Socken Spiele

Autor 20ck3n
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3.3 Stimmenzahl: 4

Teil 1

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Kurzes Vorwort.

Bitte seid nicht so hart, bei der Bewertung ist mein erster Versuch und will erstmal schauen ob mir sowas hier überhaupt liegt. Trotzdem könnt ihr gerne kommentieren und Interessen und Anregungen da lassen.

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Die Zugfahrt hatte sich schon falsch angefühlt.

Nicht schlecht falsch.

Eher dieses gefährliche Kribbeln, bei dem man genau wusste, dass der Tag völlig eskalieren würde und man trotzdem nicht aufhören konnte zu grinsen.

Mila saß mir gegenüber am Fenster, die Knie angezogen, Kopfhörer halb im Ohr, und scrollte durch Bilder von verlassenen Orten auf ihrem Handy.

Immer wenn sie ein gutes Bild fand,

zeigte sie es mir mit genau diesem Blick.

Dieser Mischung aus: „Das wäre perfekt“ und „Da könnten wir richtig kaputte Sachen machen.“

Ich kannte diesen Blick inzwischen viel zu gut.

„Der hier“, sagte sie und hielt mir das Handy hin.

Ein alter Freizeitpark. Verlassene Snackstände. Bunte Metallgeländer. Ein halb zerstörtes Spiegelkabinett. Überall staubige Wege und rissiger Boden.

„Okay wow.“

„Ja oder?“

Sie grinste langsam.

„Die Socken würden dort brutal leiden.“

Ich musste sofort lachen.

Und genau da begann wieder dieses warme Ziehen in meinem Bauch.

Weil normale Leute sowas einfach nicht sagten.

Normale Leute sahen einen verlassenen Freizeitpark und dachten: coole Fotos. Spannende Atmosphäre. Lost Place halt.

Wir dagegen sahen: rauen Beton. Staub. Metallkanten. Dreckige Böden. Perfekte Möglichkeiten, Stoff langsam zu ruinieren.

Und vielleicht war genau das der Grund, warum ich mich bei Mila zum ersten Mal in meinem Leben komplett verstanden fühlte.

Nicht nur wegen der Socken selbst.

Sondern wegen dieser Obsession dahinter.

Dieses Gefühl, dass etwas erst dann wirklich schön wurde, wenn es benutzt aussah. Wenn es Spuren hatte. Wenn Farben verschmierten. Wenn Stoff weich, dünn und kaputt wurde.

„Weißt du“, sagte Mila plötzlich leiser und sah weiter aus dem Fenster, „ich glaub, ich mochte neue Sachen noch nie.“

„Mhm.“

„Die fühlen sich immer so… tot an.“

Ich nickte sofort.

Und genau das meinte sie.

Frische weiße Socken aus der Verpackung? Langweilig.

Saubere Sneaker? Fast steril.

Aber sobald irgendwo erste graue Schleifspuren auftauchten… erste Falten… erste dünne Stellen… bekam alles plötzlich Charakter.

„Kaputte Sachen fühlen sich echter an“, murmelte ich.

Mila sah sofort zu mir rüber.

Und dieses Lächeln von ihr bedeutete immer: Ja. Genau das.

„Du verstehst mich leider viel zu gut.“

Leider.

Oder vielleicht endlich.

Der Freizeitpark lag außerhalb zwischen Feldern und kleinen Waldstücken. Schon der Weg dorthin war komplett absurd schön.

Sonne. Warme Luft. Blauer Himmel.

Kein Regen. Keine düstere Nacht. Keine kaputte Horrorfilm-Stimmung.

Einfach ein viel zu schöner Sommertag.

Und genau deshalb wirkten die bunten Socken später noch krasser darin.

Wir hatten beide diesmal absurd viele Sachen mitgebracht.

Mila:

weiße Kniestrümpfe mit kleinen Erdbeeren

rosa Socken mit Herzmustern

gelb-orange Ringelsocken

hellgrüne Tennissocken

cremefarbene flauschige Söckchen mit Sternen

weiße Sportsocken mit bunten Smileys

Ich:

blaue Wolkensocken

karierten Kniestrümpfe

weiße Söckchen mit Kirschen

schwarze Socken mit bunten Katzen

rosa-weiße Streifensocken

und gelbe Entensocken

Außerdem: drei Paar Sneaker.

Weiße Canvas-Schuhe. Bunte Retro-Sneaker. Und schwarze High-Tops.

„Das ist eigentlich nicht mehr normal“, sagte ich beim Auspacken.

Mila grinste sofort.

„Doch. Für uns schon.“

Und genau das war das Gefährliche.

Dass wir uns gegenseitig nie bremsten.

Wir machten alles schlimmer.

Oder besser.

Je nachdem.

Die ersten Socken des Tages waren fast zu süß zum Kaputtmachen.

Mila zog die Erdbeer-Kniestrümpfe an. Ich die Wolkensocken.

Dazu die weißen Canvas-Sneaker.

Noch sah alles fast harmlos aus.

Die Sonne spiegelte sich auf dem hellen Stoff. Die Muster wirkten sauber und weich. Die Schuhe fast neu.

Aber wir beide wussten längst: Das würde nicht lange so bleiben.

Schon beim Eingang des Parks begann Mila absichtlich zu schlurfen.

Schrrrk.

Die weißen Sneaker rieben leicht über den staubigen Asphaltweg.

Ich musste sofort grinsen.

„Es geht los.“

„Natürlich geht’s los.“

Schrrrk.

Noch einmal.

Die Schuhsohlen bekamen erste graue Linien.

Staub setzte sich an die Stoffkanten.

Und Mila sah direkt glücklicher aus.

Dieses zufriedene Grinsen, sobald etwas sichtbar benutzt aussah.

„Siehst du das?“ fragte sie.

„Mhm.“

„Jetzt leben sie langsam.“

Vielleicht klang das komplett irre.

Aber ich verstand sie trotzdem.

Wir liefen zuerst durch den alten Kinderbereich des Parks. Überall standen bunte Fahrgeschäfte halb verrostet in der Sonne.

Der Boden war perfekt: rauer Beton, Steinchen, alte Farbreste.

Mila blieb plötzlich stehen.

„Warte.“

Sie setzte sich direkt auf eine niedrige Mauer und zog einen Sneaker aus.

Dann noch den zweiten.

Jetzt standen nur noch ihre weißen Erdbeer-Kniestrümpfe auf dem warmen Beton.

„Mila…“

„Hör auf so zu gucken.“

„Wie denn?“

„Als wärst du gleich emotional wegen meinen Socken.“

Leider war ich das wirklich.

Sie machte die ersten Schritte extra langsam.

Schrrrk.

Der weiße Stoff sog sofort Staub auf.

Die Sohlen wurden innerhalb von Sekunden grau.

Die roten Erdbeeren wirkten plötzlich noch kräftiger gegen die dreckige Baumwolle.

„Fuck…“

Mila grinste sofort triumphierend.

„Ja oder?“

Dann begann sie absichtlich stärker über den Boden zu schleifen.

SCHRRRK.

Die Sohlen rauhten sichtbar auf.

Fasern standen ab.

Ich konnte kaum wegsehen.

Nicht nur wegen des Fetischs.

Sondern weil Mila dabei wirklich glücklich aussah.

Komplett frei. Komplett sie selbst.

Und das machte alles intensiver.

Ich zog schließlich ebenfalls meine Schuhe aus und trat in den Wolkensocken auf den Beton.

Warm. Rau. Perfekt.

Die kleinen weißen Wolken wurden sofort grau an den Sohlen.

Mila kam direkt näher.

Dann drückte sie ihre staubige Socke gegen meinen Fuß.

Grauer Abrieb verschmierte meine Wolkensocken.

„EY.“

Sie grinste nur.

„Jetzt passen sie besser zusammen.“

Wir liefen fast eine Stunde einfach nur durch den Park und zerstörten langsam unsere ersten Socken.

Über raue Wege. Durch staubige Hallen. Über Metallgitter. Alte Holzplattformen.

Und die ganze Zeit redeten wir darüber.

Nicht nur dieses oberflächliche „haha guck Loch“.

Sondern richtig.

Warum uns das so fertig machte.

„Ich glaub“, sagte Mila irgendwann leise, während wir auf einem alten Kinderkarussell saßen, „ich mag diesen Moment kurz vor komplett kaputt am meisten.“

„Welchen?“

Sie hob ihren Fuß hoch.

Die Erdbeer-Kniestrümpfe hatten inzwischen graue Sohlen, aufgeraute Stellen und erste dünne Bereiche an den Zehen.

„Da.“

Sie fuhr mit dem Finger über die dünne Stelle.

„Wenn du merkst, dass sie bald reißen.“

Ich nickte langsam.

Weil ich GENAU wusste, was sie meinte.

Dieser Moment, wenn Stoff nicht mehr perfekt gespannt ist. Wenn Fasern weich werden. Wenn man merkt: Noch ein bisschen mehr — und alles gibt nach.

„Das ist irgendwie emotional“, murmelte ich.

Mila lachte leise.

„Wie kaputt klingt das bitte?“

„Sehr.“

„Aber stimmt trotzdem.“

Dann sah sie plötzlich runter auf ihre Socke und grinste gefährlich.

„Okay. Jetzt machen wir weiter.“

Und ab da eskalierte es langsam richtig.

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Wrdlbrmpft
Wrdlbrmpft
Gast
1 Monat vor

Irgendwie fasuinierende Geschichte, vielleicht gerade weil sie (abgesehen vom Fetisch) praktisch überhaupt keinen Bezug zum Sex hat. Ich kann die beiden jedenfalls irgendwie verstehen – mich dafür ein bischen weniger…

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