Spannweite
Veröffentlicht amVeras Hand liegt auf meiner Schulter, und ich spüre jede einzelne Fingerspitze durch die Seide meiner Bluse, als wärme das Gewebe nichts, als gäbe es keine Barriere zwischen ihrer Haut und meiner. Ihr Daumen zeichnet eine Kreisbewegung knapp unterhalb meines Schlüsselbeins, und ich atme schärfer ein, als ich sollte. Das Kerzenlicht tanzt über dem ersten Gang — hauchdünne Scheiben von Blutorange und rosa Grapefruit auf einem Bett aus dünnem Fenchel, bestreut mit etwas, das nach Meersalz und getrocknetem Thymian duftet. Daneben steht die Lavendelkerze, und ihr Duft legt sich wie eine warme Hand um den Nasenrücken, schwer und blumig, so dass jede Einatmung etwas schläfriger ausfällt als die vorherige.
„Iss,” sagt Vera, und das Wort klingt nicht wie eine Bitte. Es klingt wie das, was es ist — eine Anweisung. Ihre Hand bleibt, wo sie ist, während sie sich neben meinen Stuhl setzt,
ihre Stilettos auf den Holzfußboden tippen, ein scharfer Klick, der durch den Raum schneidet. Sie nimmt ihre Gabel, nicht zum Essen, sondern um eine der Orangenscheiben auf mein Tellerchen zu schieben, näher an meinen Mund. Der Ton ihrer Stimme ist tief und ruhig, mit dieser leichten Rauchigkeit, die mich an erloschene Kerzenwachs denken lässt. „Die Grapefruit zuerst. Ich möchte, dass du die Bitterkeit schmeckst, bevor die Süße kommt.”Ich nehme die Gabel, und mein Mund trocknet ein wenig, als ich bemerke, wie sie mich beobachtet — nicht das Essen, nicht die Kerze, sondern meinen Mund, wie er sich öffnet, wie meine Lippen sich um die Frucht schließen. Die Grapefruit platzt auf der Zunge, sauer und herb, und der Lavendelduft verstärkt den Eindruck, als würde etwas in meinem Kopf weich, eine Wand, ein Widerstand, der langsam schmilzt. Ich kaue langsam, und Vera lächelt, nicht mit den Lippen, sondern mit den Augen, die im Kerzenschein dunkler wirken als sonst.
„Gut,” murmelt sie, und ihr Daumen drückt fester auf meine Schulter. „Du isst, wie ich es erwartet habe. Aufmerksam. Zögerlich. Aber bereit.”
Der Wein steht in kristallenen Gläsern, tiefrot, fast schwarz im Schatten der Kerzen. Vera hebt ihr Glas, dreht es zwischen den Fingern, und ich beobachte, wie das Licht sich im Wein bricht, wie es an der Glaswand entlangläuft. Sie trinkt nicht. Sie wartet, bis ich trinke, und als ich es tue, gleitet der Wein warm und schwer hinunter, mit einem Nachgeschmack von Brombeere und etwas Dunklem, das ich nicht benennen kann. Die Kombination aus Lavendel, Grapefruit und Wein lässt etwas in meinem Unterleib ziehen, ein leichtes Ziehen, kaum wahrnehmbar, aber da.
Vera erhebt sich, und das Geräusch ihrer Stilettos auf dem Boden ist wie ein Metronom — scharf, rhythmisch, kontrolliert. Sie geht um den Tisch herum, und ich folge ihr mit dem Blick, wie sie eine Abdeckung vom nächsten Gang hebt. Dampf steigt auf, trägt den Duft von Safran und etwas Erdigem mit sich — Trüffel, vielleicht, oder Steinpilze, unterlegt mit dem süßen, schweren Aroma der Jasminkerze, die sie jetzt anzündet. Die Flamme zuckt, und der Jasmin legt sich über den Lavendel, verdichtet die Luft, bis jedes Atmen sich anfühlt wie Trinken.
„Risotto,” sagt Vera, und ihre Stimme ist jetzt näher, weil sie hinter meinem Stuhl steht, ihre Hände auf meinen Schultern, beide, diesmal. „Safranrisotto mit Trüffelöl. Schau es dir an.”
Ich schaue. Das Risotto ist cremig, goldgelb vom Safran, und das Trüffelöl glänzt in dünnen Fäden auf der Oberfläche. Vera nimmt den Löffel, taucht ihn ein, hält ihn vor meinen Mund. Ich öffne die Lippen, und sie schiebt den Löffel hinein, langsam, und ich schließe den Mund um das Metall, schmecke den Safran, der warm und erdig auf der Zunge liegt, und dann den Trüffel, der nach feuchter Erde und tiefem Wald schmeckt, nach etwas Verbotenem, das mich schwindelig macht.
„Du sagst nichts,” bemerkt Vera, und ihre Finger wandern von meinen Schultern an meinen Hals, eine flüchtige Berührung, die eine
Gänsehaut über meine Arme jagt. „Das gefällt mir. Die meisten Frauen reden zu viel beim Essen. Sie versuchen, den Raum mit Worten zu füllen, weil sie die Stille nicht ertragen können. Du nicht.”Ihre Finger bleiben an meinem Kiefer, eine Fingerspitze auf jeder Seite, und sie dreht meinen Kopf sanft zu ihr. Ihr Gesicht ist nah, so nah, dass ich den Wein auf ihrem Atem rieche und den Dunkelrot ihrer Lippen zähle, wie viele Schichten sie aufgetragen hat. Sie küsst mich nicht. Stattdessen lächelt sie, dieses schmale, berechnende Lächeln, das mir sagt, dass sie genau weiß, was sie tut, dass jeder Moment dieses Abends ein Strich auf einer Leinwand ist, die sie seit Wochen malt.
„Iss weiter,” flüstert sie, und ihre Lippen streifen mein Ohr, so leicht, dass ich nicht sicher bin, ob es Absicht war. „Aber iss langsamer. Ich möchte, dass du jeden Bissen spürst, so wie du mich spürst.”
Der Jasmin tut etwas mit mir. Das warme, süße Aroma kriecht in meine Gedanken, macht sie weicher, biegsamer, und ich merke, wie meine Haltung sich verändert — die Schultern sinken, der Rücken wird weicher, und ich lehne mich weiter in Veras Berührung, die jetzt an meinem Nacken liegt, ihre Fingernägel, die leicht über die Haut kratzen, so leicht, dass es mehr Kitzel als Berührung ist. Das Risotto schmeckt anders als vorher — oder ich schmecke es anders, weil mein Körper bereits damit begonnen hat, die Signale zu verwechseln, Geschmack mit Berührung, Geruch mit Verlangen.
Ich trinke noch einen Schluck Wein, und Vera nimmt mir das Glas aus der Hand, stellt es weg, ihre Finger über meinen Handrücken streichend. „Genug vorerst,” sagt sie. „Ich möchte, dass der nächste Gang auf nüchternem Gaumen ankommt.”
Sie geht zurück in die Küche, und ich lausche dem Klick ihrer Absätze, wie er sich entfernt und wieder nähert, und in der Pause zwischen den beiden Tönen höre ich mein eigenes Atmen, schneller jetzt, flacher. Die Jasminkerze flackert, und die Schatten im Raum bewegen sich wie lebendige Dinge. Meine Hände liegen auf der Tischdecke, und ich bemerke, dass sie feucht sind, dass meine Handflächen schwitzen, und dass etwas tiefer, zwischen meinen Schenkeln, eine Wärme pulsiert, die nichts mit dem Wein zu tun hat.
Vera kehrt zurück mit dem nächsten Gang. Eine Schale, flach und breit, mit etwas, das nach dunkler Schokolade riecht, aber herzhaft ist — Entenbrust, in einer dicken, glänzenden Sauce aus Rotwein und Kakao, und die Sandelholzkerze brennt jetzt, und ihr Duft ist warm und männlich und tief, und er vermischt sich mit dem Kakao zu etwas, das mich zwingt, die Lippen zu befeuchten.
„Das hier,” sagt Vera, und sie stellt die Schale vor mich, ihre Finger an meinem Kinn, mein Gesicht hebend, „ist der Punkt, an dem es keinen Weg zurück gibt.”
Ich schaue sie an, und sie hält meinen Blick, und in diesem Moment verstehe ich, dass das Essen nicht das eigentliche Menü ist. Ich bin das Menü. Jeder Gang, jeder Duft, jede Berührung — alles führt zu mir, zu diesem Moment, in dem ihre Augen sagen, was ihre Stimme noch nicht ausgesprochen hat.
Die Entenbrust schmilzt auf der Zunge, zart und salzig, und die Sauce ist dunkel und reich, mit einem Hauch von Bitterkeit, der an die Grapefruit erinnert, die erste Bitterkeit des Abends, die jetzt wie eine Vorahnung wirkt. Das Sandelholz legt sich über alles, schwer und berauschend, und ich spüre, wie sich etwas in mir löst, ein Knoten, eine Anspannung, die ich so lange gehalten habe, dass ich vergessen hatte, dass sie da ist.
Vera sitzt mir gegenüber, und sie hat nicht gegessen, nicht ein einziges Mal. Sie beobachtet mich, wie ich esse, wie ich schlucke, wie meine Lippen glänzen von der Sauce, und ihre Hände liegen auf dem Tisch, still und geduldig, wie die Hände einer Bildhauerin, die auf den richtigen Moment wartet.
„Du bist jetzt bereit,” sagt sie, und es ist keine Frage.
Sie steht auf, und diesmal geht sie nicht in die Küche. Sie geht zur Tür, die zum Flur führt, und dreht sich dort um. Das Kerzenlicht zeichnet die Konturen ihres Körpers im blauen Kleid, die Stilettos, die ihre Waden formen, die Naht der Strümpfe, die unter dem Saum des Rocks verschwindet. Sie sagt nichts. Sie streckt ihre Hand aus, und ich nehme sie.
Mein Stuhl kratzt über den Boden, als ich aufstehe, und die Schritte, die ich gehe, sind unsicher, nicht weil ich betrunken wäre — der Wein war nicht genug dafür — sondern weil mein Körper sich anfühlt, als wäre er aus etwas anderem gemacht als Knochen und Muskeln, etwas Weicheres, etwas, das sich unter Veras Händen verformen ließe, wenn sie es wollte.
Der Flur ist dunkel, nur eine einzelne Lampe an der Wand, und Veras Absätze klicken auf dem Marmor, ein Kontrollschlag nach dem anderen, während meine flachen Schuhe lautlos folgen. Ihre Hand hält meine, und ihr Griff ist fest, nicht zärtlich, und ich merke, dass ich schneller gehe, als ich sollte, dass mein Körper vorausdrängt, und dass Vera mich verlangsamt, indem sie fester zudrückt.
„Geduld,” sagt sie, ohne sich umzudrehen. „Nichts von dem, was heute Nacht passiert, wird schnell sein.”
Die Schlafzimmertür ist aus dunklem Holz, und Vera öffnet sie mit einer Hand, während die andere meine hält. Dahinter liegt ein Raum, der nach ihr riecht — nach dem Sandelholz, das sie trägt, nach dem Wein, nach etwas Tieferem, etwas Eigenem, das ich nicht benennen kann, das aber etwas in meinem Unterleib zusammenzieht wie eine Faust. Das Bett ist groß, mit dunklen Laken, und die einzigen Lichtquellen sind zwei Kerzen auf den Nachttischen, die den Raum in ein warmes, flackerndes Halbdunkel tauchen.
Vera dreht mich zu sich, und ihre Hände liegen an meinen Hüften, die Daumen an den Knochen, die unter der Seide der Bluse und dem Stoff des Rocks verborgen sind. Sie zieht mich näher, und ich gehe, weil meine Beine keinen Widerstand mehr kennen, und dann steht sie vor mir, so nah, dass ich die Wärme ihres Körpers spüre, und ihre Lippen sind an meinem Ohr.
„Ich werde dich jetzt ausziehen,” flüstert sie, und ihre Stimme ist ein tiefer, vibrierender Ton, der durch mein Ohr in meinen Hals und von dort in meine Brust und von dort weiter hinunter wandert, bis er in meinem Unterleib ankommt und dort liegen bleibt, heiß und summend. „Und du wirst mich machen lassen. Nicht weil ich es verlange. Sondern weil du es willst.”
Ihre Finger finden den obersten Knopf meiner Bluse, und sie öffnet ihn langsam, so langsam, dass ich jeden Millimeter Stoff spüre, der sich löst, jede Faser, die nachgibt. Der zweite Knopf, und die Seide fällt auseinander, und die kühle Luft des Zimmers trifft auf meine Haut, und ich schaue hinunter und sehe, wie meine Brust sich hebt und senkt, schnell und flach, unter dem schlichten weißen BH, den ich heute Morgen gewählt habe, ohne zu wissen, dass er heute Abend gesehen werden würde.
Vera betrachtet mich, und ihre Augen wandern von meinem Gesicht zu meinem Hals, über die Schlüsselbeine, hinunter zur Spitze des BHs, wo meine Brüste sich wölben, und ich sehe etwas in ihrem Blick, das nicht nur Beobachtung ist, sondern Besitzergreifung, als würde sie bereits entscheiden, was ihr gehört.
„Halt still,” sagt sie, und ihre Finger öffnen den dritten Knopf, den vierten, und die Bluse fällt ganz auf, und sie schiebt sie über meine Schultern, und der Seidenstoff gleitet mir über die Arme und auf den Boden. Die Kühle auf meiner Haut lässt meine Brustwarzen hart werden, und sie drücken gegen den dünnen Stoff des BHs, und Veras Blick fängt das auf, und etwas in ihrem Gesicht verändert sich — nicht viel, nur eine Verdunkelung der Augen, ein leichtes Zusammenziehen der Pupillen, aber es reicht, um meinen Atem stocken zu lassen.
Ihre Hände wandern an meinen Seiten hinunter, über die Rippen, über die Taille, bis zu dem Reißverschluss des Rocks. Sie zieht ihn hinunter, Millimeter für Millimeter, und das Metallgeräusch ist das lauteste, was ich seit dem Schließen der Tür gehört habe. Der Rock fällt, und ich stehe da in meinem BH und einem schlichten schwarzen Slip, und Veras Hände legen sich an meine Hüften, und ihre Daumen streichen über die Knochen, vorne, wo die Haut dünn ist und jeder Nerv dicht unter der Oberfläche liegt.
„Schön,” sagt sie, und das Wort klingt, als würde sie ein Kunstwerk bewerten, nicht eine Frau, und etwas an diesem Tonfall lässt mich erröten, nicht aus Scham, sondern aus etwas anderem, etwas, das mich nasser macht, als ich schon bin. Ich spüre es — die Feuchtigkeit zwischen meinen Schenkeln, warm und sicher, und ich weiß, dass sie es auch spürt, weil ihre Hände an meinen Oberschenkeln hinuntergleiten, knapp am Slip vorbei, und ihre Fingerspitzen die Feuchtigkeit streifen, die durch den Stoff sickert.
Sie lächelt. Es ist ein schmales, scharfes Lächeln. „Schon so weit,” murmelt sie, und ihre Stimme ist tief und rau und voll von etwas, das nicht mehr Geduld ist, sondern Hunger. „Und ich habe dich noch nicht einmal berührt.”
Dann berührt sie mich. Ihre Hand legt sich um meinen Nacken, und sie zieht mich zu sich, und ihr Mund findet meinen, und der Kuss ist nicht sanft. Er ist hart, fordernd, ihre Lippen drücken sich auf meine, und ihre Zunge dringt ein, und ich öffne mich, weil es das Einzige ist, was ich tun kann, und weil ich es will, weil jeder Nerv in meinem Körper nach genau diesem verlangt hat, seit der erste Tropfen Grapefruit auf meiner Zunge lag. Sie schmeckt nach Wein und nach dunkler Schokolade, und ihre Zunge tastet meinen Mund ab, und ich keuche gegen ihre Lippen, und mein Körper drückt sich an ihren, und ich spüre ihre Brüste durch das Kleid, und ihre Hüfte, und ihre Stilettos, die meine Füße berühren.
Sie löst sich, und ich stehe da, atmend, die Lippen geschwollen, und sie sieht es, und ihre Augen werden dunkler. „Du küsst wie jemand, der seit Wochen nicht mehr berührt wurde,” sagt sie, und ihre Stimme ist leiser jetzt, beinahe heiser. „Ich frage mich, wie du fickst.”
Das Wort trifft mich wie ein elektrischer Schlag, und ich spüre, wie sich mein Unterleib zusammenzieht, wie die Feuchtigkeit zunimmt, wie der Slip jetzt nass ist, wirklich nass, nicht nur feucht. Vera sieht es auch, und ihre Hand gleitet zwischen meine Oberschenkel, und sie drückt, und ich wimmere, ein leiser, unmöglicher Ton, der aus meinem Hals kommt, ohne dass ich ihn erlaube.
„Nass,” stellt sie fest, und ihre Stimme ist unbeteiligt, als würde sie eine Tatsache konstatieren. „Du bist nass, und ich habe dich kaum angerührt. Stell dir vor, was passiert, wenn ich es ernst meine.”
Sie öffnet den Verschluss meines BHs, und die Bügel fallen zur Seite, und meine Brüste sind frei, und die Brustwarzen sind hart und dunkel, und Vera schaut sie an, und dann beugt sie sich vor, und ihr Mund schließt sich um eine Brustwarze, und ich werfe den Kopf nach hinten, und mein Mund öffnet sich, und ein Ton kommt heraus, der kein Wort ist, sondern etwas Roheres, etwas, das aus einer Tiefe kommt, die ich nicht kannte.
Ihre Zunge kreist, und ihre Zähne ziehen, und ihre Hand greift die andere Brust, und sie drückt, nicht sanft, und ich biege mich, und meine Hände greifen nach ihrem Haar, und ich halte sie an meiner Brust, und ich will nicht, dass sie aufhört, und ich will, dass sie härter macht, und ich sage es nicht, aber sie weiß es, weil ihre Zähne fester werden, und ich keuche, und mein Körper zittert.
Sie löst sich, und ihre Lippen sind rot von meiner Haut, und sie sieht mich an, und ihre Augen sind jetzt ganz dunkel, und ihre Hand wandert von meiner Brust über meinen Bauch hinunter, und sie hakt ihre Finger in den Slip und zieht ihn hinunter, und ich trete heraus, und ich stehe da, nackt, und sie ist immer noch angezogen, und das allein macht mich wahnsinnig — dieses Gefälle, diese Asymmetrie, sie bekleidet und ich entblößt, und ihr Blick, der über meinen Körper wandert wie über eine Leinwand, die sie noch nicht fertiggestellt hat.
„Leg dich hin,” sagt sie, und ich gehe zum Bett, und die Laken sind kühl auf meiner Haut, und ich liege da, und ich schaue zu Vera, die am Fußende steht, und sie zieht ihr Kleid nicht aus. Sie zieht ihre Schuhe nicht aus. Sie steht da in ihrem blauen Kleid und ihren zwölf Zentimeter hohen Stilettos, und sie betrachtet mich, und ihre Hände sind an ihrem eigenen Körper, an der Hüfte, am Saum des Kleides, und sie streicht über ihren eigenen Oberschenkel, und ich sehe, wie der Stoff sich spannt, und ich will sie, und sie weiß es, und sie lächelt.
„Du willst, dass ich dich berühre,” sagt sie, und ihre Stimme ist leise und tief und rauchig, und jedes Wort legt sich auf mich wie ein heißer Atem. „Du willst, dass ich dich ficke. Sag es.”
Ich schlucke. Mein Mund ist trocken, und mein Körper ist nass, und ich öffne die Lippen, und es kommt heraus, leise und rau: „Bitte.”
„Bitte was?” Sie macht einen Schritt auf das Bett zu, und ihre Absätze versinken im Teppich, und die Naht ihrer Strümpfe zeichnet eine Linie an ihrem Bein, die ich mit den Augen verfolge wie eine Hypnose. „Sag genau, was du willst, Nina. Nicht mehr, nicht weniger.”
„Berühre mich,” flüstere ich, und meine Stimme bricht. „Fick mich. Bitte.”
Ihr Lächeln wird breiter, und es ist kein warmes Lächeln, es ist ein Siegerlächeln, und sie beugt sich über das Bett, und ihre Hände finden meine Knie, und sie drücken sie auseinander, und ich lasse es geschehen, und die kühle Luft trifft auf meine nasse Spalte, und Vera atmet ein, und ich sehe, wie ihre Nasenflügel sich weiten, und wie etwas in ihrem Gesicht weicher wird, nur für einen Moment, ein Moment des Verlangens, der durch die Kontrolle bricht.
„Du riechst gut,” sagt sie, und ihre Stimme ist rau. „Nach Jasmin und nach deiner eigenen Geilheit. Ich werde dich jetzt schmecken.”
Ihr Mund ist an meinem Oberschenkel, und sie küsst die Innenseite, und die Haut ist weich und empfindlich, und jeder Kuss lässt mich zucken, und ihre Zunge zeichnet eine Linie, die nach oben wandert, und ich halte den Atem an, und sie kommt näher, und näher, und dann ist sie da, und ihre Zunge streift meine Schamlippen, und ich schreie, und mein Körper krümmt sich, und ihre Hände halten meine Hüften fest, und sie drückt mich auf das Bett, und sie leckt, und ihre Zunge ist heiß und geschickt, und sie findet meine Perle, und sie saugt, und ich komme, und es kommt plötzlich und heftig, und mein ganzer Körper zittert, und ich spritze, und ihre Lippen und ihr Kinn sind nass, und sie trinkt, und sie hört nicht auf, und ich komme wieder, und ich weine, und ich weiß nicht, ob es vor Geilheit oder vor Überwältigung ist, und sie löst sich, und ihr Gesicht glänzt, und sie sieht mich an, und ihre Augen sind dunkel, und sie leckt sich die Lippen ab.
„Das war nur der Anfang,” sagt sie, und ihre Stimme ist tief und rau. „Ich habe noch nicht einmal angefangen.”
Sie richtet sich auf, und ihre Hände öffnen den Reißverschluss ihres Kleides, und es fällt, und sie steht in einem schwarzen Spitzen-BH und einem schwarzen Slip, und ihre Stilettos sind noch an, und ich sehe die Naht der Strümpfe, wie sie an ihrem Bein hinauf verläuft, und ich will sie berühren, und ich strecke die Hand aus, und sie schlägt sie weg.
„Nein,” sagt sie, und ihre Stimme ist hart. „Du bekommst, was ich dir gebe. Nicht mehr. Lieg still, oder ich höre auf.”
Ich liege still. Mein Atem geht flach und schnell, und mein Körper pulsiert, und Vera klettert auf das Bett, und ihre Stilettos kratzen über die Laken, und sie kniet über mir, und ihre Schenkel sind an meinen Seiten, und ich sehe den nassen Fleck an ihrem Slip, und ich weiß, dass sie genauso weit ist wie ich, und dass ihre Kontrolle nur eine Maske ist, und dass ich sie brechen kann, wenn ich es richtig anstelle, und ich will es, und ich will es nicht, und ich will nur, dass sie mich wieder berührt.
Sie beugt sich vor, und ihr Mund ist an meiner Brust, und sie küsst, hart, und ihre Zähne beißen, und ich keuche, und ihre Hand wandert hinunter, und ihre Finger finden meine Spalte, und sie schiebt zwei hinein, und ich komme hoch, und sie drückt mich herunter, und sie fickt mich mit den Fingern, und ihr Mund ist an meinem Hals, und sie saugt, und ich weiß, dass sie eine Marke hinterlässt, und ich will es, und ich drehe den Kopf, und ich sage: „Härter.”
Sie lacht, leise und rau, und ihre Finger werden härter, und sie drückt drei hinein, und ich schreie, und sie küsst mich, und ihr Mund verschluckt den Schrei, und ich komme, und ich spritze, und ihre Hand ist nass, und das Laken ist nass, und sie zieht die Finger heraus und hält sie vor meinen Mund.
„Leck sie ab,” sagt sie, und ich öffne den Mund, und ich schmecke mich selbst an ihren Fingern, und ich sauge, und sie stöhnt, und es ist das erste Mal, dass ich sie stöhnen höre, und es ist tief und rau und schön.
Sie zieht ihre Finger aus meinem Mund und steht auf, und sie geht zum Nachttisch, und ich höre das Klicken ihrer Absätze, und sie öffnet eine Schublade, und ich kann nicht sehen, was sie herausnimmt, aber als sie sich umdreht, hat sie etwas in der Hand, und ich weiß, was es ist, und mein Körper reagiert, bevor mein Verstand es begreift — die Feuchtigkeit zwischen meinen Schenkeln nimmt zu, und meine Schenkel öffnen sich weiter, und Vera sieht es und lächelt.
„Bereit?” fragt sie, und sie hält den Riemen hoch, und das Spielzeug daran ist nicht klein, und ich schlucke, und ich nicke, und sie zieht ihn an, und sie steht da, und die Stilettos und der Riemen, und sie ist jetzt etwas anderes als eine Frau, die mich zum Dinner eingeladen hat — sie ist etwas, das mich nehmen wird, und ich will es, und ich sage es.
„Fick mich,” sage ich, und meine Stimme ist rau und heiser, und ich spreche es laut aus, und Vera kommt auf mich zu, und ihre Augen sind dunkel, und ihr Mund ist offen, und sie kniet zwischen meinen Beinen, und sie führt die Spitze an meine Spalte, und sie streicht, und ich zucke, und sie drückt, und sie dringt ein, und ich schreie, und sie hält, und sie wartet, und dann stößt sie, und ich komme, und sie fickt mich, hart und tief, und ihre Hände halten meine Hüften, und ihre Stilettos kratzen über die Laken, und ich schreie ihren Namen, und sie sagt: „Noch einmal,” und ich komme, und sie fickt weiter, und ich spritze, und die Laken sind durchnässt, und sie beugt sich vor, und ihr Mund ist an meinem Ohr, und sie flüstert: „Du gehörst mir jetzt,” und ich komme, und ich weine, und ich nicke, und sie fickt mich, bis ich nichts mehr fühle außer ihr, und dem Rhythmus, und der Hitze, und dem Geruch von Sandelholz und Jasmin und meinem eigenen Saft, und dem Klicken ihrer Stilettos auf dem Bett, und ihrem Atem an meinem Ohr, und ich komme, und ich komme, und ich komme.