Leon Teil 1/6 Warmes Bernsteinlicht und verborgene Füße in fremden Leder

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Die Hitze liegt heute so dick in der Luft, dass sie sich fast greifen lässt. Ich stehe am Küchenfenster und schaue in den Garten meiner Eltern. Die Rosen im Beet hängen leicht geknickt unter der Last der Nachmittagssonne, und über dem Apfelbaum flimmert die Luft wie über heißem Asphalt. Ich bin alleine. Endlich. Meine Eltern sind seit drei Tagen auf Teneriffa, und ich habe noch elf Tage dieses Hauses ganz für mich. Kein Gerede, keine Fragen, kein Blick über die Schulter, wenn ich um halb drei nachts noch in der Küche stehe. Nur ich und die Stille.

Ich heiße Leon, bin fünfundzwanzig, eins zweiundachtzig groß, achtundsiebzig Kilo. Ich treibe Sport, seit ich denken kann – Laufen, Schwimmen, gelegentlich crossfit – und mein Körper ist das, was man wohl durchtrainiert nennen würde. Kurze, dunkle Haare, braune Augen, und bis auf die Haare auf dem Kopf rasiere ich alles. Jeden Zentimeter. Ich mag das Gefühl der Glätte auf meiner Haut, das kühle Gleiten eines Laken über nackte Waden,

die Art, wie Wasser nach dem Duschen in Tropfen stehen bleibt statt im Haar hängen zu bleiben. Es ist eine Frage von Pflege. Und, wenn ich ehrlich bin, von Kontrolle.

Heute ist einer dieser Tage, an denen die Hitze alles verlangsamt. Die Uhr im Flur zeigt halb vier, und ich habe bisher nichts gemacht, außer auf der Couch zu liegen, Wasser zu trinken und mir überlegt, ob ich überhaupt heute noch vor die Tür gehen soll. Der Kühlschrank summt in der Küche. Im Garten summen die Bienen über den Lavendelbüschen, und irgendwo in der Nachbarschaft klappert eine Windrassel. Das Haus riecht noch immer nach dem Kaffee, den ich heute Morgen gemacht habe, vermischt mit dem warmen, sonnendurchfluteten Geruch von Holz und Teppichboden. Es ist der Geruch von Ferien. Von Freiheit.

Ich stehe vom Küchentisch auf, stelle mein Glas in die Spüle und gehe den Flur entlang nach oben. Meine Finger gleiten über das kühle Geländer aus poliertem Eichenholz, das mein Vater vor Jahren selbst installiert hat. Jede Stufe knarrt vertraut unter meinen nackten Füßen. Oben angekommen bleibe ich vor dem Schlafzimmer meiner Eltern stehen. Die Tür steht offen, das Bett ist gemacht – sauber, ordentlich, die weiße Tagesdecke straff gezogen. Die Vorhänge sind halb zugezogen, und das Licht fällt in schmalen Streifen auf den Teppich. Es riecht hier nach meiner Mutter. Nach ihrem Parfüm, einer Mischung aus weißem Tee und Moschus, und nach dem Lavendelsäckchen, das sie immer auf dem Nachttisch liegen hat.

Ich trete ein. Meine nackten Fußsohlen drücken sich in den weichen, creme-farbenen Teppich. Auf dem Bett liegen frisch gewaschene Wäschestücke, die meine Mutter vor der Abreise noch zusammengelegt, aber nicht weggeräumt hat. Ein Stapel Tücher, Handtücher, und darunter – ihre Sachen. Ich sehe die Spitze eines schwarzen Slips, der leicht aus dem Stapel herausschaut. Daneben ein beigefarbenes Paar Nylons, sorgfältig zusammengelegt, so dünn, dass das Licht der Leselampe durch den Stoff scheint.

Ich bleibe stehen. Mein Blick haftet an den Nylons. Ich greife danach, hebe sie auf, lasse sie zwischen Daumen und Zeigefinger gleiten. Der Stoff ist kühl und unglaublich fein, fast nicht vorhanden. Er riecht nach dem Waschmittel meiner Mutter – einem teuren, französischen, das nach Sandelholz und Rose duftet. Aber darunter liegt ein anderer Geruch, schwach, kaum merkbar. Ein Geruch, der nicht vom Waschmittel stammt. Ein Geruch, der zur Haut gehört. Zu ihrer.

Ich halte mir den Nylon an die Nase und atme ein. Tief. Der Duft füllt meine Nasenhöhlen, und etwas in meiner Brust zieht sich zusammen. Mein Puls beschleunigt sich, ganz leicht, ein Anstieg wie beim ersten Schritt auf eine hohe Leiter. Ich lasse den Stoff wieder sinken und greife nach dem Slip. Schwarze Spitze, schmal geschnitten, mit einem schmalen Baumwollfutter im Schritt. Ich streiche mit dem Finger darüber und spüre die feine Struktur der Spitze unter meiner Fingerkuppe. Dann halte ich auch ihn an mein Gesicht. Der Geruch ist hier intensiver, erdiger, wärmer. Ich schließe die Augen.

Ich weiß nicht, wie lange ich da stehe. Eine Minute vielleicht. Vielleicht zwei. Die Hitze des Tages liegt drückend im Zimmer, und auf meiner Stirn perlt ein Schweißtropfen. Ich öffne die Kommodenschublade meiner Mutter und finde, was ich vermutet habe: ein weiteres Paar Nylons, ein halblanges Negligé in blassrosa mit einem schmalen Träger und einer Spitzenbordüre am Saum, und ein Paar schwarzer Pumps mit einem mittleren Absatz, so sechs, sieben Zentimeter. Die Sohlen sind leicht abgelaufen, die Innenseiten zeigen den leichten Abdruck ihrer Füße. Größe achtunddreißig. Meine Füße sind größer, dreiundvierzig, aber ich drücke meinen Fuß trotzdem in einen der Schuhe. Er klemmt. Die Ferse steht heraus. Aber ich spüre das Leder an meinem Spann, und das zieht etwas in mir nach unten, eine Konzentration, die sich in meinem Unterleib sammelt.

Ich setze mich auf die Bettkante. Das Bett meiner Eltern. Die Matratze gibt unter meinem Gewicht nach. Ich streife die Nylons über meine Hände und ziehe sie an. Der Stoff spannt über meine Waden, über meine Knie, die Muskeln meiner Oberschenkel. Bei mir reißt er nicht, aber er spannt sich deutlich, wird dünn an den Stellen, wo meine Beine dicker sind als die meiner Mutter. Ich streiche mit den Handflächen über meine Schenkel und spüre die Glätte des Nylons auf meiner rasierten Haut. Es ist ein Gefühl wie ein Kribbeln, wie ein leises Summen unter der Haut.

Dann das Negligé. Ich ziehe es über den Kopf. Es riecht nach dem Schrank meiner Mutter, nach Zedernholz und Lavendel. Der Stoff fällt über meine Schultern, liegt leicht und kühl auf meiner Brust, und der Saum endet knapp über meinen Oberschenkeln. Die Spitzenbordüre kitzelt an der Innenseite meiner Oberschenkel. Ich greife nach dem schwarzen Slip und ziehe ihn an. Er spannt über meinem Becken, der schmale Stoff im Schritt presst sich gegen mich, und ich bin hart. Offensichtlich, unübersehbar. Der Stoff des Slips wölbt sich, und die feuchte Stelle, die sich bildet, sickert durch die Spitze.

Ich stehe auf und gehe zum Spiegel auf dem Schminktisch meiner Mutter. Was ich sehe, lässt mich innehalten. Ein sportlicher Mann in einem rosa Negligé, schwarze Nylons an den Beinen, ein Slip, der nichts verbirgt. Meine Schultern sind zu breit für den schmalen Schnitt, meine Knie zu knotig, meine Hände zu groß. Aber der Kontrast – die harte, trainierte Muskulatur unter dem zarten Stoff – erzeugt etwas, das ich nicht benennen kann. Etwas, das mein Herz schneller schlagen lässt und das Blut in meinen Schwanz treibt, bis er gegen den engen Slip drückt.

Ich öffne eine weitere Schublade und finde einen schwarzen String, eines der schmalen, fast nichtigen Dinge, die meine Mutter gelegentlich trägt. Ich ziehe ihn nicht an, sondern lege ihn über meinen Kopf, so dass der schmale Stoffstreifen über meiner Stirn liegt und die Schleifenbänder an den Seiten herunterhängen. Es ist absurd. Es ist bescheuert. Und es macht mich noch härter.

In einer anderen Schublade finde ich Manschetten. Vier Stück. Schwarze, gepolsterte Manschetten mit Klettverschlüssen und Metallringen, die meine Mutter vermutlich für eine Schulterverletzung benutzt hat, die aber eindeutig auch anders verwendet werden könnten. Ich befestige sie an meinen Handgelenken und Knöcheln. Das Gewicht des Metalls, das Klicken der Ringe, der Druck des gepolsterten Stoffes auf meiner Haut – es verändert mein Empfinden. Ich bin nicht mehr nur Leon. Ich bin etwas anderes. Etwas, das auf etwas wartet.

Ich gehe zurück zum Spiegel. Ich drehe mich, betrachte mich von der Seite, von hinten. Die Nylons spannen über meine Waden, die Manschetten an den Knöcheln klirren leise bei jedem Schritt. Das Negligé schwingt um meine Oberschenkel. Ich lege eine Hand auf meinen Schwanz, der durch den Slip drückt, und streiche langsam darüber. Mein Atem geht flacher. Die Hitze im Zimmer ist drückend, und Schweiß läuft an meinem Hals hinab, unter den Stoff des Negligés.

Ich brauche ein Bier.

Ich verlasse das Schlafzimmer und gehe die Treppe hinunter. Meine nackten Füße sind jetzt in den Pumps meiner Mutter, und das verändert mein Gehen. Ich gehe anders, vorsichtiger, die Füße leicht nach innen gedreht, der Schwerpunkt weiter hinten. Jeder Schritt auf dem Holz der Treppe erzeugt ein leises, hohles Klicken, das sich im Treppenhaus bricht. Im Flur ist es kühler. Die Fliesen unter meinen Schuhen sind glatt und kalt.

Ich gehe in den Keller. Die Kellertür steht offen, und die kühle Luft schlägt mir entgegen wie ein Schlag. Gefliester Boden, weiß und grau, die Wände aus grobem Putz. Der Kühlschrank summt in der Ecke, und auf einem Kastendeckel liegen ein paar leere Flaschen. Ich öffne den Kühlschrank, und das Licht fällt auf die Flaschen im unteren Fach. Ich greife nach einem Bier, öffne es mit dem Öffner an der Wand und trinke. Das Kalte rinnt meine Kehle hinab, und der bittere, hopfige Geschmack mischt sich mit dem Rest von Sandelholz und Rose, der noch in meiner Nase hängt.

Ich stehe im Keller, in den Nylons und dem Negligé meiner Mutter, den String über dem Kopf, die Manschetten an Armen und Beinen, und trinke Bier. Mein Schwanz ist hart, drückt gegen den Slip, und ich spüre jeden Herzschlag als Puls im Schritt. Ich nehme noch einen Schluck und gehe wieder nach oben.

Im Flur bleibe ich stehen. Ich brauche eine Zigarette. Ich habe vor drei Monaten aufgehört, aber heute – heute ist ein Tag, an dem das nicht zählt. Ich greife nach der Schachtel, die ich in der Jackentasche meiner Winterjacke im Flurschrank versteckt habe, und zünde eine an. Der erste Zug brennt in meiner Lunge, und der Nikotin-Schwindel legt sich über mich wie ein warmer Nebel.

Ich gehe ins Wohnzimmer und lasse mich auf die Couch fallen. Die Fernbedienung liegt auf dem Glastisch, und ich schalte den Fernseher ein. Musikkanal. Irgendein Sommersong, basslastig und träge. Ich drehe die Lautstärke etwas höher und ziehe an der Zigarette. Der Rauch steigt in trägen Spiralen zur Decke. Mein Blick wandert über meinen Körper: die Nylons an meinen Beinen, die Manschetten an den Knöcheln, das Negligé, das sich über meiner Brust spannt, den Slip, der meinen harten Schwanz kaum verdeckt. Ich lege den Kopf zurück und schließe die Augen. Der Bass der Musik vibriert in meiner Brust.

Ich höre die Musik. Ich höre das Summen des Kühlschranks aus der Küche. Ich höre die Bienen im Garten und das Klappern der Windrassel. Was ich nicht höre, ist das leise Klicken einer Haustür, die geöffnet und wieder geschlossen wird.

Frau Weber tritt als Erste ein. Sie trägt ihr Blumenprintkleid, beige Pumps mit mittlerem Absatz, und ihre Sonnenbrille ist auf den Kopf geschoben, in ihr dunkles, kurz geschnittenes Haar. Sie ist einundfünfzig, schmal, mit dem gleichmäßigen Gesicht einer Frau, die gelernt hat, ihre Reaktionen zu kontrollieren. Hinter ihr kommt Herr Weber. Breiter, grau an den Schläfen, ein kurzes Hemd und Sandalen. Sie haben einen Schlüssel, den meine Eltern ihnen für genau solche Momente gegeben haben. Nach dem Rechten sehen. Einmal am Tag, das war die Absprache.

Sie stehen im Flur. Die Pumps von Frau Weber klicken auf den Fliesen. Sie hören die Musik aus dem Wohnzimmer. Sie hören mein Summen, meinen Gesang, das leise, tonlose Brummen, das ich mache, wenn ich zufrieden bin. Sie sehen sich an. Herr Weber hebt eine Augenbraue. Frau Weber presst die Lippen zusammen, aber die Mundwinkel zucken. Sie bewegen sich lautlos über den Flur, und Frau Webers Schritte sind erstaunlich leise für eine Frau in Pumps. Sie hat gelernt, auf Absätzen zu gleiten statt zu stampfen.

Ich liege auf der Couch, die Beine angewinkelt, die Füße in den Pumps meiner Mutter auf dem Glastisch. Das Negligé ist hochgerutscht und zeigt die Nylons an meinen Oberschenkeln, die Manschetten an den Knöcheln, den Slip, der meinen harten Schwanz umschließt. Der String meiner Mutter hängt über meinem Kopf, die Schleifenbänder baumeln an den Seiten meines Gesichts. In der rechten Hand halte ich die Zigarette, in der linken das Bier. Der Fernseher läuft. Die Musik dröhnt.

Frau Weber steht im Türrahmen. Sie sieht mich. Sie sieht alles.

Ich merke es nicht.

Sie beobachtet mich, wie ich an der Zigarette ziehe, wie der Rauch aus meiner Nase steigt, wie ich einen Schluck Bier nehme und mir mit der Hand über den Schwanz streiche, ohne es wirklich zu merken, eine unbewusste Geste, wie man sich über den Bauch streicht. Sie sieht die Nylons, die Manschetten, den String über meinem Kopf, das Negligé. Sie sieht die harte Beule im Slip.

Herr Weber stellt sich neben sie. Sein Gesicht ist ein Studium in Neutralität, aber seine Augen wandern über mich wie über eine Kuriosität in einem Museum. Er schaut zu seiner Frau. Sie schaut zurück. Einer dieser Blicke, die ganze Gespräche ersetzen. Dann grinst er. Sie grinst zurück. Ein kurzes, flüchtiges Grinsen, das sofort wieder verschwindet.

Frau Weber zieht ihr Handy aus der kleinen Tasche, die an der Seite ihres Kleides sitzt. Sie entsichert es, und der Bildschirm leuchtet auf. Sie hält es hoch, und die Kamera ist auf mich gerichtet. Sie filmen mich. Frau Weber hält das Handy ruhig, mit der Sicherheit einer Frau, die weiß, was sie tut. Sie zoomt leicht heran, fängt die Details ein – die Nylons an meinen Beinen, die Manschetten, den String über meinem Kopf, die Beule im Slip, die Zigarette in meiner Hand, das Bier in der anderen. Sie filmen mich, wie ich auf der Couch liege, völlig ahnungslos, völlig versunken in Musik und Hitze und Erregung.

Herr Weber beugt sich zu seiner Frau und flüstert etwas, das ich nicht hören kann. Frau Weber nickt, fast unmerklich. Sie lassen die Kamera laufen. Dreißig Sekunden. Eine Minute. Sie fangen mein Summen ein, mein Streichen über den Slip, das leise Stöhnen, das aus meiner Kehle kommt, wenn ich den Druck auf meinem Schwanz spüre. Frau Webers Augen verengen sich leicht, und ein kaum merkliches Lächern spielt um ihre Lippen. Herr Weber hat die Arme verschränkt und beobachtet mich mit einem Ausdruck, der zwischen Belustigung und Berechnung schwankt.

Dann, so leise wie sie gekommen sind, ziehen sie sich zurück. Frau Weber senkt das Handy, wischt über den Bildschirm, und sie gleiten zurück durch den Flur. Die Haustür schließt sich mit einem kaum hörbaren Klicken. Die Pumps auf den Fliesen – der letzte Ton, der verblasst, bevor die Stille des Hauses mich wieder umschließt. Ich liege auf der Couch, Bier in der Hand, Zigarette in der anderen, den Schwanz hart im Slip meiner Mutter, und ich habe nichts bemerkt. Nichts.

Zwei Stunden vergehen. Die Sonne ist tiefer gesunken, und das Licht im Wohnzimmer hat die Farbe von warmem Bernstein. Ich habe drei Bier getrunken, vielleicht vier, und die Leere in meinem Kopf hat sich zu einem warmen, summenden Gefühl verdichtet. Die Hitze ist immer noch da, aber jetzt ist sie träger, weicher, als ob der Tag selbst müde geworden ist. Ich habe die Musik leiser gestellt, aber nicht ausgestellt. Der Bass pulsiert wie ein zweiter Herzschlag.

Ich stehe auf. Die Pumps meiner Mutter drücken an meinen Füßen, aber ich habe mich an das Gefühl gewöhnt. Ich gehe durch den Flur, und meine Schritte sind jetzt leichter, unbeschwerter, das Klicken der Absätze auf den Fliesen ein Rhythmus, der sich mit dem Summen in meinem Kopf synchronisiert. Die Manschetten an meinen Knöcheln klirren bei jedem Schritt. Ich trage immer noch das Negligé, die Nylons, den Slip. Den String habe ich vom Kopf genommen und um mein Handgelenk gewickelt, wie ein Armband.

Ich gehe in die Küche und hole mir ein weiteres Bier. Der Kühlschrank summt, das Licht fällt auf die Flaschen, und ich öffne eine und trinke. Das Bier ist kühler als die Luft im Raum, und der bittere Geschmack vermischt sich mit dem süßen, schweren Gefühl in meiner Brust. Ich stehe am Küchentisch, in den Nylons und dem Negligé meiner Mutter, und ich bin dauergeil. Mein Schwanz drückt gegen den Slip, halb hart, halb schwach, aber immer noch da, immer noch präsent, ein Puls, der nicht aufhört.

Ich gehe durch die Terrassentür in den Garten. Die Luft ist noch warm, aber der Wind, der jetzt kommt, ist kühler. Er streift über meine Haut, über das Negligé, über die Nylons an meinen Beinen, und ich spüre jeden Quadratzentimeter Stoff auf meiner Haut. Die Sonne liegt tief über den Dächern der Nachbarn, und der Garten ist in ein goldenes Licht getaucht. Die Rosen meiner Mutter leuchten rot, der Lavendel violett, und die Bienen sind verschwunden. Nur die Windrassel klappert noch, leiser jetzt.

Ich gehe über den Rasen, die Pumps sinken in das weiche Gras ein, und ich muss lachen. Ein kurzes, helles Lachen, das in der warmen Luft hängen bleibt. Ich stehe im Garten meiner Eltern, in den Nylons und dem Negligé meiner Mutter, den Slip, der meinen Schwanz umschließt, die Manschetten an den Handgelenken und Knöcheln, und ich trinke Bier. Ich hebe das Fläschchen und trinke, und das Bier rinnt meine Kehle hinab, und ich spüre es in meinem Magen, warm und bitter.

Ich gehe um das Haus herum, den schmalen Weg entlang, der an der Garagenwand vorbeiführt. Der Kies knirscht unter den Pumps, und ich muss aufpassen, dass ich nicht umknicke. Die Manschetten an meinen Knöcheln klirren, und der String flattert an meinem Handgelenk. Ich bin um das Haus herumgegangen und stehe jetzt an der Vorderseite, an der Einfahrt. Die Straße ist leer. Die Nachbarn sind drinnen, beim Abendessen oder vor dem Fernseher. Niemand sieht mich. Ich stehe an der Einfahrt, in den Nylons und dem Negligé meiner Mutter, und ich bin hart, und ich bin betrunken, und es ist mir egal.

Dann höre ich es. Ein Klicken. Leise, aber deutlich. Das Klicken von Pumps auf Fliesen. Drinnen. Im Haus.

Ich erstarre. Mein Herz schlägt einmal, hart, gegen meine Rippen. Dann noch einmal. Ich lausche. Die Windrassel klappert. Ein Auto fährt irgendwo in der Straße vorbei. Aber unter dem Rauschen der Welt höre ich es wieder – ein leises, gedämpftes Klicken, wie von Schritten auf Stein.

Jemand ist im Haus.

Ich gehe zur Terrassentür und schaue hinein. Die Küche ist leer. Das Licht ist aus. Aber durch den Flur sehe ich einen Schatten, der sich bewegt. Und dann sehe ich Frau Weber.

Sie steht im Flur. Das Blumenprintkleid, die beige Pumps, die Sonnenbrille auf dem Kopf. Sie hat die Hände gefaltet, und sie lächelt. Nicht das flüchtige Grinsen von vor zwei Stunden. Ein echtes Lächeln, langsam und sicher, das die Augen nicht erreicht.

Hinter ihr steht Herr Weber. Er hat die Arme verschränkt und lehnt an der Wand unter der Treppe. Sein Gesicht ist ruhig, aber seine Augen sind auf mich gerichtet, und sie wandern über meinen Körper – über das Negligé, die Nylons, den Slip, die Manschetten – mit einem Ausdruck, den ich nicht deuten kann.

„Na, Leon”, sagt Frau Weber. Ihre Stimme ist leise, beiläufig, als ob sie mich nach dem Wetter fragt. „Schön, dass du dich so wohl fühlst.”

Mein Magen zieht sich zusammen. Mein Mund öffnet sich, aber kein Ton kommt heraus. Mein Schwanz, der halb weich geworden war, zuckt im Slip meiner Mutter, und ich spüre, wie das Blut wieder einströmt, wie er hart wird, gegen den dünnen Stoff drückt, und ich kann es nicht aufhalten. Ich bin im Garten gestanden, in den Sachen meiner Mutter, und sie haben mich gesehen. Sie haben mich gefilmt. Und jetzt stehen sie in meinem Haus, und ich stehe hier, in den Nylons und dem Negligé, und ich bin hart, und ich kann nichts dagegen tun.

„Wir haben uns gedacht, wir schauen noch mal vorbei”, sagt Herr Weber. Sein Ton ist neutral, aber unter dem Neutralen liegt etwas anderes. Etwas wie Befriedigung. wie ein Jäger, der die Falle geprüft und einen Fang gefunden hat.

Frau Weber macht einen Schritt auf mich zu. Die Pumps klicken auf den Fliesen, und das Geräusch ist laut in der Stille des Hauses. Sie ist kleiner als ich, aber in dem Moment, in dem sie auf mich zukommt, scheint sie größer. Ihr Blick wandert über mich, von den Pumps an meinen Füßen – die meiner Mutter gehören, das sieht sie sofort – über die Nylons an meinen Waden, über den Slip, der meinen harten Schwanz umschließt, über das Negligé, über die Manschetten an meinen Handgelenken, über den String, der um mein Handgelenk gewickelt ist. Sie registriert jedes Detail.

„Du hast dich wirklich bequem eingerichtet”, sagt sie. „Die Sachen deiner Mutter stehen dir nicht schlecht.”

Ich schlucke. Mein Mund ist trocken, und der bittere Geschmack des Biers liegt auf meiner Zunge. „Frau Weber, ich – das ist nicht – ich kann erklären –”

„Du musst nichts erklären”, sagt sie. Sie hebt den Kopf leicht geneigt und mustert mich mit einem Blick, der gleichzeitig warm und messerscharf ist. „Wir haben alles gesehen. Vor zwei Stunden. Und jetzt.”

Die Worte treffen mich wie ein Schlag. Vor zwei Stunden. Das heißt, sie waren hier, als ich auf der Couch lag, als ich mir über den Schwanz gestrichen habe, als ich gesungen und gesoffen und geraucht habe. Sie waren hier, und sie haben zugesehen. Und sie haben gefilmt.

„Wir haben auch ein Video”, sagt Herr Weber. Er sagt es ruhig, ohne Drohung, aber die Worte hängen in der Luft wie Rauch. „Ein schönes Video. Du bist sehr – ausdrucksstark.”

Frau Weber lächelt wieder. Sie macht einen weiteren Schritt auf mich zu, bis sie nur noch eine Armlänge entfernt ist. Ich rieche ihr Parfüm – etwas Blumiges, Schweres, das sich mit dem Geruch des warmen Teppichbodens und dem Rest von Sandelholz und Rose in meiner Nase vermischt. Sie sieht mich an, und ich halte ihrem Blick nicht stand. Ich senke die Augen, und mein Blick fällt auf ihre Füße – auf die beige Pumps, den mittleren Absatz, die leicht gebräunte Haut ihrer Knöchel.

„Du magst Schuhe, nicht wahr?”, sagt sie. „Ich habe gesehen, wie du in den Pumps deiner Mutter herumgelaufen bist. Du bist dir nicht einmal die Blöße gewesen, oder?”

Ich schüttele den Kopf. Mein Schwanz pocht im Slip meiner Mutter, und ich spüre, wie eine feuchte Stelle durch den Stoff sickert. Frau Weber sieht es. Ihr Blick fällt kurz auf meinen Schritt, und das Lächeln wird breiter.

„Du bist eine Schlampe, Leon”, sagt sie. Die Worte sind leise, fast zärtlich, aber sie schneiden wie Glas. „Eine , versaute Schlampe, die in den Sachen ihrer Mutter herumläuft und sich einen reibt.”

Ich zucke zusammen, als ob sie mich geschlagen hätte. Aber ich weiche nicht zurück. Ich stehe da, und ich bin hart, und ich schäme mich, und ich bin erregt, und ich weiß nicht, was schlimmer ist.

Herr Weber löst sich von der Wand und tritt neben seine Frau. Er ist breiter als ich, und er riecht nach Rasierschaum und Bier. „Die Frage ist”, sagt er, „was wir jetzt tun.”

Frau Weber schaut zu ihm. Dann schaut sie wieder zu mir. „Was denkst du, Leon? Was sollten wir tun?”

Ich öffne den Mund. Schließe ihn wieder. Mein Herz hämmert in meiner Brust, und meine Hände zittern, und die Manschetten an meinen Handgelenken klirren leise. Ich stehe im Flur meines Elternhauses, in den Nylons und dem Negligé meiner Mutter, den Slip, der meinen harten Schwanz umschließt, und die Nachbarn stehen vor mir, und sie haben ein Video, und ich bin betrunken, und ich bin dauergeil, und ich weiß, dass ich verloren habe.

„Bitte”, sage ich. Ich weiß nicht, worum ich bitte. Um Verschwiegenheit. Um Gnade. Um etwas anderes. Aber das Wort steht in der Luft, klein und hilflos, und Frau Weber nimmt es auf wie eine Münze, die man ihr anbietet.

Sie lächelt.

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