Auf dumm programmiert
Veröffentlicht amAuf dumm programmiert
Ich werde süchtig danach. Erst war es nur einmal ein Lederröckchen, das ich mir gekauft habe. Lange Zeit blieb das alles daheim in der Wohnung. Es folgten ein paar Chats, schließlich wagte ich mich hinaus. Es waren jene Ecken, die bekannt dafür waren, dass sich dort die Schwulen für einen schnellen Fick trafen. Also konnte ich als Frau oder was ich so darstellte, einfach auf Suche gehen. Das Outfit waren schon bei den ersten Malen sehr gewagt: Schwarze halbhohe Stiefel, rote Netzstrümpfe, schwarzer Ledermini mit seitlichem Reißverschluss, schwarzes Top mit Spaghettiträgern, eine blonde Perücke, Halsband, geschminkte Lippen. Eindeutiger ging es nicht.
Ich war noch jung, wollte einfach nur genommen werden. Es dauerte nicht lange, da trat mir jemand in den Weg. Kräftig, eher ein Schrank von Kerl, mir werden die Knie schwach. „Was treibt dich denn hierher?“, fragt er geradeheraus. Er war deutlich älter als ich, ich aber, unerfahren, wollte nicht wählerisch
sein. „Was will ich wohl um diese Zeit?“, wage ich den Angriff. „Das passt nicht zusammen, Süße, oder soll ich Schlampe sagen?“, setzt er mir entgegen. Wie vom Wahn ergriffen, sage ich: „Ich bin eine devote Schlampe.“ „Aha, devot“, höre ich von ihm. Ich hauche: „Ja“. Er schaut mich an: „Das müssen wir testen.“ Ich gehe mit.Wenig später sind wir in seiner Wohnung, deren Mobiliar in die Jahre gekommen war. Ich soll mich auskleiden, ich gehorche. Er behält Jeans und Hemd an. Ich sitze ihm gegenüber. Er will einiges von mir wissen. Was ich so tue, wie ich bin. Ich erzähle etwas vom Studium und vom Masterabschluss, auf den ich stolz bin. So so sagt er. Ich schaue wohl etwas verdutzt. „Das andere scheint nicht so toll zu sein, ich habe gar keine richtige Ausbildung, aber Du mit Deinem Masterabschluss hockst hier und willst von mir benutzt werden.“ Ich bin irritiert: „Ja, mein Herr, bitte benutzen Sie mich“, hauche ich hervor, erschrecke über die Anrede Herr. „Gut so“, sagt er und steht auf. Schaut von oben auf mich herab. Ich mache, warum weiß ich nicht, die Beine breite. „Wie eine Nutte, die gefickt werden möchte“, sagt er die Härte seiner Analyse mir entgegen. „Ja, ich wäre gerne eine Nutte“, sage ich und erschrecke selbst. Wenig später blase ich seinen Schwanz, ein riesiges Teil und ich muss fast kotzen. Mit läuft der Sabber aus den Mundwinkeln. Er lacht: „Sieht richtig geil aus, wie zwischen Deinen geschminkten Lippen der Sabber herausläuft.“ Mir wird meine lächerliche Erscheinung bewusst. Erst rechts, als er mich auf die Liege legt, meine Beine spreizt und er in mich eindringt – ohne Gummi. Von hinten legt er etwas um meinen Hals. Es ist ein Halsband, er hat mich noch mehr in der Hand. Er spritzt in mich ab. Ich bin erschöpft und rolle mich zur Seite. Schaue verträumt nach oben. „Du lässt wirklich alles mit Dir machen“, sagt er und schaut mich von oben an. „Das ist nicht gespielt, Du bist eine Schlampe“, sagt er mir ins Ohr. Ich: „Ja, ich bin eine Schlampe.“
„Da wäre nur noch eine Sache, die mich irritiert“, höre ich ihn sagen. Ich schaue fragend in seine Augen. „Wenn Du morgen wieder auf die Arbeit gehst, dann bist Du jemand, der wohl etwas zu sagen hast. Hier aber sage ich oder vielleicht später noch andere, was Sache ist“, beginnt er einen Vortrag. Da passe die Sache mit dem Masterabschluss nicht. Ich schaue irritiert. „Auch wenn Du es dir nicht eingestehen möchtest, dass da, was Schwänze bläst, sich ficken lässt und da unten liegt, das spielt nicht Schlampe, das ist Schlampe“, geht sein Text weiter. Schlampen seien immer dumme Schlampen, meint er. Die als höchsten Abschluss vielleicht die Hauptschule geschafft haben, aber meistens noch nicht einmal den. „Also was bist Du, wenn ich oder jemand anderes Dich fragt?“, setzt er mir weiter zu. Ich zögere und erschrecke über meine Antwort: „Sie haben recht, ich bin eine dumme Schlampe, die die Hauptschule abgebrochen hat und deren Bestimmung ist, benutzt zu werden.“
„Gut so, da wären wir uns schon einig“, sagt er wieder ziemlich kalt. Ich solle immer daran denken, wenn ich Schwänze blase, wenn mich jemand fickt, anpisst, ich seine Pisse schlucke, geschlagen werde, dass so etwas mit höherer Bildung nicht vereinbar ist, denn wer schlau ist, der lasse so etwas nicht mit sich machen. Es war so, als ob mein Stecher einen Schalter umgelegt hat. Das war kein Spiel mehr, ich fühlte mich selbst als dumme Schlampe.
„Zu viel für Dich?“, fragte er mich. Den ganzen Abend hat er mich schon Mandy genannt, ohne mich weiter zu fragen. Über den Abend hatte ich das akzeptiert und reagierte sofort, wenn er mich als Mandy angesprochen hat. Erklärt hat er das nicht, während in mir ein Kopfkino ratterte und er mir immer weitere verbale Tiefschläge verpasste, meine Arschfotze lobte, wie sein Sperma aus ihr herausgetropft ist oder ausmalte, wie mein weiteres Leben aussehen könnte. „Gehst Du jetzt in der Helligkeit so nach Hause, wie ich Dich im Park getroffen habe?“, fragt er. Mir wird klar, dass ich kaum als richtige Frau durchgehe. Ich könne noch die Dunkelheit abwarten sagt er. Das ist aber noch Stunden hin. „Du könntest Dich etwas nützlich machen“, erklärt er. Ich schaue ratlos. Er wolle mich zwei seiner Kumpels vorstellen, die ohnehin mit ihn verabredet gewesen seien. Ich solle mich wieder etwas hübsch machen, dann werde man sehen. Ich gehorche (das ist doch Wahnsinn, denke ich dabei, aber gehorche). Es dauerte auch nicht lange, da klingelte es an der Tür. Ich sollte die Herrschaften empfangen und mich artig vorstellen, als dumme Schlampe Mandy. Jedes Mal musste ich bei dem Satz innerlich würgen, vor allem, als ich die Gesichtsausdrücke bei beiden sah. Sie hatten ähnliche Vorlieben wie Karli, so heißt er. Bis dahin hatte er es nicht für nötig gehalten, sich vorzustellen (warum auch, bei so einer wie mir?). Jedenfalls wiederholte sich das alles vom Vorabend nun dreimal, denn Karli wollte ja auch noch ran. Bei der Verabschiedung habe ich gesehen, wie Karli von beide Geldern kassiert (na herrlich, jetzt verdiene ich noch Geld für ihn).
„Wie geht’s der Schlampe jetzt?“, fragt er, nachdem seine Bekannten gegangen waren. „Ehrlich jetzt“, bohrt er weiter in meiner verwirrten Seele. Weiter geht die Fragerei: „Na, was war der Tag heute, was hast Du vollbracht?“ Ich zögere, dann wieder eine Antwort, über die ich erneut erschrecke: „Ich habe mich von drei Herren, die mein Vater sein könnten, in Maul und Arsch ficken lassen und das mehrfach.“ „Was meinst Du, was Du in unseren Augen bist?“, lässt er nicht locker. „Ich bin eine dumme Schlampe, mit der Sie heute auch Geld verdient haben“, wage ich eine nüchterne Analyse. Wieder bekomme ich eine Ohrfeige: „Was ich und die beiden anderen miteinander ausmachen, geht die dumme Mandy nichts an, verstanden.“ „Ich bitte um Entschuldigung für mein vorlautes Verhalten“, gebe ich brav zurück und merke, wie ich mit jeder Frage mehr abrutsche in irgendetwas, aber was nur? Er lächelt, verspricht mich nach Hause zu bringen, dabei hätte mir der Park gereicht, wo wir uns getroffen haben. Und er wüsste dann, wo ich wohne. Ich lasse mich an einer Straßenecke absetzen und gehe zu Fuß durch die Nacht nach Hause. Zuletzt sagt er mir geradeheraus: „Du wirst wiederkommen, denn egal wo Du draußen unterwegs bist, die Mandy ist immer präsent, die dumme Mandy.“
Daheim dusche ich gefühlt mehr als eine Stunde und versuche das Geschehene aus meinen Gedanken zu bringen. Von wegen Mandy ist immer da, wäre ja noch schöner. Nächsten Tag im Büro ist alles wie immer, Kolleginnen und Kollegen ebenfalls. Trotzdem schaue ich ihnen genau in die Augen. Könnte da jemand etwas ahnen, war da nicht ein spöttischer Gesichtsausdruck? Es lässt mir keine Ruhe. Ich versuche in einem Café zu entspannen. „Was darf ich Ihnen bringen?“, fragt die Servicekraft. Ich bestelle einen Kaffee, schwarz und ein Glas Wasser. Sie serviert wenig später. Was darf ich „Ihnen“ bringen, hat sie gefragt. Steht diese Höflichkeitsanrede mir (oder vielmehr Mandy) überhaupt zu? Stehe ich nicht weit unter allen, denen ich im Alltag begegne? Es zermartert mein Gehirn. Bei jedem, mit dem ich kurze Sätze wechsle denke ich: Kann sich diejenige oder derjenige vorstellen, dass zwischen meinen Lippen und in meinem Arsch etliche Schwänze waren, ich literweise Sperma geschluckt habe. Ich rühre die Kaffeesahne in der Tasse herum.
Dann vergeht eine Woche. Ich glaube die Krise überwunden zu haben. Dann kommt das Wochenende. Ich erinnere mich, dass Karli gesagt hat, ich würde wiederkommen. Ich mache mich auf den Weg, diesmal eher männlich in Jeans und Shirt. Ich klingle. Niemand macht auf. Das wiederholt sich in den folgenden Tagen, scheint verreist zu sein. Eigentlich bin ich jetzt frei. Dann kommt wieder ein Abend. Ich mache mich zurecht, wie damals für den Park. Stöckele auf den Wegen entlang. Zwei südländische Typen begegnen mir und sprechen mich an, was ich denn hier mache. „Ich bin die dumme Schlampe Mandy, die alles mach“, antworte ich wie programmiert…
Ja solche Menschen soll es ja geben die zwei Leben führen und auch zwei Persönlichkeiten entwickeln. Es ist schon krass was die Leute dann auch alles mit sich machen lassen.
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Sehr geil, passt thematisch voll zu meinen Bimbo-Geschichten!!!