Kaja – Spiel mit mir (Kapitel 6-13)

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Meine Geschichte geht weiter! Es wird heiß!

Du hast die ersten Kapitel verpasst? Kein Problem, du findest sie auf meinem Profil. Viel Spaß!

6.

Spiel mit mir!
In Daniel kribbelte es heiß. Hatte er die letzten Worte tatsächlich gehört, oder entsprangen sie nur seiner vom Wein angeheiterten Fantasie? Zugegeben, während er Kaja das Spiel vorgestellt hatte, hatte eine freche Stimme in seinem Hinterkopf das eine oder andere Mal erklärt, wie interessant ein erotischer Spieleabend mit der attraktiven Blondine doch sein könnte. Zu gerne würde er erfahren, wie das aussah, was er bei der Rettungsaktion am Zaun durch den Bikinistoff versehentlich berührt hatte. Aber nein. Dazu würde es nicht kommen. Er hatte sich verhört. Warum sollte eine Frau, die er erst am Tag zuvor kennengelernt hatte, mit ihm ein solches Spiel spielen wollen?
Sie will sich an Zottel rächen!, zischte die freche Stimme in seinem Kopf. Du wärest dumm, deinen Part bei diesem Vorhaben

auszuschlagen.
Auch wieder wahr.
»Ich soll was?«
»Du hast mich schon verstanden«, hauchte Kaja, der ein zartes Rot ins Gesicht gestiegen war. Sie lächelte aufreizend. »Ich will dein Spiel spielen.«
»Ähm«, stammelte Daniel und ärgerte sich sofort über sein verunsichertes Auftreten. Er hatte sich nicht verhört. Sie hatte es tatsächlich gesagt. Nun war es an ihm, die richtigen Worte zu finden. Sicher und selbstbewusst aufzutreten. Charmant zu sein. Und noch viel mehr.
Er trank einen kräftigen Schluck. Dann noch einen. Sie beobachtete ihn dabei. Ihr Blick ließ ihn schmelzen. Sie biss sich kokett auf die Unterlippe, die Augen unablässig auf ihn gerichtet. Der Wein hinterließ eine wohlige Wärme. Dann beugte sich Kaja, die erwartungsvoll die Arme vor der Brust verschränkt hatte, nach vorn und lehnte sich auf die Tischkante, wobei ihre Oberweite etwas nach oben gedrückt wurden. Er schluckte und nickte. »Okay.«
Sie klatschte begeistert in die Hände. In ihrem Gesicht stand die pure Freude. Für einen kurzen, wirklich kurzen Moment dankte Daniel Zottel im Geiste dafür, dass er seine Ehe in den Sand gesetzt hatte. Denn nun würde er der Nutznießer sein. Sei es aus Rache, aus Neugier, aus Abenteuerlust. Egal, was Kaja antrieb, er würde ihr dabei helfen.
Hastig überflog er vor seinem inneren Auge die Sammlung dessen, was als Prototyp für das Trinkspiel bereits auf Papier gebracht war. Zum Glück hatte er schon eine ziemlich finale Variante des Spielfeldes gezeichnet. Es war ausgestattet mit den entsprechenden Ereignisfeldern. Nur die Zeichnungen der erotischen Karikaturen waren erst teilweise umgesetzt. Doch das war egal. Diese würden zuerst in der digitalen Fassung wichtig werden.
»Wie fangen wir an?«, riss Kaja ihn aus seinen Gedanken. Daniel atmete durch und überlegte hastig. Dann hatte er einen Plan.
»Du füllst Wein nach«, dirigierte er und deutete auf eine Vitrine neben dem Fernseher. »Und holst uns Schnapsgläser und etwas zum Befüllen. Ich müsste Liköre und ähnliches Zeugs vorrätig haben. Ich baue derweil das Spiel auf.«
Als er aufstand, spürte er, wie sich der Stoff seiner Shorts spannte. Hastig drehte er sich weg und korrigierte den Sitz dessen, was sich voller Erwartung und Vorfreude aufgerichtet hatte. Hoffentlich hatte sie es nicht bemerkt.
Welch ein dummer Gedanke. Wenn er das Spiel mit ihr spielen würde, würde es über kurz oder lang zu gewissen Enthüllungen kommen. Wieder schluckte er. Er eilte in die Küche und griff sich einen roten Spielwürfel, der auf der Arbeitsplatte lag. Auf dem Weg zurück roch er an seinen Achseln und war froh darüber, dass er erst vor seinem Nickerchen geduscht hatte.
Im Wohnzimmer angekommen, kramte er unter dem Couchtisch einen zusammengefalteten Spielplan hervor, der aus vier mit Tesafilm zusammengeklebten Blättern im A3-Format bestand. Er breitete ihn auf dem Tisch aus. Zum Vorschein kam ein großes Feld, das in verschiedene Rottöne getaucht war, durchsetzt mit Herzen, grob Skizzierten, anrüchigen Symbolen wie Sexspielzeugen und Genitalien. Die Spielstraße, die sich gewunden wie eine Schlange durch das Rot zog, wies verschiedenfarbigen Felder auf.
»Erkläre es mir«, forderte Kaja mit bebender Stimme, während sie auf den Tisch die nachgefüllten Weingläser sowie zwei Schnapsgläser abstellte. Sie setzte sich Daniel gegenüber auf einen Hocker und wippte aufgeregt vor und zurück.
»Nun«, begann er und griff die kleinen Gläser. »Die hier dienen uns als Spielfiguren.«
»Okay.«
»Wenn wir auf die Trinkfelder kommen«, setzte er fort und deutete dabei er auf eines der grünen Felder mit skizzierten Weingläsern, die in unregelmäßigen Abständen auf dem Weg platziert waren, »Gibt es Schnaps. Kommen wir auf die roten Felder, erfolgt eine Aktion. Die Blauen ziehen eine Frage nach sich. Die Aktionen und Fragen stehen auf Karten, die in Stapeln neben das Spielfeld gelegt werden.«
Daniel zog unter dem Tisch zwei mit Gummiband fixierte Kartenstapel hervor und legte sie ab. »In der digitalen Variante würden bestimmte Felder Bilder oder Animationen aufrufen, doch das funktioniert hier natürlich ni- …«
»Die Zeichnungen sind mir egal«, unterbrach sie ihn und grinste frech. »Nicht böse gemeint.«
Er lächelte dümmlich. Sie hatte recht. Er redete Stuss. Wen interessierten die Grafiken.
»Na ja. Ansonsten haben wir hier einen Würfel. Der erklärt sich von selbst. Wer zuerst durch ist, gewinnt.«
»Was bekommt der Sieger?«
»Na ja, in der digitalen Variante wird es einen Clip … Aber lassen wir das. Wir können uns auch später überlegen, was dem Gewinner zusteht.«
»Oder der Gewinnerin!«
»Oder der Gewinnerin.«
Es entstand ein kurzes Schweigen. Die Luft zwischen Daniel und Kaja schien zu knistern. Sie sahen sich an.
»Willst du wirklich?«, fragte er vorsichtig. Für den Bruchteil einer Sekunde kam ihm der Gedanke, dass sie ihn nur veräppelte und er ihr mit voller Breitseite auf den Leim gegangen war. Gleich würde sie lachen, den heiteren Spaß auflösen. Ihn bloßstellen. Doch dann zwinkerte sie ihm zu und würfelte.

7.

Ihr Herz raste vor Aufregung, während der Würfel über das Spielfeld tanzte. Er hinterließ mit jeder Berührung des nur dünnlagig mit Papier bedeckten Tisches ein gläsernes Scheppern. Dann kam er zum Erliegen. Nach oben schaute eine Drei. Kaja nahm das Schnapsglas, oder besser gesagt, die Spielfigur und führte sie zu dem entsprechenden Feld. Es war weiß. Sie seufzte enttäuscht, auch wenn sie insgeheim froh darüber war, dass sie nicht als erste eine Karte ziehen musste. Durch ihrem Kopf waberte ein feiner Nebel, hervorgerufen vom Wein.
»Puh«, sagte sie und wischte sich theatralisch den Schweiß von der Stirn. Daniel sah sie an und schmunzelte. Sie erwiderte seinen Blick und blieb abermals an seinen grünen Augen hängen. Er ist süß, dachte sie und erinnerte sich an die Verunsicherung, die in den letzten Minuten seine Mimik beherrscht hatte. Noch süßer allerdings war, wie er versucht hatte, diese Unsicherheit zu überspielen. Es war ihm nicht gelungen. Aber das war nicht schlimm. Machos konnte Kaja nicht ausstehen. So lange er mehr Mann war als Maik, gab es keinen Grund zur Kritik. Und das war er allemal. »Jetzt du!«
Daniel nahm den Würfel und ließ ihn über das Spielfeld tanzen. »Sechs«, verkündete er, als das Spielgerät zum Stillstand kam. Er schob das Schnapsglas vorwärts und platzierte es auf einem Trinkfeld. Wieder war Kaja enttäuscht, denn ein Feld davor wäre ein Fragefeld gewesen. Egal, was das Spiel mit ihnen vorhatte, es begann gemächlich.
»Musst jetzt nur du einen trinken?«, fragte sie und hoffte, bald noch den einen oder anderen Schluck zu bekommen. Etwas zusätzlicher Mut kann nicht schaden, hallte es durch ihren Kopf.
»Japp.«
Er füllte sein Glas mit einem Lakritzlikör. »Na dann prost!«, verkündete er und stürzte den Alkohol hinunter. Kaja, die nicht tatenlos daneben sitzen wollte, gönnte sich einen Schluck Wein. Anschließend würfelte sie. Eine Vier. Sie zählte die Felder ab, bevor sie die Spielfigur anhob. Ihr Herz machte einen Satz. Es war ein rotes Aktionsfeld. Jetzt würde es spannend werden. Zugleich schoss Hitze in ihr Gesicht und sie war sich sicher, dass sie knallrot anlief. Sie sah Daniel an und musste dabei einen seltsamen Anblick abgeben, denn er grinste.
»Willst du immer noch spielen?«, lachte er und verwies auf den Stapel mit den roten Ereigniskarten. »Noch können wir abbrechen, ohne dass sich jemand dafür schämen muss.«
Für den Bruchteil einer Sekunde dachte sie über seine Frage nach, bevor sie selbstbewusst nickte und die oberste Karte abzog. Sie drehte sie so, dass nur sie die handschriftlich verfassten Wörter lesen konnte.
»Du musst laut vorlesen. In der digitalen Version wird jeder Teilnehmer sofort den Text auf dem Display sehen und lesen können. Also?«
»Stehe auf und drehe dich langsam so, dass die Mitspieler deinen Körper von oben bis unten mustern können.«
Kaja atmete beruhig aus. Die Aufgabe war einfach und ohne Scham über die Bühne zu bringen. Abermals war sie froh darüber, dass das Spiel ihr einen sanften Start ermöglichte. So tat sie das, was ihr die Karte befohlen hatte und stand auf. Sie drehte sich langsam um sich selbst. Sie beobachtete Daniel dabei, wie seine Augen ihren Körper von oben bis unten betrachteten. Wie sie zunächst über ihr Gesicht, dann unverhohlen abwärts über Brust, Bauch, Hüften und den Rock glitten. Als sie ihm den Rücken zugewandt hatte, hätte sie schwören können, seine Blicke auf ihrem Po zu spüren. Ihre Wangen brannten, ihr Herz flatterte wie ein Schmetterling. So begehrt wurde sie schon lange nicht mehr.
Als sie ihre Drehung vollendet hatte, setzte sie sich auf den Hocker zurück und spürte, wie die Hitze wich. Sie gab dem Drang nach, mit einem Spruch ihre Verunsicherung zu überspielen. »Geht hübscher, was?«
Daniel lachte und schüttelte den Kopf. »Stell dich nicht ins Abseits. Du bist wunderschön!«
Jetzt war Kaja sich sicher, dass sie nicht rot anlief, sondern gänzlich zur Kirsche wurde. Seine Worte bewegten viel in ihr und irgendwie fühlte sie sich frei, als würde sie über den Wolken schweben. Alles war so weich, so leicht, so … heiß!
»Jetzt du!«, forderte sie und gab ihm den Würfel. »Und mach mal etwas Spannendes!«
Er ließ den ihn rollen und beobachtete, wie er eine Zwei anzeigte. Ein Fragefeld. Er zog eine Karte und las direkt vor und wieder lag Nervosität in seiner Stimme. »Kannst du dir einen Dreier vorstellen? Und wenn ja, mit einer zusätzlichen Frau oder einem Mann?«
Kaja grinste froh, als sie bemerkte, dass auch Daniels Gesicht Farbe bekam.
»Wenigstens bin ich nicht die Einzige, die rot wird.«
Er machte eine wegwerfende Bewegung. »Das ist nur der Alkohol.«
»Ja ja! Also? Die Frage?«
Sie stützte ihre Ellenbogen auf den Tisch, legte den Kopf auf ihren gefalteten Händen ab und starrte ihn gespielt aufdringlich an. Sie würde es ihm nicht so einfach machen.
»Ähm«, stammelte er und sah sich nervös um.
»Und denk daran: Sag die Wahrheit!«
Er schluckte hörbar. »Nun, okay. Natürlich wäre ich für einen Dreier mit einer weiteren Frau zu haben. Ich glaube kaum, dass es einen Mann gibt, der etwas anderes behaupten würde.«
»Mein Ex würde das nicht hinbekommen.«
»Scheiß auf deinen Ex!«, schimpfte Daniel. Er hatte recht. Kaja kam ein Gedanke.
»Also mit einer zweiten Frau wäre es für dich okay. Aber was wäre, wenn sich eine Situation ergeben würde, die einen weiteren Mann mit ins Bett bringt? Damit meine ich nicht, dass er dann mit dir rummachen würde. Eher, dass ihr euch beide um, na ja, die Frau kümmern würdet?«
Er zuckte mit den Schultern. »Ich glaube, das würde ich nicht ausschließen. Aber dazu müsste ich gut angetrunken sein.«
»Echt?«, fragte Kaja und war Feuer und Flamme. Sie bohrte nach. »Du würdest wirklich eine Frau teilen? Mit einem nackten Mann? Der dich berühren könnte, ob absichtlich oder nicht?«
»Du bist neugierig!«
»Natürlich! Das ist voll interessant!«
Er seufzte. »So lange ich ihn nicht anfassen muss oder etwas spezielles ins Gesicht bekomme, wäre es okay, glaube ich.«
Kaja grinste. »Etwas Spezielles? Sperma?«
»Zum Beispiel. Oder sein Ding.«
Sie lachte zufrieden und genoss, Neues über Daniel erfahren zu haben. Und für den Bruchteil einer Sekunde wünschte sie sich, die Frau sein zu können, mit der er und ein ominöser Unbekannter gewisse Dinge taten …
»Spar dir die weiteren Fragen für später auf«, lachte er als er bemerkte, wie sie angeregt nachdachte und auf der Unterlippe kaute. »Würfel lieber!«
»Zu Befehl«, sagte sie und würfelte. »Fünf!«
Sie schob ihre Spielfigur vorwärts und erreichte ein Aktionsfeld. Mit klopfendem Herzen nahm sie eine Karte auf und las vor. »Ziehe etwas aus. Beachte: Doppelte Kleidungsstücke zählen als ein Kleidungsstück.«
Daniel sah sie erwartungsvoll an. Auch diese Aufgabe war leicht, zumindest jetzt am Anfang des Spieles. Sie würde ihre Sandalen ausziehen. Doch vorher würde sie sich einen Spaß mit ihm erlauben. So stand sie auf, griff mit spitzen Fingern den Saum ihres Rockes und zog ihn einen fingerbreit hinunter. Er riss vor Überraschung die Augen auf und ihm entfuhr ein Geräusch, das wie eine Mischung aus Japsen und Stöhnen klang. Dann hielt sie inne, grinste frech und bückte sich hinab, um die Sandalen zu öffnen.
»Das war gemein«, beschwerte er sich, während sie die Schuhe neben den Hocker auf dem Boden abstellte. »Antäuschen ist unfair.«
»Steht das als Verbot in den Spielregeln?«
Er funkelte sie an. »Noch nicht. Aber danke für den Tipp du Frechdachs!«
Mit einem eingeschnappten Gesichtsausdruck griff er den Würfel und schmiss eine Zwei. Schnell landete seine Figur auf einem Trinkfeld.
»Also noch einmal«, kommentierte er, schenkte seine Spielfigur voll und kippte den Likör herunter. Er verzog das Gesicht und schmatzte, dann war Kaja wieder an der Reihe. Sie würfelte eine Vier. Ein Fragefeld. Während sie eine Karte aufnahm, kam sie nicht umher laut festzustellen, dass ihr Vorsprung schon sechs Felder betrug. Dann begann sie vorzulesen.
»Hattest du bereits Sex in der Natur? Erzähl eine wahre Geschichte.«
Wieder errötete sie, wieder brannte ihr Gesicht. Jetzt war es an Daniel, frech zu grinsen. Wie Kaja zuvor stützte er sich auf seine Hände und starrte sie übertrieben aufgeschlossen und neugierig an. Eine perfekte Retourkutsche. »Also? Und sag bloß nicht nein!«
Sie musste nicht nachdenken, die Antwort kam sofort. »Ja.«
Daniel kicherte und forderte sie zwinkernd auf, mehr zu erzählen.
»Das ist schon ewig her«, überlegte sie. »Mit einem meiner ersten Partner. Martin hieß er.«
»Weniger Namen, mehr Geschichte!«
»Ja ja! Also, wir waren joggen, im Wald, ich bekam Seitenstiche und musste eine Pause machen. Es nieselte leicht, daher hatten wir unsere Ruhe. Warm war es aber trotzdem. Wir waren frisch verliebt und noch richtig heiß aufeinander. Na ja, ich glaube, dass ihn meine Laufhose, so ein ultraenges Teil, irgendwie angemacht hatte. Wir haben uns dann auf einen Hochsitz versteckt und da ging es zur Sache.«
»Nicht schlecht«, kommentierte Daniel. »Und weiter?«
»Wie und weiter? Das wollte die Karte nicht wissen. Die Geschichte habe ich erzählt.«
»Manno!«
Doch in Kajas Kopf ging die Story weiter. Sie erinnerte sich daran, wie sie auf einer schmalen Sitzbank im Hochsitz saß, die nackten Beine abgespreizt. Vor ihr hatte Martin gestanden, ihr seinen Penis ins Gesicht gehalten. Sie hatte sich zunächst wegen des Laufschweißes geekelt, und doch hatte sie ihn in den Mund genommen und ordentlich geblasen. Kurz darauf hatte er sie im Doggy Style beglückt, was auf dem engen Hochsitz nicht einfach gewesen war. Sein Sperma, das am Ende auf ihren abgekühlten Hintern gelandet war und heiße Spuren hinterließ, konnte sie selbst heute, Dutzende Jahre später, auf ihrer Haut spüren.
»Woran denkst du?«, unterbrach Daniel ihren Rückblick. Sie machte eine wegwerfende Handbewegung.
»Nichts Besonderes. Nur an ein paar Jugendsünden. Du bist dran!«

8.

Daniel hob den Würfel, hielt jedoch inne. »Wie wäre es mit einer Zwischenrunde? Ich habe durst.«
Kaja nickte zustimmend und er füllte beide Spielfiguren mit dem Likör. Sie stießen an und tranken. Sie schüttelte sich.
»Magst den Likör nicht?«, wollte er wissen und platzierte die Gläser wieder auf dem Spielfeld.
»Doch, doch!«, antwortete sie rasch. »Ich bin ansonsten aber eher eine Weintrinkerin. Härtere Sachen verpassen mir eine Gänsehaut.«
Daniel lachte und genoss zugleich die Wärme, die sich in seiner Kehle ausbreitete. Er hoffte, dass der Alkohol ihm den Mut geben würde, das Spiel konsequent durchzuziehen. Und das war wichtig, denn er kannte die Spielkarten in- und auswendig, immerhin hatte er sie selbst verfasst. Er wusste genau, welche pikanten Fragen und Aktionen im Stapel auf die Spielenden lauerten, und einige davon hatten es in sich.
»Würfelst du endlich?«
Kaja wirkte ungeduldig, biss sich wieder auf die Unterlippe. Man könnte meinen, dass Angst in ihren Augen liegen würde, doch das Gegenteil war der Fall. Sie brannten lichterloh und zum wiederholten Mal ertappte er sie dabei, wie sie ihn und seinen Körper genau auscheckte. Dieser Tag hat schon jetzt das Potential, etwas ganz Besonderes zu werden. Er grinste selig und ließ den Würfel fliegen.
Das Spielgerät hoppelte und sprang über das Feld, stieß mit einem Kling gegen eines der Schnapsgläser und blieb liegen.
»Eine Eins«, spottete sie. »So wirst du mich nie überholen.«
Er winkte ab und schob sein Glas auf eine weiße Fläche. Kaja war dran und würfelte. Eine Vier. Damit lag ihr Vorsprung bei neun Feldern und konnte selbst mit einem Bombenwurf im nächsten Zug nicht aufgeholt werden.
Sie schob ihr Glas auf die entsprechende Stelle und stellte fest, dass sie rot war. Kaja atmete tief ein, dann griff sie eine Ereigniskarte.
»Setze dich für eine Spielrunde auf den Schoß der Person zu deiner Linken.«
Daniels Herz machte einen Satz. Seine Nachbarin hingegen drehte ihren Kopf in gespielter Ahnungslosigkeit zur Seite und erschrak, als dort niemand saß. »Links neben mir sitz aber keiner.«
Sie zwinkerte ihm zu.
»Das Spiel ist für mehrere Teilnehmer ausgelegt. Sollte man die App später nur zu zweit benutzen, passt sich der Text automatisch an. Von daher: Ich bin die Person, die dir in diesem Moment gegenüber sitzt. Zeitgleich sitze ich auch links und rechts neben dir.«
Nun war er es, der kokett zwinkerte. Sein Körper kribbelte vor freudiger Erwartung.
»Na dann«, hauchte sie und stand auf. »Wer bin ich schon, den Anweisungen des Designers zu widersprechen?«
»Das wäre ein Unding!«
Kaja kam um den Tisch. »Darf ich?«
Daniel, der die meiste Zeit des Spiels über leicht nach vorn gebeugt dasaß, richtete sich auf. Sein Herz raste, als sie ihm den Rücken zuwandte, den fliederfarbenen Rock glattstrich und sich auf ihm niederließ. Sofort spürte er, wie etwas zwischen seinen Beinen anschwoll und er war sich sicher, dass auch sie es bemerkte. Aber sie ließ sich nichts anmerken. Jetzt, wo sie ihm so dicht war, konnte er ihr Parfüm riechen. Es hatte eine fruchtige Note. Es passte zu ihr wie ein Cocktail zum Sommer. Der Stoff ihres Rockes fiel glatt auf seine Hände, die er neben sich auf dem Sofa abgelegt hatte. Am liebsten hätte er sie angefasst, ihre Taille gestreichelt sowie die Hüften und den Bauch berührt …
»Du bist dran«, hauchte sie und beugte sich vor, um den Würfel zu greifen. Dabei spannte sich der Stoff des Rockes und betonte ihren Po. Daniels Blick glitt hinab. Ihr Gesäß war so warm, so verlockend … Er musste sich zusammenreißen.
»Lass ihn fliegen«, hauchte sie und legte das Spielgerät in seine Hand.
»Geht sofort los«, keuchte er. »Gut Ding will Weile haben. Das darf Mann nicht überstürzen.«
»Du schindest Zeit.«
»Mit Nichten. Wie kommst du darauf?«
Beide glucksten Verhalten. Dabei hatte sie natürlich recht gehabt. Er wollte jede Sekunde mit ihr auf seinem Schoß genießen. Schließlich sah er aber ein, dass er es nicht weiter aufschieben konnte. Er schmiss den Würfel auf den Tisch, sah an Kaja vorbei und beobachtete, wie eine Drei zum Vorschein kam.
»Soll ich für dich setzen?«, fragte sie.
»Bitte.«
Sie schob das Glas auf ein blaues Fragefeld. »Darf ich vorlesen?«
»Das mache ich selbst. Nicht, dass du dir etwas ausdenkst.«
»Du würdest es merken, Herr Spielmacher, wenn ich schummeln würde. Meinst du nicht?«
Er lachte. »Trotzdem. Sicher ist sicher.«
Kaja reichte ihm die oberste Fragekarte und er begann zu lesen.
»Wie oft masturbierst du in einer Woche?«
Puh, die Frage ist persönlich, dachte er und bereute, dass er diese Karte erstellt hatte. Wie hätte er jemals ahnen können, dass er sie selbst einmal ziehen und beantworten musste? Aber er hatte keine Wahl. Seine Mitspielerin sah ihn über die Schulter erwartungsvoll an. Er schloss die Augen. Er kannte die Antwort. Und doch tat er so, als würde er zwanghaft überlegen. Dabei konzentrierte er sich auf das Gefühl ihres Pos auf seinem Schoß, ihren Geruch und auf das Pochen in seiner Hose. Dann begann er leise zu zählen.
»Vierunddreißig, fünfunddreißig, sechsunddreißig …«
Kaja fuhr erschrocken zu ihm herum. »Was?! So oft?!«
Daniel lachte. »Nein, natürlich nicht.«
Sie stimmte in sein Lachen ein. Aber er musste etwas sagen. Und er durfte nicht lügen. Seine Wangen glühten.
»Nein, im Ernst. Ich denke, so zwischen fünf und sieben Mal die Woche.«
»Also fast jeden Tag.«
»Hm.«
»Warum so oft?«
Jetzt brannte sein Gesicht wie Feuer. Immer diese Fragerei.
»Du bist neugierig«, stellte er zum wiederholten Male fest.
»Ich bin eine Frau, gewöhn dich daran.«
»Ist das nicht etwas stereotypisch?«
»Mir doch egal. Also: Warum so oft?«
Er seufzte. »Zum einen, weil es Spaß macht und ich schon lange single und auf meine Hand angewiesen bin. Zum anderen, weil ich fast jeden Tag etwas Nacktes oder Anstößiges zeichne. Irgendwann muss man sich erleichtern, um nicht zu platzen.«
Kaja nickte nachdenklich.
»Wie oft … machst du es dir?«, fragte Daniel zaghaft.
»Ich bin eine verheiratete Frau. Ich muss es mir nicht selbst besorgen. Ich habe einen potenten Mann, der das für mich übernimmt.«
Sie lachten gemeinsam los.
»Das würde ich dir glatt glauben, hättest du mir nicht erst vorhin erzählt, dass Maik eine richtige Pfeife ist. Also? Um es mit deiner Hartnäckigkeit zu sagen: Wie oft?«
Sie kicherte. »Das muss ich dir nicht erzählen. Es gab für mich keine Karte mit der entsprechenden Aufgabe.«
»Hey, das ist unfair. Du fragst auch mehr, als es die Karten erfordern.«
»Und es liegt an dir, diese Zusatzfragen zu beantworten.«
»Hmpf!«
Sie spielte mit ihm. Doch anstatt sich darüber zu ärgern, mochte er es. Mehr noch. Es machte ihn an. Diese Frau hatte Witz und Charme – genau so, wie er es liebte.
Bevor er sich versah, hatte Kaja den Würfel geschmissen und erhob sich.
»Hey!«, beschwerte er sich und vermisste bereits ihr angenehmes Gewicht.
»Die eine Runde ist vorbei!«
Er sah ihr traurig hinterher. In dem Moment, in dem sie sich hinsetzte, präsentierte der Würfel eine Sechs. Ihr Vorsprung baute sich kräftig aus. Doch das war nur Nebensache, denn ihr Glas landete abermals auf einem roten Feld.
»Ziehe etwas aus. Beachte: Doppelte Kleidungsstücke zählen als ein Kleidungsstück.«
Sie stutzte. »Hatten wir diese Karte nicht bereits?«
»Ich habe sie mehrfach im Stapel platziert. Oder meinst du, dass es ausreicht, wenn es in der gesamten Partie nur ein Kleidungsstück gibt, das ausgezogen werden muss?«
»Stimmt. Du hast recht. Das wäre armselig.«
»Eben.«
Kaja zögerte zunächst. Sie schien zu überlegen und sah an sich hinab. Daniel tat es ihr gleich. Sein Glück war, dass sie, wie sollte es anders sein, in den Sandalen keine Socken getragen hatte. Daher musste entweder ihr Rock oder das Top weichen. Was er sich mehr wünschte, konnte er gar nicht sagen. Beides würde seine Vorzüge haben.
»Na dann«, flüsterte sie mit einem unterschwelligen Zittern in der Stimme. Sie atmete laut ein und aus, als müsste sie für das, was als Nächstes kam, all ihren Mut aufbringen. Sie überkreuzte die Arme, griff den unteren Teil des Tops und zog es in einer fließenden Bewegung hoch und über ihren Kopf. Zum Vorschein kam ein beinahe makelloser Oberkörper, der nur oberhalb des Bauchnabels ein winziges Muttermal enthielt, sowie ein strahlend weißer BH. Er war glatt und glänzte seidig, während nur an den Unterseiten der Cups, die apfelgroße Brüste verbargen, ein dezenter Hauch von Spitze zu finden war. Daniel schnürte sich die Kehle zu. Er konnte nicht verhindern, dass er sie unverhohlen anstarrte.
»Meine Augen sind hier oben«, kicherte sie und legte schützend einen Arm über ihre Brust. Er riss sich zusammen und zwang sich dazu, ihr zumindest kurz in das gerötete Gesicht zu sehen. Erst, als er wieder zum Würfeln ansetzte, ließ sie den Arm sinken. Er sah das Weiß ihres BHs in den Augenwinkeln, dass ihn magisch anzuziehen schien.
Wie eine Fliege, die dem Licht nicht widerstehen kann.
»Eine Fünf«, sagte er heiser und schob sein Glas über die Spielstraße, bis er auf einem blauen Feld stoppte. Hastig hob er eine Fragekarte ab und las vor. »Hattest du schon einmal Tittenfick?«
Kaja prustete los vor Lachen. »Was ist das denn für eine Frage?«
Auch Daniel grinste, doch zweifelte er nicht an ihrer Berichtigung. Tittenfick war eine gängige Sexpraxis, warum sollte nicht nach dieser gefragt werden?
»Eine angebrachte«, gab er lässig zurück und war froh darüber, dass seine Stimme wieder einen normalen Klang angenommen hatte. »Und meine Antwort ist ja.«
Kaja verstummte sofort. »Was? Echt? Das musst du erklären!«
Er legte die Stirn verwundert in Falten. »Kennst du sowas nicht?«
»Doch, schon. Aber ich hatte sowas noch nie. Meine Titten sind dafür zu klein.«
Ihre derbe Sprache überraschte ihn. Daniel räusperte sich. Im Grunde hatte sie recht, ein schmächtiger Vorbau eignete sich nur bedingt dazu. Aber Kajas Brüste waren nicht so klein, wie sie behauptete. Auch mit ihnen konnte man es versuchen. In seinem Kopf explodierten Bilder von ihr und ihm, während er seinen Penis zwischen ihren Brüsten vor und zurück schob.
»Erzähl davon«, unterbrach Kaja den Ausflug ins Fantasiewunderland. Er schüttelte ablehnend den Kopf. »Das wollte die Karte nicht wissen.«
Sie stemmte mit gespielter Wut die Hände in die Hüfte, wobei ihre Brust etwas nach vorn geschoben wurde. »Freundchen, so haben wir nicht gewettet! Ich will das wissen!«
»Vergiss es!«, wiegelte Daniel ab. Er würde dabei bleiben. In seinem Kopf startete dennoch ein Film, der ihn einige Jahre zurück in das Bett seiner damaligen Lebensgefährtin katapultierte. Sie lag auf dem Rücken. Er kniete über ihr, so dass sein Hintern über ihrem Bauch schwebte. Seinen Penis hatte er zwischen die ausladenden Brüste Melanies geschoben, die sie wiederum mit den Händen zusammendrückte. Sie hatte ihren Kopf maximal in die Richtung des Geschehens gereckt, so dass sie jedes Mal, wenn sein Penis vorstieß, mit ihrer Zungenspitze die Eichel berührte.
»Du bist gemein«, beschwerte sich Kaja vehement. »Das ist so interessant.«
Daniel seufzte. »Solltest du in Zukunft etwas mehr verraten, werde ich es auch wieder machen. Es liegt an dir.«
Sie zog eine Schnute, nickte aber. »Okay.«
Sie nahm den Würfel und eröffnete die nächste Runde.

9.

»Eine Zwei …«, verkündete Kaja, die zunächst geknickt über die geringe Wurfausbeute war. Doch das Feld, auf das sie kommen würde, versprach mit seiner Rotfärbung einen pikanten Auftrag. Sie positionierte ihr Schnapsglas und nahm eine Karte auf. Noch während sie die ersten Wörter stumm überflog, machte ihr Herz einen freudigen Satz. Endlich würde sie auf ihre Kosten kommen.
»Bestimme einen Spieler, der ein Kleidungsstück deiner Wahl auszieht.«
Kaja grinste, Daniel hingegen wirkte schockiert, das verrieten zumindest seine aufgerissenen Augen.
»Soll ich meine Socken ausziehen?«, fragte er mit matter Stimme, die nicht darauf schließen ließ, dass er selbst an seinen Vorschlag glaubte. Kaja lachte und schüttelte langsam den Kopf.
»Ne ne, mein Lieber. Jetzt will ich mal etwas sehen!«
Ihr Blick glitt über seinen Körper und sie tat so, als betriebe sie intensives Brainstorming. Einen Moment verweilte sie auf seiner grauen Shorts.
»Hey, das Beste kommt zum Schluss«, versuchte er sein Schicksal abzuwenden.
»Keine Sorge«, antwortete Kaja und ihr Augen nahmen ein neues Ziel ins Visier. »Ich will zuerst dein Shirt fliegen sehen.«
Daniel zögerte einen Moment, als hätte er tatsächlich erwartet, dass sie sich erbarmen und seine Socken wählen würde, doch dann gab er sich einen Ruck. Er packte sein Shirt am Saum und war drauf und dran, es sich in einer fließenden Bewegung auszuziehen, da unterbrach Kaja ihn. »Hey! Nicht so schnell!«
Er legte die Stirn verwundert in Falten.
»Ich habe so lange darauf gewartet, dass du mal Haut zeigst, dass ich den Moment genießen will.«
Und das meinte sie ernst. Daniels Shirt verbarg etwas, das sie von Maik nicht kannte. Einen interessanten Körper, der sich mit ausgeprägten Konturen unter dem Stoff bemerkbar machte. Ihr Gegenüber war, und das stimmte Kaja glücklich, kein übertrieben aufgepumpter Bodybuilder. Doch schien er zumindest zu wissen, was in einem Fitnessstudio vor sich ging. Und so genoss sie die Show und sah, wie allmählich mehr und mehr Haut zum Vorschein kam, dann ein Bauchnabel, dem sich die Andeutung eines Sixpacks anschloss.
»Bin ich zu schnell?«, erkundigte sich Daniel, der sie unablässig beobachtete. Für den Bruchteil einer Sekunde fragte sie sich, ob sein kritischer Blick bedeutete, dass er sie für unangebracht fordernd, gar dominant, hielt. Aber das war ihr egal. Sie durfte, nein, musste auch einmal an sich selbst denken. All die Monate des sexuellen Verzichts hatten ihr Anstandsgefühl in eine Kiste gesperrt, die gut gesichert irgendwo in ihrem Hinterkopf verstaut war.
»Nein«, antwortete sie schließlich. »Das ist genau richtig.«
Dem Bauch folgte eine definierte Brust. Statt des krausen Haares, wie sie es von Maik kannte, verfügte Daniel nur über kurze Stoppeln, was auf eine Rasur schließen ließ, die nicht älter als zwei oder drei Tage war.
Ihr wurde heiß. Er gefiel ihr. Sie mochte seine Haut, seine dezenten Leberflecken. Fand Gefallen an dem hellen Braun seiner Brustwarzen, sowie der Tatsache, das unter seinen kräftigen Armen kein aus dem Ruder gelaufener Urwaldbusch wuchs. In dem Moment, als sein Kopf hinter dem Stoff verschwand und er für Sekunden blind war, ballte Kaja ihre Hand siegessicher zur Faust und biss hinein, um ein freudiges Jauchzen zu unterdrücken.
Daniel warf das Shirt unter den verschlingenden Blicken seiner Spielgefährtin zur Seite und sah sie verunsichert an, als erwartete er ein Urteil.
»Hot!«, bewertete Kaja glücklich. »Ganz anders als mein Exmann.«
»Das ist aber auch nicht schwer«, antwortete er bescheiden. Und obwohl er recht hatte, schien er nach ihrem Kompliment etwas gewachsen zu sein. Seine Haltung hatte sich verändert, die Verunsicherung war gänzlich gewichen. »Aber danke.«
Für einen Moment verweilte sein Blick auf ihrer Brust, dann griff er zum Würfel. Die fünf, die er warf, brachte ihm nichts ein, außer dass seine Spielfigur den Abstand zu Kajas etwas verkürzte. Sie war wieder an der Reihe.
»Eine Zwei«, knurrte sie und stellte ihre Figur auf ein Trinkfeld. »Wollen wir ab jetzt zusammen trinken, Herr Spielleiter?«
Daniel zuckte gleichgültig mit den Achseln. »Warum nicht.«
Einen Moment später stürzten sie ihre Liköre hinunter.
»Wenn das so weitergeht, ist mein Vorsprung bald dahin.«
»Na hoffentlich.«
Und tatsächlich zeigten sich nach seinem folgenden Wurf sechs Augen.
»Yes!«, rief er und klatschte begeistert in die Hände. Er schob die Figur vor und erreichte ein Aktionsfeld. »Nur noch drei Felder Unterschied!«
Kaja beobachtete zerknirscht, wie er eine rote Karte aufnahm und direkt vorlas. Sein Blick erhellte sich, dann schoss ihm das Rot ins Gesicht. »Küsse einen beliebigen Mitspieler!«
Ihr Herz stockte für einen Moment, ehe es mit freudigen Sprüngen durch ihren Brustkorb tobte. Habe ich mich verhört? Kann das sein? Sie kam aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Das war bisher die beste Aufgabe des Spiels.
»Die Karte hatte ich kommen sehen«, flüsterte er und legte sie zur Seite.
»Hätte mich überrascht, wenn nicht.«
Sie lächelte. Nur er als Spieldesigner wusste, was sich noch in dem Aktions- und Fragestapeln verbarg. Irgendwie war es unfair, dass er das Ausmaß des Spiels kannte, während sie in völliger Dunkelheit tappte. Doch ein kleiner Teil von ihr genoss das Wissen, dass er sie dadurch in seiner Hand hatte – und dieser Teil wuchs von Runde zu Runde.
»Also?«, fragte Kaja und zwinkerte ihm zu. »Ein Kuss muss geküsst werden.«
Daniel kicherte. »Diese Formulierung ist mir neu.«
»Aber sie stimmt. Soll ich zu dir kommen?«
Er zögerte zunächst, dann nickte er. »Auf deinem Hocker ist es mir zu eng.«
Sie umrundete den Tisch und ließ sich neben ihm auf dem Sofa nieder. Erst war zwischen ihnen eine Armlänge Platz, doch er gab sich einen Ruck und schloss zu ihr auf. Sie sah ihn erwartungsvoll an. Er hatte die Karte gezogen, also musste er die Initiative ergreifen. So hatte sie es für sich beschlossen. Zum Glück spielte er mit.
Sein Gesicht näherte sich dem ihren. Das Grün seiner Augen schien zu leuchten. Kurz bevor sich ihre Münder berührten, stoppte er und betrachtete sie. Dann passierte es. Sie legten wie ferngesteuert ihre Köpfe ein winziges Stück zur Seite und schlossen ihre Augen. Ihre Lippen trafen sich. Blitze flogen hin und her. Vermischten sich mit dem süßlichen Geschmack des Likörs. Wärme floss durch jede von Kajas Adern. Ihr Puls raste und auch seiner hatte sich beschleunigt, das konnte sie spüren. Daniel legte eine Hand auf ihren Rücken, die andere vergrub er in ihrem Haar. Sie tat es ihm gleich, strich über die nackte Haut seines Oberkörpers, während sich die Lippen beider einen Spalt breit öffneten und sich ihren Zungenspitzen berührten.
Er schmeckt nach Lakritz, dachte Kaja und wusste, dass es bei ihr nicht anders sein konnte. Der Kuss wurde intensiver, schneller, feuchter. Zwischen ihren Beinen kribbelte es erregt, überall in ihren Adern und Muskeln regierte eine verbrennende Hitze. Ihren Zungen tanzten miteinander. Er stöhnte leise. Sie genoss jeden Moment.
Wann hatte sie zuletzt ein solches Verlangen gespürt? Wann hatte sie ein Mann jemals derart in Wallung versetzt? Lag es an dem Spiel oder an Daniel, dass sie diesen Moment als den Erregendsten ihres Lebens empfand?
Seine Hand glitt über ihren Rücken, fand den Verschluss des BHs. Doch bevor er ihn öffnen konnte, drückte Kaja sich ein Stück zur Seite.
»Noch … nicht«, brachte sie hervor. Er stöhnte enttäuscht. Und so gern sie ihn weiter geküsst oder sonst was mit ihm angestellt hätte, so sehr forderte eine innere, fiese Stimme, ihn zappeln zu lassen, auch wenn es für sie selbst eine harte Prüfung darstellte. Also löste sie sich von ihm, sah ihn kokett in die Augen, genoss für einen Moment die kindliche Verwunderung in seinem Gesicht. Dann rückte sie ein Stück von ihm weg, sodass seine Hände, die ihren Rücken und beinahe den BH erobert hatten, neben ihm auf das Sofa fielen. Zwischen seinen Beinen zeichnete sich sein erigierter Penis ab, der den Stoff ordentlich spannte.
»Nicht so hastig«, hauchte sie verführerisch. »Nicht schummeln.«

10.

Das durfte nicht wahr sein!
Daniel zitterte vor Erregung. Und dann war da noch das Ding in seiner Hose, dass sich wie ein Hartmetallbohrer allmählich nach außen zu fressen versuchte. Der Kuss hatte ihn schmelzen lassen, dazu das Gefühl ihrer warmen Haut auf seinen Händen. Beinahe hätte er es geschafft, ihren BH zu öffnen und das zu sehen, was sich hinter dem Kleidungsstück verbarg. Aber Kaja spielte mit ihm. Sie hatte es auf ihn abgesehen. Auf Daniel, auf seinen Körper. Sie hätte es zulassen können, dass er sie entkleidete. Sie hätte das, was im Anschluss folgen würde, geschehen lassen können. Und doch hatte sie einen anderen Weg gewählt und hielt ihn hin – wie eine Katze, die mit ihrer Beute spielte, bis sie schlussendlich zum finalen Schlag ausholte. Er sehnte sich diesen Schlag herbei, mit allem, was er mit sich bringen würde.
Er beobachtete, wie sie den Würfel griff. Wie sie ihn über den Tisch springen ließ. Wie sich ihre Brüste dabei leicht bewegten. Sie bemerkte seinen Blick und feixte frech.
»Kannst du noch?«, lachte sie. »Oder brauchst du eine Pause?«
»Vergiss es!«, zischte Daniel, der sah, wie der Würfel eine Vier verkündete. »Jetzt will ich alles!«
Bei seinen letzten Worten zuckte ein hungriges Lächeln über ihre Lippen. Dann schob sie langsam ihre Spielfigur vor und kam auf einem leeren Feld zum Stehen. Ohne Zeit zu verschwenden, nahm er den Würfel auf.
»Zwei«, sagte er und bewegte das Glas auf eine rote Fläche. Hastig zog er eine Ereigniskarte und las einen bekannten Text.
»Ziehe etwas aus. Beachte: Doppelte Kleidungsstücke zählen als ein Kleidungsstück.«
»Wie oft kommt diese Karte eigentlich?«
»Oft«, antwortete Daniel. »Wenn viele Leute zusammen spielen, gibt es auch einiges auszuziehen.«
»Hm. Und?«
Während er überlegte, bemerkte er, wie Kajas Blick zunächst auf seinen Oberkörper lag und dann südlich seines Bauchnabels wanderte. Er verspürte eine große Lust, seine Hose abzulegen. Etwas von sich preiszugeben, erst recht, weil er darunter noch anderes trug. Er wollte dem Tiger vor sich einen Brocken zum Fraß anbieten. Dann kam ihm ein Gedanke. Auch er hatte die Macht, sie zappeln zu lassen. Auch er konnte ein Spiel spielen. Also fällte er eine Entscheidung, beugte sich hinab und zog die Socken aus. Mit einem frechen Grinsen ließ er sie, zwischen Daumen und Zeigefinger eingeklemmt, in der Luft baumeln.
»Wie langweilig!«, stöhnte Kaja. Ihr stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.
»Das ist die Retourkutsche zu eben!«
»Von wegen. Ich räche mich!«
Sie würfelte und schob ihr Schnapsglas fünf Felder vor.
»Eine Fragekarte«, murmelte sie und nahm eine blaue Pappe auf. »Hast du schon einmal Sperma geschluckt?«
Auf Kajas Wangen zeigte sich ein verlegenes Rot.
»Und?«, bohrte Daniel und imitierte sie dabei. »Hast du?«
»Hm«, sagte sie. Er erwartete bereits, dass die taffe Tigerin eine Antwort hinauszögern wollte, aber dann setzte sie fort. »Ja. Schon ein paar Mal.«
Das passt, dachte Daniel. Kaja hatte zwar ein unscheinbares Äußeres, das eher dem eines schüchternen Teenagers als einer selbstbewussten Frau glich, doch in ihr steckte mehr. Das erkannte er an dem Glimmen in ihren Augen und an der Art, wie sie mit ihm spielte. »Vor kurzem?«
»Diese Frage steht nicht auf der Karte.«
»Ich weiß. Smalltalk, Schätzchen.«
Sie überlegte. »Falls du dich nicht erinnerst: Ich hatte schon lange keinen Sex mehr. Also nein, nicht vor kurzem.«
»War es denn von Maik?«
»Hm«, sagte sie erneut. »Ja, ich glaube schon. Aber das muss zwei oder drei Jahre her sein.«
Für einen Moment stand Ekel in Kajas Gesicht geschrieben. Galt dieser Sperma im Allgemeinen oder der Tatsache, dass sie einst welches von ihrem Ex im Mund hatte?
»Steht er darauf?«
Sie grinste. »Gibt es einen Kerl, der nicht darauf steht?«
Daniel überlegte, kam aber zu demselben Schluss. »Aus meiner Sicht nicht, nein. Aber ich kann nicht für alle Männer sprechen. Wie ist es so?«
»Eigentlich voll eklig. Wie rohes Eiweiß, nur warm und glibberig. Hat irgendwie nen Touch von Maronen.«
»Maronen?«
Daniel prustete vor Lachen. »Also damit hätte ich jetzt nicht gerechnet.«
»Ist aber wirklich so. Kannst es ja selbst mal probieren!«
»Sicherlich nicht.«
Jetzt lachten beide. »Darauf einen Sonderschnaps?«, schlug Daniel vor. Sie nickte. Einen Moment später tanken sie. Er spürte seinen Kopf selig schwanken, der Alkohol hatte unlängst seine Wirkung entfaltet.
»Du bist dran«, sagte sie und reichte ihm das Spielgerät. Er würfelte eine Sechs.
»Bingo!«, rief er freudig und schob das allmählich klebrige Glas über das Spielfeld. »Dein Vorsprung schmilzt weiter!«
»Ist nur ne Momentaufnahme.«
»Nur noch vier Felder«, setzte er seinen Triumph fort.
»Lies lieber vor!«, forderte sie. Ihm wäre beinahe entgangen, dass er auf einem roten Bereich gelandet war. Sie grinste fies.
»Oh, auch diese Karte hatten wir bereits«, frohlockte er, die Stimme zitternd vor Vorfreude. »Jetzt habe ich dich!«
Kajas siegessichere Miene schmolz dahin, Daniels breites Grinsen schien sie zu verunsichern. »Was … was steht drauf?«
»Bestimme einen Spieler, der ein Kleidungsstück deiner Wahl auszieht.«
Jetzt hatte er sie. Er hatte den Tiger erlegt. Nun würde sie nichts mehr schützen. Sie wusste es, das sah er an ihren verunsichert hin und her huschenden Augen, die abwechselnd ihn und die Karte ansahen.
»Du weißt, was jetzt kommt?«, säuselte er. Kaja schwieg. Sie wusste es genau. »Weg mit dem BH!«
Sie biss sich auf die Lippen. Für einen Moment wirkte es so, als wolle sie sich zur Flucht aufmachen. Sie drehte ihren Oberkörper ein Stück in Richtung Tür, ob bewusst oder unbewusst vermochte er nicht zu deuten. Doch dann atmete sie tief aus, schloss die Augen und nickte. In einer langsamen Bewegung griff sie nach hinten und löste den Verschluss. Sofort erschlaffte der weiße Stoff und rutschte ein Stück herunter. Daniels Penis pochte erregt. Kaja hielt sich schützend einen Arm vor die Brust, während sie mit der freien Hand den BH abzog und zu Boden fallen ließ. Es hatte etwas Magisches, sie so vor sich zu sehen. So wunderschön, mit makelloser Haut und ohne störenden Stoff. Ihm gefiel ihre Unsicherheit, die Art, wie sie einen ihrer intimsten Körperteile zu schützen versuchte.
»Du kannst den Arm nicht die ganze Zeit so halten«, erklärte Daniel ruhig. Kaja biss sich abermals auf die Unterlippe, dachte nach und seufzte. Dann ließ sie den Arm sinken. Zum Vorschein kamen die schönsten Brüste, die er jemals gesehen hatte. Ob dies wirklich so war oder der Magie des Momentes geschuldet war, spielte in dieser Situation keine Rolle. Fakt war, dass ihre Brustwarzen klein und von einem zarten Braun waren, umgeben von einem schmalen Warzenhof. Wie gerne würde er sie berühren, sie sanft drücken und ihre Wärme spüren. Auch das Wesen in seiner Hose hatte ähnliche Gedanken und drückte sich gegen den Stoff.
»Zum Tittenfick zu klein, nicht wahr?«, riss sie ihn aus seinem Starren. Sie hatte ihr Lächeln wiedergefunden, wenn auch umgeben von einem ausgeprägten Rot, das einem soliden Sonnenbrand alle Ehre gemacht hätte. Er legte den Kopf schief und sah sie tadelnd an.
»Du nun wieder. Daran misst man keine schönen Brüste.«
» Titten sind Titten.«
»Du brauchst mehr Selbstvertrauen!«, sagte er eindringlich. »Wirklich, du solltest dir keine Sorgen machen. Sie sind wunderschön.«
Kaja lächelte verlegen und sah ihm in die Augen. »Danke.«

11.

Durch das angekippte Wohnzimmerfenster drang ein Windhauch hinein. Er strich über Kajas Haut und hinterließ ein angenehm kühles Kribbeln, das im krassen Gegensatz zu der Hitze stand, die sie in diesem Moment empfand.
Sie war nackt, zumindest teilweise. Daniel konnte ohne Hindernis ihre Brüste betrachten. Und obwohl sie eine leidenschaftliche Saunagängerin war und somit mit fremden Blicken klarkommen müsste, war es in dieser Situation etwas anderes. In der Sauna war jeder nackt, ob schön oder nicht. Es herrschte ein unausgesprochenes Abkommen darüber, die Menschen zwar wahrzunehmen, aber nicht anzustarren. Natürlich gab es auch dort Ausnahmen, doch hielten sich diese zumeist in Grenzen.
Aber hier, in Daniels Wohnzimmer, einer ihr bis vor kurzem fremden Umgebung, spielte Nacktheit eine entscheidende Rolle. Zumindest so lange, wie das Spiel andauerte. Das Anstarren mit erotischem Hintergrund war ein elementarer Bestandteil.
Kajas Gesicht brannte vor Scham. Die letzte Stunde war ein wahrhaftes Auf und Ab der Gefühle gewesen. Momente purer Lust und Selbstverwirklichung wurden durch schamvolle und peinliche Situationen abgelöst. Bisher hatte sich all das aber in Grenzen gehalten, doch mit dem Wegfall des BHs war das Spiel schärfer geworden. Zum Glück hatte Daniel richtig auf ihre Verunsicherung reagiert. Obwohl sie die Größe ihrer Brüste kaum beeinflussen konnte, war ihr B-Körbchen schon immer ein schwarzer Fleck in ihrem Wohlbefinden gewesen. Gut, ihre Oberweite hing nicht und hatten eine, wie sie fand, schöne Form. Doch etwas ausladender hätten sie gerne sein können. Um so angenehmer war es, dass ihr Gegenüber sie nicht mit enttäuschten Blicken malträtierte. Im Gegenteil. Er starrte sie unverhohlen an. Und in seinen Augen lag nichts Negatives. Sie enthielten eine animalische Gier – und diese stärkte ihr Selbstvertrauen.
»Würfelst du?«, fragte Daniel. Er lallte leicht. Der Likör tat das, was er tun sollte.
»Klar«, sagte Kaja und griff nach dem Spielgerät. Sie hielt einen Moment inne und sah ihn an. »Du glotzt ja richtig.«
»Es lohnt sich ja auch.«
Sie würfelte eine Drei und erreichte mit ihrem Glas ein Fragefeld. Sie nahm die Karte auf und schluckte. Die Frage hatte es in sich.
»Hattest du schon einmal Analsex?«
Sie sah Daniel in die Augen, er starrte erwartungsvoll zurück. Das Thema war mindestens genau so intim wie das Entblößen von Brüsten.
»Du musst die Frage nicht beantworten«, sagte er mitfühlend und schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln. Kaja winkte ab.
»Ich kneife nicht«, erklärte sie und versuchte Kraft auszustrahlen. »Regeln sind Regeln.«
»Das stimmt, aber auch diese können aufgeweicht werden.«
»Auch später in der App?«
Daniel lachte. »Nein, die App ist knallhart, der Code kennt kein Pardon. Aber in der Testphase ginge es.«
Sie schüttelte den Kopf. »Ich hatte bereits Analsex. Mehrfach sogar.«
Er nickte. »Auch mit deinem Ex?«
»Ja. Er hatte da einen Fetisch. Aber er hat es nicht allzu oft eingefordert.«
Daniel lachte. »Bestimmt das obligatorische Geschenk zum Geburtstag und Herrentag.«
»Nein, das war eher spontan.«
»Und …«, hakte er vorsichtig nach. »Magst du es?«
»Hm«, antwortete Kaja. »Es ist okay, denke ich. Mit der entsprechenden Vorbereitung. Von selbst würde ich es aber nicht vorschlagen. Hattest du schon? Also als aktiver Part?«
Daniel zögerte zunächst, als überlegte er, ob er diese Frage beantworten wollte, ohne dass das Spiel ihn dazu aufgefordert hatte.
»Ja, schon. Meine Ex Melanie war da sehr offen.«
Kaja lachte grunzend auf. »Im wahrsten Sinne des Wortes! Also stehst du drauf?«
»Schon. Aber nur, wenn der Partner Bock drauf hat. Wenn nicht und sie nur Zwang und Schmerz empfindet, törnt mich das eher ab als an.«
Sie nickte und glitt in ihrer Erinnerung zurück in das Schlafzimmer ihrer und Maiks alten Wohnung. Sonnenlicht flutete den in Pastellfarben eingerichteten Raum. Kaja kniete in dem breiten Bett, den Kopf und die Brust auf ein flaches Kopfkissen gestützt, unter das sie ihre Arme geschoben hatte. Ihren Po hatte sie in die Höhe gereckt, so dass Maik sich an diesem vergnügen konnte. Sie erinnerte sich an das Schmatzen des Gleitgels und das Gefühl seines Zeigefingers, der sich mit sanftem Druck auf ihren Anus legte und sich langsam seinen Weg ins Innere suchte. Er hatte den Finger vor und zurück geschoben. Schmerz hatte Kaja dabei nicht empfunden. Dieser kam erst, als er den Mittelfinger hinzunahm. Aber er hielt sich in Grenzen. Zwei Finger gingen noch. Als es dann ernst wurde, krallte sie sich in das Laken. Maiks Penis war nicht der Größte, aber unverhältnismäßig breit gewesen.
»Mehr Gel!«, hatte sie gefordert, als er versuchte, diesen in sie einzuführen. Nachdem er das Kühle Gleitmittel auf ihr Arschloch aufgetragen hatte, linderte es zumindest für einen Moment das, was sie empfand. Doch dann legte er den Penis erneut an und drückte. Langsam, aber unnachgiebig. Sie spürte deutlich, wie sein bestes Stück Millimeter um Millimeter tiefer eindrang. Sie stöhnte leise und biss sich auf die Unterlippe. Dann, als der Widerstand überwunden und die Eichel mit vollem Umfang eingedrungen war, stieß sie einen stummen Schrei aus.
Maik ging vorsichtig zur Sache, penetrierte sie mit kurzen Hüben, während seine Hände ihr Gesäß fest im Griff hatten. Regelmäßig gab er Spritzer Gleitgel hinzu.
»Darf ich schneller?«, keuchte er und obwohl Kaja es am liebsten bei dem Tempo belassen hätte, stimmte sie zu. Sie kannte Maik, er brauchte Geschwindigkeit, um zu kommen. Wenn er sie nur langsam fickte, würde der Schmerz nie vergehen. Wenn er jedoch zulegte, war ihr Unwohlsein zwar größer, würde aber ein baldiges Ende nach sich ziehen. So biss sie die Zähne zusammen, während er nicht nur schneller, sondern auch tiefer zur Sache ging. Und tatsächlich, es dauerte keine zwei Minuten, bevor er anfing zu stöhnen. Also ein jäher Urschrei das Schlafzimmer erfüllte und sein Becken ruckartige Stöße ausführte, war es geschafft. Er zog seinen Penis heraus und ließ sich auf die Seite fallen. Auch Kaja hatte sich gedreht. Maiks Sperma, so unglaublich heiß, lief dabei aus ihr heraus. Sie schob eine Hand zwischen ihre Pobacken und spürte das Pochen, das der Akt bei ihr hinterlassen hatte.
»Kaja?«
Daniel sah sie amüsiert an. »Träumst du?«
Sie schüttelte sich. »Ich war in Gedanken.«
Gänsehaut belegte ihre Arme. Doch entstand diese nicht aus Kälte oder Erregung. Vielmehr war sie ein Zeugnis von Ekel, der sie bei dem Gedanken an Sex mit Maik erfüllte. Hätte ich mich ihm nur nie so grenzenlos hingegeben, dachte sie frustriert. Es ist alles umsonst gewesen.
»Ich hatte gefragt, ob wir noch einen Schluck trinken wollen, bevor es weitergeht?«
Kaja sah ihn fragend an, dann kehrte ihr Geist ins Hier und Jetzt und zu ihrem Spiel zurück. »Klar, gerne.«
Sie tranken Likör. Daniel schmiss den Würfel und schob seine Figur Sekunden später ein mickriges Feld voran. Er stöhnte enttäuscht. »Wenigstens darf ich eine Karte ziehen.«
Er nahm eine Aktionskarte auf. Kaja beobachtete, wie er stumm las und mit den Lippen Worte formte.
»Laut vorlesen!«, forderte sie. Er lachte.
»Gerne!«
Er räusperte sich gekünstelt. Das Lächeln, das über seine Lippen flog, verhieß nichts Gutes. »Alle Spieler ziehen etwas aus.«
Kaja sah an sich hinab. Sie trug nur noch ihren Rock und Unterwäsche. Daniel hatte kaum mehr am Leib. Entschlossen und mit einem siegessicheren Gesichtsausdruck stand er auf und zog sich ungeniert seine Hose hinunter. Darunter kam, oh Überraschung, eine weitere, schwarze Shorts zum Vorschein, hinter der sich die Konturen eines erigierten Penis abzeichneten. Kaja grinste neugierig, während sie sein bestes Stück betrachtete. Er bemerkte, wie sie ihn anstarrte. Sie musste die Situation überspielen und zwang sich zu einem munteren Lachen. »Wer trägt bei diesen Temperaturen Boxershorts?«
»Na, ich!«, gab er knapp zurück. »Und nun du!«
Sie warf ihm einen bösen Blick zu. Aber sie hatte keine Wahl. Sie stand langsam auf, löste zwei Knöpfe auf der Vorderseite des fliederfarbenen Rockes und spürte sofort, wie die Spannung um ihre Hüfte nachließ. Der Stoff glitt von allein an ihr herunter und offenbarte nackte Haut, sowie einen weißen Tanga mit viel Spitze. Hastig setzte sie sich wieder hin, während Daniel sie mit Blicken verspeiste. Nun war sie fast vollständig entkleidet. Zudem näherte sich das Spiel dem Ende, denn die Figuren hatten einen beträchtlichen Teil des Weges bereits hinter sich gelassen. Wie passend, dachte sie. Nicht nur klamottentechnisch stand bald das Finale an. Sie zählte zwischen ihrer und seiner Spielfigur einen Abstand von sechs Feldern. Mit etwas Glück würde sie diesen über die Ziellinie bringen können. Aber bis dahin konnte, und das bezeugten einige rote und blaue Spielfelder, noch vieles passieren.

12.

Daniels Glied pulsierte vor Lust. Nun saß ihm Kaja beinahe vollständig entkleidet gegenüber. Er betrachtete gierig ihre Brüste, die so wunderschön und verlockend waren. Weiter unten schützte lediglich ein winziges Stückchen Stoff ihr intimstes Heiligtum vor seinen Blicken. Wäre das Leben ein Comic, würden ihm das Herz aus der Brust springen und Speichel aus dem Mund laufen.
Mit vor Erregung zitternder Hand ergriff er den Würfel und ließ ihn mehr schlecht als recht über den Tisch holpern. Er zeigte eine Fünf. Bingo. Ein guter Wurf.
»Ähm«, unterbrach Kaja ihn, als er seine Spielfigur vorwärts schob. »Du bist nicht dran.«
Daniel legte die Stirn in Falten. Dann überkam es ihn. Er hatte doch erst gewürfelt. »Sorry«, murmelte er kleinlaut und schob sein Glas auf die alte Position zurück. Sie lächelte ihn aufreizend an.
»Das Blut ist wohl nicht mehr in deinem Kopf, was?«
Dabei nickte sie in Richtung seiner Boxershorts. Erst in diesem Moment wurde ihm bewusst, wie deutlich sich sein Speer gegen das Gefängnis aus Stoff zur Wehr setzte.
»Öhm«, stammelte er und errötete. Kaja lachte. Ihr gefiel es offenbar, wie sie ihn mit ihrem Körper um den Verstand brachte. Daran bestand kein Zweifel. Er beschloss, mit offenen Karten zu spielen. »Natürlich ist das Blut woanders. Du bist einfach wunderschön.«
»Danke«, kicherte sie und wirkte gerührt. Sie offenbarte ein herzliches Lächeln, das sich nicht nur auf ihren Lippen zeigte, sondern auch in ihren Augen. Langsam nahm sie den Würfel auf und ließ ihn auf den Tisch fallen, ohne dabei den Blick von Daniel zu lösen. Anschließend schob sie ihre Spielfigur drei Felder vor. Er stöhnte enttäuscht, als sie lediglich auf einem Trinkfeld zum Stehen kam. »Wie langweilig.«
Sie tranken. Und synchron zum Spiel würde der Trinkspaß bald enden, denn die Flasche war so gut wie leer. Also würfelte er, ohne Zeit zu verlieren, während Kaja gierig den Kopf in den Nacken warf, um auch den letzten Tropfen aus dem Glas zu kriegen. Dabei wackelten ihre Brüste, was ihn so sehr ablenkte, dass er das Spielgerät neben den Tisch schmiss.
»Boden brennt!«, wiegelte sie die Sechs ab, die sich im Anschluss zeigte. »Noch einmal!«
»Du willst nur nicht, dass ich gewinne.«
»Wie kommst du denn darauf?«
»Dein fieses Grinsen verrät es mir.«
Kaja wirkte pikiert. »Das ist kein fieses Grinsen. Nun mach endlich!«
Daniel tat, wie ihm geheißen. Eine Zwei.
»Yes!«, freute sie sich über die schwache Ausbeute. »So wird das nichts, mein Lieber!«
Tatsächlich lag er sieben Felder zurück und selbst eine gute nächste Runde würde an ihrer Führung nichts mehr ändern können. Schlimmer noch. Wenn sie mindestens eine Fünf würfelte, hatte sie gewonnen. Die Spielstraße war zu Ende. Er schluckte, schob die Figur vor und erreichte ein rotes Feld. Wenigstens das, dachte er und zog voller Erwartung eine Karte. Und diese enttäuschte ihn nicht.
»Eine Person deiner Wahl setzt sich auf deinen Schoß. Ihr küsst euch.«
»Na, für wen entscheide ich mich wohl«, lallte er und sah sich fragend zu allen Seiten um. »Hm. Ich nehme … Kaja!«
Die Auserwählte griente verlegen. »Ich? Damit hätte nun keiner gerechnet.«
»Tja. Was wäre das Leben ohne Überraschungen?«
Sie lachte und stand auf. »Arsch!«
Mit federnden Schritten kam sie um den Tisch und blieb vor ihm stehen. Sie sahen sich an. Dann betrachtete er ihre Brüste, ihren Bauchnabel, die sachten Abdrücke in der Haut, die der Saum des Rockes hinterlassen hatte und den Tanga, dessen Stoff so dünn war, dass man durch ihn die Schamlippen erkennen konnte.
Sie verschlang ihn ebenfalls mit Blicken. Erst seine Augen, im Anschluss die Brust, seinen Bauch, die Boxershorts … Dann setzte sie sich in einer fließenden Bewegung auf seinen Schoß, Gesicht an Gesicht. Ihre Haut war heiß, ihr Duft fruchtig. Er stöhnte auf, sie atmete tief und langsam. Sein Penis drückte mit aller Kraft nach oben und sie spürte das, da war er sich sicher.
»Du hast da was«, hauchte sie und machte mit der Hand eine flüchtige Bewegung in Richtung seines Beckens, stoppte jedoch. Wie sehr er sich wünschte, dass sie ihn endlich berühren würde.
Dann trafen Daniels und Kajas Lippen aufeinander. Ein Feuerwerk explodierte in seinem Mund. Denn es war nicht nur ein kurzes Aufeinandertreffen von Haut, nein, es war alles und viel mehr. Ihre Zungen rangen miteinander, während sich die Körper aneinanderpressten. Brust an Brust, Bauch an Bauch, Becken an Becken. Wärme wechselte von einem Leib in den anderen, das Wohnzimmer war erfüllt von leisem Schmatzen und Stöhnen.
Daniels Hände glitten an ihrem Rücken herunter bis hin zu ihrem Po. Er griff zu, nicht doll, aber stark genug, um seinen Drang nach Sex deutlich zu machen. Die Zeit verging, der Kuss jedoch nicht. Kaja vergrub ihre Finger in seinen Haaren. Es war wundervoll. So wundervoll, dass er den Stoff des Tangas packte und ein Stück herunter drückte. Sie machte Anstalten, dies zu unterbinden, und löste ihre Hände aus seinen Haaren. »Das … Spiel«, stöhnte sie.
»Scheiß auf das Spiel!«, keuchte Daniel, dem es alles abverlangte, die Fassung zu bewahren und nicht vor Geilheit zu zergehen.
Mit einem Ruck drehte sich Kaja in Richtung Tisch, griff den Würfel und pfefferte ihn ans andere Ende des Raumes. Dann wischte sie ihre Spielfigur mit einer fahrigen Bewegung ins Ziel.
»Gewonnen«, stöhnte sie und presste ihm einen feuchten Kuss auf. Sie stand auf, packte seine Hand und riss ihn mit sich. Er wusste nicht, wie ihm geschah. Er wollte protestieren, doch sein zweites Gehirn schob ihm hastig einen Riegel vor. Es hatte recht. Daniel würde Kaja nicht an dem hindern, was sie mit ihm vorhatte.
»Wo ist dein Schlafzimmer?«, hauchte sie, während sie ihn durch das Wohnzimmer zog. Dem Alkohol und der Aufregung sei Dank stolperte er ihr tölpelhaft hinterher und stieß mit der Schulter gegen die halb geöffnete Tür.
»Rechts raus«, beantwortete er ihre Frage, doch da hatte sie unlängst die richtige Richtung eingeschlagen. Daniel war wie verhext. Am liebsten würde er sich kneifen, um zu prüfen, ob es sich bei dem, was gerade passierte, nur um einen fantastischen Traum handelte. Doch da fiel sein Blick ihren Rücken hinab auf ihren Po, der ihn mit jedem ihrer Schritte mehr und mehr hypnotisierte. Nein. Selbst, wenn es nur ein Traum war, so würde er ihn zu Ende träumen, komme da, was wolle.
Im Flur war es stockfinster. Kajas Körper wurde von der Nacht verschluckt. Nur der weiße Stoff des halb heruntergezogenen Tangas schimmerte hindurch und fungierte als eine Art Leuchtsignal, dem Mann folgen konnte.
Kaja öffnete die Tür des Schlafzimmers und zog Daniel hinein. Dann drehte sie sich in voller Bewegung zu ihm um, schlang ihre Arme um seinen Oberkörper und küsste ihn. Zungen umspielten einander, Hitze wurde ausgetauscht. Mit sanftem Druck schob er sie in Richtung seines Doppelbettes mit der ordentlich gemachten Bettdecke, die vom Mond, der mit all seiner Macht durch das Fenster schien, in silbriges Licht getaucht wurde.
Kaja stieß mit den Unterschenkeln gegen das Bettgestell und ließ sich langsam nach hinten fallen, während Daniel sie abfing. Sie lag auf dem Rücken, ihre Beine hingen halb über die Bettkante hinaus. Er schob eine Hand zwischen ihre Schultern, die andere unter ihren Po. Dann hob er sie in einer kräftigen Bewegung an und drückte sie nach vorn, sodass ihr Kopf bequem auf seinem Kissen Platz fand. Ihre Atmung ging schnell und er roch Lakritz, dem Likör sei Dank.
Er stützte sich über sie, während sie sich abermals in einen intensiven Kuss vertieften. Ihre Brüste berührten seine Brust. Er presste sein Becken auf das ihrige. Sie atmete laut aus, als stellte dieser Moment das magische Überschreiten einer unsichtbaren Grenze dar. Auch Daniel stöhnte. Erst recht, als Kaja ihre Finger in den Stoff seiner Shorts krallte.
»Weg damit!«, flüsterte sie und zog ihm in einer hastigen Bewegung die Hose so weit hinunter, dass sie auf Höhe der Knie hingen blieb. Feurige Luft begrüßte seinen Penis, der vor Aufregung zuckte. Jetzt ist der Moment gekommen, dachte er, stemmte sich auf die Knie und packte den Saum des Tangas. Es war ein Kinderspiel, ihr das letzte Stück der verbliebenen Kleidung vom Körper zu ziehen. Sie ließ es geschehen. Und dann lag sie nackt vor ihm. Er hatte es endlich geschafft. Für den Bruchteil einer Sekunde betrachtete er sie von oben bis unten. Als er ihre Muschi ansah, geschmückt mit einem fein getrimmten Schamhaarstreifen, überkam ihn ein Impuls. Er beugte sich hinab und begann, mit der Zunge ihre Schamlippen und den Kitzler zu verwöhnen. Kaja stöhnte wollüstig und vergrub eine Hand in seinen Haaren. Es schmerzte, als ihre Fingernägel über seine Kopfhaut kratzten, doch störte es ihn nicht. Im Gegenteil. In Kombination mit ihren Lauten der Lust trieb es ihm zu Höchstleistungen an und ließ seine Zunge ihre Magie ausspielen.
Es war einfach wundervoll. Er schwebte im siebten Himmel und genoss jede Sekunde, ihren Geschmack, das silbrige Licht des Mondes. Schlichtweg alles. Er liebte es, ihr einen unvergesslichen Moment zu bescheren.
Plötzlich zog sie ihn zu sich hoch. Er verstand sofort, beugte sich über sie und bevor er sich versah, berührte sie seinen Penis. Eine Woge der Geilheit schoss durch Daniels Körper und hinterließ nichts als kochendes Blut. Dann umschloss sie sein bestes Stück sanft mit einer Hand und führte ihn an sich heran.
»Kondom?«, stöhnte er.
»Pille«, antwortete sie knapp. Als seine Eichel Kajas Haut berührte und zielgerichtet von ihr zwischen ihre Beine gesteuert wurde, startete sein Motor. Er führte seinen Penis ein und verfiel direkt in rhythmische Bewegungen. Nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam. Und obwohl er sie erst seit wenigen Stunden kannte und es in diesem Moment ihr gemeinsames, erstes Mal war, harmonierten sie gut miteinander. Seine und ihre Bewegungen passten zusammen und ergänzten sich. Es war so vertraut, so eingespielt und doch neu und aufregend.
Sie verloren sich in ihrer Leidenschaft. Das Gefühl blanker Ekstase breitete sich in seinem Körper aus und er war sich sicher, dass Kaja genau so empfand. Sie vergrub ihre Fingernägel in seinen Pobacken, was ein angenehmes Stechen durch sein Gesäß jagte. Seine Nachbarin schien es zu mögen, den Sexualpartner mit leichten Schmerzen zu bedenken. Ihm war es nur recht. Er erhöhte ebenfalls die Intensität und stieß etwas stärker und tiefer zu. Kaja quittierte seine Leistung mit einem anschwellendem Stöhnen. Dann, nach vielen weiteren Stößen, ging ihre Atmung schneller. Abermals verstärkte sie den Griff um seinen Hintern und übernahm die Kontrolle, in dem sie begann, seine Stoßbewegungen zu steuern.
Sie steht kurz vor dem Orgasmus!, verstand er und gab sich ihrer Führung vollends hin. Sie zwang ihn, härter und in einem schnelleren Takt zuzustoßen. Ihr Oberkörper versteifte sich. Plötzlich drückten sich ihre Beine an seinen Körper, sie stöhnte laut auf und presste sein Becken so fest gegen das ihrige, das eine fortlaufende Bewegung fast unmöglich war. Aber auch nur fast. Während Kaja ihren Höhepunkt erreichte, arbeitete er weiter, nicht mehr so schnell und hart, aber konsequent. Dann erschlaffte ihr schweißnasser Körper und sie ließ sich tief in das Kissen sinken. Nach ein paar Sekunden verharrte er über ihr und küsste sie. Doch fertig war er noch lange nicht. Nachdem er ihr einen Moment zum Durchatmen gegeben hatte, stemmte er sich wieder auf die Knie. Sein Glied wurde von der kühlen Luft des Schlafzimmers empfangen. Kaja sah in abwartend an. Er legte die Hände in ihre Kniekehlen, führte die Beine zusammen und presste sie gegen ihren Oberkörper. Ihr Gesäß reckte sich dabei schutzlos in seine Richtung.
»Halt sie fest!«, kommandierte er und bedeutete ihr, die Beine mit den Händen in der Position zu bewahren. Sie tat es. Er beugte sich hinab und bearbeitete sie ein zweites Mal mit der Zunge, nur das er jetzt wilder zur Sache ging. Dann führte er seinen Penis wieder ein, stütze sich über sie und setzte sich in Bewegung.
Er liebte diese Stellung. Lange würde es nicht mehr dauern, bis er kam. Auch Kaja musste dies an seinem intensiveren Stöhnen bemerkt haben. Und dann bahnte sich sein Höhepunkt endgültig an. Sperma wurde mobilisiert und ergoss sich in pulsierenden Schüben in die schönste Frau, die er jemals gesehen hatte.

13.

Kaja lag auf der Seite und starrte aus dem Fenster, an dessen oberer Kante der Mond in voller Pracht am Himmel stand. Daniel hatte sich als großer Löffel dicht an sie geschmiegt und atmete leise in ihr Ohr. Sie wusste nicht, ob er schlief oder wie sie hinaus schaute. Aber das war auch nicht wichtig. Auch so war der Moment perfekt. Das Gefühl seiner nackten Haut und der von dieser ausgehenden Wärme ließ sie in seliger Ausgeglichenheit zurück. Sie musste lächeln, als ihr bewusst wurde, wie ein hartnäckiger Draht, der aus einem Maschendrahtzaun hervorlugte, sie und Daniel zusammengebracht hatte. Würde Kaja es jemandem erzählen, würde sie wahrscheinlich nur in ungläubige Gesichter starren.
Der Abend mit ihrem neuen Nachbarn hatte etwas in ihr bewegt. Obwohl sie in diesem Moment nicht sagen konnte, ob sie sich in ihn verliebt hatte oder überhaupt verlieben wollte, wusste sie wenigstens, dass ihr Leben nicht so schlecht war, wie sie es in ihrer an die Wand gefahrenen Ehe lange gedacht hatte.
Daniel schnarchte leise. Er schlief also doch, einen Arm fest um sie geschlungen. Sie genoss das Gefühl, von ihm beschützt zu werden. Empfand es als angenehm, dass seine Hand dabei auf einer ihrer Brüste ruhte. Selbst das Gefühl der Nässe zwischen ihren Beinen, das ein Überbleibsel seines Spermas war, blendete sie aus. Sie war glücklich. Sie war eine Frau. Eine Frau, die all ihren Mut zusammengenommen und Neues ausprobiert hatte. Etwas, das sie nur wenige Tage zuvor für absolut unmöglich gehalten hätte.
Sie hatte sich auf einen ganz und gar fremden Mann eingelassen. Hatte ihm dabei viele intime Details sowie ihren Körper preisgegeben. Hatte von Gefühlen, Neigungen und Erfahrungen berichtet, die sie selbst ihrer besten Freundin nicht erzählt hatte. Und am wichtigsten: Sie hatte es fertig gebracht, mit ihm zu spielen, ihm ihre wilde und selbstbewusste Seite zu zeigen. Dieses Wissen verlieh ihr eine große, innere Kraft. Und diese würde sie in den nächsten Wochen und Monaten brauchen. Denn es galt, ein gemeinsames Leben mit Maik auseinanderzudividieren, Besitztümer aufzuteilen, Finanzen zu regeln, Freunde und Familienmitglieder über das Scheitern ihrer Ehe aufzuklären. Es würde unzählige Fragen geben, viele Emotionen und Arbeit mitsamt schwierigem Papierkram. Doch am Ende würde sie gestärkt aus dieser Zeit hervorgehen.
Daniel schnarchte erneut. Seine Hand bewegte sich kurz und er nuschelte etwas, das sie nicht verstand. Sie lächelte. Egal, wie schwer es werden würde, sie war eine starke Frau. Und sie war nicht allein.

ENDE

Ich hoffe, dass dir Kajas Story gefallen hat – es war mir eine Freude, sie aufzuschreiben 🙂

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Matschy
Matschy
Gast
6 Monate vor

Diese Geschichte war echt schön zu und angenehm lesen.
Ach ja, geil war sie auch 😃

HSVFCA
Author
10 Monate vor

Die Steigerung in der Geschichte war definitiv sehr gut gelungen, am Schluss fehlten mir ein wenig mehr Details zum eigentlich Akt.
Ansonsten toll geschrieben.

CarstenWRSSG
Author
10 Monate vor

Für meine Begriffe wahnsinnig gut geschrieben, Respekt! Knisternde Spannung die bei mir gutes Kopfkino erzeugt …, ja, ich kam nicht umhin Hand anzulegen 😉

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