Das Rot Schwarze verlangen Teil 3

Autor Ryder05
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Fortsetzung…….

 

 

Kapitel 8: Zwischen den Laken

 

Elera liegt auf dem Bett, ihre Haare fächerförmig auf dem Kissen verteilt, die Augen halb geschlossen. Der Raum ist warm, das Licht gedämpft, und jede Bewegung scheint den Moment in die Länge zu ziehen. Sie spürt Noahs Blick auf sich, bevor sie ihn hört dieses schwere, dunkle Verlangen, das die Luft dick macht.

 

„Komm her”, flüstert sie, die Stimme rau.

 

Noah braucht keine zweite Aufforderung. Er bewegt sich langsam, geschmeidig wie ein Raubtier, und lässt sich neben ihr nieder. Seine Hand gleitet über ihren Oberschenkel, die Berührung kaum mehr als ein Streifen, und doch brennt sie durch ihre Haut. Eleras Atem stockt.

 

„Du hast keine Ahnung, was du mit mir machst”, murmelt er gegen ihren Hals, seine Lippen

folgen dem Hals hinunter, jede Stelle ein kleiner Feuerfunke. Sie beugt den Kopf zurück, gibt sich ihm hin kopflos, ohne Vorbehalt.

 

Seine Hände wandern höher, über die Kurve ihrer Hüfte, ziehen sie näher, bis er sie vollkommen spürt. Elera stöhnt leise, ein Laut, der Noah anstachelt. Er presst seinen Mund auf ihren und küsst sie mit hungriger Intensität, Zunge und Zähne, ein Kampf um Dominanz, den sie beide teilen.

 

Sie dreht sich, legt sich über ihn, spürt die Hitze zwischen ihren Schenkeln. Ihre Hände wandern über seine Brust, graben sich in seine Schultern, während sie langsamer wird die Qual genießt. Noah keucht, sein Griff an ihren Hüften wird fester, drängend.

 

„Elera…” Sein Name ihrer Lippen ist eine Bitte und ein Befehl zugleich.

 

Sie senkt sich, bewegt sich gegen ihn, Haut auf Haut, und jede Reibung ist pure Elektrizität. Noah setzt sich auf, zieht sie an sich, verschränkt sich mit ihr. Der Raum verschwimmt zu einem einzigen Rhythmus aus Atem und Bewegung, aus Stöhnen und Schweiß, aus diesem tiefen, wilden Sog zwischen ihren Körpern.

 

Elera wirft den Kopf zurück, ihr Rücken spannt sich an, als die Wellen sie überrollen lange, heftige Wellen, die ihren Körper durchbeben. Noah folgt ihr Sekunden später, seine Züge verkrampft in purer Hingabe, beide ineinander verschlungen wie zwei Hälften eines Ganzen.

 

Sie sinken zusammen, atemlos, das Herz schlägt gegen das andere. Elera gräbt ihr Gesicht in seine Halsbeuge und küsst ihn dort, zärtlich jetzt.

 

Noah zieht sie enger an sich, seine Lippen an ihrer Schläfe.

 

„Ich will dich nochmal”, sagt sie leise, den Atem noch flach. Und sein Lächeln ist dunkel genug, um zu antworten, bevor er es tut: „Ich bin noch nicht fertig mit dir.”

 

Elera lacht leise, ein kehliger Laut, der durch Noahs Körper fährt wie ein Blitz. Sie stützt sich auf seine Brust, ihr Haar kitzelt seine Haut, und ihre Augen funkeln im gedämpften Licht.

„Dann zeig es mir.”

 

Seine Hände schnellen hoch, umfassen ihre Hüften, und mit einer einzigen fließenden Bewegung rollt er sich herum, bis er über ihr liegt. Der Wechsel ist so schnell, dass sie nach Luft schnappt. Sein Gewicht ist berauschend, warm, fordernd. Seine Knie drücken ihre Schenkel auseinander, eröffnen sie ihm vollkommen.

 

„Du verlangst viel”, murmelt er, sein Mund dicht an ihrem Ohr, während seine Hand ihre Seite entlanggleitet. „Aber du bekommst noch mehr.”

 

Seine Lippen wandern hinab über ihr Schlüsselbein, die empfindsame Vertiefung darunter, bis zu der weichen Erhebung ihrer Brust. Elera krallt ihre Finger in das Laken, als sein Atem sie streift. Er lässt sich Zeit, quält sie mit jeder Berührung, nimmt eine harte Spitze zwischen die Lippen und lässt Eleras Stöhnen den Raum füllen.

 

Ihre Hüften heben sich ihm entgegen, suchend, drängend. „Noah… bitte…”

 

Aber

er kennt keine Eile. Seine Zunge zeichnet einen heißen Pfad weiter nach unten, über den zitternden Bauch, bis zu der feuchten Hitze zwischen ihren Beinen. Elera presst die Augen zu, als seine Finger sie öffnen, und der erste Schock seiner Zunge lässt sie aufwimmern.

 

„Halt sie offen”, befiehlt er dumpf, und sie gehorcht willenlos, ihre Finger in seinen Haaren, als er sie in einen Strudel aus Empfindungen zieht. Wellen, die sie aufbauen und nie ganz brechen lassen. Ihr Körper ist eine gespannte Saite, ihr Atem ein einziges Beben.

 

Erst als Elera am Rande dessen steht, was sie ertragen kann, klettert Noah zurück, die Augen dunkel und hungrig. Er richtet sie auf, bis sie ihm gegenüber kniet, ihre Stirnen aneinander. Sie sieht den feuchten Glanz auf seinen Lippen und beugt sich vor, ihn zu küssen den Geschmack von sich selbst auf seiner Zunge.

 

„Jetzt”, keucht sie gegen seinen Mund. „Noah, jetzt.”

 

Er schiebt sie zurück ins Kissen, ihre Beine um seine Hüften geschlungen, und dringt in sie ein langsam, tief, vollständig. Elera hält den Atem an, der Kuss von Fülle lässt sie erzittern. Sie fühlt jeden Zentimeter von ihm, spürt ihn ausfüllen bis ins Mark.

 

Dann wird seine Bewegung fester. Er schlingt einen Arm unter ihren Rücken, beugt sie ihm entgegen, und treibt sie in einen Rhythmus, der tief genug ist, um sie zu zerstören. Das Bett knarrt, das Laken verknüllt sich unter ihren Krallen. Eleras Stöhnen wird laut, wird wild, und sie zieht ihn näher, nagelt ihn an sich.

 

„Da”, stößt sie hervor, die Stimme zerrissen. „Nicht aufhören, bitte ”

 

Noah gehorcht, schraubt das Tempo an, bis ihr Körper nichts anderes mehr kennt als ihn, als diesen einen Sog aus gleitender Hitze. Ihre Beine verkrampfen sich um ihn, ihr Rücken beugt sich durch wie unter einem Stromschlag, als die Explosion sie trifft lang, tief, ihr ganzer Körper schwingt in einem einzigen Krampf.

 

Noah presst die Zähne zusammen, seinen Namen auf ihren Lippen hörend, und lässt los, verliert sich in ihr, die Hände um ihre Hüften als letzter Anker. Sie halten sich gegenseitig fest, fallen gemeinsam, verkrampfen sich gemeinsam, ineinander verwebend bis zuletzt.

 

Atemlos kollabiert Noah neben sie, einen Arm über ihre Hüfte, die Stirn an ihrer Schulter. Elera starrt an die Decke, das Herz rast, ein nachklingendes Zittern in ihren Beinen.

 

„Du bringst mich um”, murmelt sie, die Stimme heiser und glücklich.

 

Noah dreht den Kopf, küsst ihre Schulter, und grinst müde. „Und du mich.”

 

Sie gräbt eine Hand in sein Haar, zieht ihn näher, und flüstert in die Stille des Zimmers: „Dann sterben wir eben zusammen in fünf Minuten nochmal.”

 

Sein Lachen ist rau, tief, voller Versprechen. Und im Schein des Mondlichts, in der Wärme des Bettes, beginnt alles von vorn.

 

Elera wartet diesmal nicht. Als Noah sich aufrichtet, um nach ihr zu greifen, ist sie schon in Bewegung sie stößt ihn zurück ins Kissen und setzt sich rittlings auf ihn, ihre Knie beidseits seiner Hüften. Die Hitze zwischen ihnen ist fast greifbar, und sie spürt, wie er unter ihr hart wird, bereit, gespannt wie ein Bogen.

 

„Meine Regeln jetzt”, haucht sie, und ihre Hand schließt sich um ihn, lenkt ihn an ihre feuchte Öffnung. Dann senkt sie sich langsam, Zoll für Zoll, bis er sie bis auf den Grund ausfüllt. Beide halten den Atem an. Ein tiefes Zittern läuft durch ihren Körper.

 

Sie beginnt sich zu bewegen, zunächst ein langsames, tiefes Kreisen, das Noah unter ihr keuchen lässt. Seine Hände fliegen zu ihren Hüften, klammern sich fest, als wolle er sie einkrallen. „Fester”, zischt sie, die Augen geschlossen, den Kopf zurückgeworfen. „Halte mich fest, zerbrich mich.”

 

Sein Griff wird brutal, seine Finger drücken sich in ihre Haut, während sie sich auf ihm reibt jede Bewegung schamloser, jeder Stoß, mit dem sie sich auf ihn niederfallen lässt, ein Schock bis in ihr Mark. Die feuchten Geräusche von ihnen füllen den Raum, anstößig und unverhohlen.

 

„Du bist so feucht”, stöhnt er, die Zähne zusammengebissen, eine Hand an ihrer Kehle, ohne zu drücken nur als süße Drohung, die sie atemlos macht.

 

Elera wirft den Kopf nach hinten und lacht, rau und wild. Sie beugt sich vor, presst ihre Brüste an seine Brust, ihre Lippen dicht an seinem Ohr. „Weil du mich so machst. Weil ich dich so will.”

 

Dann übernimmt er wieder. In einer blitzschnellen Bewegung hat er sie unter sich, dreht sie herum, presst sie ins feuchte Laken. Er packt ihre Hüften und zieht sie auf die Knie, zieht ihre Arme auf den Rücken, hält sie dort mit einer Hand, während die andere sie von hinten öffnet. Elera stößt einen kehligen Schrei aus, als er mit einem einzigen harten Stoß in sie gleitet tief, gnadenlos, genau da.

 

„Ja”, presst sie hervor, das Gesicht ins Kissen gedrückt. „Genau da, bitte härter.”

 

Er gehorcht ohne Erbarmen. Jeder Stoß treibt sie weiter, treibt sie auf eine Spitze zu, die sie nicht mehr fassen kann. Sein Körper biegt sich über ihren, sein Atem brennt an ihrem Nacken, sein Mund an ihrer Wirbelsäule eine wilde Mischung aus Härte und Zärtlichkeit, die sie zerreißt.

 

„Elera… sag mir, dass ich dich brechen darf”, keucht er rau.

 

„Brch mich”, flüstert sie zurük, die Stime gebrochen von Lust. „Brch mich, Noah, und halte mich danach wieder zusammen.”

 

Das ist sein Ende. Mit einem letzten tiefen Stoß verkrampft er sich, sie krampft sich um ihn, beide verlieren sich in einer Explosion, die ihr Zittern teilt, bis nichts mehr zwischen ihnen ist als feuchte, heiße, verschwitzte Haut.

 

Er sinkt über sie, sein Gewicht eine schwere Decke, seine Hände die ihren aufklmmern. Und dort liegen sie, gebrochen und ganz, im Chaos der Laken und wissen, dass die Nacht noch lang ist.

 

Runde drei beginnt nicht im Bett Noah zieht Elera an der Hand aus den Knäl, seine Finger fest um ihr Handgelenk. Sie steht noch zitternd, das Herz rast, der Körper noch nachbebend, als er sie sanft, aber bestimmt gegen die Wand drückt. Die kalte Fläche lässt ihre Haut straffen, während sein heißer Körper sie von vorne einschließt.

 

Er verschränkt ihre Arme über ihrem Kopf, presst die Handgelenke gegen die Wand, und beugt sich herab, bis sein Mund an ihrem Ohr ist. Sein Atem ist scharf, kontrolliert, aber sie spürt die Anspannung in ihm der Draht, der kurz vor dem Reißen steht.

 

„Du dachtest, du hast gesiegt”, murmelt er, die Zähne an ihrem Ohrläppchen. „Aber ich bin noch lange nicht fertig mit dir.”

 

Seine freie Hand gleitet über die Innenseite ihres Oberschenkels, langsam, qualvoll langsam, bis er sie spürt wieder feucht, wieder bereit, sein Name eine Bitte auf ihren Lippen. Er hebt ihr ein Bein auf seine Hüfte und öffnet sie, drängt sich zwischen ihre Schenkel, bis die Hitze seiner Erregung an ihr liegt.

 

„Schau mich an”, befiehlt er, und sie gehorcht, dunkle, wilde Augen in seine. „Ich will sehen, wie du brichtst.”

 

Er dringt in sie ein ein einziger langer, harter Stoß, der sie gegen die Wand drückt und ihr den Atem raubt. Elera schreit auf, ein Laut, der halb Schmerz, halb Wonne ist, und krallt ihre freie Hand in sein Haar. Er hält ihren Blick, während er sie nimmt stoß für stoß, tief und rückhaltlos, dieses Mal ohne Gnade.

 

Das Waschbecken klirrt, das Glas auf der Ablage zittert im Rhythmus. Eleras Rücken scheuert an der kalten Kachel, doch sie zieht ihn näher, umschlingt ihn so fest mit ihrem Bein, als wolle sie ihn nie wieder loslassen.

 

„So”, keucht sie, seine Stirn an ihre gepresst. „So will ich dich haben. Wild. Unbändig. Nur für mich.”

 

Noah grinst dunkel, rauh, und dreht sie dann herum, presst ihre Wange und Brüste an die Wand, ihre Hände hinter dem Rücken gefesselt in seiner Faust. Diesmal gibt es kein Zurück, keine Minute Atempause. Er treibt sie mit einer Härte, die sie am ganzen Körper erschauern lässt, jede Berührung dort, wo sie am tiefsten brennt.

 

Eleras Stöhnen bricht in kehlige Schreie, ihr Körper krampft, ein Beben, das sie schüttelt, bis sie sich an der Wand festhalten muss. Noah presst sich bis auf den Grund in sie, hält inne und lässt das Zittern um sich herumkrampfen, bevor er mit ihr zusammen in den Abgrund fällt.

 

Sie rutschen zu zweit an der Wand herab, ineinander verschlungen, atemlos, auf dem kalten Boden. Elera drückt ihr Gesicht an seine Brust, spürt sein Herz wie einen wilden Schlag unter ihrer Wange. Ihre Knie sind schwach, ihre Beine zittern.

 

„Du bist… unmöglich”, flüstert sie heiser.

 

Noah lacht leise, seine Hand sanft in ihrem Haar, plötzlich wieder zärtlich der Wolf, der wieder zum Mann geworden ist. Er küsst ihren Scheitel.

 

„Und trotzdem willst du mich wieder.”

 

Elera hebt den Kopf, lächelt müde, aber wild.

 

„Immer.”

 

 

«Die Ruhephase<»

 

Eine Zeit lang liegen sie völlig still auf dem kalten Badezimmerboden, der keine Rücksicht auf ihre glühenden Körper nimmt. Noahs Brust hebt und senkt sich schwer unter Eleras Wange, sein Herz ein wilder, unregelmäßiger Rhythmus gegen ihre Schläfe. Die Luft ist dick vom Geruch von Schweiß, Salz und dieser Mischung aus Haut und Verlangen, die einem Moment innewohnt, der zu viel war und nie genug sein wird.

 

Eleras Finger zeichnen müde Muster auf seine Brust, Kreise um den feuchten Fleck, wo ihre Lippen waren. Ihr Körper zittert noch ein feines Nachbeben, das sie nicht unter Kontrolle hat und auch nicht will. Jede Faser ihrer Muskeln läuft noch auf diesem Hoch, das langsam, ganz langsam abebbt.

 

„Alles okay?”, fragt Noah leise, seine Stimme tief und rau, so anders als der wilde Befehlston von eben. Seine Hand liegt locker in ihren Haaren, bewegt sich sanft, beruhigend.

 

Elera nuschelt etwas Unverständliches gegen seine Haut, zu erschöpft und zu zufrieden für Worte. Sie spürt, wie er leise lacht, das Beben seiner Brust eine sanfte Welle.

 

Langsam hilft er ihr hoch, seine Hände um ihre Taille, stützend, geduldig eine Zärtlichkeit, die noch intensiver ist als die Wildheit davor. Er dreht das Wasser auf, warm, und führt sie unter den Strahl. Seine Hände gleiten über ihren Rücken, waschen die Anspannung fort, machen die Spur der Wandkacheln wieder glatt. Elera lehnt sich an ihn, das Wasser zwischen ihren Körpern, und schließt die Augen.

 

Es ist eine stille Abrüstung. Keine Worte nötig.

 

Sie trocknen sich schweigend ab, ihre Blicke treffen sich im feuchten Spiegel. Elera sieht sich selbst zerzaust, wilde Haare, gerötete Lippen, glasige Augen. Und sieht ihn hinter ihr: dunkel, wachsam, mit diesem Hunger, der nie wirklich verschwindet, nur schläft.

 

„Du starrst mich an”, sagt sie, neckisch, aber ihre Stimme ist heiser.

 

„Weil du es wert bist”, antwortet er einfach, und die Schlichtheit der Worte trifft sie härter als jeder Stoß.

 

Sie gehen zurück ins Schlafzimmer, das Bett ist ein einziges Chaos aus zerknüllten Laken und verstreuten Kissen. Noah lässt sich auf die Kante fallen, Elera settz sich neben ihn, ihre Schulter an seiner. Eine Weile sitzen sie einfach da, trinken Wasser, atmen die Stille ein. Ihr Puls beruhigt sich langsam. Die Welt ordnet sich wieder.

 

Aber da ist dieses Knistern. Diese Sache, die zwischen ihnen in der Luft hängt wie eine unsichtbare Saite. Elera spürt es an der Art, wie seine Hand auf ihrem Knie liegt zu warm, zu bewusst plaziert. An der Art, wie ihr Herz einen halben Schlag aussetzt, als seine Finger leicht über ihre Haut wandern.

 

Sie dreht den Kopf zu ihm. Und sie sieht es in seinen Augen: Die Ruhe ist vorbei. Der Wolf wacht wieder auf.

 

„Runde vier?”, fragt sie leise, und es ist keine Frage.

 

Noahs Lächeln ist langsam, dunkel, voller Versprechen.

 

„Ich dachte, du fragst nie.”

 

«Der Morgen danach<»

 

Elera wacht auf, weil das Licht anders ist. Warm, golden, durch die dünnen Vorhänge gefiltert nicht mehr das kalte Blau der Nacht, sondern Morgen. Eine Weile braucht sie, um zu erkennen, wo sie ist. Verheddert in Laken, nackt, mit einem warmen Gewicht an ihrem Rücken: Noahs Arm um ihre Taille, sein Atem gleichmäßig gegen ihren Nacken.

Sie dreht sich langsam zu ihm um, und findet ihn trotzdem wach. Seine Augen sind dunkel, ruhig, und er hat sie angesehen sie weiß nicht, wie lange.

„Guten Morgen”, murmelt er, die Stimme noch rau vom Schlaf.

„Wie lange starrst du mich schon an?”, fragt sie, eine Spur von Lächeln.

„Lange genug, um zu wissen, dass ich dich heute wieder will.”

Elera lacht leise, schmiegt sich an dich, drückt ihre Stirn an seine Brust. „Ein kleines bisschen unersättlich, was?”

„Nur bei dir”, sagt er, und es klingt nicht wie Schmeichelei, sondern wie eine Tatsache, erdig und sicher.

Sie verbringen den Morgen langsam. Kein Sturm diesmal nur warme Hände, faule Küsse, Kaffee, der in der Küche duftet. Elera sitzt auf der Arbeitsplatte, ihre Beine um seine Hüften, die Tassen vergessen, während er sie küsst tief, mit dieser neuen Zärtlichkeit, die zwischen ihnen entstanden ist.

„Ich könnte mich daran gewöhnen”, sagt sie, gegen seinen Mund.

Noah hält inne, zieht sich einen winzigen Schritt zurück, und sieht sie an mit einer Ernsthaftigkeit, die sie den Atem anhalten lässt.

„Dann tu es”, sagt er.

Elera blinzelt, der Luft entweicht ihr in einem halben Lachen. „Du sagst so komplizierte Dinge so einfach.”

„Weil sie einfach sind”, antwortet er, seine Daumen auf ihrer Hüfte. „Ich will dich. Nicht nur eine Nacht. Nicht nur drei Runden. Dich. Das alles hier jeden Morgen danach.”

Die Worte hängen zwischen ihnen in der warmen Küchenluft. Eleras Herz schlägt schneller, und es ist nicht mehr das rasende Schlagen der Nacht, sondern etwas Tieferes, Weicheres.

„Noah…”, beginnt sie, aber ihre Stimme bricht.

„Du musst jetzt nichts sagen”, unterbricht er sanft und streicht eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht. „Aber ich wolltest, dass du es weißt. Dass es nicht nur das war, was du denkst.”

Sie sieht ihn lange an, das goldene Licht über seinen Zügen, und spürt, wie sich etwas in ihrer Brust anordnet, sich der Welt neu zuwendet.

„Es war nie nur das”, sagt sie leise. „Weißt du das? Von Anfang an nicht.”

Noahs Ausdruck weicht auf dieses Zusammenklappen der Verwundbarkeit, das sie nachts gesehen hatte. Er zieht sie an sich, presst sie an seine Brust, und sagt nichts mehr. Es braucht kein Wort.

Als sie später auf der Couch liegen, ihr Kopf auf seinem Schoß, seine Finger in ihren Haaren, ist die Stille nicht leer sie ist voll. Elera schließt die Augen und lächelt, als sie sein Herz unter ihrer Wange schlagen spürt, ruhig und sicher wie ein Versprechen.

„Ich bleib heute”, sagt sie schließlich, kaum hörbar.

Noahs Hand hält mitten in ihrer Bewegung inne. Und dann, sehr sanft: „Und morgen?”

Elera öffnet die Augen, dreht den Kopf, sieht zu ihm auf. Ein Lächeln in ihren Augen, so warm wie das Morgenlicht draußen.

„Und jeden Tag danach”, sagt sie. „Wenn du mich behalten willst.”

Er beugt sich herab, küsst ihre Stirn, lange, andächtig.

„Ich behalte dich”, flüstert er gegen ihre Haut. „Für immer.”

Und in diesem Moment in der warmen Küche, im goldenen Licht, mit seinen Fingern in ihrem Haar fühlt es sich an wie der Anfang von etwas, das nicht mehr enden würde. Etwas, das keine Runden mehr brauchte, weil es kein Spiel mehr war.

Elera schließt die Augen, ein leichtes Lächeln auf den Lippen. Und sie weiß: Auch wenn sie früher gedacht hatte, dass die Wildnis zwischen ihnen das Beste wäre das hier, die Ruhe, die Sïcherheit, seine Hand in ihrem Haar , das war es, was sie wirklich nie wieder loslassen wollte.

 

«Das Wiedersehen des Sturms<»

 

Monate später ist die Wildnis nicht verschwunden sie hat nur gelernt, an der Leine zu laufen.

 

Elera merkt es, als sie an diesem Abend durch die Tür kommt, müde vom Alltag, und Noah sie im Gang stehen sieht dunkel, wachsam, mit diesem Blick, den sie so gut kennt. Aus einer anderen Zeit hätte sie ihn sofort gespürt. Jetzt wartet sie einfach, bis er sie erreicht.

 

„Du hast mich im Stich gelassen diese Woche”, sagt er leise, seine Hände an ihrer Taille, zieht sie an sich. „Fünf Tage, Elera.”

 

„Ich hatte Termine”, entgegnet sie, aber ihr Herz schlägt schon unregelmäßig.

 

„Du hattest mich nicht”, sagt er, und schiebt eine Hand in ihre Haare. „Das ist schlimmer.”

 

Der Kuss, der folgt, ist nicht sanft. Es ist der Wolf, der wieder aufwacht Monate der Zärtlichkeit, die unter dieser einen Berührung zerbrechen wie eine dünne Eisschicht. Noah hebt sie hoch, trägt sie zum Sofa und legt sie darauf, sein Körper über ihr, alle Vorsicht weggewischt.

 

„Ich hab dich vermisst”, keucht er zwischen den Küssen, seine Hände reißen an ihrer Bluse.

 

„Ich dich auch”, atmet Elera, ihre Beine um seine Hüften, zieht ihn fest. „Zeig mir, wie sehr.”

 

Und er tut es nicht grausam, nicht flüchtig, aber mit dieser tiefen Wiedereroberung, die Monate des Vertrauens erst möglich machen. Wilder als beim ersten Mal, weil sie jetzt wissen, wie weit sie gehen können. Zärtlicher, weil sie sich jetzt trauen, an der Kante zu stehen und trotzdem zu vertrauen.

 

Als er spät in jener Nacht neben ihr liegt, Eleras Kopf auf seiner Brust, seine Finger in ihren Haaren, ist die Stille dieselbe wie an jenem ersten Morgen. Aber sie ist nicht mehr der Anfang. Sie ist eine Fortsetzung. Ein Beweis.

 

„Weißt du”, sagt Elera leise, gegen seine Herzschläge, „ich hab mir früher nie vorgestellt, dass es so aussieht.”

 

„Wie?”, fragt Noah, seine Stimme schläfrig.

 

„Wie ein Wiedersehen, wenn man schon zu Hause ist”, antwortet sie. „Wie Ankommen, obwohl man nie weg war.”

 

Noah dreht den Kopf, küsst ihren Scheitel, und lächelt in die Dunkelheit.

 

„Das”, flüstert er, „ist genau das, was ich behalten wollte.”

 

Und draußen, im ruhigen Rhythmus der Nacht, in der Wärme zweier Körper, die gelernt haben, sich zu brechen und wieder zu heilen dort beginnt keine neue Runde mehr.

 

Dort beginnt immer nur nochmal: derselbe Morgen, derselbe Sturm, dieselbe Liebe.

 

Für immer.

Elera betrat das ‘Dark Velvet’, einen exklusiven Club in Paris, der sich auf BDSM spezialisiert hatte. Sie hatte von diesem Ort gehört, aber noch nie den Mut gefunden, ihn zu betreten. Heute Abend war es soweit. Ihre Neugierde und ihr Verlangen nach etwas anderem als ihren durchschnittlichen Dates überwogen ihre Nervosität.

 

Der Raum war in samtiges Rot getaucht, mit ledernen Möbeln und Ketten, die von der Decke hingen. Elera konnte das Knarren von Ketten und das Klatschen von Peitschen hören, als sie sich durch den Club bewegte. Sie fühlte sich gleichzeitig beunruhigt und erregt.

 

An der Bar bestellte sie einen Martini und beobachtete die Szenerie. Ein Mann fiel ihr ins Auge. Er stand mit dem Rücken zu ihr, aber sie konnte die Breite seiner Schultern und die Muskeln sehen, die sich unter seinem Hemd abzeichneten. Er trug eine Hose aus Leder, die seine Beine umschmiegte. Als er sich umdrehte, sah sie sein Gesicht zum ersten Mal. Er hatte dunkle Haare und Augen, die so schwarz waren wie die Nacht. Ein moestender Ausdruck lag auf seinem Gesicht, als er sie ansah. Elera spürte, wie ein Schauer der Erregung ihren Körper durchströmte.

 

‘Ich bin Noah’, sagte er und streckte seine Hand aus. ‘Ich glaube, wir haben uns noch nicht kennengelernt.’

 

‘Elera’, antwortete sie und nahm seine Hand. Seine Finger waren warm und stark, als sie ihre Hand umschlossen. ‘Ich bin neu hier’, gab sie zu.

 

Noah lächelte. ‘Das dachte ich mir. Aber keine Sorge, hier ist jeder willkommen.’ Er sepanjang, ‘Möchtest du etwas trinken?’

 

Elera nickte, und Noah bestellte ihr einen weiteren Martini. Sie unterhielten sich über belanglose Dinge, aber Elera konnte die Spannung zwischen ihnen spüren. Als Noah sie zur Tür führte, um sich zu verabschieden, flüsterte er ihr ins Ohr: ‘Ich würde dich gerne wiedersehen, Elera. Hier, im Club. Morgen Nacht.’

 

Elera zögerte, aber nur einen Moment. ‘Ja’, flüsterte sie zurück. ‘Ich werde da sein.’

 

Am nächsten Tag traf sich Elera mit Noah im ‘Dark Velvet’. Sie trug ein elegantes Kleid, das ihre Kurven betonte und ihre langen Beine zeigte. Sie fühlte sich sexy und verführerisch, als sie auf Noah wartete.

 

Als er kam, führte er sie in einen privaten Raum. Es war ein großes Zimmer mit einer wandhohen Spiegelwand, einem Bett, einer Peitsche und anderen Geräten, die Elera noch nie gesehen hatte. Sie schluckte hart, als ihr bewusst wurde, was hier passiert war und was gleich passieren würde.

 

Noah begann, ihre Kurven mit seinen Fingern zu streicheln. ‘Du siehst wunderschön aus, Elera’, flüsterte er. ‘Heute Abend werden wir deine Grenzen austesten. Aber keine Sorge, ich werde immer bei dir sein.’

 

Er führte sie zum Bett und bedeckte ihre Augen mit einer seidigen Maske. Dann band er ihre Hände auf dem Rücken zusammen. Elera fühlte sich hilflos und verletzlich, aber auch erregt.

 

Noah begann, ihren Körper zu streicheln, zu küssen und zu beißen. Er ließ seine Finger zwischen ihre Beine gleiten und spielte mit ihrer Klitoris, bis sie stöhnte und bettelte, dass er weitermachen sollte. Dann zog er sich zurück und ließ sie frustriert zurück.

 

Elera konnte spüren, wie sie feucht wurde, als Noah ihre Beine auseinanderdrückte und begann, sie mit seiner Zunge zu lecken. Sie stöhnte und wand sich unter ihm, während er sie immer näher an ihren Höhepunkt brachte.

 

Plötzlich hörte er auf und schlug sie mit einer Peitsche. Elera schrie auf, als der Schmerz sie durchzuckte. Dann spürte sie, wie Noah in sie eindrang und sie hart fickte, während er sie weiter mit der Peitsche schlug. Elera fühlte sich überwältigt von den Empfindungen, aber sie wollte nicht, dass es aufhörte. Sie schrie Noahs Namen, als sie kam und ihr Körper von Krämpfen geschüttelt wurde.

 

Als Elera wieder zu sich kam, lag sie in Noahs Armen. Er streichelte ihre Haare und küsste ihre Stirn. ‘War es okay für dich, Elera?’ fragte er sanft.

 

Elera lächelte. ‘Ja, es war mehr als okay’, antwortete sie.

 

In den folgenden Wochen trafen sich Elera und Noah regelmäßig im ‘Dark Velvet’. Jede Nacht stellte Noah sie auf eine neue Art und Weise auf die Probe und dehnte ihre Grenzen aus. Elera liebte es, sich ihm hinzugeben und ihm zu vertrauen.

 

Eines Abends führte Noah sie in einen anderen privaten Raum. Es war ein dunkler Raum, in dem nur eine einzige Kerze brannte. Elera konnte die Silhouetten von Menschen sehen, die sich im Raum befanden, aber sie konnte keine Gesichter erkennen.

 

Noah band sie an einen Pfahl und befestigte ihre Hände über ihrem Kopf. Dann begann er, sie zu streicheln und zu küssen, während andere Hände ihren Körper berührten. Elera konnte spüren, wie sich andere Körper an sie drückten und sie streichelten. Sie fühlte sich überwältigt, aber auch unglaublich erregt.

 

Noah begann, sie mit einem Vibrator zu stimulieren, während andere Männer ihre Brüste und ihren Hintern streichelten. Elera wand sich unter den Berührungen und stöhnte laut, als sie kam. Dann begann Noah, sie hart zu ficken, während andere Männer ihre Brüste leckten und an ihren Nippeln saugten.

 

Elera hatte noch nie etwas Derartiges erlebt. Sie fühlte sich wie im Rausch, als sie immer wieder kam, während Noah und die anderen Männer sie fickten und streichelten.

 

Als sie schließlich ins Bett fiel, hielt Noah sie fest in seinen Armen. ‘Hat dir das gefallen, Elera?’ fragte er.

 

Elera nickte. ‘Das war unglaublich’, flüsterte sie. ‘Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas tun könnte.’

 

Noah lächelte. ‘Ich wusste, dass du bereit dafür bist’, sagte er.

 

Elera und Noah wurden immer intimer, und Elera begann, sich in Noah zu verlieben. Aber sie wusste, dass es noch ein wichtiger Schritt war, den sie gehen musste, bevor sie sich ihm completely hingeben konnte.

 

Eines Abends führte Noah sie in ein neues Zimmer im Club. Es war ein großer Raum, in dem es nur ein Andreaskreuz gab. Elera konnte spüren, wie sich ihr Magen zusammenzog, als sie sah, was auf sie zukam.

 

Noah befestigte ihre Arme und Beine am Kreuz und begann, sie zu schlagen, während er sie mit seiner Stimme anfeuerte, ihre Schmerzen zu ertragen. Elera tat ihr Bestes, um stillzuhalten und ihm zu gehorchen, aber sie konnte spüren, wie sich Tränen in ihren Augen bildeten.

 

Schließlich hielt Noah inne und zog sie in seine Arme. ‘Ich bin stolz auf dich, Elera’, flüsterte er. ‘Du hast deine Schmerzen ertragen und mir gezeigt, dass du mir vertrauen kannst.’

 

Elera lächelte. ‘Ich vertraue dir, Noah’, flüsterte sie zurück.

 

In diesem Moment wusste Elera, dass sie bereit war, sich completely auf Noah einzulassen und ihm ihre Seele zu öffnen.

 

In den folgenden Wochen trafen sich Elera und Noah immer mehr außerhalb des Clubs. Sie begannen, ein richtiges Beziehung zu führen, in der sie nicht nur ihre BDSM-Spiele genossen, sondern auch ihre tiefen Gefühle füreinander entdeckten.

 

Eines Abends führte Noah Elera in seine Wohnung. Es war ein kleines, gemütliches Apartment mit einer großen Fensterfront, durch die man die Lichter der Stadt sehen konnte. Elera fühlte sich sofort wohl und geborgen.

 

Noah führte sie zum Bett und begann, sie zu streicheln und zu küssen. Dann band er ihre Hände auf dem Rücken zusammen und legte sie auf den Bauch. Elera konnte spüren, wie sich ihr Körper vor Erregung versteifte, als Noah begann, sie zu ficken.

 

Sie stöhnte und wand sich unter ihm, als er sie hart fickte und sie immer näher an ihren Höhepunkt brachte. Dann zog er sich plötzlich zurück und schlug sie mit einer Peitsche. Elera schrie auf, als der Schmerz sie durchzuckte, aber sie wollte nicht, dass es aufhörte. Sie bettelte Noah an, weiterzumachen, und er fickte sie hart, während er sie weiter schlug.

 

Schließlich kam Elera so heftig, dass sie glaubte, ohnmächtig zu werden. Als sie wieder zu sich kam, lag sie in Noahs Armen, und er streichelte ihre Haare und küsste ihre Stirn.

 

‘Ich liebe dich, Elera’, flüsterte er.

 

‘Ich liebe dich auch, Noah’, antwortete sie.

 

In den Monaten, die folgten, wurden Elera und Noah immer enger miteinander verbunden. Sie erforschten ihre Grenzen, both innerhalb und outside des Clubs, und fanden immer neue überwältigende Erfahrungen.

 

Eines Tages bat Noah Elera, ihn zu einem specialen Ort zu begleiten. Sie fuhren aus der Stadt heraus und erreichten schließlich eine wunderschöne Hütte am See. Als sie die Hütte betraten, sah Elera, dass sie mit Kerzen erhellt war und ein romantisches Dinner vorbereitet war.

 

Noah führte sie zum Bett und band ihre Hände auf dem Rücken zusammen. Dann begann er, sie zu küssen und zu streicheln, während er sich langsam auszog. Elera konnte spüren, wie sich ihr Körper vor Erregung versteifte, als Noah begann, sie zu ficken.

 

Sie stöhnte und wand sich unter ihm, als er sie hart fickte und sie immer näher an ihren Höhepunkt brachte. Dann zog er sich plötzlich zurück und schlug sie mit einer Peitsche. Elera schrie auf, als der Schmerz sie durchzuckte, aber sie wollte nicht, dass es aufhörte. Sie bettelte Noah an, weiterzumachen, und er fickte sie hart, während er sie weiter schlug.

 

Schließlich kam Elera so heftig, dass sie glaubte, ohnmächtig zu werden. Als sie wieder zu sich kam, lag sie in Noahs Armen, und er streichelte ihre Haare und küsste ihre Stirn.

 

‘Ich möchte den Rest meines Lebens mit dir verbringen, Elera’, flüsterte er.

 

Elera lächelte und sah ihm tief in die Augen. ‘Ich möchte das auch, Noah’, antwortete sie. ‘Ich bin bereit, den Rest meines Lebens mit dir zu verbringen.’

 

 

 

Kapitel 9 – Hinter verschlossenen Türen

 

Die Hütte am See hätte ein Ende sein können.

Vielleicht sogar ein gutes.

Ein Versprechen.

Ein gemeinsames Leben.

Zwei Menschen, die endlich wussten, was sie füreinander waren.

Doch für Elara und Noah war ein Versprechen niemals einfach nur ein Versprechen.

Es war eine Tür.

Und hinter dieser Tür wartete etwas Neues.

Als Elara am nächsten Morgen die Augen öffnete, fiel blasses Sonnenlicht durch die Vorhänge.

Der See draußen war vollkommen ruhig.

Fast unnatürlich ruhig.

Noah lag neben ihr.

Noch schlafend.

Elara drehte sich auf die Seite und betrachtete ihn.

Es war merkwürdig.

Im Schlaf verschwand etwas aus seinem Gesicht.

Diese permanente Kontrolle.

Diese Wachsamkeit.

Dieses Gefühl, dass er jeden ihrer Blicke bemerkte, jede Veränderung ihrer Stimme registrierte und jedes Zögern abspeicherte.

Jetzt war davon nichts übrig.

Nur Noah.

Elara hob vorsichtig die Hand und strich mit den Fingerspitzen über seine Wange.

Seine Augen öffneten sich.

Sofort.

„Beobachtest du mich?“

Elara musste lächeln.

„Vielleicht.“

„Wie lange?“

„Lang genug.“

Noah blinzelte verschlafen.

„Unheimlich.“

„Sagt der Richtige.“

Ein schwaches Grinsen erschien auf seinem Gesicht.

Dann wurde sein Blick klarer.

Wacher.

Und Elara sah förmlich, wie Noah wieder zu Noah wurde.

„Bereust du es?“

Ihre Finger hielten inne.

„Was?“

„Gestern.“

„Welchen Teil?“

„Den letzten.“

Elara wusste sofort, was er meinte.

Ich möchte den Rest meines Lebens mit dir verbringen.

Sie sah ihn einige Sekunden an.

„Nein.“

Noah schwieg.

„Du?“

„Nein.“

„Das kam ziemlich schnell.“

„Soll ich länger überlegen, damit es glaubwürdiger wirkt?“

„Idiot.“

Noah lächelte.

Doch Elara bemerkte trotzdem etwas.

Eine winzige Unsicherheit.

Sie kannte ihn mittlerweile gut genug.

„Du hattest Angst vor meiner Antwort.“

„Nein.“

„Lügner.“

Noah sah zur Decke.

„Vielleicht ein bisschen.“

Elara richtete sich auf.

„Ein bisschen?“

„Übertreib es nicht.“

„Noah hatte Angst.“

„Elara.“

„Historischer Moment.“

Er griff nach einem Kissen.

Sie wich lachend zurück.

„Wage es.“

Noah ließ das Kissen wieder sinken.

„Feigling.“

„Sehr erwachsen.“

„Danke.“

Für einige Sekunden war alles leicht.

Fast normal.

Und genau das war zwischen ihnen inzwischen beinahe ungewöhnlicher als jede Dunkelheit.

Elara legte sich wieder neben ihn.

Noahs Arm schloss sich um sie.

Sie schmiegte sich an seine Brust.

Kein Spiel.

Keine Prüfung.

Keine Eifersucht.

Nur Wärme.

„Noah?“

„Hm?“

„Was bedeutet das jetzt eigentlich?“

„Was?“

„Der Rest unseres Lebens.“

Er schwieg.

Elara hob den Kopf.

„Du hast doch nicht ernsthaft gedacht, du kannst so einen Satz sagen und ich stelle keine Fragen.“

„Bei dir? Niemals.“

„Also?“

Noah sah sie an.

„Es bedeutet, dass ich es versuchen will.“

Elara runzelte die Stirn.

„Versuchen?“

„Ja.“

„Romantischer geht’s kaum.“

„Lass mich ausreden.“

Sie schwieg.

„Ich meine nicht versuchen, dich zu lieben.“

Seine Hand strich langsam über ihren Rücken.

„Das tue ich längst.“

Elara wurde still.

„Ich meine versuchen, dich zu lieben, ohne aus Angst ständig irgendetwas kaputtzumachen.“

Da war er wieder.

Dieser seltene Noah.

Derjenige ohne Schutzschild.

Elara legte ihre Hand auf seine Brust.

„Das klingt schwieriger.“

„Ist es wahrscheinlich auch.“

„Und was passiert, wenn du wieder anfängst?“

„Dann sagst du es mir.“

„Und wenn du nicht zuhörst?“

Noah sah sie lange an.

„Dann gehst du.“

Elara verdrehte sofort die Augen.

„Schon wieder.“

„Nein.“

Seine Stimme wurde ernst.

„Diesmal meine ich es anders.“

Sie wartete.

„Ich will nicht, dass die Tatsache, dass du mich liebst, irgendwann meine Erlaubnis wird, alles mit dir machen zu dürfen.“

Elara schwieg.

Der Satz traf sie.

Vielleicht gerade deshalb, weil Noah früher genau diese Grenze immer wieder berührt hatte.

„Und ich will nicht gehen“, sagte sie leise.

„Ich weiß.“

„Das ist doch der Punkt.“

„Nein.“

Noah schüttelte den Kopf.

„Der Punkt ist, dass du bleiben willst.“

Eine Pause.

„Nicht, dass du bleiben musst.“

Elara sah ihn an.

„Du wirst wirklich weich.“

„Ich nehme alles zurück.“

Sie grinste.

„Zu spät.“

Sie küsste ihn.

Langsam.

Noahs Hand legte sich in ihren Nacken.

Der Kuss hielt länger.

Die Vertrautheit zwischen ihnen war inzwischen anders als bei ihren ersten Begegnungen im Dark Velvet.

Damals war alles unbekannt gewesen.

Jeder Blick hatte eine Frage enthalten.

Jede Berührung eine neue Grenze.

Heute kannten sie einander.

Zumindest glaubten sie das.

Elara wusste, wie Noah sie ansah, wenn er eifersüchtig wurde.

Sie wusste, wie seine Stimme klang, wenn er etwas verschwieg.

Sie kannte seine Ruhe.

Seine Dunkelheit.

Seine Unsicherheit.

Und Noah kannte ihre Widersprüche.

Ihre Neugier.

Ihre Angst vor Kontrollverlust.

Den Teil in ihr, der Grenzen brauchte.

Und gleichzeitig den Teil, der wissen wollte, was dahinterlag.

Elara löste sich langsam von ihm.

„Ich vermisse den Club.“

Noahs Augenbraue hob sich.

„Das kam unerwartet.“

„Warum?“

„Nach gestern hätte ich gedacht, du willst die Hütte nie wieder verlassen.“

„Will ich vielleicht auch nicht.“

„Problem gelöst.“

„Aber…“

Noah seufzte gespielt.

„Natürlich gibt es ein Aber.“

„Im Dark Velvet hat alles angefangen.“

Sein Blick wurde aufmerksamer.

„Und?“

Elara setzte sich auf.

„Ich will zurück.“

„Heute?“

„Warum nicht?“

Noah betrachtete sie.

Lange genug, dass Elara sofort wusste, dass er wieder nachdachte.

„Was?“

„Nichts.“

„Noah.“

„Ich überlege nur.“

„Worüber?“

Sein Blick wurde dunkler.

„Ob du wirklich den Club vermisst.“

Elara hielt seinem Blick stand.

„Oder die Version von uns, die dort entstanden ist.“

Sie schwieg.

Treffer.

Noah richtete sich ebenfalls auf.

„Vielleicht beides.“

„Das sind zwei unterschiedliche Dinge.“

„Ich weiß.“

„Im Club waren wir anders.“

„Du vor allem.“

Ein kleines Lächeln erschien auf seinen Lippen.

„Ich?“

„Du warst unerträglich.“

„War?“

Elara musste lachen.

„Okay. Bist.“

„Danke.“

Sie wurde wieder ernster.

„Aber dort war alles einfacher.“

„Einfacher?“

„Ja.“

Elara sah zum Fenster hinaus.

„Dort gab es klare Rollen.“

Eine Pause.

„Klare Grenzen.“

Noch eine.

„Wir mussten nicht ständig herausfinden, was wir füreinander sind.“

Noah schwieg.

„Im Dark Velvet musste ich nicht darüber nachdenken, ob deine Kontrolle aus Angst kommt oder aus unserem Spiel.“

Jetzt verstand er.

„Weil der Rahmen klar war.“

„Genau.“

Elara sah ihn wieder an.

„Dort konnte ich dir Kontrolle geben.“

Sie betonte das Wort.

„Geben.“

Noah nickte langsam.

„Und außerhalb?“

„Außerhalb hast du manchmal versucht, sie dir selbst zu nehmen.“

Stille.

Noah sah weg.

Keine Verteidigung.

Elara rückte näher.

„Das ist der Unterschied.“

„Ich weiß.“

„Wirklich?“

Er sah sie wieder an.

„Im Club bestimmst du, was du mir gibst.“

Eine Pause.

„Und ich muss akzeptieren, wo es endet.“

Elara lächelte leicht.

„Vielleicht lernst du tatsächlich.“

„Unverschämtheit.“

Sie küsste seine Wange.

„Also?“

„Also was?“

„Fahren wir zurück?“

Noah musterte sie.

Dann erschien dieses vertraute dunkle Funkeln in seinen Augen.

„Heute Abend.“

Elara spürte sofort dieses Kribbeln.

„Heute Abend.“

Und plötzlich war sie wieder da.

Diese Vorfreude.

Dieses Ziehen tief in ihrem Bauch.

Nicht weil sie nicht wusste, was sie erwartete.

Sondern weil sie es diesmal wusste.

Als sie am Abend vor dem Dark Velvet standen, fühlte Elara sich trotzdem wieder wie beim ersten Mal.

Die schwere dunkle Tür.

Das gedämpfte Licht hinter den Fenstern.

Die Musik, die man draußen mehr spürte als hörte.

Noah stand neben ihr.

Schwarz gekleidet.

Ruhig.

Fast genauso wie damals.

Elara betrachtete ihn.

„Was?“

„Déjà-vu.“

„Nervös?“

„Vielleicht.“

„Gut.“

Sie hob sofort eine Augenbraue.

Noah lächelte.

„Nicht deshalb.“

„Sondern?“

„Weil es bedeutet, dass es dir noch etwas bedeutet.“

Elara sah zur Tür.

„Tut es.“

Noah hielt ihr seine Hand hin.

Sie betrachtete sie einen Moment.

Dann legte sie ihre hinein.

Gemeinsam gingen sie hinein.

Das samtige Rot empfing sie sofort.

Leder.

Dunkles Holz.

Gedämpfte Stimmen.

Metallisches Klirren irgendwo weiter hinten.

Alles war vertraut.

Und trotzdem anders.

Elara blieb kurz stehen.

„Komisch.“

„Was?“

„Beim ersten Mal wollte ich am liebsten sofort wieder raus.“

„Ich weiß.“

Sie sah ihn überrascht an.

„Das hast du gemerkt?“

Noah lachte leise.

„Elara, du hast deinen Martini damals festgehalten, als wäre das Glas dein persönlicher Leibwächter.“

Sie musste lachen.

„So schlimm war es nicht.“

„Doch.“

„Warum hast du mich dann angesprochen?“

Noah sah sie an.

„Weil du geblieben bist.“

Der Satz traf sie sofort.

Natürlich.

Schon damals.

Bevor sie überhaupt wussten, was zwischen ihnen entstehen würde.

Sie hatte Angst gehabt.

Und war geblieben.

Elara schüttelte lächelnd den Kopf.

„Eigentlich hätte ich damals schon wissen müssen, dass du Ärger bedeutest.“

„Du bist trotzdem wiedergekommen.“

„Sag es nicht.“

„Was?“

„Deinen Standardsatz.“

Noah grinste.

„Aber du hast dich für mich entschieden?“

„Genau den.“

„Schade.“

Sie gingen zur Bar.

Elara bestellte einen Martini.

Noah sah das Glas an und musste lachen.

„Was?“

„Nichts.“

„Tradition.“

„Offenbar.“

Elara nahm einen Schluck.

Ihr Blick wanderte durch den Club.

Menschen unterhielten sich.

Andere verschwanden hinter schweren Vorhängen.

Alles hatte diese besondere Atmosphäre, die sie beim ersten Mal gleichzeitig erschreckt und fasziniert hatte.

Doch heute war etwas anders.

Sie stand nicht allein dort.

Noah war neben ihr.

Und diesmal war er nicht der geheimnisvolle Fremde.

Er war der Mensch, dessen dunkelste Seiten sie mittlerweile kannte.

Zumindest einige davon.

Elara stellte das Glas ab.

„Noah?“

„Ja?“

„Heute keine Tests.“

Sein Gesicht wurde ernst.

„Keine Tests.“

„Keine Eifersucht.“

„Keine Eifersucht.“

Sie hob eine Augenbraue.

„Das glaubst du doch selbst nicht.“

Er musste grinsen.

„Okay. Keine absichtlich erzeugte Eifersucht.“

„Besser.“

„Noch etwas?“

Elara dachte nach.

Dann trat sie näher.

„Wenn ich Stopp sage, ist Schluss.“

Noah antwortete sofort.

„Immer.“

„Wenn ich unsicher bin, fragst du.“

„Ja.“

„Und wenn ich etwas will…“

Sie ließ den Satz offen.

Noahs Blick wurde dunkler.

„Dann sagst du es.“

Elara lächelte.

„Vielleicht.“

„Nein.“

Jetzt war seine Stimme wieder diese alte.

Ruhig.

Bestimmt.

Aber diesmal kannte Elara den Unterschied.

Das hier war Teil ihres Spiels.

Nicht ihres Lebens.

„Dann sagst du es“, wiederholte Noah.

Elara spürte einen Schauer.

„Okay.“

Noah hielt ihr erneut die Hand hin.

„Bereit?“

Elara sah erst auf seine Hand.

Dann in seine Augen.

Sie dachte an den ersten Abend.

An ihre Nervosität.

An den zweiten.

An jede Grenze danach.

An die Wochen voller Nähe, Eifersucht, Kontrolle und Chaos.

An die Hütte.

An sein Versprechen.

An ihres.

Dann legte sie ihre Hand in seine.

„Ja.“

Noah führte sie durch den Club.

Vorbei an den roten Vorhängen.

Vorbei an den Spiegeln.

Bis sie vor einer Tür standen, die Elara kannte.

Der erste private Raum.

Der Raum, in dem alles wirklich begonnen hatte.

Noah öffnete die Tür.

Elara blieb auf der Schwelle stehen.

Ihr Herz schlug schneller.

Das gedämpfte Licht spiegelte sich an der großen Spiegelwand.

Die Atmosphäre war dieselbe.

Und doch war Elara nicht mehr dieselbe Frau.

Noah stellte sich hinter sie.

Nah genug, dass sie seine Wärme spürte.

Aber er berührte sie noch nicht.

„Du kannst immer noch umdrehen.“

Elara schloss für einen Moment die Augen.

Früher hätte dieser Satz wie eine Herausforderung geklungen.

Heute klang er wie das, was er sein sollte.

Eine Möglichkeit.

Ihre Entscheidung.

Sie drehte sich zu ihm.

„Ich weiß.“

Noahs Blick hielt ihren fest.

Elara griff nach seinem Hemd und zog ihn langsam zu sich.

„Aber heute Abend…“

Sie ließ ihre Lippen nur einen Atemzug von seinen entfernt.

„…will ich nicht gehen.“

Noahs Hand legte sich an ihre Taille.

„Dann bleib.“

Elara küsste ihn.

Langsam.

Dann intensiver.

Die Tür fiel hinter ihnen ins Schloss.

Und plötzlich war wieder dieses vertraute Feuer da.

Nur diesmal gehörte es keinem von beiden allein.

Nicht Noah.

Nicht Elara.

Es existierte genau dort, wo ihre Entscheidungen aufeinandertrafen.

Zwischen Vertrauen und Dunkelheit.

Zwischen Kontrolle und Hingabe.

Zwischen dem Wissen, jederzeit gehen zu können…

und dem Verlangen, genau das nicht zu tun.

Noah löste sich kurz von ihr.

„Letzte Frage.“

Elara atmete schwerer.

„Welche?“

„Vertraust du mir?“

Sie sah ihn lange an.

Früher hätte sie sofort Ja gesagt.

Heute wusste sie, dass Vertrauen komplizierter war.

Dass es nicht bedeutete, jemandem blind alles zu erlauben.

Es bedeutete, Grenzen auszusprechen und darauf vertrauen zu können, dass sie bestehen blieben.

Elara legte ihre Hand an seine Wange.

„Genug, um dir heute Abend meine Kontrolle zu geben.“

Eine Pause.

„Aber nicht genug, um sie für immer abzugeben.“

Noah sah sie an.

Dann nickte er.

„Genau so will ich es.“

Und als ihre Lippen sich wieder fanden, wusste Elara, dass diese Nacht anders werden würde.

Intensiver.

Dunkler.

Näher.

Nicht weil Noah herausfinden würde, wie weit er sie treiben konnte.

Sondern weil Elara selbst entscheiden würde, wie weit sie gehen wollte.

Und hinter der geschlossenen Tür des Dark Velvet begann für beide eine neue Art ihres Spiels.

Eine, in der Verlangen langsam heißer wurde.

Eine, in der jeder Blick mehr versprach als Worte.

Eine, in der Noah seine Kontrolle nur so lange behalten durfte, wie Elara sie ihm freiwillig überließ.

Und Elara wusste bereits jetzt:

Heute Nacht würde sie ihn verdammt nah an ihre Grenzen lassen.

Die Tür war geschlossen.

Und plötzlich schien der Rest des Dark Velvet weit weg.

Die Musik war nur noch ein dumpfer Rhythmus hinter den Wänden.

Gedämpfte Stimmen verschwammen irgendwo auf den Fluren.

Elara stand vor Noah.

Nah.

Aber noch immer nicht nah genug.

Sein Blick wanderte über ihr Gesicht.

Nicht tiefer.

Nicht sofort.

Als würde er sich absichtlich Zeit lassen.

Elara kannte diesen Blick.

Früher hatte er sie nervös gemacht.

Heute ließ er ihr Herz schneller schlagen.

„Was?“, fragte sie.

„Ich überlege.“

„Gefährlich.“

„Sehr.“

„Worüber?“

Noah kam einen Schritt näher.

„Ob du gerade wirklich so ruhig bist, wie du aussehen willst.“

Elara lächelte.

„Keine Tests.“

„Das war eine Frage.“

„Bei dir ist jede zweite Frage ein Test.“

„Fair.“

Sie verschränkte die Arme.

„Also?“

Noah hob langsam eine Hand.

Seine Fingerspitzen berührten ihre Wange.

Nur leicht.

„Du bist nervös.“

Elara hielt seinen Blick.

„Ja.“

Noah schien mit dieser Antwort nicht gerechnet zu haben.

„So einfach?“

„Was?“

„Du gibst es einfach zu?“

„Vielleicht habe ich keine Lust mehr, ständig so zu tun, als wäre mir alles egal.“

Sein Daumen strich langsam über ihre Wange.

„Gefällt mir.“

„Gewöhn dich nicht dran.“

„Zu spät.“

Elara musste lächeln.

„Den hatten wir schon.“

„Funktioniert trotzdem.“

Sie griff nach seinem Hemd.

Zog ihn näher.

„Du redest zu viel.“

„Du auch.“

„Dann tu was dagegen.“

Noah küsste sie.

Langsam.

Fast provozierend langsam.

Elara hatte mit mehr gerechnet.

Mehr Druck.

Mehr von dieser alten Härte.

Doch Noah gab ihr genau das Gegenteil.

Zeit.

Und irgendwie machte genau das alles intensiver.

Sie löste sich zuerst.

„Absicht?“

„Was?“

„Dass du mich warten lässt.“

„Vielleicht.“

Elara hob eine Augenbraue.

„Noah.“

Er lächelte.

„Okay.“

Seine Stirn berührte ihre.

„Keine Manipulation.“

„Besser.“

„Ich will nur nicht wieder alles überrennen.“

Elara schwieg.

Das war neu.

Sie sah zur Spiegelwand.

Dort standen sie.

Noah hinter ihr.

Seine Hände an ihrer Taille.

Elara sah ihr eigenes Spiegelbild.

Und für einen Moment erinnerte sie sich an die Frau, die zum ersten Mal hier gewesen war.

Unsicher.

Neugierig.

Überfordert von allem, was sie sah.

Sie hatte damals nicht gewusst, dass dieser Ort ihr Leben verändern würde.

„Was siehst du?“, fragte Noah hinter ihr.

Elara betrachtete sich weiter.

„Mich.“

„Sehr philosophisch.“

„Halt die Klappe.“

Noah grinste.

Elara wurde wieder ernst.

„Ich sehe jemanden, der beim ersten Mal wahrscheinlich weggelaufen wäre, wenn du sie fünf Minuten länger hättest warten lassen.“

„Du bist trotzdem geblieben.“

Elara drehte sofort den Kopf.

„Sag den Satz noch einmal und ich gehe aus Prinzip.“

„Dann sage ich nichts.“

„Sehr lernfähig.“

Noahs Hände blieben ruhig an ihrer Taille.

Elara sah wieder in den Spiegel.

„Ich war damals wirklich nervös.“

„Ich weiß.“

„Aber ich wollte wissen, wie es sich anfühlt.“

„Was?“

„Kontrolle abzugeben.“

Noah wurde still.

Elara drehte sich zu ihm.

„Damals habe ich gedacht, das bedeutet einfach, dass du entscheidest.“

„Und heute?“

„Heute weiß ich, dass es komplizierter ist.“

„Wie?“

Sie legte ihre Hand auf seine Brust.

„Du entscheidest nur innerhalb dessen, was ich dir gebe.“

Noah nickte.

„Genau.“

„Und wenn ich es zurücknehme?“

„Dann ist Schluss.“

Keine Sekunde Zögern.

Elara hielt seinen Blick.

„Gut.“

Etwas an diesem einen Wort veränderte die Atmosphäre.

Die Spannung wurde dichter.

Noah trat näher.

Elara wich nicht zurück.

Seine Hand wanderte langsam von ihrer Taille über ihren Rücken.

Ihre Finger schlossen sich fester um sein Hemd.

„Immer noch nervös?“

„Mehr.“

„Schlecht?“

Elara schüttelte den Kopf.

„Nein.“

Ein kleines Lächeln.

„Überhaupt nicht.“

Noah küsste sie erneut.

Diesmal länger.

Wärmer.

Elara ließ sich darauf ein.

Ihre Arme legten sich um seinen Nacken.

Seine Hände hielten sie näher bei sich.

Sie spürte seinen Atem.

Seine Wärme.

Das leichte Anspannen seiner Finger, wenn sie ihn noch näher zog.

Und sie bemerkte etwas.

Noah wartete.

Selbst mitten in der Nähe.

Er ließ immer wieder diese winzigen Pausen entstehen.

Diese Sekunden, in denen sie entscheiden konnte.

Weiter.

Oder nicht.

Und jedes Mal entschied sie sich für weiter.

Nicht weil er sie dazu brachte.

Sondern weil sie wollte.

Elara löste sich von seinen Lippen.

„Du bist heute anders.“

„Schlimm?“

„Noch nicht entschieden.“

„Soll ich mir Sorgen machen?“

„Immer.“

Noah lachte leise.

Dann küsste er ihre Stirn.

Elara schloss kurz die Augen.

„Das.“

„Was?“

„Mach das nicht.“

Noah zog sich sofort etwas zurück.

„Okay.“

Elara öffnete die Augen.

„Nein.“

Er runzelte die Stirn.

„Nein?“

„Nicht aufhören.“

„Elara.“

Sie musste lachen.

„Ich meinte, mach das nicht, wenn du danach erwartest, dass ich noch vernünftig denken kann.“

Noah schüttelte den Kopf.

„Du bist unmöglich.“

„Und trotzdem…“

Sie stoppte.

Noah grinste.

„Sag es.“

„Vergiss es.“

„Du wolltest meinen Satz benutzen.“

„Beweise es.“

„Keine Tests.“

Elara verdrehte die Augen.

„Ich bereue langsam, dass wir Regeln eingeführt haben.“

„Lügnerin.“

„Vielleicht.“

Noah trat hinter sie.

Wieder standen beide vor der Spiegelwand.

Seine Hände lagen an ihrer Taille.

Elara beobachtete ihn im Spiegel.

„Nicht die Augen schließen“, sagte er leise.

Ein Schauer lief ihr über den Rücken.

„Warum?“

„Weil ich will, dass du siehst, dass du jederzeit entscheiden kannst.“

Elara sah ihn über den Spiegel an.

„Und wenn ich sie trotzdem schließe?“

„Dann schließt du sie.“

Sie lächelte.

„Das war nicht die Antwort, die ich erwartet habe.“

„Welche hast du erwartet?“

„Irgendetwas Dominantes.“

Noahs Mundwinkel hob sich.

„Du willst Dominanz?“

Elara schwieg.

Da war sie wieder.

Diese Frage.

Einfach.

Direkt.

Keine Annahme.

Sie nickte langsam.

„Ja.“

Noahs Blick veränderte sich.

Nicht plötzlich.

Aber deutlich.

Das Spielerische verschwand.

Seine Haltung wurde ruhiger.

Seine Stimme tiefer.

„Dann sag es richtig.“

Elara spürte sofort dieses vertraute Ziehen.

„Ich will, dass du führst.“

Noah hielt ihren Blick im Spiegel.

„Heute Abend?“

„Heute Abend.“

„Hier drin?“

„Hier drin.“

„Und wenn es dir zu viel wird?“

„Dann sage ich es.“

„Gut.“

Ein einziges Wort.

Aber diesmal klang es anders.

Noah trat näher hinter sie.

Elara spürte seine Wärme an ihrem Rücken.

„Dann hörst du jetzt auf, vorauszudenken.“

Sie hob eine Augenbraue.

„Das kannst du vergessen.“

„Versuch es.“

„Und was mache ich stattdessen?“

„Du sagst mir, was du fühlst.“

Elara sah ihn im Spiegel an.

„Gerade?“

„Gerade.“

Sie atmete langsam ein.

„Nervosität.“

„Weiter.“

„Neugier.“

„Weiter.“

Elara zögerte.

Noah wartete.

Kein Drängen.

„Verlangen.“

Sein Blick wurde dunkler.

„Weiter.“

„Vertrauen.“

Diesmal veränderte sich etwas in Noahs Gesicht.

Nur kurz.

Elara sah es.

„Das hat dich getroffen.“

„Vielleicht.“

„Ich dachte, ich soll ehrlich sein.“

„Sollst du.“

„Dann du auch.“

Noah schwieg einen Moment.

„Verantwortung.“

Elara wurde still.

„Das fühlst du?“

„Ja.“

„Warum?“

Seine Hände blieben an ihrer Taille.

„Weil du mir gerade etwas gibst, das ich früher einfach nehmen wollte.“

Elara sah ihn lange im Spiegel an.

„Kontrolle.“

„Ja.“

„Und?“

„Jetzt weiß ich, dass es einen Unterschied gibt.“

Sie drehte sich langsam zu ihm.

„Welchen?“

Noah sah direkt in ihre Augen.

„Genommene Kontrolle beweist gar nichts.“

Eine Pause.

„Gegebene schon.“

Elara bekam eine Gänsehaut.

„Und was beweist sie?“

„Dass du mir vertraust.“

Seine Stimme wurde leiser.

„Zumindest für diesen Moment.“

Elara legte ihre Hände an seinen Nacken.

„Dann versau ihn nicht.“

„Habe ich nicht vor.“

Sie küsste ihn.

Die Zurückhaltung zwischen ihnen begann langsam zu verschwinden.

Nicht die Grenzen.

Nicht die Aufmerksamkeit.

Nur die Zurückhaltung.

Ihre Küsse wurden länger.

Die Berührungen sicherer.

Das vorsichtige Fragen wich einer Sprache, die beide verstanden.

Ein Blick.

Ein Nicken.

Eine Hand, die kurz innehielt.

Eine bewusste Bewegung näher.

Elara spürte, wie die Hitze in ihr weiter anstieg.

Und gleichzeitig fühlte sie sich ruhiger.

Ein seltsamer Widerspruch.

Ihr Körper war angespannt.

Ihr Herz raste.

Aber ihr Kopf kämpfte nicht mehr.

Sie musste Noah nichts beweisen.

Sie musste nicht stärker sein.

Nicht kälter.

Nicht unberührbarer.

Sie durfte einfach fühlen.

Noah löste sich von ihr.

„Bleib hier.“

Elara hob eine Augenbraue.

„Wo willst du hin?“

„Zwei Meter.“

„Sehr dramatisch.“

„Elara.“

Seine Stimme ließ sie verstummen.

Nicht aus Angst.

Sondern weil sie genau wusste, dass er jetzt in diese Rolle zurückkehrte, die sie von ihm kannte.

Sie blieb stehen.

Noah ging zu einem kleinen Schrank an der Wand.

Öffnete ihn.

Elara beobachtete ihn.

Ihr Herz schlug schneller.

Er nahm eine schwarze Augenmaske heraus.

Nichts weiter.

Dann kam er zurück.

Elara sah die Maske an.

Dann ihn.

„Das ist alles?“

„Enttäuscht?“

„Vielleicht hatte ich nach dem ganzen Aufbau etwas Dramatischeres erwartet.“

Noah lächelte.

„Wir haben Zeit.“

Dieser Satz.

So harmlos.

Und trotzdem machte er alles schlimmer.

Oder besser.

Elara wusste es nicht.

Noah hielt die Maske hoch.

„Ja oder nein?“

Sie sah ihn an.

„Ja.“

Er trat hinter sie.

Elara spürte den Stoff über ihren Augen.

Dann Dunkelheit.

Sofort veränderte sich der Raum.

Die Musik hinter den Wänden wurde deutlicher.

Ihr eigener Atem lauter.

Jede Bewegung Noahs bekam plötzlich mehr Gewicht.

Sie wusste nicht genau, wo er stand.

Und genau das ließ ihre Aufmerksamkeit explodieren.

Ein paar Sekunden passierte nichts.

„Noah.“

Keine Antwort.

„Das ist gemein.“

Seine Stimme kam plötzlich näher.

„Was?“

Elara zuckte leicht zusammen.

Er lachte leise.

„Du genießt das.“

„Vielleicht.“

„Sag mir, was du fühlst.“

Sie atmete ein.

„Ungeduld.“

„Gut.“

„Nervosität.“

„Gut.“

„Und ich will wissen, wo du bist.“

„Das ist der Sinn.“

Elara lächelte.

„Arsch.“

„Konzentrier dich.“

Dann spürte sie seine Fingerspitzen an ihrer Hand.

Nur dort.

Eine Berührung.

Und durch die Dunkelheit fühlte sie sich plötzlich zehnmal stärker an.

Seine Finger glitten langsam zwischen ihre.

Elara hielt seine Hand fest.

„Da bist du.“

„Ich war die ganze Zeit hier.“

„Ich weiß.“

Noah löste seine Hand wieder.

Elara wollte sie reflexartig festhalten.

Tat es aber nicht.

Sie ließ ihn gehen.

Sekunden.

Stille.

Dann eine Berührung an ihrer Schulter.

Elara atmete schärfer ein.

„Noch okay?“

„Ja.“

Seine Fingerspitzen wanderten langsam über ihren Arm.

Nicht weiter.

Dann verschwanden sie wieder.

Elara schüttelte leicht den Kopf.

„Du genießt das viel zu sehr.“

„Dass du ungeduldig wirst?“

„Ja.“

„Ein bisschen.“

„Wenigstens ehrlich.“

Wieder Stille.

Elara konnte ihn nicht sehen.

Aber sie konnte ihn spüren.

Seine Anwesenheit.

Seine Nähe.

Die Erwartung.

Und genau darin lag plötzlich die eigentliche Erotik.

Nicht darin, was passierte.

Sondern darin, was passieren könnte.

Die Sekunden davor.

Das Warten.

Die Fantasie.

Noahs Hand berührte ihren Nacken.

Elara hielt den Atem an.

Seine Lippen berührten ihre Stirn.

Dann ihre Wange.

Dann blieb er stehen.

Viel zu nah.

Elara konnte seinen Atem an ihren Lippen spüren.

Aber er küsste sie nicht.

„Noah.“

„Ja?“

„Mach mich nicht wahnsinnig.“

„Was willst du?“

Sie wusste sofort, was er tat.

Diesmal war es kein manipulativer Test.

Er wollte die Antwort.

Ihre Entscheidung.

Elara lächelte leicht.

„Küss mich.“

Er tat es.

Sofort.

Und die aufgestaute Spannung entlud sich in diesem einen Kuss.

Elara griff nach seinem Hemd und zog ihn näher.

Noahs Arme legten sich um sie.

Die Dunkelheit hinter der Maske machte alles intensiver.

Seinen Atem.

Seine Wärme.

Die Art, wie er sie hielt.

Die kurzen Sekunden, in denen ihre Lippen sich voneinander lösten, bevor sie sich wieder fanden.

Elara wusste nicht mehr, wie lange sie dort standen.

Vielleicht Minuten.

Vielleicht viel länger.

Zeit funktionierte in diesem Raum anders.

Irgendwann löste Noah die Maske.

Das Licht traf ihre Augen.

Elara blinzelte.

Das Erste, was sie sah, war sein Gesicht.

Sein Blick.

Dunkel.

Aber nicht kalt.

„Warum hast du aufgehört?“

„Weil ich dein Gesicht sehen wollte.“

Elara schluckte.

„Du wirst heute wirklich gefährlich.“

„Warum?“

„Weil du plötzlich romantisch wirst.“

Noah lächelte.

„Schrecklich.“

„Absolut.“

Sie zog ihn wieder zu sich.

Doch bevor sie ihn küsste, hielt sie inne.

„Noah?“

„Ja?“

„Heute Nacht will ich nicht wissen, wie viel ich aushalten kann.“

Sein Blick blieb auf ihr.

„Was willst du dann wissen?“

Elara sah ihm direkt in die Augen.

„Wie viel ich fühlen kann, ohne mich dabei selbst zu verlieren.“

Noah antwortete nicht sofort.

Dann legte er seine Stirn an ihre.

„Dann bleibt genau das die Grenze.“

Elara schloss die Augen.

Nicht weil er es verlangte.

Sondern weil sie wollte.

Und als sie ihn wieder küsste, verstand sie etwas.

Vielleicht würde diese Nacht tatsächlich dunkler werden.

Vielleicht intensiver.

Vielleicht würden sie näher an Grenzen kommen, die Elara bisher nur aus der Entfernung betrachtet hatte.

Aber diesmal ging es nicht darum, sie zu zerbrechen.

Nicht darum, Noah zu beweisen, wie viel sie ertragen konnte.

Und nicht darum, ihm zu gehören.

Es ging darum, freiwillig einen Schritt nach dem anderen zu machen.

Und nach jedem Schritt erneut entscheiden zu dürfen.

Weiter.

Langsamer.

Oder zurück.

Noah nahm ihre Hand.

Elara verschränkte ihre Finger mit seinen.

Er führte sie tiefer in den Raum.

Langsam.

Ohne Eile.

Und als das rote Licht ihre Schatten über die Spiegelwand zog, wusste Elara, dass der gefährlichste Teil dieser Nacht nicht hinter irgendeiner verschlossenen Tür wartete.

Er stand direkt neben ihr.

Ein Mann, den sie liebte.

Ein Mann, dem sie vertraute.

Ein Mann, der bereits bewiesen hatte, dass er ihre Schwächen benutzen konnte.

Und genau deshalb würde Vertrauen heute nicht bedeuten, die Augen zu schließen.

Es würde bedeuten, sie offen zu halten.

Auch dann, wenn die Stimmung heißer wurde.

Auch dann, wenn i

 

hre Gedanken verschwammen.

Auch dann, wenn Noah wieder dieses dunkle Funkeln in den Augen bekam.

Denn Elara hatte endlich verstanden:

Hingabe bedeutete nicht, keine Macht mehr zu besitzen.

Manchmal bedeutete sie, genau zu wissen, dass man sie besitzt…

und sich trotzdem bewusst dafür zu entscheiden, sie für einen Moment in die Hände eines anderen zu legen.

Und Noah wusste inzwischen:

Wenn er wollte, dass Elara ihm diese Macht morgen wieder gab, musste er heute beweisen, dass er sie zurückgeben konnte.

 

 

 

Kapitel 10 – Wenn Vertrauen brennt

 

Der Morgen danach fühlte sich anders an.

Nicht leichter.

Nicht schwerer.

Nur anders.

Elara bemerkte es bereits, bevor sie die Augen vollständig geöffnet hatte.

Noah lag neben ihr.

Wach.

Still.

Seine Hand ruhte auf der Decke zwischen ihnen.

Er beobachtete sie nicht.

Zumindest nicht offensichtlich.

„Wie lange bist du wach?“, murmelte Elara.

„Eine Weile.“

„Und du hast mich schlafen lassen?“

„Überraschend, ich weiß.“

Elara öffnete die Augen.

„Ich dachte, du nutzt die Gelegenheit, um mich psychologisch zu analysieren.“

„Hab ich schon.“

Sie starrte ihn an.

Noahs Mundwinkel zuckte.

„War ein Witz.“

„Bei dir weiß man das nie.“

„Das macht meinen Charme aus.“

„Du hast keinen.“

„Und trotzdem liegst du hier.“

Elara verdrehte die Augen.

„Da ist er wieder.“

„Wer?“

„Der Noah, der aus allem einen Beweis machen muss.“

Sein Lächeln verschwand.

Nur ein bisschen.

Aber Elara bemerkte es.

Früher hätte sie diesen Moment übergangen.

Heute nicht.

„Was?“

„Nichts.“

„Noah.“

Er sah sie an.

„Du hast recht.“

Elara blinzelte.

„Okay.“

„Was?“

„Ich muss mich erst daran gewöhnen, dass du das sagst.“

„Gewöhn dich nicht zu sehr daran.“

Sie musste lachen.

Dann wurde es wieder ruhig.

Noah drehte sich auf die Seite.

„Gestern war anders.“

„Ja.“

„Für dich auch?“

Elara nickte.

„Sehr.“

„Warum?“

Sie dachte nach.

Nicht weil sie keine Antwort hatte.

Sondern weil sie diesmal die richtige wollte.

„Weil ich mich nicht beweisen musste.“

Noah schwieg.

„Ich musste nicht zeigen, dass ich mutig bin.“

Eine Pause.

„Oder dass ich dir vertraue.“

Noch eine.

„Ich konnte einfach entscheiden.“

Noahs Blick blieb auf ihr.

„Und?“

„Und ich habe mich für dich entschieden.“

Da war dieser Satz wieder.

Nur diesmal hatte Noah ihn nicht gesagt.

Elara hatte es getan.

Von selbst.

Und genau deshalb traf er ihn sichtbar.

„Sag nichts“, warnte sie.

„Ich habe gar nichts gesagt.“

„Dein Gesicht schon.“

„Was sagt es?“

Elara rückte näher.

„Dass dir das viel zu gut gefallen hat.“

„Vielleicht.“

Sie lächelte.

„Besitzergreifender Idiot.“

„Freiwillig hiergebliebene Nervensäge.“

„Romantisch.“

„Ich gebe mir Mühe.“

Sie küsste ihn kurz.

Nur einmal.

Dann wollte sie sich zurückziehen.

Noahs Hand legte sich in ihren Nacken.

Nicht fest.

Nur genug, um sie einen Moment länger bei ihm zu halten.

Elara blieb.

Der zweite Kuss dauerte länger.

Langsamer.

Als sie sich voneinander lösten, blieb ihre Stirn an seiner.

„Noah?“

„Hm?“

„Wir müssen irgendwann nach Paris zurück.“

„Leider.“

„Leider?“

„Hier gibt es weniger Menschen.“

Elara grinste.

„Du magst Menschen wirklich nicht.“

„Einige.“

„Wie viele?“

„Dich.“

„Das ist einer.“

„Reicht.“

Elara lachte.

Doch während sie ihn ansah, bemerkte sie wieder dieses Gefühl.

Dieses gefährliche warme Ziehen.

Gestern hatte sie geglaubt, die Spannung würde irgendwann verschwinden.

Dass sie sich entladen würde.

Dass danach Ruhe käme.

Aber das Gegenteil war passiert.

Sie war geblieben.

Nur tiefer.

Nicht mehr dieses hektische Verlangen nach dem nächsten Moment.

Eher ein langsames Brennen.

Etwas, das unter der Oberfläche wartete.

Elara strich mit den Fingern über Noahs Brust.

„Was machen wir heute?“

„Du entscheidest.“

Sie hob sofort den Kopf.

„Entschuldigung?“

„Du hast mich verstanden.“

„Wer bist du?“

„Sehr witzig.“

„Nein, ernsthaft.“

Sie setzte sich auf.

„Du lässt mich entscheiden?“

„Ja.“

„Komplett?“

„Komplett.“

Elara musterte ihn misstrauisch.

„Wo ist der Haken?“

„Es gibt keinen.“

„Bei dir gibt es immer einen.“

Noah setzte sich ebenfalls auf.

„Vielleicht ist genau das unser Problem.“

Der Satz blieb hängen.

Elara wurde still.

„Dass ich inzwischen selbst dann nach einer Manipulation suche, wenn keine da ist?“

„Ja.“

Sie sah weg.

Das tat weh.

Weil es stimmte.

Noah hatte ihr beigebracht, zwischen seinen Worten nach versteckten Bedeutungen zu suchen.

Und jetzt musste er damit leben, dass sie genau das tat.

„Dann machen wir heute etwas Normales“, sagte Elara.

„Definiere normal.“

„Keine Tests.“

„Okay.“

„Keine Spiele.“

„Okay.“

„Keine Eifersucht.“

Noah verzog das Gesicht.

Elara zeigte auf ihn.

„Das Gesicht.“

„Ich habe nichts gesagt.“

„Dein Gesicht hat gerade Einspruch eingelegt.“

„Mein Gesicht besitzt Meinungsfreiheit.“

Sie musste lachen.

„Keine absichtlich erzeugte Eifersucht.“

„Damit kann ich leben.“

„Und kein Dark Velvet.“

Noah sah sie überrascht an.

„Kein Dark Velvet?“

„Nein.“

„Warum?“

Elara zuckte mit den Schultern.

„Weil ich wissen will, ob wir auch ohne all das funktionieren.“

Stille.

Diesmal dauerte sie länger.

Noah sah sie an.

„Das macht dir Angst.“

Elara hob eine Augenbraue.

„Dir auch.“

Treffer.

Er sah weg.

„Vielleicht.“

„Warum?“

Noah antwortete nicht sofort.

Dann:

„Weil wir gut darin sind, intensiv zu sein.“

Elara nickte.

„Aber?“

„Ich weiß nicht, ob wir gut darin sind, einfach zu sein.“

Da war es.

Die Frage, die seit Wochen zwischen ihnen stand.

Was blieb von Elara und Noah übrig, wenn man das Spiel entfernte?

Keine Eifersucht.

Keine Machtkämpfe.

Keine Provokationen.

Keine dunklen Räume.

Keine Tests.

Nur sie.

Elara stand auf.

„Dann finden wir es heraus.“

Ein paar Stunden später liefen sie durch Paris.

Keine besondere Route.

Kein Ziel.

Elara hatte darauf bestanden.

Sie trug eine Jacke, hatte die Hände in den Taschen und ging einige Schritte vor Noah.

„Du läufst zu langsam.“

„Du läufst zu schnell.“

„Nein.“

„Doch.“

„Alter Mann.“

„Ich bin drei Schritte hinter dir.“

„Genau.“

Noah holte auf.

Elara grinste.

„Manipulation.“

„Das Wort benutzt du mittlerweile inflationär.“

„Deine Schuld.“

Sie gingen weiter.

Vorbei an Cafés.

Kleinen Geschäften.

Menschen.

Verkehr.

Nichts daran war außergewöhnlich.

Und genau deshalb fühlte es sich beinahe fremd an.

Elara bemerkte irgendwann, dass sie Noahs Hand hielt.

Sie wusste nicht einmal mehr, wer angefangen hatte.

Sie sah auf ihre ineinander verschränkten Finger.

Noah bemerkte es.

„Problem?“

„Nein.“

„Du guckst so.“

„Ich denke nur.“

„Gefährlich.“

Elara stieß ihn mit der Schulter an.

„Ich dachte gerade daran, dass wir noch nie wirklich ein normales Date hatten.“

Noah dachte nach.

„Stimmt.“

„Das ist irgendwie traurig.“

„Unser erstes Treffen war im Dark Velvet.“

„Genau.“

„Unsere Messlatte für normal war von Anfang an kaputt.“

Elara lachte.

„Komplett.“

Sie blieben vor einem kleinen Café stehen.

Elara sah hinein.

„Kaffee?“

„Martini.“

Sie drehte langsam den Kopf.

Noah grinste.

„Witz.“

„Du bist unmöglich.“

Sie gingen hinein.

Vierzig Minuten später saßen sie noch immer dort.

Elara hatte ihren Kaffee fast ausgetrunken.

Noah erzählte irgendeine Geschichte aus seiner Jugend.

Und Elara hörte zu.

Nicht Noah, dem dominanten Mann aus dem Club.

Nicht Noah, der sie provozierte.

Nicht Noah, der ihre Schwächen kannte.

Einfach Noah.

Er gestikulierte beim Erzählen.

Verhaspelte sich einmal.

Fluchte darüber.

Elara lachte.

„Was?“

„Nichts.“

„Du lachst mich aus.“

„Ein bisschen.“

„Warum?“

„Weil du gerade so normal bist.“

Noah starrte sie an.

„Danke?“

„Das war positiv gemeint.“

„Klang beleidigend.“

Elara lächelte.

Dann sah sie ihn einfach an.

Und plötzlich kam dieses Gefühl zurück.

Nicht das Dunkle.

Etwas anderes.

Sie wollte ihn küssen.

Einfach so.

Mitten im Café.

Nicht weil jemand zusah.

Nicht um Besitz zu markieren.

Nicht um irgendetwas zu beweisen.

Nur weil sie ihn gerade mochte.

Vielleicht sogar mehr als mochte.

Elara stand auf.

Noah sah verwirrt zu ihr hoch.

„Was machst du?“

Sie beugte sich zu ihm.

Küsste ihn.

Kurz.

Warm.

Dann setzte sie sich wieder.

Noah blinzelte.

„Was war das?“

„Ein Kuss.“

„Das habe ich bemerkt.“

„Dann warum fragst du?“

„Weil du einfach…“

„Was?“

Noah schüttelte den Kopf.

„Nichts.“

Elara grinste.

„Ich habe dich aus dem Konzept gebracht.“

„Nein.“

„Doch.“

„Nein.“

„Du bist rot.“

„Bin ich nicht.“

Jetzt lachte sie richtig.

Und Noah verdrehte die Augen.

Für einige Stunden funktionierte es.

Beängstigend gut sogar.

Bis zum Abend.

Sie waren auf dem Rückweg.

Die Straßenlaternen gingen langsam an.

Paris veränderte sich mit der Dunkelheit.

Lichter spiegelten sich in Fenstern.

Die Luft wurde kühler.

Elara ging neben Noah.

Ihre Schulter berührte manchmal seine.

Dann vibrierte ihr Handy.

Sie zog es heraus.

Eine Nachricht.

Mia.

Elara antwortete.

Noch eine Nachricht.

Sie grinste.

Noah sah kurz zu ihr.

Dann wieder nach vorne.

Elara bemerkte es.

Sie schrieb weiter.

Noah sagte nichts.

Noch eine Nachricht.

Elara lachte leise.

„Was?“, fragte Noah.

„Mia.“

„Okay.“

Nur das.

Okay.

Elara sah ihn von der Seite an.

Sein Gesicht war neutral.

Zu neutral.

„Du willst fragen.“

„Nein.“

„Doch.“

„Elara.“

„Frag.“

„Ich muss nicht wissen, was ihr schreibt.“

Sie blieb stehen.

Noah ging zwei Schritte weiter, bevor er ebenfalls stehen blieb.

„Was?“

Elara sah ihn an.

„Das fällt dir gerade schwer.“

Er schwieg.

„Oder?“

Noah steckte die Hände in seine Jackentaschen.

„Ja.“

Die Ehrlichkeit überraschte sie.

„Warum?“

„Weil ich wissen will, warum du lachst.“

Elara lächelte leicht.

„Das ist süß.“

„Nein.“

„Ein bisschen.“

„Es ist Besitzdenken.“

„Vielleicht beides.“

Noah sah sie an.

„Und ich will wissen, ob wirklich Mia schreibt.“

Da war es.

Elara hätte ihm einfach das Display zeigen können.

Ein Reflex in ihr wollte genau das.

Beweisen.

Beruhigen.

Rechtfertigen.

Doch sie stoppte.

„Nein.“

Noahs Blick veränderte sich.

„Nein was?“

„Ich zeige dir mein Handy nicht.“

Stille.

Die Spannung war sofort zurück.

Nicht laut.

Aber spürbar.

Noah nickte langsam.

„Okay.“

Elara wartete.

Mehr kam nicht.

„Okay?“

„Ja.“

„Du willst es sehen.“

„Ja.“

„Sehr.“

„Ja.“

„Aber du fragst nicht.“

„Nein.“

Elara musterte ihn.

„Warum?“

Noah sah sie an.

„Weil du mir nichts beweisen musst.“

Der Satz traf sie.

Und gleichzeitig sah sie, wie viel Kraft ihn genau dieser Satz kostete.

Sein Kiefer war angespannt.

Seine Schultern ebenfalls.

Er kämpfte.

Nicht gegen sie.

Gegen sich selbst.

Elara steckte das Handy weg.

Dann ging sie zu ihm.

„Es war Mia.“

„Du musst mir das nicht sagen.“

„Ich weiß.“

Eine Pause.

„Deshalb sage ich es.“

Noah sah sie an.

Etwas Dunkles flackerte in seinen Augen.

Nicht gefährlich.

Eher emotional.

„Das macht es nicht leichter.“

„Was?“

„Dass du mir gerade freiwillig genau das gibst, was ich versucht habe, mir früher mit Druck zu holen.“

Elara schwieg.

Dann nahm sie seine Hand.

„Vielleicht ist das der Punkt.“

Sie gingen weiter.

Doch die Spannung blieb.

Jetzt anders.

Wärmer.

Als sie später die Wohnung betraten, war es bereits dunkel.

Noah schloss die Tür.

Elara zog ihre Jacke aus.

Sie spürte seinen Blick.

„Was?“

„Nichts.“

„Du starrst.“

„Darf ich?“

Elara drehte sich zu ihm.

„Kommt drauf an.“

„Worauf?“

Sie ging langsam auf ihn zu.

„Was du dabei denkst.“

Noah blieb stehen.

„Willst du das wirklich wissen?“

„Vielleicht.“

Sie stand jetzt direkt vor ihm.

Noahs Blick glitt über ihr Gesicht.

Dann zurück zu ihren Augen.

„Ich denke, dass dieser ganze normale Tag gefährlicher war als gestern Nacht.“

Elara lächelte schwach.

„Warum?“

„Weil ich gestern wusste, warum du bei mir bist.“

„Und heute?“

Noah hob eine Hand an ihre Wange.

„Heute hattest du keinen Grund.“

Elara verstand.

Keine Rolle.

Kein Spiel.

Keine Spannung, die sie zusammenzwang.

Sie hätte jederzeit ihren eigenen Weg gehen können.

Und war trotzdem geblieben.

„Vielleicht hatte ich doch einen Grund.“

„Welchen?“

Elara kam näher.

„Dich.“

Noah küsste sie.

Sofort.

Nicht grob.

Aber diesmal ohne das lange Zögern.

Elara erwiderte den Kuss ebenso schnell.

Ihre Hände fanden seinen Nacken.

Seine ihre Taille.

Die Spannung des ganzen Tages schien plötzlich zwischen ihnen zusammenzulaufen.

All die kleinen Blicke.

Die zufälligen Berührungen.

Der Kuss im Café.

Seine Eifersucht.

Sein Zurückhalten.

Ihr freiwilliges Erklären.

Alles war jetzt da.

Elara löste sich kurz von ihm.

„Das war nicht besonders kontrolliert.“

Noahs Stirn lag an ihrer.

„Beschwerst du dich?“

„Noch nicht.“

„Gut.“

Er küsste sie wieder.

Langsamer diesmal.

Aber intensiver.

Elara spürte seine Hände an ihrem Rücken.

Ihre Finger glitten durch sein Haar.

Der Raum schien kleiner zu werden.

Die Geräusche der Stadt draußen verschwanden.

Nur ihr Atem blieb.

Ihre Nähe.

Dieses vertraute Feuer.

Elara küsste seinen Mundwinkel.

Dann seine Wange.

Noah schloss kurz die Augen.

Sie bemerkte es.

„Da.“

Er öffnete sie wieder.

„Was?“

„Du lässt los.“

„Ein bisschen.“

„Mehr.“

Noahs Blick traf ihren.

„Sicher?“

Elara lächelte.

„Ich habe nicht gesagt, dass du meine Grenzen vergessen sollst.“

Ihre Finger glitten langsam in seinen Nacken.

„Ich habe gesagt, dass du aufhören sollst, dich hinter deiner Kontrolle zu verstecken.“

Das traf.

Sie sah es sofort.

Noah zog sie näher.

Nicht besitzergreifend.

Nicht um sie festzuhalten.

Einfach weil er sie wollte.

Und Elara ließ es zu.

Die Küsse wurden länger.

Die Pausen kürzer.

Ihre Atemzüge schwerer.

Immer wieder hielt Noah für einen Moment inne.

Nicht um sie warten zu lassen.

Sondern um sie anzusehen.

Elara verstand irgendwann.

Er kontrollierte nicht sie.

Er kontrollierte sich.

„Noah.“

„Hm?“

„Du darfst mich wollen.“

Seine Augen blieben auf ihren.

„Ich weiß.“

„Nein.“

Sie strich über seine Wange.

„Ohne daraus Angst zu machen.“

Stille.

„Ohne mich testen zu müssen.“

Seine Hand lag an ihrer Taille.

„Ohne sicherzustellen, dass ich morgen noch da bin.“

Noah schluckte.

Elara kam näher.

„Will mich einfach jetzt.“

Etwas in ihm gab nach.

Sie konnte es sehen.

Nicht Kontrolle.

Nicht Respekt.

Die Angst dahinter.

Noah küsste sie erneut.

Und diesmal fühlte Elara den Unterschied.

Keine Frage nach morgen.

Kein unsichtbarer Vertrag.

Kein Beweis.

Nur jetzt.

Sie.

Er.

Nähe.

Wärme.

Seine Stirn an ihrer.

Ihre Finger in seinem Haar.

Seine Arme um sie.

Elara schloss die Augen.

Nicht weil Noah es verlangte.

Sondern weil sie sich sicher genug fühlte, für einen Moment nichts sehen zu müssen.

Und genau dort lag die neue Spannung zwischen ihnen.

Sie war noch immer dunkel.

Noch immer intensiv.

Noch immer gefährlich genug, dass beide aufpassen mussten.

Aber sie war nicht mehr ausschließlich aus Angst gebaut.

Etwas anderes hatte sich daruntergemischt.

Etwas, das Noah viel größere Angst machte als jede Eifersucht.

Vertrauen.

Denn Eifersucht konnte er provozieren.

Wut konnte er auslösen.

Aufmerksamkeit konnte er erzwingen.

Aber Vertrauen?

Das konnte Elara ihm nur freiwillig geben.

Und er konnte es innerhalb eines einzigen Moments wieder verlieren.

Noah löste sich langsam von ihr.

„Elara?“

„Hm?“

„Bleib heute Nacht.“

Sie öffnete die Augen.

Da war kein Spiel in seinem Gesicht.

Keine Falle.

Keine unausgesprochene Konsequenz.

Nur eine Bitte.

Elara hätte ihn beinahe dafür aufgezogen.

Beinahe.

Stattdessen strich sie mit dem Daumen über seine Wange.

„Frag mich nochmal.“

Noah sah sie an.

„Bleib bei mir.“

Elara lächelte.

„Ja.“

Nur dieses eine Wort.

Und Noah schloss für einen Moment die Augen.

Als hätte sie ihm gerade etwas gegeben, das größer war als jede Hingabe im Dark Velvet.

Elara beobachtete ihn.

Dann verstand sie.

Vielleicht war genau das ihre nächste Grenze.

Nicht Schmerz.

Nicht Kontrolle.

Nicht Dunkelheit.

Sondern Nähe auszuhalten, ohne sie sofort in ein Spiel zu verwandeln.

Noah öffnete wieder die Augen.

Elara küsste ihn.

Langsam.

Die Nacht draußen wurde dunkler.

Die Spannung zwischen ihnen blieb.

Warm.

Schwer.

Unruhig.

Aber diesmal mussten sie nicht herausfinden, wer zuerst verlor.

Denn vielleicht bestand ihre größte Herausforderung längst nicht mehr darin, wie weit sie miteinander gehen konnten.

Sondern darin, wie nah sie einander kommen konnten…

ohne dabei wieder zu versuchen, den anderen festzuhalten.

 

 

Die Nacht blieb still.

Zumindest außerhalb der Wohnung.

Zwischen Elara und Noah war nichts still.

Nicht wirklich.

Selbst als sie nebeneinander lagen und keiner sprach, war da dieses Gefühl.

Diese Spannung.

Nicht mehr so scharf wie früher.

Nicht dieses ständige Ziehen daran, wer zuerst reagieren würde.

Aber sie war da.

Unter jedem Blick.

Unter jeder Berührung.

Unter jedem Atemzug.

Elara lag auf der Seite und beobachtete Noah.

„Was?“, fragte er irgendwann.

„Du hast die Augen geschlossen.“

„Und trotzdem merke ich, dass du mich anstarrst.“

„Vielleicht starre ich gar nicht.“

„Du starrst.“

„Beweis es.“

Noah öffnete ein Auge.

Elara grinste.

„Erwischt.“

„Du bist anstrengend.“

„Und trotzdem hast du mich gebeten zu bleiben.“

Noah öffnete jetzt beide Augen.

„Das wirst du mir noch lange vorhalten, oder?“

„Sehr lange.“

„Fehler.“

„Großer Fehler.“

Sie rückte näher.

Nur ein kleines Stück.

Noah hob den Arm und Elara legte ihren Kopf darunter.

Es geschah inzwischen beinahe selbstverständlich.

Und genau das war seltsam.

Vor wenigen Wochen hätte jede Bewegung zwischen ihnen irgendeine Bedeutung getragen.

Wer rückte zuerst näher?

Wer berührte wen?

Wer brauchte wen mehr?

Heute lag Elara einfach an seiner Brust.

Und Noah hielt sie.

Das hätte reichen sollen.

Tat es aber nicht.

Denn irgendwo tief in Elara arbeitete etwas.

Ein Gedanke.

Klein zuerst.

Dann größer.

Sie hob den Kopf.

„Noah?“

„Hm?“

„Was passiert morgen?“

Seine Finger hielten für einen Moment auf ihrem Rücken inne.

„Morgen?“

„Ja.“

„Die Sonne geht auf.“

„Sehr hilfreich.“

„Danke.“

„Du weißt, was ich meine.“

Noah schwieg.

Elara richtete sich etwas auf.

„Heute war gut.“

„Ja.“

„Sehr gut sogar.“

„Das klingt, als käme gleich ein Aber.“

„Vielleicht.“

Noah seufzte.

„Natürlich.“

Elara sah ihn an.

„Was passiert, wenn das hier irgendwann normal wird?“

Seine Stirn legte sich in Falten.

„Was meinst du?“

„Uns.“

Eine Pause.

„Wenn wir nicht mehr ständig streiten.“

Noch eine.

„Wenn du mich nicht testest.“

„Wenn ich dich nicht provoziere.“

„Wenn wir nicht jedes Mal kurz davor sind, uns gegenseitig komplett wahnsinnig zu machen.“

Noah sah sie lange an.

„Dann wäre das wahrscheinlich gut.“

„Wäre es.“

„Aber?“

Elara sah zur Decke.

„Was, wenn es sich irgendwann langweilig anfühlt?“

Da war es.

Ausgesprochen.

Noah antwortete nicht sofort.

Vielleicht weil er genau wusste, was sie meinte.

Vielleicht weil dieselbe Angst auch in ihm lebte.

„Du hast heute Morgen gesagt, wir wären gut darin, intensiv zu sein“, sagte Elara.

„Ja.“

„Vielleicht sind wir süchtig danach.“

Noahs Blick wurde ernster.

„Nach was?“

„Nach dem Gefühl.“

Sie setzte sich auf.

„Nach diesem Auf und Ab.“

„Streit.“

„Versöhnung.“

„Eifersucht.“

„Nähe.“

„Distanz.“

„Und danach wieder dieses extreme Gefühl, wenn wir uns zurückholen.“

Noah schwieg.

Elara sah ihn an.

„Vielleicht fühlt sich Ruhe für uns nur deshalb falsch an, weil wir Chaos gewohnt sind.“

Der Satz blieb zwischen ihnen.

Noah setzte sich ebenfalls auf.

„Und was willst du dagegen machen?“

„Keine Ahnung.“

„Das klingt beruhigend.“

„Ich versuche gerade ernst zu sein.“

„Bin ich auch.“

Elara zog die Decke etwas höher.

„Ich habe heute mehrmals darauf gewartet.“

„Worauf?“

„Dass irgendetwas passiert.“

Noah sagte nichts.

„Dass du plötzlich kalt wirst.“

„Oder dass irgendeine Frau auftaucht.“

„Oder irgendeine Nachricht.“

„Oder dass ich irgendetwas sage und du daraus wieder einen verdammten psychologischen Test machst.“

Noah sah auf seine Hände.

„Und?“

„Nichts ist passiert.“

„Das war doch der Plan.“

„Ich weiß.“

„Aber es hat dich nervös gemacht.“

Elara nickte.

„Ja.“

Noah lachte nicht.

Er machte keinen Kommentar.

Er verstand.

„Mich auch.“

Elara sah sofort zu ihm.

„Wirklich?“

„Ja.“

„Wann?“

„Im Café.“

„Warum?“

Noah dachte kurz nach.

„Du warst glücklich.“

Elara blinzelte.

„Und das macht dich nervös?“

„Nicht so.“

Er fuhr sich durch die Haare.

„Du hast einfach da gesessen.“

„Gelacht.“

„Mich angesehen.“

„Und nichts von mir gebraucht.“

Elara wurde still.

Noah sprach weiter.

„Keinen Beweis.“

„Keine Erklärung.“

„Keine Beruhigung.“

„Du warst einfach da.“

Sein Blick traf ihren.

„Und ein Teil von mir hat die ganze Zeit darauf gewartet, dass dieses Gefühl kommt.“

„Welches?“

„Dass ich etwas tun muss, damit du wieder stärker auf mich reagierst.“

Elara schluckte.

„Hast du?“

„Nein.“

„Wolltest du?“

Eine Pause.

„Ja.“

Die Ehrlichkeit traf sie härter als eine Lüge.

„Was?“

Noah sah weg.

„Irgendetwas.“

„Eine dumme Bemerkung.“

„Eine Nachricht ignorieren.“

„Dich ein bisschen verunsichern.“

Elara spürte, wie sich ihr Bauch zusammenzog.

„Damit ich wieder auf dich fokussiert bin.“

„Ja.“

Stille.

„Warum hast du es nicht gemacht?“

Noah sah sie wieder an.

„Weil du mir gesagt hast, dass ich dich irgendwann genau damit vertreiben werde.“

Elara wusste nicht, was sie antworten sollte.

Noah lächelte schwach.

„Ich höre manchmal zu.“

„Offenbar.“

„Selten.“

„Sehr.“

Sie sahen einander an.

Dann musste Elara plötzlich lächeln.

Noah ebenfalls.

Nur kurz.

Dann verschwand es wieder.

„Ich hatte heute auch einen Moment“, sagte Elara.

Noahs Blick wurde sofort aufmerksam.

„Was für einen?“

„Als Mia geschrieben hat.“

„Was war damit?“

Elara zögerte.

„Ich habe gesehen, dass du es bemerkst.“

„Okay.“

„Und für vielleicht zwei Sekunden…“

Sie biss sich leicht auf die Innenseite ihrer Wange.

„…wollte ich dich absichtlich warten lassen.“

Noahs Gesicht blieb ruhig.

„Warum?“

„Damit du dich fragst, wer schreibt.“

Stille.

„Damit du eifersüchtig wirst.“

Noah nickte langsam.

„Hast du deshalb weitergeschrieben?“

„Nein.“

„Sicher?“

Elara sah ihn an.

„Ja.“

Eine Pause.

„Aber der Gedanke war da.“

Noah lehnte sich zurück.

„Also sind wir beide beschissen darin.“

Elara musste lachen.

„Offenbar.“

„Immerhin konsequent.“

„Das ist nicht lustig.“

„Ein bisschen.“

Sie stieß ihn leicht an.

Noah fing ihre Hand ab.

Seine Finger verschränkten sich mit ihren.

Elara sah darauf.

„Vielleicht ist das unser Problem.“

„Unsere Hände?“

„Idiot.“

„Was dann?“

„Wir kennen inzwischen die Knöpfe des anderen.“

Noah wurde wieder ernst.

„Ja.“

„Und manchmal juckt es in den Fingern.“

„Draufzudrücken.“

„Genau.“

Noah strich mit dem Daumen über ihre Hand.

„Dann brauchen wir eine neue Regel.“

Elara hob eine Augenbraue.

„Noch eine?“

„Ja.“

„Sag.“

Noah sah sie an.

„Wenn einer von uns merkt, dass er gerade absichtlich versucht, eine Reaktion beim anderen auszulösen…“

„Dann?“

„Sagen wir es.“

Elara lachte ungläubig.

„Mitten drin?“

„Ja.“

„Das klingt furchtbar.“

„Deshalb könnte es funktionieren.“

Sie dachte darüber nach.

„Also wenn ich dich absichtlich eifersüchtig machen will, muss ich sagen: Hey Noah, übrigens, ich versuche gerade, dich eifersüchtig zu machen?“

„Genau.“

„Das zerstört den ganzen Effekt.“

„Das ist der Sinn.“

Elara verzog das Gesicht.

„Ich hasse diese Regel.“

„Perfekt.“

„Und wenn du mich ignorierst, damit ich dir hinterherlaufe?“

„Dann muss ich es sagen.“

„Bevor du es machst?“

„Sobald ich es merke.“

Elara hielt ihm die Hand hin.

„Deal.“

Noah sah auf ihre Hand.

„Besiegeln wir jetzt wirklich unsere kaputten Beziehungsmuster per Handschlag?“

„Ja.“

„Romantisch.“

„Extrem.“

Er schlug ein.

Doch Elara ließ seine Hand danach nicht los.

Noah ebenfalls nicht.

Sie zog ihn näher.

„Noch eine Regel.“

„Natürlich.“

„Nicht alles muss eine verdammte Lektion sein.“

Noah lächelte.

„Erklär das genauer.“

„Wenn ich dich küsse, musst du nicht analysieren, warum.“

Sie rückte näher.

„Wenn ich bei dir bleiben will, musst du nicht sofort überlegen, was das über unsere Beziehung bedeutet.“

Noch näher.

„Und wenn ich dich gerade will…“

Ihre Stimme wurde leiser.

„…dann musst du daraus keinen Beweis für morgen machen.“

Noahs Blick wurde dunkler.

„Verstanden.“

„Gut.“

Elara küsste ihn.

Langsam zuerst.

Noahs Hand legte sich an ihre Taille.

Die andere blieb mit ihrer verschränkt.

Elara rückte näher.

Der Kuss wurde länger.

Wärmer.

Das Gespräch verschwand.

Nicht vollständig.

Aber weit genug.

Elara spürte wieder dieses vertraute Kribbeln.

Noahs Finger an ihrer Seite.

Seinen Atem.

Die Wärme seines Körpers.

Sie löste sich kurz von ihm.

„Du denkst.“

„Nein.“

„Lügner.“

„Vielleicht ein bisschen.“

„Woran?“

Noah lächelte.

„Dass ich die neue Regel jetzt schon hasse.“

„Warum?“

„Weil ich gerade gerne irgendeinen schlauen Satz sagen würde.“

Elara grinste.

„Pech.“

Sie küsste ihn wieder.

Diesmal ließ Noah sich darauf ein.

Wirklich.

Keine Zurückhaltung aus Angst.

Keine bewusst gesetzte Distanz.

Seine Arme schlossen sich um sie.

Elara legte ihre Hände in seinen Nacken.

Die Spannung zwischen ihnen wurde wieder dichter.

Heißer.

Nicht hektisch.

Sie wuchs langsam.

Mit jedem Kuss.

Mit jedem Atemzug.

Mit jeder Berührung, die eine Sekunde länger blieb.

Elara löste sich irgendwann von seinen Lippen.

Noahs Stirn blieb an ihrer.

„Alles okay?“

Sie lächelte.

„Ja.“

„Sicher?“

„Ja.“

Eine Pause.

„Und wenn du jetzt ein drittes Mal fragst, überdenke ich meine Antwort.“

Noah lachte leise.

„Verstanden.“

Seine Lippen berührten ihre Wange.

Dann ihre Stirn.

Elara schloss die Augen.

„Das darfst du.“

„Gut zu wissen.“

Sie blieb an ihn gelehnt.

Und für einige Minuten existierte wieder nur diese Nähe.

Kein Dark Velvet.

Keine Rollen.

Keine Zuschauer.

Keine Regeln außer denjenigen, die sie miteinander geschaffen hatten.

Elara öffnete irgendwann die Augen.

„Noah?“

„Hm?“

„Versprich mir etwas.“

Sein Körper spannte sich leicht an.

„Kommt drauf an.“

„Wenn du irgendwann wieder dieses Gefühl bekommst…“

„Welches?“

„Dass du mich verletzen musst, damit ich dich brauche.“

Noah wurde still.

Elara sah ihn an.

„Sag es mir.“

„Was?“

„Einfach genau das.“

„Elara…“

„Nein.“

Sie nahm sein Gesicht zwischen ihre Hände.

„Versuch nicht, perfekt zu sein.“

„Versprich mir nicht, dass es nie wieder passiert.“

„Sag mir einfach, wenn du merkst, dass dieser Gedanke wiederkommt.“

Noah sah sie lange an.

„Und was machst du dann?“

„Keine Ahnung.“

„Beruhigend.“

„Vielleicht streiten wir.“

„Sehr beruhigend.“

„Vielleicht gehe ich spazieren.“

„Noch besser.“

„Vielleicht halte ich dich einfach fest und sage dir, dass du ein Idiot bist.“

Noahs Mundwinkel hob sich.

„Wahrscheinlich das.“

„Aber wenigstens weiß ich dann, gegen was wir kämpfen.“

Noah wurde wieder ernst.

„Wir?“

Elara bemerkte sofort, wie dieses eine Wort ihn traf.

„Ja.“

„Wir.“

Noah schwieg.

Dann zog er sie plötzlich enger an sich.

Elara ließ es zu.

Sie legte ihr Gesicht an seinen Hals.

„Du hast gerade Angst.“

„Nein.“

„Neue Regel.“

Noah seufzte.

„Verdammt.“

Elara wartete.

Schließlich sagte er leise:

„Ja.“

„Wovor?“

Seine Arme blieben um sie.

„Dass ich irgendwann wieder alles kaputtmache.“

Elara hob den Kopf.

„Kann passieren.“

Noah sah sie an.

„Danke.“

„Was soll ich sagen?“

„Dass alles garantiert gut wird.“

„Wäre gelogen.“

„Stimmt.“

Elara strich über seine Wange.

„Aber du kannst entscheiden, was du tust, wenn du merkst, dass du wieder anfängst.“

„Und du?“

„Ich auch.“

„Was, wenn wir beide gleichzeitig anfangen?“

Elara verzog das Gesicht.

„Dann wird es interessant.“

Noah musste lachen.

„Das ist deine Antwort?“

„Hast du eine bessere?“

„Nein.“

„Siehst du.“

Sie küsste ihn wieder.

Kurz.

Dann noch einmal.

Und noch einmal.

Bis Noah lächelte.

„Was machst du?“

„Keine Ahnung.“

„Sehr überzeugend.“

„Ich wollte dich gerade einfach küssen.“

„Mehrfach?“

„Beschwer dich.“

„Niemals.“

Elara legte ihren Kopf wieder an seine Brust.

Sein Herz schlug ruhig.

Zumindest zuerst.

Dann vibrierte irgendwo ein Handy.

Einmal.

Kurz.

Elara reagierte nicht.

Noah ebenfalls nicht.

Noch einmal.

Elara hob den Kopf.

„Deins?“

Noah sah zum Nachttisch.

„Glaube schon.“

„Dann geh ran.“

„Später.“

Das Handy vibrierte ein drittes Mal.

Elara grinste.

„Jemand ist hartnäckig.“

Noah griff schließlich danach.

Das Display leuchtete auf.

Und etwas in seinem Gesicht veränderte sich.

Nur für einen Moment.

Aber Elara sah es.

Das Lächeln verschwand.

Sein Blick wurde vollkommen ruhig.

Zu ruhig.

Elara kannte diese Ruhe.

Sie richtete sich langsam auf.

„Wer ist das?“

Noah sperrte das Display.

„Niemand.“

Elara sagte nichts.

Noch nicht.

Noah legte das Handy wieder auf den Nachttisch.

Mit dem Display nach unten.

Ein winziges Detail.

Vielleicht bedeutungslos.

Vielleicht nicht.

„Niemand schreibt dreimal hintereinander“, sagte Elara.

„Lass es.“

Die Worte kamen schneller als erwartet.

Kälter.

Und sofort war sie wieder da.

Diese alte Spannung.

Nur diesmal fühlte sie sich anders an.

Nicht warm.

Nicht aufregend.

Scharf.

Elara sah ihn an.

„Was war unsere neue Regel?“

Noah schwieg.

„Noah.“

„Nicht jetzt.“

„Das klingt verdammt stark nach genau dem alten Noah.“

Sein Kiefer spannte sich an.

Elara spürte, wie sich ihr Herzschlag veränderte.

Nicht aus Eifersucht.

Noch nicht.

Aus Alarm.

„Wer hat geschrieben?“

„Elara.“

„Eine einfache Frage.“

„Und ich möchte sie gerade nicht beantworten.“

Stille.

Das Handy vibrierte wieder.

Beide sahen hin.

Der Bildschirm leuchtete auf.

Nur für wenige Sekunden.

Doch diesmal lag das Gerät so, dass Elara einen Teil der Vorschau sehen konnte.

Nicht alles.

Nur einen Namen.

Und die ersten Worte einer Nachricht.

Elara erstarrte.

Noah griff sofort nach dem Handy.

Zu spät.

Sie hatte es gesehen.

„Noah.“

Er stand auf.

„Nicht.“

„Was bedeutet das?“

„Ich kann es erklären.“

Elara lachte einmal.

Kurz.

Ungläubig.

„Natürlich.“

„Elara.“

„Nein.“

Sie stand ebenfalls auf.

Die Wärme von eben war verschwunden.

Komplett.

„Wir haben gerade darüber gesprochen.“

„Ich weiß.“

„Über Ehrlichkeit.“

„Ich weiß.“

„Über keine Spiele.“

„Ich weiß.“

„Und jetzt steht da dieser Name auf deinem Handy.“

Noah schwieg.

Elara betrachtete ihn.

Seine Haltung.

Sein Gesicht.

Die Art, wie er das Handy festhielt.

Etwas stimmte nicht.

Und das Schlimmste war nicht einmal die Nachricht.

Es war seine Reaktion.

Diese alte Mauer.

Innerhalb weniger Sekunden wieder vollständig aufgebaut.

„Sag mir, wer das ist.“

Noah öffnete den Mund.

Schloss ihn wieder.

Elara spürte, wie ihr Magen sich zusammenzog.

„Noah.“

Das Handy vibrierte erneut.

Er sah darauf.

Elara sah nur sein Gesicht.

Und plötzlich wusste sie, dass die Antwort größer war als eine einfache Nachricht.

„Was hast du mir nicht erzählt?“

Noah hob langsam den Blick.

Für einen Moment sagte keiner etwas.

Draußen rauschte irgendwo ein Auto durch die nächtlichen Straßen.

In der Wohnung war es vollkommen still.

Dann klopfte es.

Dreimal.

An der Wohnungstür.

Elara sah Richtung Flur.

Dann zu Noah.

Noah bewegte sich nicht.

Und genau das machte ihr mehr Angst als das Klopfen selbst.

„Erwartest du jemanden?“

Keine Antwort.

Wieder drei Schläge gegen die Tür.

Diesmal lauter.

Elara sah Noah an.

„Wer ist das?“

Noahs Gesicht war vollkommen blass geworden.

Er kannte die Antwort.

Das begriff sie sofort.

Und als es ein drittes Mal klopfte, hörten beide eine Stimme von der anderen Seite der Tür.

Eine Stimme, die Elara noch nie zuvor gehört hatte.

„Noah?“

Elara erstarrte.

Eine Frauenstimme.

Noah schloss für einen Moment die Augen.

Elara wich einen Schritt von ihm zurück.

„Mach die Tür auf.“

Noah öffnete die Augen.

„Elara, bevor ich das mache, musst du etwas wissen.“

Sie spürte ihren Herzschlag bis in den Hals.

„Was?“

Noah sah zur Tür.

Dann wieder zu ihr.

Und zum ersten Mal, seit Elara ihn kannte, sah sie in seinem Gesicht etwas, das sie dort noch nie gesehen hatte.

Keine Kontrolle.

Keine Eifersucht.

Keine Berechnung.

Angst.

Echte Angst.

„Die Frau da draußen…“

Er brach ab.

Wieder klopfte es.

„Noah, ich weiß, dass du da bist.“

Elara sah ihn an.

„Wer ist sie?“

Noah holte langsam Luft.

Dann legte er seine Hand auf die Türklinke.

Und bevor er sie herunterdrückte, sagte er nur:

„Jemand, von dem ich gehofft hatte, dass du ihn niemals kennenlernen musst.“

Die Klinke bewegte sich.

Die Tür öffnete sich einen Spalt.

Und Elara sah eine fremde Frau auf der anderen Seite stehen.

Ihre Augen wanderten an Noah vorbei.

Direkt zu Elara.

Die Frau wurde blass.

Elara spürte, wie Noah neben ihr vollkommen erstarrte.

Dann sah die Fremde wieder zu ihm.

„Du hast es ihr wirklich nicht gesagt?“

Noah antwortete nicht.

Und Elara wusste in diesem Moment nur eines.

Was auch immer hinter dieser Tür stand…

es würde alles verändern.

 

 

Fortsetzung in Bearbeitung….

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Spritzbube
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8 Std. vor

Raider heißt jetzt Twix und Elara heißt jetzt Elera. Da ist die KI wohl ins Stolpern geraten. 😂😂😂

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