Anja und die enge Lederhose Kapitel 2

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Drei Tage. Drei Tage lang hatten wir im Büro die perfekte Scharade gespielt. “Guten Morgen, Anja.” “Hallo, hast du die Auswertung für die Sitzung fertig?” Nichts in unseren Stimmen, nichts in unseren professionell distanzierten Blicken hatte verraten, was in diesem dunklen Waldstück passiert war. Aber die Luft zwischen uns war seitdem nicht mehr dieselbe. Sie war dünner, elektrisch geladen, und jedes Mal, wenn sie an meinem Schreibtisch vorbeiging, spürte ich ein Phantom-Echo ihrer Berührung auf meiner Haut.
Dann kam der Spätdienst am Donnerstag. Es war kurz nach sechs Uhr abends. Die Reinigungsfirma war schon durch, die anderen Kollegen längst im Feierabend. Nur unsere Schreibtischlampen brannten noch in dem Großraumbüro, zwei Inseln aus Licht in der dämmerigen Stille, nur unterbrochen vom leisen Surren der Server im Nebenraum.
Ich starrte auf eine Excel-Tabelle, die Zahlen verschwammen vor meinen müden Augen, als ich das Geräusch hörte.
Es

war neu, und doch sofort vertraut. Ein hartes, selbstbewusstes Klack-Klack-Klack auf dem grauen Linoleumboden des Mittelgangs. Es war der Klang von hohen Absätzen, die man hier sonst nie hörte. Anja trug bei der Arbeit normalerweise vernünftige Slipper oder bequeme Sneakers.
Ich hob den Blick vom Bildschirm, und mein Atem stockte.
Sie kam aus der Teeküche zurück, eine Tasse in der Hand. Sie trug es wieder. Das komplette Outfit. Die weiße, tief dekolletierte Bluse, in der das Gold ihrer Plattenkette unter dem kalten Neonlicht aufblitzte. Und die Hose. Diese dunkelbraune Hose in Lederoptik, die jede Kurve ihrer vollen Figur nachzeichnete.
Aber heute war etwas anders. Sie trug dazu schwarze Lederstiefeletten mit einem beachtlichen, dünnen Absatz. Die Schuhe veränderten ihre gesamte Haltung. Sie ging aufrechter, ihr Becken kippte leicht nach vorne, was ihren ohnehin schon runden Hintern in der engen Hose noch betonter, noch herausfordernder nach hinten streckte.
Mit jedem Schritt, den sie tat, mischte sich das scharfe Klack der Absätze mit diesem leisen, reibenden Ritsch-Knarz ihrer Oberschenkel aneinander. Es war eine akustische Doppel-Attacke auf meine Selbstbeherrschung.
Sie wusste genau, dass ich sie ansah. Sie ging nicht direkt zu ihrem Platz zurück. Stattdessen machte sie einen unnötigen Schlenker um meinen Schreibtisch herum. Das Parfüm – dieser verfluchte Duft aus dem Auto – wehte zu mir herüber.
“Noch so fleißig?”, fragte sie. Ihre Stimme war die normale Büro-Stimme, aber der Blick, den sie mir über den Rand meiner Monitore zuwarf, war alles andere als kollegial. Er war dunkel, wissend und voller Absicht.
Sie blieb direkt neben meinem Stuhl stehen. Viel zu nah. Ich konnte die feine Webstruktur der weißen Bluse sehen, und wie sich der Stoff über ihrer schweren Brust spannte.
“Ich… ja, die Quartalsabrechnung muss raus”, stammelte ich, unfähig, den Blick von ihrer Körpermitte abzuwenden, die sich jetzt auf Augenhöhe befand. Die Knopfleiste der braunen Hose drückte sich gegen ihren weichen Unterbau. Die Erinnerung an den Druck dieses Bauches gegen mich im Restaurantvorraum schoss mir durch den Kopf.
“Hmm”, machte sie nur. Sie lehnte sich leicht vor, um auf meinen Bildschirm zu schauen. Dabei stützte sie eine Hand auf meiner Schreibtischplatte ab. Die Bewegung ließ die Bluse vorne ein Stück weiter aufklaffen. Die goldene Kette baumelte frei in dem tiefen Spalt zwischen ihren Brüsten.
Gleichzeitig beugte sie ihre Knie leicht, und das Geräusch der sich spannenden Lederoptik war in der Stille des Büros obszön laut. Knaaarz.
Mir wurde schlagartig heiß. Mein Blut rauschte in den Ohren. Sie tat das mit voller Absicht. Sie brachte die Stimmung aus dem Wald direkt hierher, unter die Neonröhren der Versicherung.
“Oh, verdammt.” Sie hatte einen Kugelschreiber von meinem Tisch gestoßen. Er rollte unter meinen Stuhl.
“Warte, ich…”, fing ich an, aber sie war schneller.
“Lass nur, ich hab ihn schon.”
Was dann folgte, war eine Demonstration in Zeitlupe. Anja ging in die Hocke. Nicht schnell, sondern langsam, kontrolliert. Die hohen Absätze zwangen sie dazu, das Gesäß weit hinauszuschieben, um die Balance zu halten. Die braune Hose spannte sich bis zum Zerreißen über ihrem breiten, prallen Hintern und ihren kräftigen Oberschenkeln. Das Material glänzte im Licht der Schreibtischlampe, und das Geräusch der sich dehnenden Beschichtung füllte den Raum.
Ich saß wie gelähmt auf meinem Bürostuhl, mein Blick klebte an dieser unglaublichen Kehrseite, die sie mir so unverfroren präsentierte. Ich sah die Naht, die sich zwischen ihre Pobacken zog, ich sah die Kraft in ihren Schenkeln, die sie stabilisierten. Die Erinnerung an meine Hand auf genau diesem Oberschenkel war überwältigend. Meine Hose wurde augenblicklich eng.
Sie griff nach dem Stift, verharrte aber noch einen Moment in der Hocke, wohl wissend, was für einen Anblick sie bot. Dann drückte sie sich wieder hoch. Das Klack der Absätze, das Ritsch-Ratsch des Stoffes, als sie sich streckte.
Sie drehte sich zu mir um, den Stift in der Hand, das Gesicht leicht gerötet von der Anstrengung. Sie sah meinen Blick, sah, wie ich schwer schluckte, sah vielleicht sogar schon die beginnende Veränderung in meinem Schritt unter der Tischplatte.
Ein langsames, triumphierendes Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus.
“Du solltest aufpassen”, sagte sie leise, und ihre Stimme hatte jetzt wieder diesen rauen Unterton aus dem Auto. “Nicht, dass dir hier im Büro wieder ein kleines Malheur passiert. Wir haben keine Wechselkleidung hier.”
Sie legte den Stift ganz langsam zurück auf meinen Schreibtisch, ihre Fingerspitzen streiften dabei wie zufällig meinen Handrücken. Dann drehte sie sich um und ging mit diesem aufreizenden, klackenden und knarzenden Gang zu ihrem eigenen Schreibtisch zurück, mich in einem Zustand absoluter Anspannung zurücklassend.
Ich konnte nicht mehr klar denken. Die letzten Minuten, dieses Schauspiel, das sie nur für mich aufgeführt hatte, hatten jeden Funken von Vernunft und Professionalität ausgelöscht. Die Quartalsabrechnung auf meinem Bildschirm war nur noch ein bedeutungsloses Muster aus Zahlen. Alles, was ich sah, war dieser wippende Hintern in der glänzenden, braunen Hose, alles, was ich hörte, war das klackende Geräusch ihrer Absätze und das knarzende Echo ihrer Bewegungen. Die Hitze in meiner Leiste war ein pochender, fordernder Schmerz.
Mein Stuhl rollte mit einem lauten Quietschen zurück, als ich abrupt aufstand. Der Impuls war stärker als ich, stärker als 28 Jahre Büro-Etikette, stärker als die Angst, erwischt zu werden.
Ich ging um meinen Schreibtisch herum. Meine Schritte waren schnell, zielstrebig. Das Geräusch meiner eigenen Schuhe auf dem Linoleum klang in meinen Ohren wie ein Trommelwirbel vor der Schlacht.
Anja hatte sich gerade an ihren Platz gesetzt. Sie hörte mich kommen. Sie drehte ihren Bürostuhl langsam in meine Richtung. Sie tat nicht überrascht. Ihr Gesicht war eine Maske aus ruhiger, abwartender Provokation. Ihre Hände ruhten locker auf den Armlehnen. Das Licht ihrer Schreibtischlampe fiel von der Seite auf sie, betonte die Wölbung ihrer Brust unter der weißen Bluse und den Glanz der Hose auf ihren Oberschenkeln.
Ich blieb direkt vor ihr stehen. So nah, dass meine Knie fast ihre berührten. Ich sah zu ihr hinab. Mein Atem ging stoßweise.
“Was… was machst du da, Anja?”, fragte ich, meine Stimme war rau und viel zu laut in der Stille des Großraumbüros.
Sie legte den Kopf leicht schief, eine fast spöttische Geste. “Ich arbeite. Genau wie du. Oder irre ich mich?” Ihre Augen blitzten herausfordernd.
“Du weißt genau, dass du nicht arbeitest”, zischte ich. Ich stützte meine Hände auf die Armlehnen ihres Stuhls, beugte mich über sie, sperrte sie ein. Ihr Parfüm schlug mir entgegen, intensiv und betörend. “Du machst mich wahnsinnig. Mit diesen Klamotten. Mit der Art, wie du gehst. Mit dem, was du vorhin gesagt hast.”
Sie wich nicht zurück. Im Gegenteil. Sie lehnte sich mir ein kleines Stück entgegen. “Und?”, fragte sie leise. “Gefällt es dir etwa nicht, wahnsinnig gemacht zu werden?”
Ihr Blick wanderte demonstrativ an mir herab, blieb an der ausgeprägten Wölbung in meiner Hose hängen, die sich jetzt unmöglich mehr verbergen ließ. Ein kleines, zufriedenes Lächeln umspielte ihre Lippen.
“Das dachte ich mir”, sagte sie.
Das war der Moment, in dem der Damm brach. Die letzte Sicherung brannte durch.
Ich griff nach den Lehnen ihres Stuhls und zog ihn mit einem Ruck an mich heran, bis ihre Knie hart gegen meine Beine stießen. Ein überraschtes “Oh!” entfuhr ihr, aber es klang nicht nach Angst, eher nach Erregung.
“Das reicht”, knurrte ich. “Jetzt reicht es endgültig.”
Meine Hände verließen die Armlehnen und packten ihre Oberschenkel. Das Gefühl des Materials unter meinen Fingern war elektrisierend – glatt, leicht kühl, aber darunter spürte ich die feste, warme Wärme ihres Fleisches. Die Hose knarzte laut protestierend, als ich zupackte, meine Daumen drückten sich tief in die weiche Innenseite ihrer Schenkel.
Ich zog sie hoch. Sie leistete keinen Widerstand, folgte meiner Bewegung, bis sie stand, direkt vor mir, ihr Körper an meinen gepresst. Die hohen Absätze machten sie größer, ihre Augen waren fast auf gleicher Höhe mit meinen. Ich spürte ihre Brüste gegen meine Brust, ihren Bauch gegen meine Härte.
Ohne nachzudenken, ohne zu zögern, senkte ich meinen Kopf und presste meinen Mund auf ihren. Es war kein sanfter Kuss. Es war ein Angriff. Ein hungriges, verzweifeltes Fordern nach all den Jahren der Distanz, nach den Tagen der angestauten Spannung.
Sie erwiderte den Kuss sofort, mit der gleichen Wildheit. Ihre Hände krallten sich in mein Hemd, zogen mich noch näher heran. Unsere Zungen trafen sich, ein heißer, feuchter Kampf. Sie schmeckte nach Kaffee und diesem süßen, weiblichen Geschmack, den ich seit dem Abend im Auto nicht vergessen konnte.
Meine Hände wanderten von ihren Oberschenkeln hinauf zu ihrem Hintern. Ich packte die vollen Pracht-Backen, knetete das Fleisch durch den widerstandsfähigen Stoff der Hose. Das Geräusch des Materials unter meinen Händen, ihr keuchender Atem in meinem Mund, die Hitze ihrer Haut – es war eine Explosion der Sinne.
Ich drängte sie rückwärts, bis sie mit dem Rücken gegen die Kante ihres Schreibtisches stieß. Ein paar Aktenordner fielen mit einem lauten Scheppern zu Boden, aber keiner von uns beachtete es.
Ich löste meinen Mund von ihrem, um Luft zu holen. Wir beide atmeten schwer, unsere Gesichter waren gerötet. Ihre Augen waren dunkel und weit, die Pupillen riesig.
“Hier?”, keuchte sie, eine Frage, die keine echte Frage war.
“Hier”, antwortete ich rau. “Jetzt. Sofort.”
Meine Hände wanderten zu ihrer Taille, fanden die Knopfleiste dieser verfluchten Hose, die mich schon so lange quälte. Meine Finger zitterten, als ich begann, die Knöpfe zu öffnen, einen nach dem anderen.
Die metallenen Knöpfe fühlten sich kalt an unter meinen fiebrigen Fingerspitzen, leisteten einen Moment lang störrischen Widerstand, bevor sie nachgaben – einer nach dem anderen, mit scharfen, kleinen Klicklauten, die in der Stille wie Peitschenhiebe klangen. Mit jedem Knopf, der aufsprang, schien sich die Spannung im Raum noch weiter zu verdichten.
Anja stieß sich vom Schreibtisch ab, ihre Hände glitten von meinem Hemd hoch zu meinem Nacken, zogen mein Gesicht wieder zu ihrem herab. Der Kuss war jetzt tiefer, fordernder, verzweifelt. Es war eine Kollision aus achtundzwanzig Jahren Zurückhaltung und Tagen quälender Provokation.
Das Büro um uns herum – die blinkenden Cursor auf den Bildschirmen, das monotone Summen der Belüftung, das grelle Licht der wenigen Lampen – verblasste zu einem surrealen Hintergrundrauschen. Alles, was zählte, war die Hitze zwischen uns, der drängende, harte Rhythmus unserer Atemzüge.
Ihre Hände waren überall, zerrten mit derselben hektischen Dringlichkeit an meiner Kleidung, die ich empfand. Der Duft ihres Parfüms war überwältigend in der stickigen Luft. Es gab keine Eleganz in unseren Bewegungen, nur rohes, ungefiltertes Verlangen.
Wir waren weit über den Punkt rationaler Überlegungen hinaus, getrieben von einem Hunger, der genau hier und jetzt gestillt werden wollte, inmitten der Aktenordner und der bürokratischen Ordnung der letzten drei Jahrzehnte. Die Schatten des leeren Großraumbüros schienen sich um uns zu schließen, gewährten uns eine flüchtige, verbotene Privatsphäre für das Unausweichliche, das nun seinen Lauf nahm.
Ich hob sie an, meine Hände fest um ihre Hüften gekrallt. Sie stieß einen spitzen, überraschten Laut aus, als ich sie auf die Schreibtischplatte setzte, ihre Beine schlangen sich sofort um meine Taille. Die hohen Absätze ihrer Stiefeletten gruben sich in meinen Rücken.
Mit einer fahrigen, fast brutalen Bewegung zog ich die braune Hose, die mich tagelang provoziert hatte, über ihre Schenkel hinab. Das Geräusch des widerstrebenden Materials war das letzte Hindernis, das fiel. Die kühle Härte der Schreibtischkante presste sich gegen meine Oberschenkel, während ihre Wärme mir entgegenschlug.
Es gab kein Vorspiel mehr, keine Zärtlichkeit. Der Moment, in dem ich tief und fest eindrang, war ein Schock – eine plötzliche, heftige Verschmelzung, die uns beiden den Atem raubte. Anja warf den Kopf in den Nacken, ihre Fingernägel bohrten sich schmerzhaft in meine Schultern durch den Stoff meines Hemdes.
Der Rhythmus, den wir fanden, war roh und dringend, diktiert von achtundzwanzig Jahren aufgestauter Energie. Der stabile Büroschreibtisch ächzte unter unserem gemeinsamen Gewicht und meinen festen Stössen. Monitore wackelten, ein Stiftehalter kippte scheppernd um. Aber das Geräusch ging unter in unserem keuchenden Atem und den leisen, gutturalen Lauten, die wir nicht zurückhalten konnten.
Alles um uns herum verschwamm zu einem chaotischen Wirbel aus Neonlicht und Schatten. Es gab nur noch die Hitze ihrer Haut, den festen Griff ihrer Beine um mich und die unerbittliche Dringlichkeit, mit der wir uns gegeneinander bewegten, getrieben von einem Hunger, der an diesem Ort und zu dieser Zeit so vollkommen falsch und doch das einzig Richtige zu sein schien.
Die Dringlichkeit wurde unerträglich. Es war ein Wettlauf gegen unsere eigenen Körper, ein verzweifeltes Streben nach dem unvermeidlichen Ende. Ihre Fersen hämmerten in meinen Rücken, ihr Atem war ein heißes Keuchen an meinem Hals.
Das Büro um uns herum existierte nicht mehr. Es gab nur noch diesen winzigen Radius aus Hitze, Schweiß und dem Geräusch unserer Körper, die gegeneinander prallten, untermalt vom ächzenden Protest des Schreibtisches.
Dann spürte ich, wie sich ihr Körper unter mir anspannte, sie wurde enger, ein tiefes, vibrierendes Schaudern, das durch sie hindurchlief. Ihre Fingernägel gruben sich noch tiefer in meine Schultern. Das war das Zeichen. Ich konnte nicht mehr zurückhalten. Mit einem letzten, tiefen Stoß, bei dem ich die Luft zischend durch die Zähne zog, ließ ich los.
Eine Welle heißer, pochender Erlösung überrollte mich, ich schoss heiss und tief in sie ein. Ein Gefühl, das so intensiv war, dass mir schwarz vor Augen wurde. Ich spürte, wie sie mich fest umschloss, mich tief in sich aufnahm, während mein Körper unter den Nachwehen des Höhepunks zuckte. Ein langes, kehliges Stöhnen entwich ihrer Kehle, gedämpft an meiner Schulter.
Wir verharrten so für eine gefühlte Ewigkeit, aneinandergepresst, schwer atmend, während die Realität langsam, aber unaufhaltsam wieder in das Büro einsickerte. Das monotone Summen der Server, das grelle Neonlicht, die Unordnung auf dem Schreibtisch – alles kam zurück.
Langsam, mit zitternden Muskeln, löste ich mich von ihr. Kalte Luft traf auf unsere schweißnasse Haut. Ich trat einen Schritt zurück, stützte mich schwer auf die Schreibtischkante und versuchte, meinen Atem zu beruhigen.
Anja blieb noch einen Moment auf dem Tisch sitzen, die Beine hingen herab, der Kopf war gesenkt. Ihre Brust hob und senkte sich heftig unter der zerwühlten weißen Bluse.
Dann, ohne mich anzusehen, rutschte sie von der Tischplatte. Ihre Bewegungen waren jetzt langsam, fast mechanisch.
Sie bückte sich nach ihrer Hose, die auf dem Boden lag. Das Geräusch, als sie das Material aufhob, war das erste Geräusch zwischen uns seit dem Ende des Aktes. Sie stieg hinein.
Und da war es wieder. Das Ritsch-Ratsch-Knarz. Lauter als je zuvor in der absoluten Stille des Raumes. Sie zog die enge, lederartige Hose über ihre Waden, über ihre Knie. Es war ein mühsamer Prozess, der Stoff klebte an ihrer noch feuchten Haut.
Ich beobachtete sie wie gebannt. Jede Bewegung, jedes Ziehen und Zerren, um ihre üppigen Formen wieder in das widerspenstige Material zu zwängen, war eine Erinnerung an das, was wir gerade getan hatten.
Mit einem letzten, energischen Ruck zog sie den Bund über ihre Hüften. Dann begann das langsame, rhythmische Klick-Klick-Klick der Metallknöpfe, als sie die Leiste wieder schloss – als würde sie einen Tresor versiegeln, in dem unser Geheimnis nun eingeschlossen war.
Sie strich die Bluse glatt, richtete den Kragen, wobei die goldene Kette leise klirrte. Sie fuhr sich mit beiden Händen durch die zerzausten Haare.
Erst dann drehte sie sich zu mir um. Ihr Gesicht war immer noch leicht gerötet, aber ihre Augen waren wieder klar, die professionelle Maske fast wieder vollständig hergestellt. Nur ein leichtes Zittern um ihre Mundwinkel verriet sie.
“Wir sollten die Akten aufheben”, sagte sie. Ihre Stimme war rau, aber fest. “Bevor der Wachdienst seine Runde macht.”
Wir hatten kaum angefangen, die auf dem Boden verstreuten Papiere einzusammeln, als das gedämpfte Summen des Aufzugs, der auf unserer Etage ankam, die Stille zerriss. Unsere Blicke trafen sich – ein Moment nackter Panik.
Hastig stopften wir die letzten Blätter in die Ordner. Anja strich ihre Bluse noch einmal glatt, ich richtete mein Hemd und fuhr mir durch die Haare, in der Hoffnung, einigermaßen präsentabel auszusehen.
Die Aufzugtüren glitten mit einem leisen Zischen auf. Heraus trat ein hochgewachsener Mann um die 60 mit graumeliertem Haar und einem freundlichen, etwas müden Lächeln.
“Anja? Schatz?”, rief er in das halbdunkle Büro. “Bist du noch hier?”
Es war Werner. Ihr Mann.
Anjas Körperhaltung änderte sich sofort. Die Anspannung wich einer gespielten Gelassenheit, die mir fast den Atem raubte.
“Werner! Ja, hier hinten”, rief sie zurück und ging ihm ein paar Schritte entgegen, das klackende Geräusch ihrer Absätze hallte durch den leeren Gang. “Tut mir leid, es hat doch länger gedauert. Die Quartalsabrechnung ist ein Albtraum.”
Ich stand wie angewurzelt neben meinem Schreibtisch, das Herz hämmerte mir bis zum Hals. Werner kam näher, entdeckte mich und nickte mir freundlich zu.
“Ah, hallo. Sie sind auch noch hier?”, sagte er. In seinen Augen war keine Spur von Misstrauen, nur die milde Überraschung, um diese Uhrzeit noch jemanden anzutreffen.
“Ja, hallo”, brachte ich heraus, meine Stimme klang hohl und viel zu hoch. “Wir… wir mussten noch was fertig machen.”
“Fleißig, fleißig”, meinte Werner gutmütig. Er legte seinen Arm um Anjas Schulter und gab ihr einen Kuss auf die Wange. “Na komm, Liebling. Ich habe draußen gewartet und dachte, ich hole dich lieber ab, bevor du hier übernachtest.”
Anja lehnte sich einen Moment lang an ihn, eine Geste der Vertrautheit, die nach dem, was wir gerade getan hatten, surreal wirkte.
“Das ist lieb von dir”, sagte sie. Sie drehte den Kopf und sah mich an. Ihr Blick war kühl, unlesbar, die perfekte Maske der Kollegin war wieder vollständig. “Wir sehen uns dann morgen früh. Und danke für die Hilfe.”
“Ja… gern geschehen. Bis morgen”, murmelte ich.
Werner nahm ihre Hand. “Schönen Abend noch”, rief er mir zu, bevor sie sich umdrehten und Richtung Aufzug gingen.
Ich blieb allein zurück, umgeben vom schwachen Licht der Schreibtischlampe und dem Chaos in meinem Kopf. Ich sah ihnen nach.
Werner führte sie fürsorglich an der Hand. Anja ging neben ihm, aufrecht, selbstbewusst. Und da war er wieder, dieser Anblick, der alles ausgelöst hatte.
Ihr breiter, ausladender Po, eingezwängt in die glänzende, dunkelbraune Hose, wippte bei jedem ihrer Schritte im Takt ihrer hohen Absätze. Das Licht der Deckenlampen spiegelte sich auf dem straffen Material.
Der Gedanke traf mich wie ein Schlag in die Magengrube: Werner hielt ihre Hand, er sprach über das Abendessen oder den Verkehr, und er hatte keine Ahnung. Keine Ahnung, was auf diesem Schreibtisch gerade passiert war. Keine Ahnung, dass tief in ihr, verborgen von dieser engen Hose, noch die Säfte unserer Leidenschaft klebten.
Ich starrte auf ihren Hintern, bis die Aufzugtüren sich hinter ihnen schlossen und sie verschluckten. Das leise Knaaarz ihrer Hose, das letzte Geräusch, das ich von ihr hörte, hallte in der Stille des leeren Büros nach – ein Geheimnis, das nun zwischen uns stand, schwerer und realer als jeder Aktenordner.
Zwei Stunden waren vergangen. Einhundertzwanzig Minuten, in denen ich versucht hatte, die Realität meines normalen Lebens wieder überzustreifen wie einen alten, etwas zu engen Pullover.
Ich saß auf der Wohnzimmercouch. Der Fernseher lief, irgendeine Krimiserie, deren Handlung ich nicht folgen konnte. Meine Frau saß am anderen Ende des Sofas und strickte, die Nadeln klapperten leise – ein Geräusch der Häuslichkeit, das in krassem Widerspruch zu dem stand, was noch immer in meinem Kopf widerhallte: das Knaaarz von Anjas Hose, das Ächzen des Schreibtischs, unser keuchender Atem.
Ich fühlte mich wie ein Fremdkörper in meinem eigenen Zuhause. Der Geruch von Anjas schwerem Parfüm schien immer noch an meinen Händen zu kleben, egal wie gründlich ich sie gewaschen hatte. Jedes Mal, wenn meine Frau sich bewegte oder mir eine harmlose Frage stellte, zuckte ich innerlich zusammen, geplagt von einer Mischung aus Schuldgefühlen und einem nachglühenden, wilden Begehren.
Dann, um 22:14 Uhr, vibrierte mein Handy in meiner Hosentasche. Einmal, kurz und scharf.
Mein Herz setzte einen Schlag aus. Ich wusste es. Ich wusste sofort, wer das war.
Mit einem hastigen Blick auf meine Frau, die vertieft auf ihr Strickmuster starrte, zog ich das Handy heraus. Ich drehte den Bildschirm leicht von ihr weg, schirmte ihn mit der Hand ab.
Eine neue WhatsApp-Nachricht von “Anja Büro”.
Mein Daumen zögerte über dem Display. Das hier war gefährlich. Das hier machte es real, holte das Geschehene aus der isolierten Dunkelheit des Büros in mein Wohnzimmer.
Ich öffnete die Nachricht.
Es waren nur wenige Zeilen, ohne Emoji, ohne Grußformel. Die Nüchternheit des Textes machte den Inhalt nur noch obszöner.
„Werner schläft schon. Er hat nichts gemerkt.“
Ich atmete erleichtert aus, aber die nächste Nachricht, die direkt darunter aufploppte, ließ meinen Atem sofort wieder stocken.
„Ich liege noch wach. Ich wollte nicht duschen. Ich trage immer noch alles von dir in mir. Es läuft langsam heraus, ich spüre es bei jeder kleinen Bewegung. Es ist ein Wahnsinnsgefühl. Gute Nacht.“
Ich starrte auf das leuchtende Display, unfähig, mich zu bewegen oder zu blinzeln. Die Worte brannten sich in meine Netzhaut ein.
Schlagartig war die gesamte Szene wieder da. Die Hitze, die Dringlichkeit, der Moment meines Höhepunks in ihr.
Und nun das Bild, das sie mir in den Kopf pflanzte: Anja, wie sie in ihrem Ehebett lag, nur Zentimeter von ihrem schlafenden Mann entfernt. Die Vorstellung, wie sie dort lag, vielleicht mit einem leichten, wissenden Lächeln im Dunkeln, und ganz bewusst spürte, wie meine Samenflüssigkeit, die ich vor zwei Stunden tief in sie gepumpt hatte, nun langsam aus ihrem Körper sickerte – während der ahnungslose Werner neben ihr atmete.
Es war so unglaublich dreckig, so riskant und so unfassbar erregend, dass ich spürte, wie ich sofort wieder hart wurde. Ich drückte das Handy gegen meine Brust, als könnte ich so die Nachricht und die Bilder, die sie heraufbeschwor, wieder in das Gerät zurückdrücken.
“Alles in Ordnung?”, fragte meine Frau, ohne von ihrem Strickzeug aufzusehen. “Wer schreibt denn so spät noch?”
Ich schluckte trocken, meine Stimme war belegt, als ich antwortete. “Nur… nur eine Spam-Mail. Nichts Wichtiges.”
Ich steckte das Handy zurück in die Tasche. Es fühlte sich heiß an gegen meinen Oberschenkel, wie ein glühendes Geheimnis. Ich wusste, ich würde diese Nacht kein Auge zutun.
Die Stunden nach Anjas Nachricht waren eine Tortur. Ich lag im Dunkeln neben meiner Frau, die ruhig und gleichmäßig atmete, während mein eigener Körper unter einer Spannung stand, die fast körperlich schmerzte. Die Bilder in meinem Kopf – die Szene im Büro, Anjas Nachricht, die Vorstellung von ihr im Bett neben Werner, während sie mich noch in sich spürte – ließen mich nicht los. Ich war hellwach, mein Puls raste, und die Erektion, die sich seit der WhatsApp-Nachricht manifestiert hatte, war ein pochendes, forderndes Problem geworden.
Es gab keine andere Möglichkeit. Der Druck war zu groß, die Notwendigkeit zu dringend. Ich musste etwas tun, um diese überschüssige Energie, dieses Gemisch aus Schuld, Scham und wildem Begehren, loszuwerden.
Vorsichtig, um meine Frau nicht zu wecken, schlich ich mich aus dem Schlafzimmer. Ich ging ins Badezimmer, schloss die Tür leise hinter mir ab und ließ mich auf den Rand der Badewanne sinken. Das kalte Porzellan durchdrang meine Pyjamahose, aber es tat nichts, um die Hitze in mir zu kühlen.
Ich zog mein Handy hervor. Das Licht des Displays war grell in dem kleinen, gefliesten Raum. Meine Finger zitterten, als ich die Galerie öffnete.
Ich hatte keine expliziten Fotos von Anja. Keine Nacktbilder, keine intimen Aufnahmen. Aber über die Jahre hatten sich Bilder angesammelt. Fotos von Weihnachtsfeiern, Betriebsausflügen, Geburtstagen im Büro. Harmlose Schnappschüsse, die jetzt, mit dem Wissen um das, was zwischen uns passiert war, eine völlig neue Bedeutung bekamen.
Ich scrollte durch die Ordner, mein Atem ging schneller.
Da war ein Foto vom letzten Sommerfest. Anja lachte, ein Glas Sekt in der Hand. Sie trug ein luftiges Sommerkleid, das einen tiefen Einblick in ihr Dekolleté gewährte. Ich zoomte heran. Die Fülle ihrer Brüste, die sich gegen den Stoff drückten, war jetzt nicht mehr nur eine kollegiale Beobachtung, sondern eine Erinnerung an das Gefühl ihrer Haut unter meinen Händen, an den Geschmack ihrer Brustwarzen in meinem Mund.
Ein anderes Bild: Anja bei einer Präsentation. Sie stand vor einer Leinwand, trug einen dunklen Hosenanzug. Die Hose war nicht die glänzende Lederoptik, aber sie saß eng. Ich konnte die Rundung ihres Hinterns erahnen, die Art, wie ihre Oberschenkel den Stoff spannten. Ich erinnerte mich an das Knaaarz der braunen Hose, an den Widerstand des Materials, als ich es herunterriss, an den Anblick ihres nackten, ausladenden Pos auf dem Schreibtisch.
Ich fand ein Gruppenfoto von einer Wanderung. Anja stand in der Mitte, trug eine enge Wanderhose und ein Funktionsshirt. Sie war verschwitzt, ihr Gesicht gerötet, aber sie strahlte eine urwüchsige, körperliche Kraft aus. Ihre breiten Hüften, ihre starken Beine – alles, was sie im Büro oft versteckte, war hier sichtbar.
Ich starrte auf das Display, wechselte zwischen den Bildern hin und her. Jedes Foto war wie ein Puzzleteil, das das Bild der Frau vervollständigte, die ich heute Abend auf dem Schreibtisch genommen hatte. Die lachende Kollegin, die kompetente Fachfrau, die schwitzende Wanderin – sie alle waren Anja, und sie alle hatten sich zu der Frau vereint, die mir vor zwei Stunden geschrieben hatte, dass sie mein Sperma noch in sich spürte.
Die Vorstellung war zu viel. Ich legte das Handy auf den Wannenrand, die Bilder immer noch im Blick. Mit zitternden Händen zog ich meine Pyjamahose herunter. Meine Erektion war schmerzhaft hart, die Haut gespannt.
Ich umfasste mich. Es war kein langsames, genussvolles Tun. Es war eine hektische, fast brutale Notwendigkeit. Meine Hand bewegte sich schnell, getrieben von den Bildern auf dem Handy und den Erinnerungen in meinem Kopf.
Ich sah Anjas Gesicht vor mir, ihre weit aufgerissenen Augen, als ich in sie eindrang. Ich hörte ihr Keuchen, das Ächzen des Schreibtisches, das Knarzen der Hose. Ich spürte ihre Fingernägel in meinem Rücken, ihre Beine um meine Taille.
“Anja…”, keuchte ich leise, der Name ein verbotenes Mantra in der Stille des Badezimmers.
Die Anspannung baute sich in rasender Geschwindigkeit auf. Es dauerte nicht lange. Der Druck war zu groß gewesen, die Erregung zu intensiv.
Mit einem unterdrückten Stöhnen, den Kopf in den Nacken gelegt, kam ich. Es war eine heftige, krampfartige Entladung, die mich erschütterte.
Ich saß noch eine Weile auf dem Wannenrand, schwer atmend, während die Realität langsam wieder einkehrte. Das grelle Licht des Handys beleuchtete das Badezimmer, die Bilder von Anja waren immer noch auf dem Display zu sehen.
Ich fühlte mich leer, erschöpft und von einer tiefen, nagenden Scham erfüllt. Aber die drängende körperliche Notwendigkeit war gestillt. Zumindest für den Moment. Ich wischte das Display ab, zog meine Hose wieder hoch und schlich zurück ins Schlafzimmer, zurück in das Bett neben meiner ahnungslosen Frau, mit dem Wissen, dass diese Nacht etwas in mir verändert hatte, das sich nicht mehr rückgängig machen ließ.
Der nächste Morgen im Büro war eine Übung in surrealer Normalität. Ich kam pünktlich um acht Uhr an, mein Kopf immer noch benebelt von der kurzen, unruhigen Nacht und der Last dessen, was ich im Badezimmer getan hatte.
Anja war schon da. Als ich das Großraumbüro betrat, sah sie kurz von ihrem Bildschirm auf. Sie trug eine schlichte, hochgeschlossene Bluse und eine weite Stoffhose – das komplette Gegenteil der provokanten Aufmachung des Vorabends.
“Guten Morgen”, sagte sie. Ihre Stimme war ruhig, professionell, ohne jeden Unterton.
“Morgen”, murmelte ich und ging schnell zu meinem Platz, bemüht, ihr nicht in die Augen zu sehen.
Der Vormittag verlief wie in Trance. E-Mails wurden beantwortet, Telefonate geführt, Akten bearbeitet. Zwischen uns herrschte eine geschäftige Stille. Kein Wort über die Überstunden, keine Anspielung auf die WhatsApp-Nachricht. Es war, als hätten wir eine stillschweigende Vereinbarung getroffen, die Ereignisse der letzten Nacht unter einem dicken Teppich aus Büroalltag zu begraben.
Doch die Spannung war da. Sie war greifbar, ein feines Vibrieren in der Luft, jedes Mal, wenn sich unsere Wege an den Aktenschränken oder am Kopierer kreuzten. Ich spürte ihren Blick auf mir, wenn ich mich unbeobachtet glaubte, und ertappte mich selbst dabei, wie ich immer wieder zu ihrem Schreibtisch hinübersah, auf der Suche nach einem Zeichen, einer Regung.
Kurz vor der Mittagspause stand Anja auf. Sie nahm ihre Handtasche und ging in Richtung der kleinen Teeküche. Auf dem Weg dorthin kam sie an meinem Schreibtisch vorbei.
Sie blieb nicht stehen, verlangsamte nur ihren Schritt für einen Sekundenbruchteil.
“Ich habe dir was mitgebracht”, sagte sie leise, ohne mich anzusehen. “Liegt in deiner untersten Schublade. Für später.”
Dann ging sie weiter, das Klappern ihrer flachen Schuhe auf dem Linoleum das einzige Geräusch.
Ich wartete, bis sie in der Teeküche verschwunden war und auch die anderen Kollegen sich auf den Weg in die Kantine gemacht hatten. Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, als ich mich vorbeugte und die unterste Schublade meines Schreibtischs öffnete, in der ich normalerweise nur alte Kabel und leere Batterien aufbewahrte.
Ganz hinten, unter einem Stapel alter Notizblöcke, lag ein unscheinbarer, undurchsichtiger Plastikbeutel. Ein einfacher Einkaufsbeutel von einer Drogeriekette.
Ich zog ihn hervor. Er fühlte sich überraschend schwer an. Ich sah mich noch einmal um, um sicherzugehen, dass ich wirklich allein war, dann öffnete ich den Knoten, mit dem die Tüte verschlossen war.
Mir schlug ein Geruch entgegen, der mich sofort, mit einer Wucht, die mir den Atem raubte, zurück in den gestrigen Abend katapultierte.
Es war eine Mischung aus Anjas schwerem, süßlichem Parfüm, dem leicht chemischen Geruch des Kunstleders – und darunter, unverkennbar, der herbe, moschusartige Duft von Sex. Von Schweiß, von weiblicher Erregung und von mir selbst.
Mit zitternden Händen griff ich in den Beutel.
Zuerst zog ich die Hose heraus. Die dunkelbraune Hose in Lederoptik. Sie war zerknittert, der Stoff fühlte sich an einigen Stellen steif und klebrig an. Ich hielt sie an mein Gesicht, atmete tief ein. Der Geruch war berauschend, dreckig, intim. Ich konnte förmlich sehen, wie sie diese Hose getragen hatte, wie sie sich über ihren strammen Hintern gespannt hatte, wie ich sie ihr vom Leib gerissen hatte.
Darunter lag etwas Kleineres, Weicheres. Ein cremefarbener Slip aus Spitze und Seide. Er war zusammengerollt, aber als ich ihn auseinanderfaltete, sah ich den deutlich sichtbaren, getrockneten Fleck im Schritt.
Ich starrte auf den kleinen Stofffetzen. Das war der Beweis. Der unwiderlegbare, physische Beweis für alles, was passiert war. Für die Nachricht, die sie mir geschickt hatte. Für die Tatsache, dass sie den ganzen Abend und die halbe Nacht meinen Samen in sich getragen hatte, aufgefangen von diesem Stück Seide.
Mir wurde schwindelig. Die Dreistigkeit, mir diese Dinge hier im Büro zu übergeben, war atemberaubend. Es war ein Geschenk, eine Trophäe – und gleichzeitig eine unausgesprochene Drohung. Ein Pfand, das mich an sie band, fester als jeder Vertrag.
Ich faltete die Hose und den Slip hastig wieder zusammen, stopfte sie zurück in den Beutel und verknotete ihn. Ich schob ihn zurück in die hinterste Ecke der Schublade, unter die alten Notizblöcke.
Mein Herz raste, und ich spürte, wie sich in meiner Hose schon wieder eine Reaktion regte. Ich wusste, dass ich diesen Beutel heute Abend mit nach Hause nehmen würde. Und ich wusste auch, dass die Geschichte mit Anja noch lange nicht vorbei war. Sie hatte gerade erst begonnen, und sie spielte nach Regeln, die ich noch nicht einmal ansatzweise verstand.

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bengel07
Erfahren
5 Monate vor

Das klingt sehr spannend wie wird es weiter gehen ?

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