Blind-Date in München – Teil 1
Veröffentlicht amHalt, keinen Schritt weiter“, rief eine tiefe Stimme im Befehlston in die Nacht. Die Frau, die von einem Mann angeschrien worden war, verharrte weiter völlig reglos wie eine Statue im fahlen Mondlicht: „Wie kommen Sie denn darauf, dass ich weitergehen will?“, entgegnete sie dem Mann, der sie zunächst argwöhnisch angestarrt hatte, während er sich dabei den Staub von der Feuerwehrjacke klopfte, die er trug. Die Stimme der Goth, die den Behelmten schon mit ihrem ersten Satz voll aufbockte, klang unaufgeregt und hatte ein rauchiges Timbre – ein Ear-Catcher, der Männerköpfe üblicherweise blitzschnell zu ihr herumschnellen ließ. Schon ihre bloße Stimme elektrisierte Typen in der Regel so sehr, dass die meisten versuchten, sie mit spontan aufgegeilten Blicken auch visuell in ihr Visier zu bekommen, um zu checken, ob sie in deren Beuteschema passte.
„Da vorne liegt ein tonnenschwerer Güterwaggon
quer auf dem Asphalt“, antwortete ihr der Mann unerwartet versöhnlich und bewegte sich viel vorsichtiger. als es in der gegebenen Situation angemessen gewesen wäre, auf die Unbekannte zu. Sein Blick war eigentlich nur zufällig in die tiefen Schatten unter der beschädigten Eisenbahnbrücke der Schleißheimer Straße gefallen. Die Blaulichter der ersten Rettungswagen schnitten nervös durch die Staubwolke, die der Absturz einiger Waggons zweier auf der Brücke kollidierter Güterzüge vor wenigen Minuten aufgewirbelt hatte. Die Polizei sperrte gerade hektisch die Kreuzung ab. Doch dort, wo das Licht der Scheinwerfer nicht hinkam, befand sich eine Erscheinung, die nicht in das Bild des Geschehens passte und irgendwie völlig skurril aus dem Rahmen fiel.Ihr nerdiges, sehr provokant gestyltes Gothic-Outfit warf Fragen auf, aber ließ deutlich erkennen, dass die junge Frau ein Individuum war, das wusste, was es wollte. Schon mit dem schwarzen Lackkorsett, das hauteng geschnitten war, zeigte sie der spießigen Gesellschaft, dass sie gegen unqualifizierte Vorstellungen selbsternannter Moralapostel immun war. Der vorne bis zum Bauchnabel aufgezippte Overall gab Blicke auf ein zerrissenes Netzshirt und Titten ohne BH frei. Ihre rosafarbenen Nippel hoben sich im kalten Mondlicht von dem Schwarz, das sie trug, kontrastreich als zwei helle Punkte ab. Die Spitzen der erregt wirkenden Knubbel wurden durch zwei enge Netzmaschen betont, durch die sie sich so weit hindurchgedrückt hatten, wie es die beiden silbernen Ringe zuließen, die sie sich in ihre durchstochenen Brustwarzen eingezogen hatte. Die Fäden der engen Löcher schnitten etwas in das kalt illuminierte Lustfleisch ein und ließen ihre harten Knospen wie abgeschnürt erscheinen. Schon das, was der Mann dort sah, zog seine Augen wie Magnete an. Dazu trug sie einen kurzen Faltenrock und klobige Plateau-Boots. Der Rock war so kurz, dass der Blick des Typs, der sie anstarrte, zu dessen Saum zuckte und dort nach dem silbernen Schimmern von weiterem Intimschmuck forschte, den sich die scharfe Braut auch in ihre Schamlippen hätte einziehen lassen können. Seine Fantasie gaukelte ihm Bilder vor, die er im schwachen Mondlicht, auch wenn es keine Traumbilder gewesen wären, gar nicht hätte wahrnehmen können. Solchen Details hätte er genauso wie die Frau, die er taxierte, nur durch Tasten ausforschen können, um sich durch ein eigenes Bild Klarheit zu verschaffen. In ihrer rechten Hand hielt sie einen weißen Blindenstock, den sie jedoch lässig an ihr Bein gelehnt hatte. Sie wirkte völlig ungerührt von dem Chaos um sie herum.
„Ich weiß genau, was da liegt, Feuerwehrmann“, entgegnete sie. Ihre Stimme war kühl, rauchig und absolut furchtlos. „Und ich weiß auch, dass es kein normaler Unfall war.“
„Mein Name ist Leon … Feuerwehrzugführer Heitzfeldt … genau genommen“, sagte der Mann mit dem Ledernacken und trat einen weiteren Schritt näher. Das Knistern zwischen den beiden Personen war sofort spürbar, eine diffuse und nicht direkt greifbare Spannung lag in der staubigen Nachtluft. „Sie sind blind …?“,
stammelte Leon etwas hilflos. „Und Sie waren direkt hier, als es passierte?“„Mein Name ist Elena, Elena Scubion. „Ich bin achtundzwanzig, falls das für Ihr Protokoll wichtig ist“, sagte sie und drehte ihr Gesicht in seine Richtung. Ihre Augen waren hinter einer tiefschwarzen Sonnenbrille verborgen. „Und ja, ich sehe nichts. Aber ich höre. Ich rieche. Und ich spüre die Vibrationen des Bodens. Vor allem nachts, wenn die Welt der Sehenden schläft.“
Für Interessierte gibt es hier auch einen erotischen Cosy-Thriller als Büchlein in Kurzform aus meiner Feder kostenlos zu lesen: https://bookrix.com/de/books/augenauf-teheran-ofmzllai

Hey, danke, dass Du den Aufmacher nachgeschoben hast, nachdem jetzt auch der Link für diese Geschichte wieder funktioniert. Dein Feedback ist auch deshalb sehr interessant für mich, weil die Störung, weshalb die Auftaktgeschichte ein paar Tage off war, mir klar verdeutlicht, dass sie so wie sie ist, Lesenden genau den Kick zum Weiterlesen gibt, den ich mir für sie so wie Du es beschrieben hast beim Schreiben erhoffte. LG Lisa 🙂
Kurz, knackig und es liest sich so das man direkt weiterlesen möchte.
Danke für den schönen Kommi, die Fortsetzung also BDiM-Teil2 hab ich gestern schon eingereicht und rechne heute mit der Veröffentlichung. Für Deine Mühe mit dem Feedback, das mich mega gefreut hat danke ich Dir auch sehr und wenn Du in ‘#augenauf-Teheran’, meinen inklusiven Kurz-Cosy-Thriller hineingelesen hast würd ich mich auch dazu über ein kurzes Feedback von Dir freuen. LG Lisa
Sehr schön geschrieben, man hofft das die anderen Teile auch spannend sind. Besonders der Liebe zwischen Frauen macht ein neugierig.
Danke, liebe Anna-Nina, im nächsten Teil versuche ich mich mit einem Kompromiss, der Dir hoffentlich nicht weniger gefällt und möglicherweise auch einigen Männern den Horizont zu der Erotik eröffnet, wie wir Frauen sie lieben wenn wir träumen … GLG Lisa
Ich bin jetzt schon gespannt, wie es weitergeht. Und was die negativen Rezensionen angeht, vergiss die am besten. Es muss doch nicht immer “Rein…Raus…Spritz hier…Spritz da!” sein. Schreib einfach so weiter! Mir gefällt es sehr. 🫶
Danke Charlie, das freu mich sehr, dass Du auf die Fortsetzung noch gespannt bist, obwohl ich mir für den Kontext viel Raum genommen habe. In Teil 2 werde ich – in Anbetracht der konstruktiven Kritik, die ich erhalten habe, versuchen mehr direkten Sex reinzupacken 🙂 LG Lisa
Die Geschichte beginnt, aufgrund der aktuellen Ereignisse, für mich sehr spannend. Gut vorstellbar und realistisch umgesetzt…ich bin gespannt wie es weiter geht 👍 LG Charlie
Danke für Deine Lesetreue und Deine Geduld mit dem zwischen uns immer noch nicht wieder funktionierenden PN-Kanal. Dass Du meine neue Geschichte so wohlwollend gesternt hast hat mich so sehr wie dieser Kommi von Dir gefreut. LG Lisa
Mit einer kurzen Einleitung unter Verarbeitung aktueller Nachrichten und durch Beschreibung des Outfits die Neugier geweckt. Mal sehen was kommt.
Für Deinen tollen Kommi und für die fünf Sternchen von Dir danke ich Dir sehr. Insbesondere deshalb, weil meine neue Geschichte, die ich alternativ zu der lesbisch ausgerichteten ‘Blind-Date in Berlin’ Reihe unter dem Titel ‘Blind-Date in München’ bi und hetero auszurichten geplant habe. Leider haben sich zu Deiner motivierenden Beurteilung mittlerweile 4 grottenschlechte anonyme Sternchen beigemischt, die meine neuste Geschichte, im gegenwärtigen Moment voll abschmieren ließen. LG Lisa
Hallo Lisa, sehr spannender Anfang, der Körper und die Klamotten des mystischen Wesens regt meine Fantasie an. Auf die weitern Teile freue ich mich jeden Morgen……🖤