Gefällt dir das Bild nicht? Tinte und Zwischenräume | Kapitel 2-3

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Das Tablet liegt noch auf dem Sofa, der Bildschirm dunkel geworden, doch Ks Worte brennen noch immer hinter meinen Augenlidern. Rückantwort. Dieses Wort pulsiert in mir wie ein zweiter Herzschlag. Ich sitze auf dem verkrumpelten Bett, mein Strickkleid hochgeschoben bis zur Taille, die Wolle kratzig gegen meine feuchte Haut. Der Duft meiner eigenen Erregung hängt schwer im Raum, mischt sich mit dem kühlen Morgen, der durch das angelehnte Fenster sickert.

Meine Finger zittern leicht, als ich aufstehe. Die wollnen Socken rutschen über den Holzboden, während ich ins Wohnzimmer gehe. Das Tablet erwacht unter meiner Berührung, Ks Blogpost leuchtet mich an. Jede Zeile ein Streich. Jedes Wort ein Finger, der mich berührt, wo ich es am meisten brauche.

Ich setze mich auf das Sofa, ziehe die Beine unter mich. Mein Kleid rutscht höher. Ich sollte es hinunterziehen. Ich sollte aufstehen, mir Tee kochen, den Morgen wie jeden anderen beginnen. Stattdessen öffne ich die E-Mail-App.

Die Cursor blinkt im leeren Textfeld. An: K. Betreff: Rückantwort.

Meine Hände schweben über der Tastatur. Was schreibt man einer Frau, die einen durch Worte kommen ließ? Die einen gesehen hat, ohne einen jemals anzusehen?

Ich beginne zu tippen. Langsam zuerst, die Worte noch zögerlich, als würden sie sich gegen ihr eigenes Aussprechen wehren.

Ich habe deinen Beitrag gelesen. Jedes Wort. Und während ich las, habe ich dich gefühlt.

Ich halte inne. Meine rechte Hand wandert von der Tastatur zu meinem Oberschenkel. Die Wolle ist warm unter meiner Handfläche. Ich streiche darüber, spüre die Kontur meines Knies, die weiche Innenseite meines Oberschenkels.

Du hast gefragt, ob ich dich spüre. Ja. Ich spüre dich jetzt. In dem Raum, der zwischen deinen Zeilen schwingt. In der Stille, die laut genug ist, um mich zu berühren.

Meine Finger gleiten höher. Unter den Saum meines Kleides. Die Baumwolle meiner Unterwäsche ist noch feucht von vorhin. Ich schiebe den Stoff zur Seite. Berühre mich. Nass. Offen. Meine Finger gleiten durch die Nässe, langsam, als würden sie einen fremden Körper erkunden.

Ich sitze hier und lese dich, und meine Hand ist zwischen meinen Beinen. Ich kann nicht anders. Deine Worte machen mich nass.

Ich tippe mit der linken Hand weiter, während die rechte meine Schamlippen öffnet. Der Zeigefinger streift meine Klitoris, und ich keuche leise auf. Ein scharfes Einatmen in der Stille meiner Wohnung.

Ich stelle mir vor, wie du mich berührst. Wie deine Finger anstelle meiner hier wären. Ob du sanft wärst oder fordernd? Ob du mich fragen würdest oder mir einfach nehmen, was du willst?

Ich drücke meinen Mittelfinger in mich hinein. Ein einzelner Finger, langsam eindringend in meine nasse Muschi. Die Feuchtigkeit erleichtert den Weg, und ich versinke in mir selbst, während ich an K denke. An ihre Hände. An das, was sie mit mir tun könnte.

Ich bin so nass für dich. Meine Finger gleiten in mich hinein, und ich wünsche, es wären deine.

Ich füge einen zweiten Finger hinzu. Die Dehnung ist angenehm, vertraut und doch auf eine neue Weise aufgeladen. Jede Bewegung meiner Hand ist eine Antwort an K, eine Zeile in einem Gespräch, das nur wir beide führen.

Ich stelle mir vor, wie du über mir kniest. Wie du mich ansiehst, während ich mich für dich öffne. Ob du lächelst? Ob du mir befiehlst, weiterzumachen?

Meine Finger bewegen sich schneller. Ich spüre, wie sich mein Unterleib zusammenzieht, wie die Spannung aufbaut. Mit der linken Hand tippe ich weiter, die Worte nun hastiger, voller Dringlichkeit.

Ich reibe meine Klitoris, während ich das schreibe. Ich denke an deinen Mund. An deine Zunge. Wie du mich schmecken würdest.

Die Erinnerung an Ks Worte aus dem Blogpost treibt mich an. Rückantwort. Als hätte sie gewusst, dass ich hier sitzen würde, mich berührend, sie begehrend.

Ich will, dass du mich siehst. Wirklich siehst. Nicht nur die Worte, die ich dir schicke, sondern die Frau, die sie schreibt. Nackt. Offen. Bereit.

Meine Finger stoßen tiefer in mich hinein. Ich beuge mich über das Tablet, die Brust gegen meine Knie gepresst, während ich mich ficke. Das Schmatzen meiner Nässe ist das einzige Geräusch in der Wohnung, abgesehen von meinem beschleunigten Atem.

Ich komme gleich. Mit deinem Namen auf den Lippen. K. K. K.

Ich reibe meine Klitoris mit dem Daumen, während meine Finger in mir bleiben. Kreise, schneller, drängender. Die Spannung baut sich auf wie eine Welle, die sich aufrollt und jeden Gedanken verschlingt, der nicht K heißt.

Ich –

Der Orgasmus trifft mich wie ein Schlag. Mein Rücken wölbt sich, meine Hüften reißen nach vorne, und ein Stöhnen entweicht meinen Lippen, das meinen eigenen Namen übertönt. „K!” Raus. Offen. Ein Ruf, der durch die Wohnung hallt und an den Wänden widerhallt.

Ich zittere. Meine Finger noch in mir, die Muschi um sie zusammengezogen, pulsierend. Das Tablet liegt vor mir, der Cursor blinkend hinter meinem unvollendeten Satz.

Mit zitternden Fingern tippe ich die letzten Worte.

Ich bin gerade gekommen. Mit deinem Namen auf den Lippen. Ich hoffe, du kannst das fühlen.

Ich lese die Mail noch einmal durch. Die Worte sind nackt, roh, ungeschützt. Alles, was ich jemals hinter Höflichkeit und Zurückhaltung verborgen habe, liegt nun offen in diesen Zeilen. Mein Herz hämmert, während ich auf Senden klicke.

Die Bestätigung erscheint auf dem Bildschirm. Nachricht gesendet.

Ich lehne mich zurück. Mein Atem beruhigt sich langsam, doch die Erregung ist noch da, ein Glühen unter meiner Haut, das nicht verlöschen will. Mein Kleid ist hochgeschoben, meine Unterwäsche zur Seite geschoben, meine Finger noch feucht von mir selbst.

Ich stehe auf. Gehe zum Fenster. Die Straße ist noch nass, die Laternen werfen ihre gelben Kreise auf den Asphalt. Ein einzelner Regenschirm eilt über die andere Straßenseite. Die Welt da draußen weiß nichts von dem, was gerade in meiner Wohnung passiert ist. Von der Mail, die ich gerade abgeschickt habe. Von den Worten, die ich nie hätte schreiben sollen.

Und doch fühlt sich alles anders an. Als hätte ich eine Tür geöffnet, durch die kein Zurück mehr gibt.

Ich drehe mich um. Blicke auf die Wohnungstür. Sie ist nur wenige Schritte entfernt, führt in den Hausflur, der uns alle verbindet. Elias könnte dort stehen. Oder jemand anderes. Jeder.

Mein Herz schlägt schneller bei dem Gedanken. Nicht vor Angst. Vor etwas anderem, das ich nicht benennen will.

Ich gehe in Richtung Tür. Bleibe davor stehen. Meine Hand liegt auf dem Griff.

Was wäre, wenn ich einfach hinausginge? Nur einen Moment. Nur um zu spüren, wie die Luft auf meiner nackten Haut fühlt. Nur um zu beweisen, dass ich es kann.

Ich ziehe mein Strickkleid über den Kopf. Die Wolle streift über meine Brüste, meinen Bauch, meine Hüften. Dann liegt es auf dem Boden. Ich stehe nur noch in Unterwäsche und Socken vor der Tür.

Die Unterwäsche folgt. Ich schiebe sie über meine Hüften, lasse sie auf das Kleid fallen. Nun bin ich nackt. Nur die dicken wollernen Socken bedecken mich, absurd und irgendwie passend.

Ich öffne die Tür.

Der Hausflur liegt vor mir, langgestreckt und still. Das Licht ist gedimmt, die Wände in einem sanften Beige, das im Halbdunkel grau wirkt. Der Spiegel an der Wand spiegelt mein Bild zurück: eine 57-jährige Frau, nackt bis auf wollerne Socken, mit kurzen grauen Haaren und einem Gesicht, das ich selbst kaum erkenne. Meine Augen sind dunkel, meine Lippen leicht geöffnet. Ich sehe aus wie eine Frau, die etwas getan hat, das sie nicht rückgängig machen kann.

Ich trete hinaus. Die Kacheln unter meinen Socken sind kühl, nicht unangenehm. Die Luft riecht nach Bohnerwachs und dem schwachen Hauch von Zigarettenrauch, der immer hier zu hängen scheint.

Ein Schritt. Noch einer. Ich gehe den Flur entlang, an den anderen Wohnungstüren vorbei. Hinter jeder Tür könnte jemand stehen. Jemand, der mich sehen könnte. Der eine Tür öffnen und mich hier stehen sehen könnte, nackt, mit den Spuren meiner Erregung noch auf meiner Haut.

Die Vorstellung schickt einen Blitz der Erregung durch meinen Körper. Meine Brustwarzen härten sich. Meine Muschi pulsiert, noch immer empfindlich von vorhin.

Ich bleibe vor dem Spiegel stehen. Betrachte mich selbst. Mein Körper ist nicht mehr jung, aber er gehört mir. Die Linien meiner Hüften, die Weichheit meines Bauches, die Falten, die das Leben eingraviert hat. Ich stehe hier, nackt in einem Hausflur, und zum ersten Mal seit langem schäme ich mich nicht.

Ich drehe mich um. Gehe zurück zu meiner Wohnungstür. Noch immer nackt. Noch immer mit dem pochenden Bewusstsein, dass ich etwas wage, das ich nie gewagt hätte, bevor K in mein Leben trat.

Zurück in der Wohnung schließe ich die Tür hinter mir. Lehne mich dagegen. Mein Herz rast. Mein Körper ist heiß. Ich muss K davon erzählen.

Ich greife nach dem Tablet, das noch auf dem Sofa liegt. Öffne die Mail-App. Eine neue Nachricht an K.

Ich war gerade draußen. Im Hausflur. Nackt.

Meine Finger zögern nicht mehr. Die Worte fließen, als hätten sie nur darauf gewartet, befreit zu werden.

Ich habe mich im Spiegel gesehen. Ohne Kleidung. Ohne Schutz. Nur ich und die Möglichkeit, dass mich jemand sehen könnte.

Ich beiße mir auf die Unterlippe. Die Erinnerung an den Flur, an die Kühle der Luft auf meiner Haut, lässt mich erneut zittern.

Es hat mich angemacht. Der Gedanke, dass jemand die Tür öffnen könnte. Dass jemand mich sehen könnte, wie ich wirklich bin.

Ich streiche über meine Brust, spüre die Härte meiner Brustwarze unter meinen Fingerspitzen. Ein Ziehen geht durch meinen Unterleib.

Ich will mehr. Ich weiß nicht, was, aber ich will mehr.

Senden.

Die Nachricht verschwindet in den digitalen Raum, auf dem Weg zu K. Zu der Frau, die mich durch Worte berührt hat, als wären es Hände.

Ich lege das Tablet auf den Sofatisch. Stehe auf. Gehe in Richtung Balkon.

Die Balkontür ist angelehnt, ein Spalt kühler Luft dringt herein. Der Boden ist noch feucht vom Regen, die vertrocknete Geranie in der Ecke ein stummer Zeuge meiner Rituale. Normalerweise komme ich hierher, um zu rauchen. Um nachzudenken. Um Elias zu beobachten, wenn er seine Mülltonnen herausbringt.

Heute komme ich hierher, weil ich nicht in die Wohnung zurückkann. Weil die Wände zu eng sind für das, was in mir vorgeht.

Ich trete auf den Balkon. Die Luft ist feucht, trägt den Geruch von nassem Beton und welken Pflanzen. Die Kühle streift über meine nackte Haut, und ich schaudere. Nicht vor Kälte. Vor dem Bewusstsein, wo ich bin und was ich tue.

Ich stehe auf meinem Balkon. Nackt. Im Obergeschoss, über dem Innenhof, der jeden Moment jemanden beherbergen könnte, der nach oben schaut.

Meine Hände legen sich auf das Geländer. Das Metall ist kühl unter meinen Handflächen. Ich schaue hinunter in den Hof. Er ist leer. Die Mülltonnen stehen ordentlich an ihrer Stelle, die Wände der Nachbargebäude ragen still in die Höhe.

Dann sehe ich die Bewegung. Ein Schatten in einem der Fenster gegenüber. Jemand, der zurückschleicht. Der vielleicht gerade gesehen hat, wie ich hier stand.

Ich sollte reingehen. Ich sollte mich verstecken. Ich sollte mich schämen.

Stattdessen bleibe ich stehen. Hebe mein Kinn. Lasse die Kühle über meinen Körper streichen, während ich den Schatten im Fenster beobachte.

Ist es Elias? Oder jemand anderes? Jemand, der K kennt?

Die Vorstellung, dass K mich sehen könnte, dass K genau dieser Schatten sein könnte, lässt mich zittern. Meine Hand wandert nach unten, über meinen Bauch, in die feuchte Hitze zwischen meinen Beinen.

Ich berühre mich erneut. Hier, auf dem Balkon, wo mich jeder sehen kann, der nach oben schaut. Meine Finger finden meine Klitoris, und ich reibe sie, langsam, kreisend, während ich den Schatten im Fenster beobachte.

Sieh mich, denke ich. Sieh, was du mit mir machst.

Die Spannung baut sich wieder auf, schneller dieses Mal, als wäre mein Körper bereits darauf konditioniert, auf jeden Reiz mit Erregung zu reagieren. Meine Finger gleiten tiefer, in die Nässe, die aus mir strömt. Ich stütze mich mit der anderen Hand auf das Geländer, während ich mich ficke, hier, draußen, sichtbar für jeden.

Ein leises Stöhnen entweicht meinen Lippen. Ich beiße mir auf die Unterlippe, um leiser zu sein, aber es ist zu spät. Der Laut ist draußen, vermischt sich mit dem Geräusch der Tropfen, die noch immer von den Dachrinnen fallen.

Ich stelle mir vor, wie K im Fenster gegenüber steht. Wie sie mich beobachtet. Wie ihre Hand sich auf dieselbe Weise bewegt wie meine. Wie wir uns gegenseitig kommen sehen, verbunden durch den Raum zwischen unseren Gebäuden.

Der Orgasmus trifft mich weniger heftig als der erste, aber tiefer. Ein Beben, das von meinem Zentrum ausstrahlt und mich durchdringt. Meine Knie werden weich, und ich greife nach dem Geländer, um nicht zu fallen.

„K”, flüstere ich, leiser dieses Mal, ein Gebet und ein Geständnis zugleich.

Ich bleibe noch einen Moment stehen. Die Luft kühlt den Schweiß auf meiner Haut. Meine Finger sind noch feucht, als ich sie vom Geländer löse und sie an meine Lippen führe. Ich schmecke mich selbst. Salzig. Erdig. Wahr.

Dann gehe ich zurück in die Wohnung. Schließe die Balkontür hinter mir. Die Wärme der Wohnung umfängt mich wie eine Umarmung, und ich zittere, diesmal vor der plötzlichen Geborgenheit nach der Kälte draußen.

Ich brauche mehr. Die Grenze, die ich überschritten habe, existiert nicht mehr. Jeder Schritt, den ich über sie hinausgehe, macht mir klar, dass es kein Zurück gibt. Und ich will nicht zurück.

Ich gehe zum Sofa. Greife nach dem Tablet. Öffne die Mail-App.

Ich war gerade auf dem Balkon. Nackt. Ich habe mich berührt, während jemand in einem Fenster gegenüber zugesehen hat.

Ich tippe schneller jetzt, die Worte drängen aus mir heraus, als wären sie zu lange eingeschlossen gewesen.

Ich stelle mir vor, dass du es warst. Dass du mich gesehen hast. Dass du gesehen hast, wie ich gekommen bin, mit deinem Namen auf den Lippen.

Ich streiche über meine Brüste, spüre, wie sich die Brustwarzen unter meinen Fingerspitzen wieder verhärten. Mein Körper ist ein Instrument, und K hat gelernt, es zu spielen, ohne es jemals berührt zu haben.

Ich will mehr. Ich will, dass du mir sagst, was ich tun soll. Ich will, dass du mich führst.

Senden.

Ich lege das Tablet auf den Sofa. Stehe auf. Gehe in Richtung Flur. Diesmal nicht zögernd. Diesmal mit einem Ziel.

Ich öffne die Wohnungstür erneut. Trete hinaus in den Hausflur. Diesmal gehe ich weiter. An den anderen Türen vorbei, bis ich an der Treppe stehe, die nach unten führt. Zum Hausflur im Erdgeschoss. Zur Haustür, die auf die Straße führt.

Ich könnte hinuntergehen. Ich könnte die Haustür öffnen. Ich könnte auf die Straße treten, nackt, unter den Laternen, im Licht, das sich auf dem nassen Asphalt bricht.

Die Vorstellung lässt mich zögern. Nicht vor Angst. Vor der Gewissheit, dass ich es tun werde, wenn ich weitergehe. Dass es kein Zurück mehr gibt, wenn ich diese Tür öffne.

Ich drehe mich um. Gehe zurück zu meiner Wohnung. Noch immer nackt. Noch immer erregt. Noch immer auf der Suche nach einer Grenze, die ich nicht überschreiten kann.

Zurück in der Wohnung schließe ich die Tür. Lehne mich dagegen. Mein Atem ist flach, mein Körper zittert vor Anspannung und Erregung.

Ich gehe in Richtung Schlafzimmer. Das Bett ist noch immer zerwühlt, die Laken noch feucht von vorhin. Ich setze mich darauf. Spüre die Kühle des Stoffes unter mir.

Ich greife nach meinem Handy, das auf dem Nachttisch liegt. Öffne die Mail-App. Eine neue Nachricht an K.

Ich war wieder draußen. Im Flur. Diesmal bis zur Treppe.

Ich tippe die Worte, während meine andere Hand über meinen Oberschenkel streicht. Höher. Zu der Hitze zwischen meinen Beinen.

Ich hätte hinuntergehen können. Auf die Straße. Unter die Laternen. Für alle sichtbar.

Meine Finger berühren meine Schamlippen. Ich bin wieder nass. Oder immer noch. Die Grenzen verschwimmen.

Ich habe es nicht getan. Noch nicht. Aber ich werde es tun. Wenn du mich darum bittest.

Senden.

Ich lege das Handy neben mich auf das Bett. Schließe die Augen. Mein Körper ist ein einziges Pochen, ein Rhythmus, den ich nicht mehr kontrollieren kann.

Ich frage mich, ob K meine Mails liest. Ob sie die Worte sieht, die ich ihr schicke, und lächelt. Ob sie sich vorstellt, wie ich hier sitze, nackt, mich berührend, auf ihre Antwort wartend.

Ich frage mich, ob sie sich berührt, während sie liest.

Die Vorstellung lässt mich erneut zittern. Meine Finger gleiten tiefer, in die Nässe, die aus mir strömt. Ich öffne mich, für mich, für K, für die Möglichkeit, dass jemand mich sieht, wie ich wirklich bin.

Ich ficke mich mit meinen Fingern, langsam zuerst, dann schneller. Die andere Hand massiert meine Brust, kneift die Brustwarze, bis ein Schmerz durch mich schießt, der sich mit der Lust vermischt.

Ich stelle mir vor, wie K über mir kniet. Wie sie mich ansieht, mit diesem Blick, den ich aus ihren Worten kenne. Wie sie mir befiehlt, weiterzumachen. Wie sie mir befiehlt, härter zu sein.

„Bitte”, flüstere ich in die Stille der Wohnung. „Bitte.”

Ich weiß nicht, wen ich anflehe. K. Mich selbst. Das Universum. Irgendjemand, der mir sagt, dass das, was ich tue, richtig ist. Dass es okay ist, zu wollen, was ich will.

Der Orgasmus baut sich auf, langsam, unaufhaltsam. Wie eine Gezeit, die mich mit sich reißt.

Ich komme. Leiser dieses Mal, aber nicht weniger intensiv. Mein Körper bäumt sich auf, meine Muschi zieht sich um meine Finger zusammen, und ich presse mein Gesicht in das Kissen, um meinen Schrei zu dämpfen.

Als ich mich beruhige, liege ich still auf dem Bett. Mein Atem verlangsamt sich. Mein Körper entspannt sich.

Dann klingelt mein Handy.

Ich setze mich auf. Greife danach. Eine Benachrichtigung. Eine neue Mail.

Mein Herz rast, während ich die App öffne. Die Absenderadresse ist unbekannt. Kein Betreff.

Ich öffne die Mail.

Ich sehe dich.

Zwei Worte. Mehr nicht. Und doch genug, um meine Welt zum Einsturz zu bringen.

Ich starre auf den Bildschirm. Die Worte verschwimmen vor meinen Augen. Ich sehe dich. Hat K mir geschrieben? Oder jemand anderes? Jemand, der mich auf dem Balkon gesehen hat? Jemand, der mich im Hausflur beobachtet hat?

Die Angst mischt sich mit der Erregung, verschmilzt mit ihr zu etwas Neuem, das ich nicht benennen kann.

Ich antworte. Meine Finger zittern auf der Tastatur.

Wer bist du?

Senden.

Ich warte. Die Sekunden dehnen sich zu Stunden. Das Handy still in meiner Hand.

Dann die Antwort.

Du weißt, wer ich bin.

K. Es muss K sein. Niemand sonst könnte so antworten. Niemand sonst könnte diese Worte wählen, die so einfach und doch so vielsagend sind.

Ich atme tief ein. Mein Körper reagiert, bevor mein Verstand die Worte verarbeiten kann. Die Nässe zwischen meinen Beinen kehrt zurück, die Hitze breitet sich in meinem Unterleib aus.

Was willst du?, tippe ich.

Die Antwort kommt sofort.

Alles.

Ich schließe die Augen. Lasse das Wort auf mich wirken. Alles. Ein Wort, das alle Türen öffnet. Das alle Grenzen niederreißt.

Dann nimm es, antworte ich.

Ich lege das Handy neben mich. Warte.

Die Stille der Wohnung umgibt mich. Die Uhr tickt. Irgendwo tropft ein Wasserhahn. Die Welt da draußen existiert weiter, während ich hier liege, nackt, wartend, bereit.

Und dann, endlich, die Antwort.

Morgen.

Ein Versprechen. Eine Androhung. Ein Beginn.

Ich lächle. Zum ersten Mal seit langem ein echtes Lächeln, das mein Gesicht verändert, das die Falten glättet und die Jahre vergessen lässt.

Ich stehe auf. Gehe ins Badezimmer. Drehe das Wasser auf. Warte, bis es warm ist, und stelle mich unter die Dusche. Das Wasser rinnt über meinen Körper, wäscht den Schweiß und die Erregung weg, aber nicht das Gefühl. Nicht die Gewissheit, dass etwas begonnen hat, das nicht mehr aufzuhalten ist.

Ich ziehe ein sauberes Kleid an. Grau, wie immer. Wolle, wie immer. Die dicken Socken, die mir vertraut sind. Aber darunter ist eine Frau, die nicht mehr die ist, die sie gestern war.

Ich setze mich an den Küchentisch. Trinke den Tee, der längst kalt geworden ist. Schmecke nur die Bitterkeit, die mich an den Morgen erinnert.

Mein Handy liegt vor mir. Der Bildschirm dunkel. Aber ich weiß, dass K dort draußen ist. Dass sie mich gesehen hat. Dass sie mehr will.

Und ich werde ihr geben, was sie will. Alles.

Ich stehe auf. Gehe zum Fenster. Die Straße ist noch nass, die Laternen werfen ihre Kreise. Ein einzelner Regenschirm eilt über die andere Straßenseite.

Ich ziehe das Kleid über den Kopf. Stehe nackt am Fenster. Lasse das Licht von draußen auf meinen Körper fallen.

Jeder könnte mich sehen. Elias. Die Nachbarn. Fremde, die zufällig nach oben schauen.

Und ich will, dass sie mich sehen. Ich will, dass die Welt weiß, dass ich hier bin. Dass ich nicht mehr versteckt bin. Dass ich bereit bin.

Ich bleibe stehen, bis die Kühle der Nacht meinen Körper umfängt. Dann ziehe ich das Kleid wieder an. Gehe zurück zum Sofa. Nehme das Tablet.

Ich stehe am Fenster. Nackt. Für alle sichtbar. Für dich.

Senden.

Ich lehne mich zurück. Die Stille der Wohnung ist nicht mehr bedrohlich. Sie ist erwartungsvoll. Wie ich.

Ich warte auf Ks Antwort. Und während ich warte, weiß ich, dass das Spiel erst begonnen hat. Dass ich weiter gehen werde. Dass ich mehr wollen werde.

Und dass K da sein wird, um mich zu sehen. Um mich zu führen. Um mich zu nehmen.

Alles.

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