Der Kreis am Glas

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Am ersten Abend war der Kreis nur ein Fleck.

Kein Sprung im Glas. Kein Belag, den man hätte benennen können. Ein matter Abdruck in der Küchenscheibe, handgroß, als hätte jemand von draußen die flache Hand dagegengelegt und die Wärme wäre stehen geblieben. Sylvie trat näher. Hinter dem Glas Parkplatz, Feldkante, die übliche Dunkelheit. Nichts, das eine Hand hätte sein können. Als sie die Finger dagegenhielt, war das Glas nicht kalt. Es hatte eine eigene Temperatur, knapp über der ihrer Haut, und für einen Atemzug glaubte sie, unter der Fläche etwas zu spüren, das sich nicht bewegte und trotzdem nicht tot war.

Sie wischte ihn weg. Glasreiniger, Küchentuch, zweimal. Der Fleck gab nach wie Dunst. Dahinter wieder nur Nacht.

Trotzdem blieb etwas.

Nicht auf der Scheibe. Unter dem Nabel. Ein Zug, der nicht zu Hunger gehörte. Sylvie blieb in der Küche stehen und suchte

nach einer Erklärung, die alltäglich war. Zugluft. Der Lauf. Zu wenig gegessen. Nichts davon passte zu der Stelle, an der der Zug saß. Genau unter dem Nabel. Genau dort, wo Wärme sich sammelt, bevor sie nass wird.

Im Bett war die Haut zu empfindlich für das Laken. Die Innenseite der Schenkel klebte, ohne Grund. Ein Bild kam, ohne dass sie es geholt hatte. Kein Gesicht. Ein Schwanz, der sich nicht wie einer verhielt. Nässe. Das langsame Aufmachen. Der Satz war da, bevor sie ihn denken wollte: Fick mich. Nicht zu einem Mann. Zu dem Zug. Sie blieb an dem Wort hängen. So redete sie nicht. Nicht einmal allein. Die Hand landete trotzdem dort. Zwei Finger zwischen Lippen, die schon geschwollen waren. Der Kitzler zu hart für die Stunde. Sie rieb enger. Das Becken hob sich gegen die eigene Hand. In dem Moment, in dem sie kam, stand hinter den geschlossenen Lidern wieder das Glas. Der matte Rand. Die Wärme. Und darunter, dreckiger, als es ihr selbst vorkam: tiefer. Alle Löcher. Nicht aufhören.

Danach lag sie still und versuchte, die Reihenfolge festzuhalten. Erst der Kreis. Dann der Zug. Dann die Wörter. Dann die Nässe. Als sähe jemand zu. Von innen.

Es störte sie nicht.

Am zweiten Tag saß er wieder da. Dieselbe Stelle. Dieselbe Höhe. Dunkler, als wäre die Nacht in der Scheibe hängen geblieben. Sylvie blieb mit der Kaffeetasse stehen. Diesmal wischte sie nicht sofort. Sie stellte eine , fast lächerliche Probe an: sie sah hin. Der Zug unter dem Nabel antwortete. Ein Pochen, hart, wie ein fremder Puls. Sie drehte sich weg. Der Zug flachte ab, blieb aber in Reichweite. Sie sah wieder hin. Die Wärme rutschte den Arm nicht hinauf, weil das Glas warm war. Sie rutschte, weil der Blick den Kreis traf. Hinter dem Brustbein Druck. Dann tiefer. Genau dort, wo später die Nässe saß.

Es hängt mit dem Kreis zusammen, dachte sie. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Der Gedanke ließ sie nicht los. Beim Sitzen rutschte sie nach vorn, bis die Naht gegen die Scham drückte, und merkte erst dann, dass sie seit Minuten so saß. Sobald die Form in ihr aufstieg – rund, geschlossen, aufmerksam – kamen die Wörter. Mach mich nass. Halt mich auf. Füll mich. Wörter, die sie so nicht benutzte. Wörter mit Zähnen. Unter der Dusche liefen die Warzen auf, bevor das Wasser heiß war. Sie drehte den Hahn kälter. Die Warzen blieben hart. Die Hand ging von selbst zwischen die Beine. Während sie sich rieb, war der Kreis da, als Wärme hinter der Stirn. Mund. Fotze. Arsch. Gleichzeitig. Die Wörter kamen zu schnell und zu grob, als wären sie nicht in ihrer Stimme gewachsen. Sie kam stehend, Mund offen, und unter den eigenen Fingern dieses Mitziehen. Der After zog sich mit, ohne dass sie ihn berührt hatte.

Danach, Stirn an den Fliesen, blieb nur die Reihenfolge. Blick. Wärme. Wörter. Nässe. Sie wollte das nicht zu Ende denken.

Abends in der Küche die Hand in die Leggings, noch im Dunkeln. Der Stoff durch. Sie rieb sich am Beckenrand und sah auf das Glas. Der Kreis war dunkler. Oder sie war offener. In ihr der Satz, roh und fremd: Komm und nimm

dir das. Der Orgasmus kam zu schnell. Ein Tropfen innen am Oberschenkel. In ihr pochte es weiter, tiefer als der Kitzler, als hätte etwas Platz genommen und warte.

Es störte sie nicht. Im Gegenteil.

Am dritten Abend war jeder Schritt eine Reibung. Vor dem Haus blieb sie stehen. Im Küchenfenster glänzte der Kreis, obwohl kein Licht darauf fiel. Sylvie spürte die Antwort sofort, tiefer als Angst: Wärme unter dem Nabel, schon feucht, der Satz schon da. Nicht: Er steuert mich. Eher: Wenn ich hinsehe, fängt es an.

Oben ließ sie das Licht aus. Unter der Dusche nur Druck, nicht zum Waschen. Der Kitzler pochte so hart, dass es fast wehtat. Hinter der Stirn die Form, und darunter das Gefühl, dass sich in ihr etwas nachbildete. Die Gedanken waren keine Bilder mehr. Sie waren beinahe Körper. Ein Schwanz, der sich teilte. Etwas im Mund, das nicht stillblieb. Etwas hinten, das Platz verlangte. Sylvie hörte sich flüstern: Fick mich richtig. Überall. Das klang nicht nach ihr. Es klang, als leihe sich jemand ihren Mund. Sie nahm die Hand weg vor dem Ende. Der Abbruch saß im ganzen Unterleib.

Im Bett lagen die Knie offen. Sie war nass, bevor die Finger sich bewegten. Zwei Finger hinein. Der Punkt innen zu leicht zu finden. Sie rieb den Kitzler. Das Becken stieß. Mit jeder Bewegung wurden die Sätze schärfer, und Sylvie merkte, dass sie nicht mehr unterschied, ob sie sie dachte oder ob sie ihr in den Mund gelegt wurden. Nimm den Mund. Mach die Fotze voll. Lass den Arsch nicht leer. Sie blieb an der Grobheit hängen, ein flüchtiges Befremden, und rieb trotzdem weiter. Die Wörter lebten. Sie bekamen Haut.

Das Beobachten war nicht am Fenster. Es war in ihr.

Druck hinter der Stirn. Ein Nachgeben. Der Gedanke: da ist etwas. Das Bild schärfer. Schultern. Augen ohne Lidschlag. Unten eine Bewegung, die nicht zu einem Körper gehörte, den sie kannte. Sylvie stöhnte. Die Vorstellung ging in den Mund, zwischen die Beine, tiefer, gleichzeitig. Der After zuckte leer.

„Komm“, flüsterte sie gegen die Decke. Und darunter, leiser, fremder: Komm und bleib in mir.

Die Luft veränderte sich.

Der Dunkelheit fehlte eine Stelle.

Er stand am Fußende.

Jacke, Hose, Hände sichtbar. Menschlich im ersten Blick. Im zweiten zu still. Die Augen zu dunkel. Unter der Haut ein kühler Schimmer.

Sylvie nahm die Hand nicht weg. Die Finger glänzten in ihr. Die Schenkel zitterten. Innen zog es nach den Fingern und an ihnen vorbei. Endlich, dachte sie, und wusste nicht, wem der Satz gehörte.

„Du bist nicht reingekommen“, sagte sie. „Du warst schon da.“

„Seit der Scheibe. Du hast dreimal hingesehen. Dann hast du dich angefasst und mich nicht rausgelassen.“

„Ich hab von etwas geträumt.“

„Nein. Du hast es geholt.“

Der Geruch zuerst. Süß, metallisch, warm. Dieselbe Wärme wie im Glas. Sylvie schob die Finger weiter, nass, laut, und hasste, wie genau ihr Körper antwortete. Der Schrecken war da. Die Erleichterung auch. Sie empfand ihn nicht wie einen Mann am Bett. Sie empfand ihn wie eine Fortsetzung. Kühl. Zu still.

„Was bist du.“

„Nah genug.“

„Nimm sie raus“, sagte er.

Sie tat es. Die Leere pochte. Die Knie zusammen, dann wieder auf.

Nicht Gehorsam. Gier, die sich als Gehorsam anfühlte.

Seine Finger an der Rippe waren kühl. Der Daumen nahm die Warze. Druck. Sylvies Rücken bog sich. Ein Laut kam zu schnell. Es lief warm nach. Unter seiner Hose bewegte sich mehr, als dort liegen sollte, nicht ein Anheben, ein Verschieben an mehreren Stellen zugleich.

„Zeig her“, sagte sie. Die Stimme zitterte und blieb. „Wenn du aus meinen Gedanken kommst. Dann zeig, was in mir war.“

Er öffnete die Hose, ohne sich zu beeilen.

Zuerst etwas, das einem Schaft ähnelte. Dick, glatt, zu gleichmäßig, ohne Adern. Die Haut glänzte und gab nach, als wäre sie nicht ganz fest. Dann teilte es sich. Nicht mit einem Ruck. Vom Stamm lösten sich seitlich zwei Stränge, wärmer als seine Hände, nass an den Spitzen von einer zähen Klarheit, die Fäden zog. Sie bewegten sich unabhängig voneinander, langsam, suchend, wie etwas, das sehen kann, ohne Augen. Darunter hob sich ein kürzeres, flacheres Ende und tastete in die Luft.

Sylvie starrte. Der Schrecken saß fest in der Brust. Gleichzeitig zuckte es sichtbar zwischen ihren Beinen. Ein warmer Schub, den sie nicht aufhalten konnte. Sie ließ die Schenkel offen. Innen: das kenne ich. Deshalb die Bilder. Deshalb das Mitziehen hinten.

Sie kniete, bevor er sie zog. Die Matratze gab nach. Sie nahm den mittleren in den Mund. Der Geschmack schlug durch, salzig, süß, metallisch. Die Kuppe war kaum abgesetzt, rund, lebendig auf der Zunge. Sie würgte. Speichelte. Was in ihrem Mund lag, blieb nicht still. Es glitt von selbst an der Innenseite der Wange entlang, maß die Kehle, pulsierte dort, als prüfe es die Enge. Gleichzeitig legte sich einer der seitlichen Stränge kühl und nass an ihren Hals, genau über die Schlagader. Ein zweiter wickelte sich unter der Brust einmal fest um sie. Die Oberfläche war fein gerippt und quetschte die Warze, während sie sie rieb. Unten glitt das flache Ende durch ihre Scham, breitete sich zwischen den Lippen aus und sog sich an den Kitzler, nicht wie ein Mund, wie eine Fläche, die ziehen konnte.

Sylvie kam nicht hinterher. Der Mund voll, die Warze im Druck, der Kitzler im Sog, der Hals berührt – alles in demselben Atemzug. Die Hüfte stieß nach. Die Knie rutschten auseinander. Der Satz kam grob und ungerufen: Bis in den Hals. Mach den Mund zur Fotze. Sie hörte ihn und erschrak kurz vor der Wortwahl. Dann war der Schrecken schon unter der Nässe.

Sie dachte: tiefer.

Und das in ihrem Mund ging tiefer.

Nicht weil sie den Kopf schob. Weil der Gedanke ankam. Die Kuppe schob sich in die Enge. Die Augen wurden nass vom Reflex. Die Hände fanden seine Hüften und fanden Haut, unter der sich etwas verschob, das nicht zu Muskeln gehörte.

Sie dachte an den Kitzler. Der Sog wurde enger, kleiner, härter. Sie dachte an die Warze. Die Rippen dort wurden fester. Ein scharfer Laut, den sie nicht zurücknahm. Der Schrecken war noch da, aber er wog nicht mehr. Der Körper war schon weiter als der Kopf.

„So hab ich’s gesehen“, brachte sie hervor, als sie kurz Luft holte. Ein Faden hing von der Unterlippe, riss, fiel auf die Brust. „Nur nicht so deutlich. Als könnte ich es lenken.“

„Du kannst.“

Er schob sie auf den Rücken. Das Laken klebte am Steiß. Der mittlere blieb nicht im Mund. Einer der schmaleren Stränge glitt dort hinein, füllte den Hals, bis die Kuppe an der Enge pulsierte. Speichel über Kinn und Schlüsselbein. Atmen nur durch die Nase, zu schnell.

Gleichzeitig glitt der dicke Stamm durch die Nässe zwischen ihren Beinen, einmal der Länge nach, sammelnd, und setzte an der Fotze an. Druck. Die Lippen gaben nach. Er schob sich hinein, und innen war die Oberfläche lebendig: kurze Wellen, die den Punkt an der vorderen Wand nicht suchten, sondern trafen und dort blieben. Der Stamm ging tiefer, bis der Ansatz anschlug.

Dann wurde er dicker.

Nicht außen. Innen. Eine langsame Schwellung, warm, gleichmäßig, die die Wände auseinanderdrückte und sich genau auf den Punkt setzte. Sylvie stöhnte um den Strang im Mund. Der Unterbauch wurde schwer. Sie dachte: noch. Die Schwellung nahm zu.

In demselben Moment fand ein anderer Strang den After. Nässe von vorne war schon dorthin gelaufen. Druck. Brennen. Sylvies Hände ins Laken. Die Zehen spreizten sich. Der Ring gab nach. Dieser Strang war glatter, dünner zuerst, und verdickte sich erst tief innen zu einem festen Sitz, der sich kaum noch bewegte. Ein Halt. Er schob die Wand nach vorn, bis Sylvie vorne die Wellen und hinten den stillen Druck zugleich hatte, getrennt und doch aufeinanderliegend.

Das flache Ende blieb auf dem Kitzler. Sog. Nachlassen. Wieder Sog. Der Puls ging nicht auf der Haut. Er ging in sie hinein.

Er war an zu vielen Stellen zugleich. Sylvie dachte das nicht als Aufzählung. Sie dachte es als Zustand. Kein leerer Raum mehr. Der Kopf versuchte, eine Sache festzuhalten, und der Körper bekam vier. Speichel. Nässe. Der kühle Geruch. Der gedämpfte Laut in der Kehle.

Sie dachte: Mund weniger. Der Strang im Hals wich einen Zentimeter und ließ Luft. Ein Laut, roh. Sie dachte an den Kitzler, und der Sog wurde hart, fast zu viel. Sie dachte an die Fülle vorne, und sie nahm zu, langsam, bis ihr die Augen nass wurden.

Der erste Orgasmus kam nicht von einer Stelle.

Ein Ziehen hinter der Scham, von der Schwellung auf dem Punkt. Wärme nach außen. Gleichzeitig der Sog, der alles nach oben riss. Hinten der Halt, ohne den sie das Gefühl hatte, auseinanderzufallen. Der Atem riss. Der Bauch wurde hart. Die Schenkel zitterten ununterbrochen. Es sammelte sich, Schicht um Schicht, bis sie begriff, dass sie das nicht mehr abbrechen konnte. Als es sich löste, krampfte die Fotze in langen Zügen um die Schwellung, jede Welle schob Nässe hörbar gegen den Stamm. Der After zog den Halt fest, brennend. Ein Laut riss sich frei. Die Innenseite der Schenkel zuckte. Es klang nicht ab. Es blieb voll.

Unter dem Zittern der Satz, der wieder nicht nach ihr klang: Mehr. Besam mich. Lass nichts leer. Sie hörte ihn und nahm ihn trotzdem. Zuerst Unglauben. Dann eine fast wütende Erleichterung. Dass der Körper so antworten konnte. Dass etwas so genau treffen konnte.

„Nicht weg. Bleib. Ich will nichts Leeres.“

Die Stränge blieben. Tiefer. Langsamer, weil sie es dachte. Vorne fester auf dem Punkt. Hinten unverrückt. Am Kitzler enger. Der zweite Orgasmus baute sich darunter auf, unter dem ersten, der noch nicht weg war. Ein Druck nach innen, Unterbauch, Steiß, Innenseite der Schenkel. Sylvie dachte: jetzt. Und es löste sich. Ein nasser Schub gegen die Schwellung, über das Laken. Die Füße verkrampft. Der Laut ohne Zurückhalten.

Mitten darin die Erkenntnis: sie hatte das getan. Nicht mit den Händen. Mit dem Gedanken. Der Sog, die Dicke, die Luft im Mund – sie hatte gerufen, und die Stränge hatten geantwortet.

„Du lenkst sie“, sagte er nur.

Als er sich löste, geschah es überall in ihr zugleich. Der Stamm zuerst: heiß, dicht, eine Masse, die die Schwellung nicht verkleinerte, sondern ausfüllte und überlaufen ließ. Sylvie spürte das Aufsteigen, das Sammeln, das Überlaufen. Gleich darauf der Strang hinten, dieselbe Hitze, über den Ring, den Steiß hinunter. Der im Mund füllte, sie schluckte, würgte, schluckte, ein Teil über die Wange. Das flache Ende am Kitzler sog sie durch den dritten Orgasmus.

Der dritte stülpte um. Von vorne durch hinten durch den Mund. Kein Gipfel. Ein Offenbleiben. Der Körper zog sich zusammen und blieb zusammengezogen. Offene Augen. Unter der Lust der Verdacht, dass nicht nur sie griff. Dass dieser Höhepunkt nicht mehr ganz ihrer war.

Auf Haut und Laken das Weiße. Der Geruch.

Die Stränge blieben einen Atemzug, pulsierten nach, glitten dann langsam heraus. Sie ließen nicht einfach los. Sie strichen von innen nach außen. Fäden von der Fotze, vom After, von der Unterlippe. Sie blieb offen. Es lief.

Ein Auto. Der Hahn. Die Tür zu. Am Fenster der Kreis, dunkler, als atme die Scheibe noch. Sylvie lag mit offenen Beinen, weil die Muskeln nicht gehorchten. Ein Strang strich durch das Gemisch und hob sich an ihren Mund. Sie nahm ihn. Schluckte.

„Deshalb so viel.“

„Damit es bleibt.“

Der Satz traf sie härter als das Kommen. Sie sah ihn an. Nicht den Körper. Den Satz. Unter dem Nabel der alte Zug, vertrauter und deshalb schlimmer.

Sie machte die Knie weiter auf.

„Noch einmal. Nicht schnell. Und diesmal bleibst du still, wenn du kommst. Ich will merken, dass du kein Gedanke bist.“

Anerkennung. Kein Lächeln.

Die zweite Runde fand sie schon offen. Der Stamm glitt durch das, was noch in ihr war, ohne Widerstand, und die Schwellung innen kam früher, als sie sie rufen wollte. Sylvie dachte: halt. Er hielt. Die Fülle lag wieder genau auf dem Punkt, schwer, warm. Hinten fand der glattere Strang den offenen Ring und setzte den Halt tiefer. Sie öffnete den Mund selbst; der schmalere glitt über die Zunge. Am Kitzler war der Sog zuerst zu viel. Sie zuckte. Dachte: leicht. Die Fläche wurde weich.

Sie lenkte. Dann merkte sie, dass der Wunsch schon da war.

Enger am Kitzler – der Sog war schon eng. Tiefer in den Mund – die Kehle schon voll. Der grobe Satz schneller als sie: Nimm den Hals. Der Verdacht dünn wie der Kreis im Glas. Die Hüfte hob sich trotzdem gegen den Stamm, gegen den Halt, gegen alles zugleich.

Der nächste Höhepunkt kam aus der Fülle vorne, während der Mund noch voll war und der Laut nur gedämpft herauskam. Lange Züge um die Schwellung. Nässe über das Laken.

„Noch. Nicht raus.“

Der folgende riss den vorigen auf. Der Sog am Kitzler zog scharf in den Unterbauch, dort in die Schwellung, dort in den Halt. Ein Schub. Die Füße verkrampft. Ein Laut ohne Scham.

Der Gedanke: zusammen. Zum ersten Mal bewegten sich Stamm und hinterer Strang im selben Rhythmus, tief zugleich, nicht versetzt. Sylvie wusste nicht, ob sie das gedacht hatte.

Wer lenkt wen.

Er stieß tief, nicht hart. Jede Bewegung vorne schob die Wand gegen den Halt hinten. Der Mund voll. Der Sog fest. Der Körper gab, obwohl nichts mehr da war. Als es sich zusammenzog, kam die Lösung nass, vorne und hinten, warm, viel, über Pobacken, Laken, seine Haut.

„Jetzt du. Still. Ich will die Masse.“

Er blieb tief. In allem.

Vorne füllte die Hitze die Schwellung, bis der Druck im Unterbauch saß und Sylvie ihn halten musste. Hinten lief es am Halt vorbei. Im Mund der Geschmack. Am Kitzler ein weicher Zug. Der letzte Satz kaum noch von einer Stimme zu trennen: Bleib. Nimm Platz.

Der letzte Orgasmus war kein Aufreißen mehr. Ein langes Offenbleiben um alles, was in ihr steckte. Mitten darin, während der Körper zuckte und voll blieb, die Ahnung, dass etwas davon nicht nur zwischen den Beinen blieb. Die Gier fühlte sich an wie ihre. Die Wörter auch. Sie fühlten sich auch an wie etwas, das in ihr Form geworden war.

Er pumpte nach. Still.

Dann das Leererwerden. Vorne zuerst, so langsam, dass das Wegnehmen selbst eine Empfindung war. Hinten später. Der Mund ein Faden. Der Kitzler nackt, als fehle ihm der Zug.

Sylvie blieb liegen. Das Laken kalt unter dem Steiß. Ihre Hand auf dem Bauch. Darunter ein Druck. Erschöpfung. Sättigung. Daneben das Gefühl, nicht mehr ganz dieselbe zu sein.

Die Tür war zu.

Der Kreis am Glas war leer.

In ihr nicht.

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