat es sich angefühlt, was hast du gemacht, wie …«
Melissa unterbrach ihre beste Freundin. »Jetzt beruhig dich mal«, lachte sie. »Deine Stimme überschlägt sich ja schon.«
»Ja, aber ich bin sooooo neugierig!«
»Komm heute Abend einfach rum. Dann erzähle ich dir alles.«
»Spann mich nicht so auf die Folter.«
Doch das tat Melissa. Mit einem Grinsen beendete sie das Gespräch und steckte das Smartphone ein. Gelassen schlenderte sie die Straße entlang, vorbei an gepflegten Einfamilienhäusern und parkenden Autos. Es roch nach Blumen und Sommer. Ein sanftes, aber beständiges Brennen zog sich zwischen ihren Beinen hin. Es war das spürbare Echo des Drehs, ein erinnerungsträchtiger Schmerz, der sowohl unangenehm als auch seltsam befriedigend war. Sie wusste, dass es nicht nur körperlich war, sondern eine Mischung aus Erregung und Unbehagen, die sie noch immer im Innern spürte. Aber es war okay. Es ging ihr gut.
Das Geld für den Dreh würde am Folgetag auf ihrem Konto sein, hatte Florian ihr versprochen. Es würde zwar nicht reichen, doch konnte sie zumindest ein paar offene Forderungen decken. Und wer weiß, vielleicht würde es sogar die angepriesene Erfolgsprämie geben. Wie ging es nun mit ihr weiter? Wie konnte sie den Rest ihrer Ausgaben stemmen?
Sie biss sich auf die Unterlippe. Ihre laufenden Bewerbungen – würde irgendetwas davon tatsächlich zu einem Job als Mechatronikerin führen? Hatte sie sich zu sehr auf den sicheren Weg verlassen und ihre Optionen zu eng gesteckt?
Selbst wenn es funktionierte – bis dahin würde es noch Wochen, gar Monate dauern. Ein Gedanke drang sich jäh in ihren Kopf. Pornos.
Sie zog verwundert die Augenbrauen zusammen. Hatte sie das gerade wirklich gedacht? Würde sie sich tatsächlich noch einmal dazu überwinden, vor eine Kamera zu treten? Wenn ja, müsste sie etwas an ihrer Grundeinstellung ändern. Denn es war ausgeschlossen, dass sie abermals auf Maschinensex zurückgreifen konnte. Das war eine einmalige Sache gewesen, einen zweiten Auftritt sah die Ideologie von Florians Projekt nicht vor.
Wenn sie aufs Neue drehen wollte, musste sie Sex mit einem echten Menschen haben. Aber wäre dies wirklich so furchtbar? Sie war sich dessen nicht mehr sicher. Heute hatte sie gelernt, dass eine hochwertige und professionell betreute Produktion nichts Schlimmes war. Dass die Pornoindustrie nicht nur aus unerotischen Männern mit dicken, haarigen Bäuchen und animalischen Grunzlauten bestand.
Plötzlich war sie doppelt so froh darüber, dass Lara am Abend zu ihr kommen würde. Sie hatte viele Fragen.

Ende

Ein paar Gedanken …

… zu der Entstehung dieser Geschichte.

Einige Menschen verarbeiten das, was sie in ihrem Leben erlebt haben, mit dem Schaffen von Kunst. Sie malen, modellieren, kreieren. Andere wiederum erschaffen Musik, deren Klang ihr Lebensgefühl ausdrückt. Ich dagegen schreibe Geschichten und Texte, in denen ich den Protagonisten einen Teil meiner Story mit auf dem Weg gebe.
So auch in diesem Werk. Ähnlich wie Melissa war ich in jungen Jahren dazu gezwungen, finanzielle Schwierigkeiten mit dem Verkauf meiner Intimität zu beseitigen. Die Gedanken, die sie während ihres ersten Drehs hatte, kenne ich daher nur zu gut. Und auch die tief in mir aufkeimende Lust, die irgendwann aus dem notwendigen Übel eine Leidenschaft hat erblühen lassen, habe ich in Melissas Vita integriert.
Mittlerweile ist die Erotik ein fester Bestandteil meines Lebens. Ich lebe mich mithilfe dieser aus, lerne mich und meine Grenzen, gleichwohl auch Wünsche und Sehnsüchte, kennen und schätzen.
Das Spiel mit jenen Grenzen ist ein großer Teil meiner sexuellen Identität. Aber bis ich den Punkt von heute erreichen konnte, musste ich viel lernen und ausprobieren. So wie Melissa, der ich meine frühesten Erfahrungen mit maschinellem Analverkehr, dem ersten Kontakt mit einem Produzenten sowie den Vorgängen abseits der Kamera mitgab.

Ich liebe das, was ich tue. Es prägt und definiert mich. Und ich möchte die Welt mit erotischen Geschichten und Fantasien daran teilhaben lassen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie in Form einer Rezension mein Wirken unterstützen würden – denn nur so wird meine Story, also mein Leben, sichtbar.

Kim F. Wolf :-*

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CarstenWRSSG
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9 Monate vor

Vielen Dank für Deine Geschichte sowie die erklärenden Worte dazu! Ich persönlich finde sie anregend interessant geschrieben, man kann sich da richtig hinein fühlen und das finde ich auch bereichernd.

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