Blind-Date in München – Teil 4

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Danke für eure Mühe mit dem Feedback zu Teil 3 von “Blind-Date in München”, sowohl für Lob als auch für eure konstruktive Kritik. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind ausdrücklich nicht gewollt und rein zufällig. Für das Lesen der Fortsetzung – Teil 4 – wünsche ich euch mit allem, wozu euch die Geschichte inspiriert, viel Freude :-))))) LG Lisa 🙂
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Die Hitze im türkisfarbenen Wasser schien die kühle Münchner Nachtluft völlig zu verdrängen. Florians Keuchen wurde von Minute zu Minute heftiger und Elenas Stöhnen nahm auch stetig zu. Das Vorspiel der beiden, das sich während der Annäherung im Infinity-Pool vor der romantischen Gründerzeit-Villa in Pasing entwickelt hatte, war von einer Dynamik geprägt, die keinen Raum für Zweifel ließ. Florian hielt Elena fest und hatte sich an ihre Hüften gepresst, während ihr geschmeidiger Körper im Takt der sanften Wellen mit seinem zu verschmelzen begann. Er spürte jeden einzelnen Muskel ihres Rückens unter seinen Fingern und jeder ihrer tiefen Atemzüge vibrierte direkt an seiner Brust.
„Florian … genau so“, hauchte Elena. Ihre Stimme war nur noch ein heiseres Flüstern im fahlen Mondlicht.
„Du siehst zum Anbeißen scharf aus“, hauchte Florian, dessen Blicke sich an Elenas kleinem Busen festgesaugt hatten, an dem ihre Piercings frech funkelten. Den Kopf hatte sie weit in ihren Nacken zurückgelegt und ihre nassen Haare klebten an ihren Schultern, während sie sich ganz auf das intensive Gefühl der Schwerelosigkeit im Pool einließ. Elenas blinde Augen waren geschlossen und ihre Lider verbargen die entstellten Blicke, die Florian im Gegensatz zu dem Grabscher Heitzfeldt schnell so akzeptiert hatte, wie sie bei Elena waren. Elena hatte früh gelernt, ihr Leben in einer Welt, die von vielfältigen taktilen und akustischen Wahrnehmungen bereichert war, in vollen Zügen zu genießen. Sich in ihrer Welt selbstsicher zurechtzufinden und autark bewegen zu können, war ihr Markenzeichen. Für das, was zwischen den beiden in dieser Nacht begonnen hatte, stellte Elenas Blindheit für keinen der beiden Liebenden ein Hemmnis dar. Die bisher bei beiden auf homosexuellen Sex ausgerichteten Neigungen hatten nach dem Zwischenfall mit Heitzfeldt eine von Sympathie befeuerte Neugier geweckt, die den weiteren Verlauf des Geschehens bestimmte. Jede Faser von Elenas Körper war im höchsten Maße wach, empfänglich und fordernd, während sich ihre beringten Hände in Florians breiten Schultern krallten. Beide sehnten sich nach dem Akt der Vollendung, nach der absoluten Vereinigung und Verschmelzung ihrer erregten Körper.
„Du siehst auch zum Anbeißen aus“, raunte Elena, die Florian mit ihren Fingerkuppen so ansah, wie er sie mit seinen Augen sah. „Das, was du von mir auf deine Art siehst, macht dich hoffentlich genauso cool an wie das, was ich von dir schon sehen kann“, sagte Elena, die dabei war, sich Schritt für Schritt Florians vor Erregung bebende Nacktheit nun ganz genau anzusehen.
„Ich kann… mich nicht mehr zurückhalten“, stöhnte er raunstimmig an ihrem Hals und seine Lippen saugten sich dabei noch intensiver an Elenas Haut fest. Dort hinterließen sie eine brennende Spur des Verlangens und ein wildes Prickeln staute sich in Florians Lenden. Es breitete sich wellenartig in seinem gesamten Körper aus. Seine Bewegungen wurden intensiver und sein Herz öffnete sich, vom Instinkt der Evolution motiviert, ganz weit für Elena. Die Intensität, die sich trotz seines maskulinen Wesens in femininer Zärtlichkeit ausdrückte, hatten weder Florian noch Elena jemals zuvor erlebt. Die Berührung mit einer Frau – mit dieser, seiner Traumfrau – weckte in Florian eine neue Dimension von Leidenschaft. Er spürte die feuchte Hitze unter der Wasseroberfläche. Das rhythmische Klatschen der Wellen gegen die glatte Kante des Infinity-Pools und das unaufhaltsame Anschwellen einer Erregung, die ihn völlig zu überrollen drohte, erinnerten ihn an Geräusche von fickenden Heteros in Pornoclips.
„Halt dich nicht zurück“, forderte Elena ihn keuchend auf, während sie ihr Becken noch enger gegen seines drängte. „Lass es einfach geschehen. Spür mich.“
Mit einem letzten, kraftvollen Rhythmus brach die Welle über ihnen zusammen. Florian stieß einen tiefen, befreiten Naturlaut aus, während sich seine Muskeln am gesamten Körper maximal anspannten. Gleichzeitig erzitterte Elena in seinen Armen. Ein intensiver, langgezogener Schauer durchlief ihren schmalen Körper. Sie presste sich mit einer letzten, fast schmerzhaften Gier nach Lust an ihn, während das warme Wasser ihren heftig pulsierenden Körper umspülte. Für einige Sekunden schien die Welt um die verfallene Klavierbauer-Villa komplett stillzustehen. Nur das heftige Atmen der beiden durchschnitt die nächtliche Stille in Laim, einem Stadtgebiet, das sich kurz vor der Jahrtausendwende von Pasing-Obermenzing als Nobelviertel abgespalten hatte.
Langsam, als das wilde Hämmern nicht nur ihrer leidenschaftlich pochenden Herzen sich allmählich beruhigte, lösten sich ihre Körper voneinander. Erschöpft, aber mit einem tief befriedigten Lächeln auf den Lippen, glitten sie nebeneinander an den glatten Beckenrand. Florian legte seine schweren Arme auf die geflieste Kante und ließ seinen Blick über das dampfende, türkisfarbene Wasser schweifen, das im Mondlicht glänzte. Elena lehnte sich eng an seine Seite. Ihr Kopf ruhte auf seiner nassen Schulter und ihr Atem wurde langsam wieder flacher.
„Das … war das Verrückteste und Schönste, was ich je erlebt habe“, brach Florian schließlich das Schweigen. Seine Stimme klang belegt, aber unendlich glücklich. Er drehte den Kopf zu ihr und küsste sanft ihren nassen Haaransatz. „Vor ein paar Stunden hätte ich niemals gedacht, dass ich jemals hier ankommen würde. Und erst recht nicht, dass ich mich mit dir so … vollständig fühlen könnte.“
Elena lächelte weich. Ihre Hand wanderte unter Wasser zu seinem Oberschenkel, wo sie sanfte Kreise zog. „Du hast dir selbst erlaubt, die Schubladen im Kopf zu vergessen, Florian. Das ist es, was sich so gut anfühlt. Du hast dich nicht gefragt, was du sein solltest, sondern einfach gefühlt, was du willst.“
Florian dachte einen Moment nach und blickte zu den efeuumrankten Mauern der alten Villa hinauf. „Ja, du hast recht. Ich hatte immer diese feste Vorstellung, stockschwul in einen Körper geboren worden zu sein, der nur für Sex mit Männern taugt. Doch dann kommst du und wirbelst in ein paar Stunden alles in mir auf. Wirfst alles über den Haufen und zeigst mir eine Zärtlichkeit, die ich so gar nicht kannte. Blockiert von der anfänglichen Angst, dich wegen deiner Blindheit mit falsch gewählten Worten zu verletzen, hätte ich uns fast alles vermasselt. Nur weil ich dachte, ich müsste dich vor mir oder was weiß ich vor was beschützen.“
Elena lachte leise auf – diesmal war es ein warmes, vertrautes Geräusch. „Ich brauche keinen Beschützer, das weißt du jetzt. Aber ich genieße es, wenn jemand so feinfühlig mit mir umgeht wie du. Du hast mir die Führung überlassen, wo es nötig war, und hast sie wiedergenommen, als wir beide es wollten. Das ist selten bei Männern. Die meisten wollen sich nur beweisen.“
„In meiner Vergangenheit wollte ich mich an den allermeisten Stellen, vielleicht auch dummerweise, noch nie beweisen“, erwiderte Florian leise und nahm ihre Hand unter Wasser fest in seine. „Das ist jetzt plötzlich alles ganz anders, weil ich erst jetzt weiß, was ich wirklich will. Dir will ich auch in Zukunft nämlich einfach nur ganz nah bleiben. Wie geht es jetzt eigentlich mit uns weiter? Ich meine … verändert sich jetzt alles für dich und für mich?“
„Es verändert sich nur so viel, wie wir es zulassen werden“, raunte Elena und hob ihren Kopf, um blind verliebt in Florians Gesicht zu lächeln. „Du musst dich für morgen nicht neu definieren. Genieß doch einfach nur das Gefühl, dass sowohl deine als auch meine Welt heute Nacht viel farbiger, vielleicht so bunt schillernd wie zwei Regenbögen, die sich gesucht und gefunden haben, und viel aufregender als vorher für uns beide geworden ist.“
Florian spürte, wie eine tiefe Zufriedenheit von ihm Besitz ergriff. Das laute Klopfen seines Herzens war einem ruhigen, warmen Rhythmus gewichen. Zusammen blickten sie in die Dunkelheit des verwilderten Gartens, während das warme Wasser des Pools sie sicher vor der kühlen Münchner Nacht schützte.
Die ersten Sonnenstrahlen des neuen Morgens brachen sich in den staubigen Fenstern der Feuerwache, als Florian Sonnenschein in seiner frisch gewaschenen Dienstkleidung den Aufenthaltsraum betrat. Er fühlte sich müde, aber in seinem Inneren brannte ein unerschütterliches neues Selbstbewusstsein. Die Nacht in der Klavierbauer-Villa, die intensive Erfahrung mit Elena und das Aufbrechen all seiner alten Denkschubladen hatten ihn verändert. Er war nicht mehr der verklemmte, unsichere Feuerwehranwärter von gestern.
„Na, sieh mal an, wer da endlich antanzt!“, dröhnte die Stimme von Leon Heitzfeldt durch den Raum. Der Zugführer saß breitbeinig am Kopfende des Tisches, einen Kaffeebecher in der Hand, umringt von der versammelten Mannschaft der Frühschicht. Ein schmieriges, hämisches Grinsen lag auf seinem Gesicht. „Unser kleiner Flori … Sag mal, hat dich die scharfe Blinde gestern Nacht eigentlich noch als Blindenhund missbraucht? Oder hast du selbst noch rechtzeitig gemerkt, dass bei so einer Kampflesbe Hopfen und Malz verloren ist und sich solche Schlampen nicht mal gerne hart ficken lassen?“
Ein paar der älteren Kollegen stimmten in sein dumpfes Lachen ein. Doch Florian blieb völlig ruhig. Er steuerte gelassen auf die Kaffeemaschine zu, goss sich eine Tasse ein und drehte sich dann langsam zu Heitzfeldt um. Den direkten Blick des Zugführers suchte Florian ganz bewusst und fixierte ihn mit seinen Augen. Wie ein Hypnotiseur hielt er Heitzfeldts Aggression wie ein Granitblock dem Hammer einer Steinmetzin stand, die ihn mit Schweiß auf der Stirn zu einem Grabstein umzuformen gewillt war.
„Eigentlich, Herr Hauptbrandmeister“, begann Florian mit einer Stimme, die so ruhig und fest war, dass das Lachen im Raum schlagartig verstummte, „war die Nacht absolut augenöffnend … Für uns beide …“
Heitzfeldt zog eine Augenbraue hoch, sichtlich irritiert von Florians abgeklärter Haltung. „Ach ja? Erzähl mal, Sonnenschein. Hat sie dir beigebracht, wie man mit dem Stock geht?“
„Nein“, erwiderte Florian und trat einen Schritt näher an den Tisch, sodass die gesamte Mannschaft ihn hören konnte. „Sie hat mir eher gezeigt, wie jämmerlich Männer wirken, die glauben, sie könnten jede Situation zu ihren Gunsten ausnutzen. Vor allem, wenn sie versuchen, eine taffe, selbstbestimmte Frau zu erpressen, nur weil sie fälschlicherweise denken, eine Behinderung mache sie zu einer leichten, wehrlosen Beute.“
Im Raum wurde es totenstill. Die Kollegen blickten fassungslos von Florian zu Heitzfeldt, dessen Gesichtsausdruck im Bruchteil einer Sekunde von hämischer Vorfreude in nacktes Entsetzen umschlug. Das Blut schoss dem Zugführer in die Wangen, seine Halsschlagader begann gefährlich zu pulsieren.
„Was … was bildest du dir eigentlich ein, Anwärter?“, stammelte Heitzfeldt, während er versuchte, seine gewohnte Macho-Autorität zu retten. Er stand hastig auf, wobei sein Stuhl laut über den Boden scharrte. „Du hast doch gar keine Ahnung davon, was da auf der Brücke zwischen mir und dieser blinden Nutte gelaufen ist!“
„Ich weiß genau, was gelaufen ist“, konterte Florian und hielt dem wütenden Blick des Älteren stand. Florian lächelte kühl und sagte: „Elena Scubion weiß es auch. Sie hat ein phänomenales Gehör, Heitzfeldt. Sie hat jede Sekunde ihres Versagens vor dem Zugunglück mitbekommen. Und als Sie gestern Abend versucht haben, sie im Club abzuschleppen, hat sie Sie nicht etwa zu einem Date bestellt, weil sie Sie attraktiv findet. Sie wollte nur sehen, wie weit ein geiler, skrupelloser Bock wie Sie geht, bevor er sich komplett lächerlich macht.“
Ein ungläubiges Raunen ging durch die Mannschaft. Ein paar der jüngeren Kollegen konnten sich ein Grinsen nicht mehr verkneifen. Heitzfeldt stand da, den Mund halb geöffnet, völlig bloßgestellt vor seinen eigenen Männern. Seine Hände zitterten leicht vor Wut und Scham. Jedes Wort, das er nun zur Verteidigung vorgebracht hätte, hätte ihn nur noch tiefer hineingeritten.
Florian nahm einen entspannten Schluck aus seiner Kaffeetasse, klopfte Heitzfeldt im Vorbeigehen fast freundschaftlich auf die stramme Schulter und raunte ihm so laut zu, dass es jeder hören konnte: „Sie hat mir übrigens Grüße für Sie ausgerichtet und meinte, Sie sollen es nicht so schwer nehmen … Für einen halbwegs intelligenten Mann hätte das, was Sie da gestern abgeliefert haben, einfach nicht gereicht, um eine Frau von Elenas Niveau in sein Bett abschleppen zu dürfen. Schönen Dienst noch, Chef.“
Mit diesen Worten ließ Florian den völlig fassungslosen, dumm dastehenden Zugführer mitten im Raum zurück. Als er den Flur hinunterging, spürte er, wie die morgendliche Sonne sein Gesicht wärmte – und er wusste, dass ab heute eine neue Zeit für ihn begonnen hatte.
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Reserva71
Erfahren
1 Stunde vor

Der 4. Teil von BDiM hat mich wieder vollkommen abgeholt. Besonders beeindruckt mich, wie sich die Geschichte weiterentwickelt: Die sexuelle Anziehung der beiden ist in jeder Begegnung spürbar, die Dialoge knistern und die Spannung baut sich immer weiter auf.
Man merkt, dass sich die Figuren nicht nur körperlich angezogen fühlen, sondern vor allem geistig – und genau das lässt jeden Blick, jede Berührung und jedes unausgesprochene Wort intensiver wirken.
Für meinen Geschmack dürfte der sinnlich-erotische Anteil inzwischen sogar noch etwas mutiger ausgebaut werden. Die Chemie zwischen den Figuren ist so stark, dass sie noch mehr Raum für prickelnde Momente vertragen würde, ohne dabei das hohe Niveau der Geschichte zu verlieren.
Ich freue mich jetzt schon auf Teil 5!

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