Glanz unter der Dämmerung 1-3

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Ich stehe vor dem Spiegel in meinem Schlafzimmer und betrachte das Päckchen, das seit drei Tagen auf meinem Nachttisch liegt. Schwarzer Latex, steht auf der Versandtasche. Ein Catsuit, Größe 38, mit Frontreißverschluss. Ich habe ihn online bestellt, nach einem Glas Wein zu viel, an einem regnerischen Dienstag im März, nachdem ich stundenlang durch Foren und Bilderwelten gescrollt habe. Bilder von Frauen in glänzendem Schwarz, ihre Körper wie gegossen, jede Kurve betont, jede Kontur scharf abgegrenzt. Ich wusste nicht, warum ich nicht aufhören konnte zu scrollen. Jetzt, drei Tage später, weiß ich es immer noch nicht genau. Aber das Päckchen ist da, und meine Finger zittern leicht, als ich es öffne.

Der Geruch trifft mich zuerst. Scharf, süßlich, chemisch — ein Duft, der irgendwo zwischen Benzin und warmem Gummi liegt. Ich halte das Material an meine Wange. Es ist kühl, glatt, leblos. Und doch spüre ich etwas, als die glatte Oberfläche meine Haut berührt. Einen kleinen Schauer,

der von meinem Kinn meinen Hals hinabrutscht. Ich lege den Catsuit auf das Bett und streiche ihn glatt. Das Licht der Nachttischlampe spiegelt sich auf der matten Oberfläche, und für einen Moment sehe ich mein eigenes Gesicht, verzerrt und fremd, im glänzenden Stoff.

Ich heiße Christa. Ich bin siebenundfünfzig Jahre , geschieden, zwei erwachsene , die in anderen Städten leben. Ich arbeite als Übersetzerin für technische Dokumentationen, von zu Hause aus, meistens allein. Mein Leben ist ruhig, geordnet, vorhersehbar. Seit der Scheidung vor neun Jahren gibt es keine Männer mehr in meinem Bett. Es gab auch nie Frauen. Und doch — und doch habe ich, solange ich denken kann, manchmal Frauen angesehen. Auf eine Art, die ich mir nicht eingestehen wollte. Die breiten Hände der Bäckerin, wenn sie das Brot in die Tüte legt. Der Geruch von Lavendel, wenn meine Kollegin Ute neben mir sitzt. Die Art, wie eine fremde Frau im Supermarkt ihre Lippen aufeinanderpresst, wenn sie nachdenkt. Kleinigkeiten. Splitter. Nichts, was ich benannt hätte. Nichts, was ich verfolgt hätte.

Bis zu diesem Dienstag im März.

Ich ziehe mich aus. Bluse, BH, Rock, Strumpfhose. Ich stehe nackt vor dem Spiegel und betrachte meinen Körper mit der kritischen Distanz, die mir in den letzten Jahren zur Gewohnheit geworden ist. Meine Brüste sind weich, schwer, die Haut nicht mehr so straff wie mit dreißig. Mein Bauch hat eine Wölbung, die ich in der Jugend nicht hatte. Die Oberschenkel berühren sich, wenn ich stehe. Falten um die Augen, um den Mund. Und doch — und doch schaue ich nicht weg. Ich nehme den Latex-Catsuit vom Bett und beginne, ihn anzuziehen.

Es ist ein Kampf. Das Material klebt an meiner Haut, zieht, zerrt, will nicht dahin, wo ich es haben will. Ich habe Talkumpuder gelesen, in den Foren. Ich habe welches im Badezimmer. Ich bestäube meine Beine, meine Arme, und plötzlich gleitet der Latex — langsam, zäh, aber gleitet. Mein linker Fuß rutscht hinein, dann der rechte. Der Stoff kriecht meine Waden hinauf, über meine Knie, die Oberschenkel. Er presst sich an mich, und ich spüre, wie er jede Unebenheit meiner Haut abformt. Jede Delle, jede Wölbung. Ich ziehe weiter, über die Hüften, und der Latex legt sich um meinen Unterleib wie eine zweite Haut. Eng, eng, eng. Ich atme ein, und mein Brustkorb dehnt sich gegen den Widerstand des Materials. Es knackt leise, ein Geräusch wie knisternde Folie.

Ich streife die Ärmel über meine Arme, schiebe meine Hände durch die Engstellen an den Handgelenken. Dann greife ich nach dem Reißverschluss, der von meinem Hals bis zum Schoß reicht. Ich ziehe ihn hoch, und der Latex schließt sich um meinen Oberkörper. Er presst meine Brüste flach, drückt sie zusammen, und ich sehe im Spiegel, wie sich meine Silhouette verändert. Mein Körper wirkt glatter, fester, konturierter. Die Falten sind verschwunden. Die Wölbungen sind verschwunden. Was bleibt, ist eine schwarze, glänzende Hülle, die mich umschließt wie eine Rüstung.

Und dann — Wärme.

Es beginnt als leises Prickeln an meinen Beinen. Wie ein zweiter Puls, der unter der Haut schlägt. Der Latex nimmt meine Körperwärme auf und speichert sie, gibt sie nicht mehr ab. Nach zwei Minuten spüre ich, wie sich Schweiß an meinem linken Knie bildet. Nach drei Minuten an meinem rechten Oberschenkel. Nach fünf Minuten klebt der Latex an meinem Bauch, feucht und warm, und ich spüre jeden Atemzug doppelt — einmal in meiner Lunge, einmal im Widerstand des Materials. Es ist, als hätte ich mein eigenes Klima geschaffen. Eine , feuchte Hitze, die nur mir gehört.

Ich bewege mich im Zimmer. Ein Schritt. Der Latex knackt. Ein weiterer Schritt. Das Knacken wird zu einem leisen Zischen, wie Luft, die aus einem Reifen entweicht. Ich drehe mich vor dem Spiegel. Mein Körper glänzt. Das Licht der Nachttischlampe wirft helle Reflexe auf meine Hüften, meine Brüste, meine Schultern. Ich hebe den Arm, und der Latex spannt sich über meinem Bizeps. Ich beuge das Knie, und der Stoff zieht sich über meiner Wade straff. Ich bin — ich bin nicht mehr Christa, die Übersetzerin. Ich bin jemand anderes. Jemand, der in Schwarz gehüllt ist und glänzt.

Und dann bemerke ich etwas anderes.

Zwischen meinen Beinen, dort wo der Latex am engsten anliegt, spüre ich eine Feuchtigkeit, die nicht nur Schweiß ist. Ein Pulsieren, leise, fast unmerklich. Ein Kribbeln, das von meinem Unterleib ausstrahlt. Ich drücke meine Oberschenkel zusammen, und der Latex quietscht leise. Das Kribbeln wird stärker. Ich lege meine behandschuhte Hand auf meinen Unterleib, und der Druck des Latex auf meiner Haut, kombiniert mit dem Druck meiner Hand, erzeugt eine Welle, die meinen Rücken hinaufrutscht. Ich atme scharf ein. Der Latex dehnt sich, meine Brüste heben sich, und im Spiegel sehe ich eine Frau, deren Augen größer geworden sind, deren Mund leicht geöffnet ist, deren Wangen — trotz der schwarzen Hülle — gerötet sind.

Ich stehe da. Atme. Schwitze. Und verstehe zum ersten Mal, dass dies kein Versehen ist. Dass ich diesen Catsuit nicht betrunken bestellt habe. Dass ich hier stehe, in Schwarz gehüllt, mit pochendem Unterleib und feuchten Schenkeln, weil ich genau das wollte. Genau das brauche. Und dass die Bilder, die ich mir stundenlang angesehen habe, nicht einfach Bilder waren. Dass sie etwas in mir berührt haben, das seit siebenundfünfzig Jahren schlummert.

Ich trage den Catsuit den ganzen Abend. Ich koche mir Tee in der Küche, und der Linoleumboden quietscht unter meinen nackten Füßen — ich habe keine Schuhe angezogen, der Latex reicht bis zu den Knöcheln. Ich setze mich aufs Sofa, und der Stoff spannt sich über meinen Oberschenkeln, glitscht auf dem Polster, und ich rutsche immer wieder nach vorne. Ich schalte den Fernseher ein, aber ich sehe nicht hin. Ich spüre. Jede Faser des Latex, jede Schweißperle, die sich bildet, jeder Luftzug, der über das Material streicht und mir eine Gänsehaut verleiht, die ich unter der Gummihülle nicht sehen kann.

Gegen zehn Uhr abends stehe ich wieder vor dem Spiegel. Der Latex ist jetzt warm, richtig warm, wie ein zweiter Körper, der mich umschließt. Meine Haut darunter ist feucht, glitschig, und wenn ich den Stoff an meiner Hüfte leicht anhebe, sehe ich, wie sich ein Tropfen Schweiß von meinem Bauch löst und an der Innenseite des Latex hinabrutscht. Ich ziehe den Reißverschluss herunter, langsam, Glied für Glied, und mit jedem Zentimeter, der sich öffnet, entweicht warme Luft — mein eigener Atem, eingesperrt und wieder freigegeben. Der Geruch ist intensiv: Gummi, Schweiß, und etwas anderes. Etwas Süßliches. Etwas, das aus mir kommt.

Ich lege den Catsuit auf das Bett, breite ihn aus, betrachte ihn. Er ist feucht an der Innenseite, beschlagen wie ein Spiegel nach einem heißen Bad. Ich streiche mit den Fingern darüber, und der Latex ist warm, lebendig fast, als hätte er etwas von mir aufgenommen. Etwas behalten.

Am nächsten Morgen trage ich meinen normalen Rock, meine Bluse, meine flachen Schuhe. Ich sitze am Schreibtisch und übersetze eine Betriebsanleitung für eine Industriemaschine. Aber zwischen den Sätzen, zwischen den Passivkonstruktionen und Sicherheitswarnungen, denke ich an den Latex. An die Wärme. An das Kribbeln. Ich öffne das Forum, in dem ich die Bilder gefunden habe, und diesmal lese ich nicht nur. Ich registriere Namen. Orte. Treffen.

Am Nachmittag finde ich einen Eintrag. Latex-Stammtisch, jeden zweiten Donnerstag im Monat, in einer Bar in der Innenstadt. Gäste willkommen. Dresscode: optional. Ich lese die Adresse dreimal. Dann schließe ich den Laptop, stehe auf, gehe ins Bad und wasche mir das Gesicht mit kaltem Wasser.

Zwei Wochen später stehe ich vor der Bar. Es ist ein regnerischer Abend, und ich trage den Catsuit unter meinem Mantel. Niemand kann ihn sehen, aber ich spüre ihn. Jede Faser, jede Schweißperle, die sich bereits an meinen Schultern bildet. Der Mantel ist dick, und zwischen dem Wollstoff und dem Latex baut sich eine Hitze auf, die mir einen leichten Schwindel einflößt. Ich atme tief ein, drücke die Klinke herunter und trete ein.

Die Bar ist klein, dunkel, mit roten Ledersesseln und schwarz lackiertem Holzboden. Das Licht ist warm, gedimmt, und es gibt Ecken, in die es kaum reicht. Es riecht nach Rauch und Alkohol und — ja, nach Latex. Ich rieche es sofort, den süßlich-scharfen Geruch, den ich seit zwei Wochen kenne. Und ich rieche, dass ich nicht allein bin.

Am Tresen steht eine Frau. Sie ist vielleicht Anfang vierzig, groß, schlank, mit kurzem dunklem Haar und einem Latex-Korsett, das ihre Taille einschnürt wie eine Faust. Ihr Rock ist schwarz, eng, und darunter trägt sie Stiefel — schwarze, glänzende Stiefel mit Absatz, die bis über die Knie reichen. Ich höre sie, bevor ich sie sehe. Das Klicken der Absätze auf dem Holzboden, scharf, rhythmisch, wie ein Metronom. Sie dreht sich um, und ihre Augen — grau, klar, mit kleinen Lachfalten an den Seiten — mustern mich von oben bis unten.

„Der Mantel”, sagt sie. „Zieh ihn aus.”

Es ist keine Frage. Es ist keine Einladung. Es ist eine Anweisung. Ihre Stimme ist tief, ruhig, mit einer Schärfe am Rand, wie eine Klinge, die in der Scheide steckt. Ich stehe da, meine Hand noch an der Türklinke, und für einen Moment weiß ich nicht, was ich tun soll. Dann löse ich den Gürtel des Mantels. Der Stoff fällt auf meinen Schultern zurück, und der Latex darunter kommt zum Vorschein — schwarz, glänzend, eng. Die Frau am Tresen hebt ihr Glas, nimmt einen Schluck, und über dem Glasrande halten ihre Augen mich fest.

„Besser”, sagt sie. Sie kommt auf mich zu, und mit jedem Schritt knackt der Holzboden unter ihren Stiefeln. Ich höre das Zischen des Latex an ihren Oberschenkeln, das leise Quietschen der Stiefel, das Knarren des Leders. Sie bleibt vor mir stehen, eine Handbreit Abstand, und ich rieche sie — Parfüm, etwas Herbes, Zedernholz vielleicht, vermischt mit dem scharfen Geruch ihres Korsetts.

„Ich bin Margot”, sagt sie. „Und du bist neu.”

„Christa”, sage ich. Meine Stimme klingt dünn, wie durch Watte.

Margot lächelt. Es ist ein schmales Lächeln, das nicht ihre Augen erreicht. Ihre Hände — behandschuht, schwarzer Latex, bis über die Ellbogen — greifen nach meinem Mantel und ziehen ihn mir von den Schultern. Der kalte Luftzug auf meinem nackten Nacken lässt mich schaudern. Margot hängt den Mantel an einen Haken neben der Tür, ohne hinzusehen. Ihre Augen haben mich nicht verlassen.

„Erster Catsuit?”, fragt sie.

Ich nicke.

Sie tritt einen Schritt näher. Ihre behandschuhte Hand hebt sich und legt sich auf meine Hüfte. Der Latex ihrer Fingerspitzen auf dem Latex meines Catsuits — es gibt ein leises, feuchtes Geräusch, wie zwei nasse Oberflächen, die sich berühren. Und durch die doppelte Schicht spüre ich ihre Wärme. Oder ist es meine? Ich kann es nicht unterscheiden.

„Du hast ihn verkehrt gepudert”, sagt sie. „Man sieht Blasen an den Oberschenkeln. Da hat sich Luft eingeschlossen.”

Ich schaue hinab. Sie hat recht. An meinem linken Oberschenkel, knapp über dem Knie, wölbt sich der Latex leicht, eine Blase, die sich bewegt, wenn ich atme. Ich hätte es nicht bemerkt. Margot hat es auf den ersten Blick gesehen.

„Leg die Hand flach daneben”, sagt sie. „Nicht drauf. Daneben.”

Ich gehorche. Meine behandschuhte Hand legt sich neben die Blase, und Margot drückt mit ihrer Hand auf die andere Seite. Sie streicht über meinen Oberschenkel, langsam, mit Druck, und die Luft wandert unter dem Latex, eine sichtbare Welle, die Richtung meines Knöchels sucht. Ich spüre, wie sich das Material anlegt, strammer, glatter, und mit jedem Zentimeter, den Margot streicht, verändert sich etwas. Nicht nur der Latex. Ich verändere mich. Mein Atem wird flacher. Mein Puls schneller. Das Kribbeln zwischen meinen Beinen, das ich an diesem ersten Abend im Schlafzimmer gespürt habe, kehrt zurück — lauter, deutlicher, unausweichlicher.

Margot bemerkt es. Ihre grauen Augen huschen über mein Gesicht, und ihr schmales Lächeln wird eine Spur breiter.

„Du bist warm”, sagt sie. „Man sieht es am Gesicht. Roter Teint, beschleunigte Atmung. Der Latex speichert die Körperwärme, und nach — wie lange trägst du ihn?”

„Eine Stunde.”

„Eine Stunde. Da bist du noch am Anfang. Warte ab, was nach drei passiert.”

Sie dreht sich um und geht zum Tresen zurück. Ihre Stiefel klacken auf dem Boden, und mit jedem Schritt wackelt ihr Latexrock leicht, und ich sehe, wie sich der Stoff über ihrem Gesäß spannt. Ich folge ihr, nicht weil sie mich auffordert, sondern weil meine Beine sich bewegen, als hätten sie eine eigene Anweisung erhalten.

Am Tresen sitzt noch eine Frau. Jünger, vielleicht dreißig, mit rotem Haar und einem Latex-Top, das ihre Brüste hochpresst, so dass sie fast aus dem Ausschnitt quellen. Sie trägt keine Handschuhe, und ihre nackten Arme sind blass, mit kleinen Sommersprossen. Sie trinkt einen Cocktail mit einem Strohhalm, und als ich mich neben sie setze, schaut sie auf — und lächelt. Offen, breit, ohne Margots Schärfe.

„Na, ein neues Gesicht”, sagt sie. „Ich bin Lilli.”

„Christa.”

„Schöner Suit”, sagt Lilli und beugt sich vor. Ihre Hand — nackt, warm, lebendig — streicht über meinen Arm, über den Latex, und ich spüre den Unterschied. Margots behandschuhte Berührung war distanziert, indirekt. Lillis nackte Finger auf dem Latex sind direkt, elektrisch. Jede Fingerspitze ist ein kleiner Brandpunkt, und der Latex leitet die Wärme meiner Haut an ihre Hand weiter, oder ihre Kühle an meine Haut — ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich nicht will, dass sie aufhört.

„Danke”, sage ich. Meine Stimme ist jetzt stabiler, aber mein Herz schlägt schneller.

Lilli zieht ihre Hand zurück und leckt sich den Daumen. „Du glänzt aber nicht”, sagt sie. „Hast du keinen Glanzspray?”

Ich schüttele den Kopf.

Margot stellt ein Glas vor mich auf den Tresen. Wasser mit Zitrone. „Trink”, sagt sie. „Du wirst schwitzen. Nicht jetzt, aber gleich. Wenn die Heizung hier läuft und der Latex richtig warm wird, verlierst du Flüssigkeit. Und dann wackeln die Knie, und du landest auf dem Boden, und das ist nicht elegant.”

Ich trinke. Das Wasser ist kühl, und ich spüre, wie es meine Kehle hinabrutscht, sich im Magen verteilt, und von dort ausstrahlt — eine Kühle, die gegen die Hitze des Latex ankämpft. Verliert. Aber ankämpft.

Margot zündet sich eine Zigarette. Das Feuerzeug schnappt, die Flamme zuckt, und der Tabak fängt an zu glühen. Sie zieht tief ein, die Wangen höhlen sich, und der Rauch strahlt aus ihren Nasenlöchern, zwei graue Strahlen, die sich im gedimmten Licht verlieren. Der Geruch mischt sich mit dem Latex, und plötzlich ist da ein Geruchskoktail, der mir den Kopf dreht — Gummi, Rauch, Parfüm, Schweiß. Ich nicke mir selbst zu, unbemerkt, und trinke weiter Wasser.

„Du musst aufpassen mit ihr”, sagt Lilli leise, zu mir geneigt, und ihre Lippen sind so nah an meinem Ohr, dass ich ihren Atem spüre. Warm, süßlich, nach Cocktail. „Margot mag es, wenn man gehorcht. Aber sie mag es auch, wenn man Fragen stellt. Was sie nicht mag, ist, wenn man dazwischenquatscht.”

Ich nicke wieder. Margot dreht sich zu uns, die Zigarette zwischen den behandschuhten Fingern, der Rauch aufsteigend in einer geraden Linie, die sich erst an der Decke krümmt.

„Christa”, sagt sie. „Du schaust viel. Und sagst wenig.”

Ich schlucke. „Ich beobachte gern.”

„Beobachten ist gut.” Sie nimmt einen Zug, hält inne, lässt den Rauch langsam zwischen den Lippen entweichen. „Aber Beobachten ohne Handeln ist nur Voyeurismus. Und Voyeurismus ist in diesem Kreis nicht genug.”

Lilli kichert leise. Margot ignoriert sie.

„Ich gebe dir eine Aufgabe”, sagt Margot, und ihre Stimme ist jetzt noch tiefer, noch ruhiger, und die Schärfe ist nicht mehr am Rand — sie ist in der Mitte. „Geh zum Fenster. Dort drüben. Stell dich hin. Gesicht zur Straße. Leg die Hände auf den Rücken. Und zähl die Autos, die vorbeifahren. Bis ich sage, dass du aufhören sollst.”

Ich schaue sie an. Ihre Augen sind grau und unerbittlich. Kein Lächeln. Keine Spur davon.

„Ist das —”, beginne ich.

„Das ist eine Aufgabe”, sagt Margot. „Keine Frage. Keine Diskussion. Eine Aufgabe.”

Ich stehe auf. Der Latex knackt an meinen Knien, an meinen Oberschenkeln, an meinem Bauch. Ich gehe zum Fenster. Es ist ein großes Fenster, zur Straße hin, und die Scheibe ist leicht getönt — von draußen kann man nicht hineinschauen, aber ich kann hinaussehen. Ich stelle mich hin, wie sie gesagt hat. Gesicht zur Straße. Hände auf den Rücken. Meine behandschuhten Finger verschränken sich über meinem Gesäß, und der Latex spannt sich über meiner Brust, über meinen Schultern.

Ich zähle. Ein roter Kombi. Ein weißer Transporter. Ein schwarzes Coupe. Die Autos fahren vorbei, ihre Scheinwerfer zeichnen Streifen auf die nasse Straße, und ich stehe da, im Latex, im Fenster, und zähle. Und während ich zähle, merke ich, wie sich etwas verändert. Die Wärme im Latex ist jetzt nicht mehr nur Wärme. Sie ist eine Umarmung. Eine enge, feuchte, unerbittliche Umarmung, die mich festhält, während ich die Autos zähle, während ich auf Margots Erlaubnis warte, während ich — ja — gehorche.

Und das Kribbeln zwischen meinen Beinen ist nicht mehr ein Kribbeln. Es ist ein Pochen. Rhythmus, tief, langsam, synchron mit meinem Herzschlag. Der Latex presst gegen meinen Unterleib, und jeder Atemzug, den ich nehme, dehnt das Material und lässt es wieder zusammenfallen, und diese Bewegung — diese winzige, unsichtbare Bewegung — reibt gegen mich. Gegen genau die Stelle, die ich nicht benennen will. Die ich nicht benennen muss, weil mein Körper bereits benennt hat, was er will.

Ich zähle dreizehn Autos. Vierzehn. Fünfzehn. Ich höre, wie Margot und Lilli hinter mir reden, leise, aber ich kann nicht verstehen, was sie sagen. Ich höre das Klacken von Margots Stiefeln — sie steht auf, geht ein paar Schritte, setzt sich wieder. Ich höre Lillis Kichern, das leise Klingen des Eiswürfels im Glas. Und ich stehe am Fenster, gehüllt in schwarzen Latex, schwitzend, pochend, gehorchend, und zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl, genau richtig zu stehen.

Margot ruft meinen Namen. „Christa. Komm.”

Ich drehe mich um. Sie sitzt in einem der roten Ledersessel, die Beine übereinandergeschlagen, die Stiefel glänzend im gedimmten Licht. Lilli sitzt auf dem Boden neben ihr, die Beine angewinkelt, die Arme auf Margots Knien. Margots behandschuhte Hand liegt auf Lillis Kopf, die Finger vergraben im roten Haar.

„Wie viele?”, fragt Margot.

„Siebzehn.”

Sie nickt. „Gut. Setz dich.”

Ich setze mich in den Sessel gegenüber. Der Latex auf dem Leder — ein Geräusch wie ein Seufzen, wie ein langes Ausatmen. Der Sessel ist warm, und die Rückenlehne drückt gegen meinen Latex-Catsuit, und ich spüre, wie die Wärme von beiden Seiten kommt — von innen, von außen. Mein Gesicht glänzt jetzt von Schweiß, und ich wische mir über die Stirn, und die behandschuhte Hand rutscht auf meiner Haut, glatt, seifig.

Margot betrachtet mich. Ihre Zigarette ist fast heruntergebrannt, die Asche lang und gebogen. Sie klopft sie ab, in ein Aschenbecher aus Kristall, und der graue Staub fällt wie Schnee.

„Du gefällst mir”, sagt sie. „Du machst, was man dir sagt. Ohne zu diskutieren. Ohne zu fragen, warum. Das ist selten.”

Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Also sage ich nichts. Und das Schweigen — es ist nicht leer. Es ist voll. Voll von Wärme und Gerüchen und dem leisen Knacken des Latex und dem Ticken der Uhr hinter dem Tresen und dem Rauschen des Verkehrs draußen und dem Pochen zwischen meinen Beinen, das nicht aufhört.

Lilli hebt den Kopf und schaut zu mir hoch. Ihre Augen sind groß, braun, mit einem Goldfleck im linken. „Wenn Margot sagt, dass jemand ihr gefällt”, flüstert sie, „dann bedeutet das, dass sie mehr will.”

Margots Hand in Lillis Haar zieht leicht. Lilli verstummt.

„Die nächste Aufgabe”, sagt Margot. Sie beugt sich vor, und das Korsett knarrt, der Latex ihrer Handschuhe spannt sich über ihren Unterarmen. „Stehst du auf, gehst zum Tresen, holst die Flasche Glow-Spray, die dort hinten steht — die schwarze mit dem silbernen Sprühkopf. Bringst sie her. Kniest dich vor mir nieder. Und wartest.”

Ich stehe auf. Meine Knie zittern leicht, aber ich stehe. Der Latex knackt, die Wärme wellt sich unter dem Material, und ich gehe zum Tresen. Die Flasche steht dort, wo Margot sie beschrieben hat. Ich nehme sie, spüre das kühle Glas in meiner behandschuhten Hand, und gehe zurück. Vor Margots Sessel kniee ich nieder. Der Holzboden ist hart, und der Latex spannt sich über meinen Knien, und ich spüre jeden Splitter durch die dünne Gummischicht.

Margot nimmt die Flasche. Sie schüttelt sie, und das Spray klackert im Inneren. Dann sprüht sie. Ein feiner Nebel legt sich auf meine Schultern, und plötzlich — glänze ich. Das Licht der Lampe fängt sich auf meinen Schultern, bricht sich, wirft Funken. Margot sprüht weiter, über meine Arme, meine Brust, meinen Bauch. Der Nebel riecht nach Gummi und Alkohol, und wo er den Latex trifft, wird die Oberfläche spiegelglatt, tiefschwarz und spiegelnd.

Sie sprüht auch meine Oberschenkel. Und als sie nach unten geht, näher an die Stelle, wo der Latex am engsten anliegt, näher an das Pochen, näher an die Feuchtigkeit, die ich nicht mehr leugnen kann — da hält sie inne. Die Düse der Flasche schwebt eine Handbreit über meinem Schoß. Ihre grauen Augen heben sich und treffen meine.

„Du bist nass”, sagt sie. Leise. Ohne Spott. Ohne Frage. Feststellung.

Ich schließe die Augen. Der Latex ist warm. Mein Körper ist warm. Und zwischen meinen Beinen, unter der schwarzen, glänzenden Hülle, bin ich nass. Nicht Schweiß. Nicht Kondenswasser. Ich bin nass, weil eine Frau mir Anweisungen gibt und ich gehorche. Weil eine behandschuhte Hand über meinen Oberschenkel gestrichen ist. Weil eine andere Frau nackt auf dem Boden sitzt und die Finger einer Latex-Hand in ihrem Haar liegen. Weil ich hier bin, in Schwarz gehüllt, kniend, schwitzend, glänzend, und zum ersten Mal in meinem Leben nicht fliehen will.

Margot stellt die Flasche ab. Ihre behandschuhte Hand hebt sich, legt sich an mein Kinn, hebt mein Gesicht. Ihre Finger sind warm durch den Latex, oder kalt — ich kann es nicht unterscheiden. Ihr Gesicht ist nah. Ihr Mund ist nah. Ich rieche Zedernholz und Rauch und Gummi.

„Nächstes Mal”, sagt sie, „trägst du Puder. Nicht zu viel. Und du trägst Schuhe. Mit Absatz. Ich will das Klacken hören, wenn du auf mich zukommst.”

Sie lässt mein Kinn los. Steht auf. Ihre Stiefel klacken auf dem Holzboden, scharf und befehlend, und sie geht zur Tür. Ich bleibe knien. Lilli bleibt sitzen. Die Bar ist still, bis auf das Ticken der Uhr und das Rauschen draußen und mein eigener Atem, der sich im Latex fängt, warm und feucht und mein.

Lilli kriecht zu mir. Nicht auf den Beinen — auf den Knien, über den Holzboden, ihr Latex-Top quietscht auf dem lackierten Holz. Sie kommt neben mich, legt ihre nackte Hand auf meinen behandschuhten Arm.

„Willkommen im Kreis”, sagt sie. Und ihr Lächeln ist breit und warm und echt, und ihre Augen haben diesen Goldfleck, und ich spüre ihre Hand auf dem Latex, und ich spüre die Wärme, und ich nicke.

Ich stehe auf. Meine Knie schmerzen leicht vom Knien, und der Latex hat einen Abdruck des Holzbodens aufgenommen, eine Beule am linken Knie, die sich langsam wieder glättet. Ich hole meinen Mantel, ziehe ihn über den Catsuit, und der Wollstoff auf dem Gummi — ein Geräusch wie ein Seufzen, wie ein langes Ausatmen. Die Tür öffnet sich, und die kühle Nachtluft trifft mein Gesicht, und der Latex darunter kühlt ab, aber nur an der Oberfläche. Unter dem Material, direkt auf meiner Haut, bin ich noch immer warm. Noch immer feucht. Noch immer pochend.

Ich gehe nach Hause. Durch den Regen, durch die nassen Straßen, den Mantel fest um mich gezogen, den Latex darunter wie ein Geheimnis, wie ein Versprechen. Und als ich in meiner Wohnung stehe, den Mantel ausziehe, den Catsuit betrachte — glänzend von dem Spray, beschlagen von innen, warm von meiner Körperwärme —, streiche ich mit den Fingern über den Stoff, über die Stelle zwischen meinen Beinen, die feucht ist, die warm ist, die auf etwas wartet, das ich siebenundfünfzig Jahre lang nicht benannt habe.

Ich lege mich ins Bett. Ohne den Catsuit auszuziehen. Der Latex knackt, als ich mich auf die Seite drehe, und die Wärme baut sich wieder auf, und das Pochen kehrt zurück, und ich schließe die Augen, und im Dunkeln sehe ich graue Augen und schwarze Handschuhe und rote Stiefel auf Holzboden, und ich höre das Klacken, scharf und befehlend, und ich lächle.

Morgen, denke ich. Morgen kaufe ich Schuhe. Mit Absatz.

Flüssiger Onyx auf warmer Haut

Die Tür zu Ninas Wohnung schließt sich hinter mir mit einem leisen, fast schon bedrohlichen Klick. Der Laut hallt in dem kleinen Flur nach, und für einen Moment bin ich allein mit dem Geräusch meiner eigenen Atmung und dem rhythmischen Klacken meiner Absätze auf dem dunklen Parkett. Jeder Schritt ist ein bewusster Akt, ein berechnetes Aufsetzen der Spitze, gefolgt vom satten Nachdruck des Absatzes, der mir das Gefühl gibt, als würde ich den Boden unter mir bezwingen. Meine Pumps sind schwarz, hoch, gefährlich spitz – ich habe sie heute bewusst ausgewählt, nicht weil sie zu meinem Outfit passen, sondern weil sie mir das Gefühl geben, das Kontrolle hat. Doch jetzt, in diesem Flur, mit der Stille, die sich um mich legt wie ein nasses Tuch, frage ich mich, wer hier wirklich die Kontrolle hat.

Mein Herz schlägt etwas schneller als sonst, ein flatterndes Tier in meiner Brust, das sich vor der kommenden Begegnung fürchtet und sie gleichzeitig herbeisehnt. Ich habe meine Handtasche in der linken Hand gehalten, die rechte glättet nervös über meinen Rock, doch das ist nur eine Geste. Ich weiß genau, warum ich hier bin. Ich bin hier, weil mich etwas treibt, das ich nicht benennen kann, eine Neugier, die mich seit Wochen nicht mehr loslässt, seit ich Nina das erste Mal in diesem verfluchten Latexmantel auf der Straße gesehen habe. Sie sieht mich nur einen Moment lang an, und dieser Blick berührt etwas in mir, das ich nicht einmal wusste, dass es existiert.

Ich gehe weiter, schrittweise, und betrete den großen Wohnbereich. Das Licht ist gedimmt, warm und golden, und es fällt auf die offene Fläche des Raumes, in dessen Mitte Nina steht. Mein Atem stockt.

Sie ist bereits in ihre zweite Haut geschlüpft. Ein enges, schwarzes Latex-Catsuit umschließt ihren Körper wie flüssiges Onyx, reflektiert das gedämpfte Licht in sanften, wellenartigen Bewegungen, die ihre Kurven nicht nur betonen, sondern sie definieren, neu erschaffen. Der Stoff ist so glatt, dass er fast nichts dem Zufall überlässt; er folgt der schmalen Taille, fließt über die Hüfte und umschließt ihre Oberschenkel mit einer fast schon aggressiven Perfektion. Jede Bewegung, die sie macht, lässt das Material leise knarren, ein Geräusch wie gebrochenes Eis, das die Luft zwischen uns durchschneidet. Nina hat den Rücken zu mir gedreht, aber ich sehe, wie sich das Latex über ihre Schultern spannt, wie es den Rücken freilegt, bis hinunter zu den Ausschnitten, die ihre Wirbelsäule wie eine Schlange nachzeichnen. Auf dem kleinen Tisch vor ihr liegt eine Zigarettenpackung, und ich sehe, wie sie eine zwischen ihre Lippen schiebt, ein Feuerzeug entzündet. Der Geruch von Rauch mischt sich sofort mit dem süßlichen Gummi, der in der Luft liegt, und die Kombination ist betörend, fast betäubend.

Sie dreht sich langsam um, und ihre Augen treffen meinen. Ein kurzes, kalkuliertes Lächeln umspielt ihre Lippen, während sie den Rauch durch die Nase ausatmet, so dass er in zwei grauen Strömen aus ihren Nasenlöchern tritt und ihr Gesicht einhüllt wie ein Schleier. „Du bist pünktlich, Margot”, sagt sie, und ihre Stimme ist ruhig, befehlsartig, aber mit einem Unterton, der mir sofort klar macht, wer hier die Regeln bestimmt. „Gut.”

Ich nicke, kann aber vorerst keinen Ton herausbringen. Die Anziehungskraft, die von dieser Frau ausgeht, ist physisch spürbar, wie eine Wärme, die den Raum füllt. Ich höre, wie ihre nackten Füße auf dem Parkett auftreffen – sie hat keine Schuhe an, nur das Latex, das über ihre Füße geschnürt ist wie ein paar Stiefel, und das Geräusch ist weicher, intimer als das meiner Absätze. Es ist, als würde sie mich daran erinnern, dass ich hier der Fremdkörper bin, die Besucherin in ihrem Reich. „Ich wollte nicht warten lassen”, bringe ich schließlich hervor, und meine Stimme klingt seltsam heiser in meinen eigenen Ohren.

Nina geht auf einen kleinen Tisch zu, auf dem verschiedene Flaschen und Tücher stehen. Sie nimmt eine schwarze Flasche und ein weiches Mikrofasertuch auf. Die Zigarette baumelt zwischen ihren Lippen, und der Rauch steigt in trägen Spiralen auf, während sie sich bewegt. „Komm her”, sagt sie, ohne sich umzudrehen. „Wir haben Arbeit vor uns.”

Ich nähere mich, meine Schritte hallen leise auf dem Boden, und mit jedem Schritt spüre ich, wie meine Absätze mich in eine Haltung zwingen, die meine Hüften schwingen lässt, die meinen Rücken durchbiegt, als würde mein Körper sich bereits auf etwas vorbereiten, das mein Verstand noch nicht akzeptieren will. Auf dem Tisch liegt ein schwarzer Latexmantel, glänzend und schwer, der darauf wartet, gepflegt zu werden. „Der Mantel braucht Pflege”, erklärt Nina und hält mir die Flasche hin. „Latex ist anspruchsvoll. Es verzeiht keine Nachlässigkeit.”

Ich nehme die Flasche entgegen. Der Kunststoff ist kühl in meiner Hand. „Ich habe davon gehört”, sage ich, während ich den Verschluss öffne. Ein scharfer, süßlicher Geruch steigt mir in die Nase, der unverkennbar nach Gummi riecht, aber vermischt mit einer leichten Note von Vanille oder irgendeinem anderen, schwer zu identifizierenden Duftstoff. Der Geruch ist fast berauschend, und ich atme tiefer ein, als ich sollte, und spüre, wie sich etwas in meinem Unterleib zusammenzieht, ein warmes, drängendes Gefühl, das ich ignoriere.

Nina zieht an ihrer Zigarette, hält den Rauch einen Moment in ihren Lungen, bevor sie ihn langsam ausatmet, direkt über den Mantel, so dass der Rauch auf dem glänzenden Stoff liegt wie ein Hauch. „Es geht nicht nur um das Aussehen”, fährt sie fort und gießt eine Menge der Flüssigkeit auf das Tuch in ihrer Hand. „Es geht um das Gefühl. Um die Haptik. Wenn das Latex richtig gepflegt ist, gleitet es wie eine zweite Haut. Wenn nicht…” Sie lächelt düster, und die Glut ihrer Zigarette pulsiert orange im gedämpften Licht. „Dann klebt es, reibt und zerstört die Illusion.”

Sie beginnt, den Mantel zu bearbeiten. Ihre Bewegungen sind ruhig, fast meditativ, während sie das Tuch in kreisenden Bewegungen über den schwarzen Stoff führt. Ihre Finger, die über das Latex gleiten, sind lang, elegant, und ich beobachte sie, wie sie den Druck variiert, mal fester, mal weicher, als würde sie mit dem Material sprechen, es verstehen, es beruhigen. Ich stehe neben ihr, öffne meine eigene Flasche und benetze mein Tuch. Gemeinsam arbeiten wir uns am Mantel entlang.

Unsere Hände kommen sich gefährlich nah. Ich streiche über den Ärmel des Mantels, während sie gerade den Kragen bearbeitet. Ihre Finger berühren fast meine, ein leichter, elektrischer Kontakt, der durch den Stoff des Tuchs hindurch zu spüren ist. Ich zucke kaum merklich zusammen, aber ich weiß, dass sie es bemerkt hat. Der Geruch des Pflegemittels mischt sich mit dem Latex und dem Zigarettenrauch, und die Kombination ist so intim, so privat, als würde ich an etwas teilnehmen, das nicht für die Augen anderer bestimmt ist.

„Entspann dich”, sagt sie leise, ohne mich anzusehen. Ihre Stimme ist dicht neben meinem Ohr, und ich spüre ihren Atem, warm und nach Rauch schmeckend. „Du bist zu steif.”

„Ich bin nur… konzentriert”, lüge ich. Meine Hand wandert weiter über den glänzenden Stoff, und ich spüre, wie die Wärme meiner Handfläche das Latex leicht erwärmt. Das Material reagiert auf meine Berührung, wird weicher, geschmeidiger, als würde es sich mir anpassen, mich anerkennen.

„Konzentration ist gut”, antwortet Nina, und ihre Hand gleitet über meine Hand, als würde sie mir zeigen, wie man den richtigen Druck ausübt. Ihre Finger sind kühl, aber die Berührung ist alles andere als distanziert. Sie ist langsam, bedacht, fast zärtlich. „Aber Spannung stört. Latex verlangt Hingabe. Du musst dem Stoff folgen, nicht ihn zwingen.”

Ihre Finger bleiben einen Moment länger auf meiner Hand liegen als nötig. Ich spüre ihre Körperwärme, rieche ihren Duft – eine Mischung aus dem scharfen Gummi, dem Rauch, der noch an ihren Fingern haftet, und einem blumigen Parfüm – und mein Puls beschleunigt sich. Ich atme tief ein, versuche, meine Fassung zu wahren, aber es ist schwer. Die Nähe ist überwältigend. Ich spüre, wie sich zwischen meinen Beinen etwas zusammenzieht, ein warmes, feucht werdendes Verlangen, das ich verzweifelt zu ignorieren versuche.

Nina nimmt einen tiefen Zug von ihrer Zigarette, und ich beobachte, wie sich ihre Lippen um die schmale weiße Zigarette schließen, wie ihre Wangen sich leicht einziehen, wie der Rauch ihren Mund füllt. Sie dreht den Kopf zu mir und bläst den Rauch langsam in mein Gesicht. Es ist keine aggressive Geste, sondern eine intime, fast zärtliche, und ich atme ein, nehme ihren Rauch in meine Lungen auf, als würde sie mir etwas von sich geben. Der Geschmack ist bitter und süß zugleich, und ich schließe für einen Moment die Augen.

„Hier”, sagt sie und deutet auf eine Stelle am Rücken des Mantels, wo sich eine Falte gebildet hat. „Zeig mir, wie du das glatt bekommst.”

Ich lehne mich vor, streiche mit dem Tuch über die Falte, drücke leicht darauf, um das Material zu glätten. Nina beobachtet mich. Ich kann ihren Blick auf meinen Rücken spüren, wie er meine Bewegungen verfolgt, meine Haltung analysiert, wie er über meine Hüfte wandert, die in meinem engen Rock betont wird, hinunter zu meinen Beinen, die in den schwarzen Strümpfen und Pumps stecken. Es ist ein intimer Moment, zwei Frauen, die über ein Stück Stoff gebeugt sind, aber die Luft zwischen uns ist geladen mit etwas viel Dickerem, etwas, das nicht benannt werden muss.

„Nicht schlecht”, urteilt sie nach einer Weile, und ihre Stimme ist dichter als vorher, als hätte die Nähe ihre Spuren hinterlassen. „Aber dir fehlt noch die Routine. Das Gefühl für das Material.” Sie tritt einen Schritt zurück und betrachtet den Mantel kritisch. „Du kannst es nicht verstehen, wenn du es nicht spürst. An deinem eigenen Körper.”

Ich drehe mich zu ihr um. „Was meinst du?”

Nina lächelt, und dieses Mal erreicht das Lächeln ihre Augen. Es ist ein Lächeln voller Versprechen und voller Gefahr. Sie drückt ihre Zigarette in einem Aschenbecher aus, und ich sehe, wie ihre Finger dabei die Asche leicht abstreifen, langsam, bedacht, als würde sie Zeit gewinnen. „Du kannst nicht wissen, wie sich Latex anfühlt, wenn es dich umschließt, wenn du es nur an einem Mantel berührst. Du musst es erleben. Die Enge. Die Wärme. Die Art, wie es dich atmen lässt – oder nicht.”

Sie deutet auf einen zweiten Catsuit, der über einem Stuhl in der Ecke des Zimmers liegt. Er ist identisch mit dem, den sie trägt, schwarz, glänzend, bereit. „Zieh ihn an.”

Ich starre den Catsuit an. Mein Verstand schreit, dass ich gehen sollte, dass das zu schnell ist, zu intim. Aber mein Körper, der schon den ganzen Tag nach dieser Art von Kontakt geschrien hat, übernimmt die Kontrolle. Ich nicke langsam, und das Nicken fühlt sich an wie eine Kapitulation, wie das Öffnen eines Tores, hinter dem etwas lauert, das größer ist als ich.

„Okay”, sage ich, und meine Stimme ist kaum mehr als ein Flüstern.

Nina kommt auf mich zu, nimmt den Catsuit vom Stuhl und hält ihn mir hin. Der Stoff ist kühl in ihren Händen, und als sie ihn mir übergibt, berühren sich unsere Finger, ein Kontakt, der diesmal nicht zufällig ist. „Dann lass uns sehen, ob du in ihn hineinpasst.”

Ich beginne, mich auszuziehen. Mein Jacket, mein Rock, meine Bluse – jedes Stück fällt zu Boden, bis ich nur noch in Unterwäsche und Strümpfen dastehe. Die Luft im Raum fühlt sich kühl auf meiner Haut an, und ich fröstle leicht. Nina beobachtet mich, ihr Blick wandert über meinen Körper, und ich fühle mich nackt, bloßgestellt, obwohl ich noch nicht einmal den Catsuit anhat. Ich trage noch meine Absätze, und ich weiß nicht, ob ich sie ausziehen soll, aber Nina schüttelt leicht den Kopf, als würde sie meine Gedanken lesen. „Lass die Pumps an”, sagt sie. „Sie gefallen mir.”

Ich lächle, zum ersten Mal seit ich hier bin, ein echtes Lächeln. Die Absätze geben mir Halt, etwas Vertrautes in dieser fremden Situation, und ich bin dankbar dafür. Ich trete von einem Fuß auf den anderen, und das Klacken der Absätze auf dem Parkett füllt die Stille.

„Alles ab”, befiehlt sie sanft, aber bestimmt.

Ich schlucke, ziehe den BH und den Slip aus. Jetzt stehe ich völlig nackt vor ihr, nur meine Strümpfe und Pumps noch an. Meine Haut ist blass im gedämpften Licht, meine Brustwarzen sind hart vor Kälte und Erregung. Ich fühle mich verletzlich, aber auch mächtig. Ich weiß, dass sie mich sieht, dass sie mich beurteilt, und ich möchte, dass ihr gefällt, was sie sieht. Ich streiche mir eine Strähne meines roten Haares hinters Ohr und richte mich auf, drücke meine Brust leicht heraus, ein unbewusster Gestus der Herausforderung.

Nina tritt näher, hält den Catsuit auf. „Steck deine Beine hinein.”

Ich tue es. Das Latex ist kühl auf meiner Haut, ein scharfer Kontrast zu der Wärme, die ich innen spüre. Ich gleite mit den Beinen in die engen Röhren, ziehe den Stoff langsam nach oben. Er rutscht nicht leicht; er widerstrebt, ein ständiger Kampf zwischen meinem Körper und dem Material. Das Latex ist enger, als ich gedacht habe, und ich spüre, wie es jeden Zentimeter meiner Haut umschließt, wie es mich formt, drückt, verändert. Der Geruch ist jetzt intensiver, direkter, und ich atme ihn ein, als würde ich etwas Betäubendes konsumieren.

„Hilf mir”, bitte ich, als der Stoff an meinen Oberschenkeln hängenbleibt.

Nina geht hinter mich. Ich spüre ihre Hände auf meinen Hüften, wie sie den Latex greift und mit festen, entschlossenen Bewegungen nach oben zieht. Ihre Finger drücken in das Material, und ich spüre den Druck durch das Latex hindurch, wie ihre Fingerspitzen sich in mein Fleisch graben, wie sie mich formt und zieht, als wäre ich ein Stück Ton in den Händen einer Künstlerin. Es ist eine seltsame Mischung aus Schmerz und Lust, ein Gefühl, das ich noch nie zuvor erlebt habe. Ihre Hände sind stark, bestimmt, und ich spüre, wie sie jede Bewegung kontrolliert, wie sie den Stoff über meine Hüfte zieht, über mein Gesäß, wie sie das Latex glättet und streicht, bis es sitzt.

„Atme aus”, sagt sie in mein Ohr, und ihre Stimme ist so nah, dass ich ihren Atem auf meiner Haut spüre, warm und nach Rauch. „Wenn du ausatmest, wird dein Körper kleiner. Es geht leichter.”

Ich folge ihrem Rat, atme tief aus, und sie zieht den Catsuit über meine Hüfte, über meine Taille. Der Stoff schnürt mich ein, presst meinen Bauch flach, formt meine Figur in eine Silhouette, die fast schon zu perfekt ist. Ich spüre, wie das Latex sich an meine Kurven anpasst, wie es jede Wölbung, jede Vertiefung meines Körpers nachzeichnet, und das Gefühl ist überwältigend. Es ist, als würde mich jemand fest umarmen, überall, gleichzeitig.

„Arme hoch”, befiehlt sie.

Ich hebe meine Arme, und Nina zieht den Catsuit über meine Schultern. Jetzt bin ich eingesperrt, gefangen in dieser schwarzen Hülle. Der einzige Weg hinaus ist der Reißverschluss vorne, und der ist noch offen. Ich spüre, wie das Latex meine Arme umschließt, wie es meine Schultern bedeckt, wie es meinen Hals fast erreicht. Das Material ist jetzt wärmer geworden, hat meine Körperwärme angenommen, und es fühlt sich an wie eine zweite Haut, wie etwas, das zu mir gehört.

Nina kommt nach vorne, steht direkt vor mir. Ihre Hände legen sich auf meine Schultern, gleiten langsam über das Latex, das nun meinen Körper bedeckt. Ihre Finger wandern über die Schulterkappen, hinunter zu meinen Oberarmen, und ich spüre, wie sie das Material streicht, wie sie es prüft, wie sie es auf ihre Weise liebkost. „Du siehst… spektakulär aus”, sagt sie leise. Ihre Augen wandern über meinen Körper, über die Art, wie das Latex meine Brust formt, wie es meine Taille einschnürt, wie es meine Hüfte betont. „Besser als ich gehofft habe.”

„Danke”, flüstere ich. Ich kann kaum atmen. Der Druck ist intensiv, aber er fühlt sich gut an. Sicher. Wie eine Umarmung, die nicht endet.

„Jetzt der Reißverschluss”, sagt sie. Ihre Hand wandert nach unten, zwischen meine Brüste. Ihre Finger berühren meine Haut, wo der Reißverschluss beginnt, ein schmaler Streifen nackten Fleisches zwischen den beiden Hälften des Latex. Ich zucke zusammen, ein elektrischer Schock, der von meiner Brust ausgeht und sich durch meinen ganzen Körper ausbreitet. Ihre Fingerspitzen sind kühl auf meiner erwärmten Haut, und die Berührung ist so intim, so privat, dass ich für einen Moment vergesse, zu atmen.

Sie greift den kleinen Reißverschlussgriff und zieht ihn langsam nach unten. Das Zischen des Reißverschlusses ist laut in der Stille des Raumes, ein Geräusch, das wie ein Befehl klingt, wie das Entladen einer Waffe. Mit jedem Zentimeter, den er sich schließt, presst das Latex sich fester an meinen Körper, umarmt mich, nimmt mir die Luft, gibt mir aber auch eine unglaubliche Geborgenheit. Ich spüre, wie das Material meine Brüste umschließt, wie es sie formt und hebt, wie es meine Brustwarzen durch den dünnen Stoff hindurch reizt, bis sie hart und sichtbar unter dem Latex hervortreten. Ich beiße mir auf die Lippe, um nicht zu keuchen, aber es ist vergeblich.

Als der Reißverschluss ganz unten ist, steht sie noch immer vor mir. Ihre Hand ruht nun auf meinem Bauch, genau über meinem Schambein. Ich spüre ihre Wärme durch das Latex, und mein Herz hämmert gegen meine Rippen. Zwischen meinen Beinen ist es heiß geworden, ein pochendes, drängendes Verlangen, das sich durch das enge Latex nicht entladen kann, das stattdessen in mir bleibt, sich aufbaut, mich quält.

„Wie fühlt es sich an?” fragt sie, und ihre Stimme ist tief, fast heiser.

„Eng”, antworte ich ehrlich. „Heiß. Aber… gut. Sehr gut.”

Nina lächelt, und ihr Blick wandert hinunter, über meinen Körper, und ich sehe, wie sie die harten Spitzen meiner Brustwarzen unter dem Latex bemerkt, wie ihr Blick einen Moment dort verweilt, bevor er weiterwandert. „Das ist nur der Anfang.” Sie tritt einen Schritt zurück und deutet auf einen großen Spiegel an der Wand. „Schau dich an.”

Ich gehe zum Spiegel, meine Bewegungen sind durch das Latex eingeschränkt, aber ich fühle mich auch… stärker. Selbstbewusster. Meine Absätze klacken auf dem Parkett, und jeder Schritt ist ein Akt der Macht, ein Statement. Ich sehe mich selbst, und ich erkenne die Frau, die dort steht, kaum wieder. Schwarzes Latex glänzt im Licht, meine Kurven sind betont, fast schon übertrieben, mein Ausdruck ist eine Mischung aus Furcht und purer Lust. Das rote Haar fällt in welligen Strähnen über meine Schultern, ein scharfer Kontrast zum schwarzen Material, und meine blasse Haut leuchtet im warmen Licht. Ich sehe aus wie jemand anderes, jemand, der keine Angst hat, jemand, der nimmt, was er will.

Nina kommt hinter mich, stellt sich direkt an meine Schulter. Ich sehe uns beide im Spiegel, zwei Frauen in schwarzen Latexcatsuits, fast wie Zwillingsschwestern, aber doch völlig unterschiedlich. Sie ist älter, erfahrener, selbstbewusster. Ihr Körper ist reifer, ihre Kurven voller, ihre Haltung eine, die Jahre der Praxis ausstrahlt. Ich bin die Neuling, die Lernende, diejenige, die gerade erst anfängt zu verstehen, was es bedeutet, diese Haut zu tragen. Aber im Spiegel, nebeneinander, sehen wir aus, als würden wir zusammengehören.

„Du bist wunderschön”, flüstert sie in mein Ohr, und ihr Atem streift meinen Hals, warm und feucht. Ihre Hände legen sich auf meine Hüfte, gleiten langsam nach vorne, über meine Taille, hoch zu meinen Brüsten. Ich lehne mich in ihre Berührung, schließe meine Augen und genieße den Moment. Ihre Finger wandern über das Latex, das meine Brüste bedeckt, und ich spüre, wie sie sie leicht streicht, wie sie die Konturen nachzeichnet, wie sie die harten Spitzen durch den Stoff hindurch berührt. Ein Keuchen entweicht meinen Lippen, und ich lehne meinen Kopf zurück, an ihre Schulter.

„Dreh dich um”, sagt sie, und ihre Stimme ist jetzt dichter, dunkler.

Ich drehe mich, ihr Gesicht ist jetzt nur noch Zentimeter von meinem entfernt. Ihre Augen sind dunkel, voller Verlangen, und ich sehe, wie ihre Pupillen sich geweitet haben, wie sie nach mir lechzt. Ihre Lippen sind leicht geöffnet, einladend, und ich rieche ihren Atem, süß und rauchig, eine Mischung, die mir den Kopf dreht.

„Küss mich”, flüstere ich, nicht mehr fähig, meine Wünsche zu unterdrücken. Das Wort kommt aus mir heraus, wie ein Seufzer, wie ein Geständnis.

Nina braucht keine zweite Aufforderung. Sie greift nach meinem Hinterkopf, ihre Finger graben sich in mein rotes Haar, zieht mich an sich, und ihre Lippen finden die meinen. Es ist kein sanfter Kuss, kein vorsichtiges Probieren. Es ist eine Explosion, ein Sturm, der alles mit sich reißt. Ihre Lippen sind hart, fordernd, ihre Zunge dringt in meinen Mund, erforscht, erobert. Ich schmecke den Rauch auf ihr, bitter und süß, und ich sauge ihn von ihren Lippen, als würde ich nach etwas suchen, das nur sie mir geben kann.

Ich antworte mit gleicher Heftigkeit. Meine Arme schlingen sich um ihren Hals, ziehe sie enger an mich. Unser Latex reibt gegeneinander, ein quietschendes, feuchtes Geräusch, das die Intensität des Kusses noch steigert. Ich spüre ihre Hände auf meinem Rücken, wie sie mich festhält, wie sie ihre Finger in das Material drückt, als wollte sie mich durch das Latex hindurch berühren. Das Material knarzt und dehnt sich, während unsere Körper sich aneinanderpressen, und ich spüre ihre Brüste durch den doppelten Latex, hart und voll, und mein Körper reagiert mit einer Welle der Erregung, die mich fast von den Füßen reißt.

Wir küssen uns minutenlang, atemlos, gierig. Die Welt um uns herum verschwindet, es gibt nur noch uns zwei, nur noch diesen Kuss, nur noch das Latex, das uns verbindet und trennt zugleich. Ihre Hände wandern über meinen Körper, über die Kurven, die das Latex zeichnet, hinunter zu meiner Hüfte, hinunter zu meinem Gesäß, wo sie zupackt, mich an sich zieht, als würde sie mich verschlingen wollen. Ich keuche in ihren Mund, und sie nimmt meinen Atem, verwandelt ihn in etwas Neues, etwas Heißeres.

Endlich löst sie sich von mir, atmet schwer. Ihre Augen leuchten, und ihre Lippen sind geschwollen, rot. „Das ist erst der Anfang, Margot”, sagt sie, ihre Stimme rau vor Erregung. „Wir haben noch eine lange Nacht vor uns. Und du wirst jeden verdammten Moment davon spüren.”

Ich nicke, kann aber nicht sprechen. Ich bin völlig außer Atem, mein Körper pocht, mein Verstand ist ein Wirrwarr aus Gefühlen und Empfindungen. Ich weiß nicht, was als Nächstes passieren wird, aber ich weiß, dass ich bereit bin. Bereit für alles, was sie mir geben will. Das Latex umschließt mich wie eine zweite Haut, und ich spüre, wie es mich verändert, wie es mich zu jemandem macht, der ich immer sein wollte.

Nina nimmt meine Hand, führt mich zurück in die Mitte des Raumes. „Komm”, sagt sie, und ihre Stimme ist jetzt weicher, aber nicht weniger befehlend. „Es gibt noch so viel, was ich dir beibringen muss. Über Latex. Über dich selbst. Über das, was dein Körper kann, wenn du ihn lässt.”

Ich folge ihr, meine Absätze klacken auf dem Parkett, und jeder Schritt ist ein Akt der Hingabe, ein Schritt in eine Welt, die ich nicht kenne, die mich aber ruft. Das Latex umschließt mich wie eine zweite Haut, und während ich ihr folge, fühle ich mich sicher, geborgen und unglaublich erregt. Die Feuchtigkeit zwischen meinen Beinen sammelt sich im Inneren des Catsuits, heiß und drängend, und das Latex hält sie gefangen, lässt sie nicht entweichen, verstärkt sie stattdessen, bis ich das Gefühl habe, in mir selbst zu ertrinken. Die Nacht hat gerade erst begonnen.

Glänzende Unterwerfung

Ninas Hand schließt sich fester um meine, und sie zieht mich mit sich, weiter in den Raum, vorbei an dem Spiegel, in dem unser doppeltes Latex-Spiegelbild verschwimmt. Meine Absätze bohren sich in das Parkett, jeder Schritt ein scharfer Schlag, der durch den warmen Raum hallt. Der Klang mischt sich unter das leise Knarren des Latex an meinen Innenschenkeln, wenn ich mich bewege, die Schichten reiben, gleiten, sich aneinander pressen. Der Catsuit hält mich zusammen wie ein enges, glänzendes Korsett, und jeder Schritt schiebt den Stoff gegen meinen Unterleib, gegen die Feuchtigkeit, die sich dort sammelt, warm und klebrig zwischen Haut und Gummi.

Nina bleibt vor einem großen Tisch stehen, der tief im Schatten des Raumes ruht. Seine Oberfläche ist mit einem dicken, schwarzen Polster bezogen, das in dem gedimmten Licht wie Samt wirkt, aber beim näheren Hinsehen erkenne ich die feine Struktur von Leder. Die Kanten sind mit Nieten besetzt, , messingfarbene Punkte, die im Licht aufblitzen. Daneben steht ein kleiner Beistelltisch mit einer schwarzen Flasche, einem Mikrofasertuch und einer Kristallaschenbahn, auf der eine Zigarette langsam verglimmt, ihr Rauch eine dünne Linie in die Luft ziehend.

„Leg dich hin”, sagt Nina, und ihre Stimme ist leiser als zuvor, aber nicht weniger bestimmt. Sie löst ihre Hand aus meiner und legt sie auf das Polster, die Finger gespreizt, als würde sie mir zeigen, wo genau ich sein soll. „Bauch zuerst.”

Ich betrachte den Tisch, dann Nina. Ihr Gesicht ist halb im Schatten, halb im warmen Licht, die Latexmaske ihres Catsuits schmiegt sich an ihre Kieferlinie, betont die Reife in ihren Zügen. Sie ist älter als ich, vielleicht zehn Jahre, vielleicht mehr, und jedes ihrer Gebaren trägt das Gewicht dieser Erfahrung. Sie wartet. Sie ist nicht ungeduldig, sondern mit der Gelassenheit einer Frau, die weiß, dass ich gehorchen werde.

Ich drehe mich um, lege eine Hand auf das Polster, spüre das kühle Leder unter meiner Handfläche, und stütze mich ab. Das Latex an meinem Körper spannt sich an, als ich mich vorbeuge, der Stoff zieht über meine Brüste, über meine Hüften, über die Rundung meines Hinterns. Ich lege mich hin, zuerst auf die Seite, dann rollt mein Körper auf den Bauch, und das Polster gibt unter meinem Gewicht nach. Mein Gesicht liegt seitwärts, die roten Haare fallen über meine Wange, und ich spüre, wie der kalte Ledergeruch des Polsters sich mit dem süßlichen Gummi mischt, der meinen Körper umschließt. Meine Beine strecken sich hinter mir, die Pumps ragen über die Tischkante, die Spitzen in der Luft.

Nina bewegt sich um den Tisch. Ich höre ihre Schritte, das dumpfe Knirschen ihrer nackten Füße auf dem Parkett — sie hat ihre Schuhe ausgezogen, irgendwann zwischen dem Kuss und jetzt, und ich habe es nicht bemerkt. Das ist ein Verlust, eine Abwesenheit, die mich irritiert. Ihre Hände erscheinen in meinem Sichtfeld, lang, die Finger kräftig, und sie greifen nach der schwarzen Flasche auf dem Beistelltisch. Das Klirren von Glas auf Glas, dann das leise Schürzen einer Flasche, die geöffnet wird.

Der Geruch trifft mich zuerst: süßlich, vanilliert, mit einer scharfen Unternote, die an Terpentin erinnert. Latexpflegeöl. Ich kenne den Geruch, habe ihn selbst benutzt, aber nie so, nie in diesem Kontext, nie liegend auf einem gepolsterten Tisch, während eine Frau über mir steht und mich betrachtet wie ein Objekt, das sie bearbeiten wird.

„Das Material muss atmen”, sagt Nina, und ich spüre, wie sie sich über mich beugt, der warme Luftzug ihres Atems an meinem Nacken. „Aber nicht zu viel. Nicht zu schnell. Wir wollen es ja nicht überfordern.”

Etwas Kaltes trifft meinen Rücken. Ein Tropfen Öl, der aus der Flasche auf das Latex fällt, und ich zucke zusammen, nicht vor Schmerz, sondern vor dem plötzlichen Kontrast zwischen der Wärme meines Körpers und der Kühle der Flüssigkeit. Nina lacht leise, ein kurzes, kehliges Geräusch, das nicht von Freude zeugt, sondern von Befriedigung.

Ihre Hände legen sich auf mich. Die linke Handfläche flach auf meinen unteren Rücken, die rechte greift das Öl, verteilt es, und dann beginnt sie zu reiben. Der Druck ist fest, fast massierend, und ich spüre, wie sie das Öl in das Latex arbeitet, wie der Stoff unter ihren Händen glatter wird, geschmeidiger. Das Geräusch verändert sich — das leise Knarren weicht einem seufzenden Gleiten, als ob der Catsuit aufatmet.

„Fühlst du das?” Nina flüstert, und ihre Lippen sind so nah an meinem Ohr, dass ich die Wärme ihres Mundes spüre. „Wie das Material weicher wird? Wie es sich anpasst?”

Ich nicke, die Wange auf das Leder gedrückt, und ich atme langsamer, tiefer. Das Öl wärmt sich unter Ninas Händen, und wo es in den Latex einzieht, spüre ich die Hitze auf meiner Haut darunter. Es ist ein diffuses, breites Gefühl, wie Sonnenlicht durch ein Fenster, aber konzentriert, intensiver, und es breitet sich aus von dem Punkt, an dem ihre Hände arbeiten, über meine Rippen, über meine Taille, hinunter zu meinen Hüften.

Ihre Hände wandern. Langsam, methodisch, und ich spüre, wie sie jede Kurve meines Körpers nachfährt, wie der Druck variiert — fester über den harten Partien, weicher über den weichen. Sie arbeitet sich an meiner Wirbelsäule entlang, die Daumen auf den Dornfortsätzen, die Finger gespreizt über die Latexflächen daneben, und jeder Druckpunkt sendet ein Signal durch den Stoff, durch meine Haut, in meinen Körper.

„Latex ist wie Haut”, sagt Nina, und ihre Stimme ist jetzt ein Murmeln, ein vibrationsartiges Summen, das sich mit dem Rauschen des Öls mischt. „Es braucht Berührung. Es braucht Wärme. Es braucht jemanden, der es formt.”

Ihre Hände erreichen meine Schulterblätter, und der Druck nimmt zu. Sie knetet das Latex in die Muskeln darunter, und ich presse mein Gesicht in das Polster, atme den Ledegeruch ein, den Vanilleduft des Öls, den Gummi, der meinen Körper umschließt. Meine Finger greifen in das Polster, die Nägel hinterlassen Kratzer im Leder, und ich beiße mir auf die Lippe, um kein Geräusch zu machen.

Nina bemerkt es. Natürlich bemerkt sie es.

„Lass es raus”, sagt sie. „Ich will dich hören.”

Ich schüttle den Kopf, eine winzige Bewegung, aber sie sieht sie.

„Lass. Es. Raus.” Jedes Wort ein eigener Satz, und ihre Hände pressen flach auf meinen Rücken, halten mich fest, während sie spricht.

Ein Ton entweicht mir, ein leises Keuchen, das im Polster verschwindet. Nina lacht wieder, dasselbe kurze, kehliges Geräusch, und ihre Hände setzen sich in Bewegung.

Sie arbeiten sich an meine Seiten, über die Rippenbögen, hinunter zu meiner Taille. Das Öl verteilt sich, und der Catsuit glänzt jetzt, wenn ich den Kopf drehe und im Spiegel an der Wand ein verschwommenes Bild von uns beiden sehe — mein Körper auf dem Tisch, glänzend wie nasses Glas, und Nina darüber, ihre Hände auf mir, ihr eigener Catsuit matt im Vergleich zu meinem.

„Dreh dich um.”

Ich zögere. Nicht aus Widerstand, sondern aus einem Gefühl der Verwundbarkeit, das mich überkommt, wenn ich daran denke, ihr mein Gesicht zu zeigen, ihr die Reaktion in meinen Augen zu offenbaren. Aber Ninas Hand legt sich auf meine Schulter, dreht mich, und ich rolle mich auf den Rücken, die Pumps rutschen über die Tischkante, die Spitzen kratzen über das Lederpolster, und ich liege jetzt vor ihr, auf dem Rücken, die Brüste nach oben gedrückt durch den Latex, die Beine leicht gespreizt, die Hände an meinen Seiten.

Nina steht über mir, ihre Augen wandern über meinen Körper, und sie nimmt einen Schluck aus der Flasche, lässt das Öl über ihre Handflächen laufen, reibt sie aneinander. Das Geräusch ist ein schmatzendes, nasses Klatschen, und ich beobachte, wie das Öl zwischen ihren Fingern hindurchläuft, wie es in den Nähten ihres eigenen Catsuits verschwindet.

Dann legt sie beide Hände auf meine Brüste.

Der Druck ist sofort da, fest, fordernd, und ich ringe nach Luft, mein Rücken wölbt sich, meine Brüste drücken sich in ihre Hände. Das Öl verteilt sich über den Latex, der meine Brüste umschließt, und Nina beginnt zu reiben, kreisende Bewegungen, langsam, methodisch, und jeder Kreis zieht den Stoff über meine Brustwarzen, die hart und empfindlich darunter liegen.

„Schön”, murmelt Nina, und ihre Augen sind auf meine Brüste gerichtet, auf die Art, wie der Latex unter ihren Händen glänzt, wie das Öl den Stoff durchscheinend macht, so dass die dunkle Farbe meiner Brustwarzen darunter sichtbar wird. „Siehst du, wie das Material sich verändert? Wie es transparenter wird, wenn man ihm gibt, was es braucht?”

Ich sehe es. Ich sehe es an der Art, wie der Latex an meinen Brüsten schimmert, wie das Öl ihn hydratisiert, ihn weicher macht, durchscheinender, und ich sehe es an der Art, wie Ninas Hände darüber gleiten, ohne Widerstand, ohne Reibung, nur ein glattes, nasses Gleiten, das den Stoff und ihre Handfläche verschmelzen lässt.

Ihre Daumen finden meine Brustwarzen. Sie drücken sie durch den Latex, und ich keuche, mein Körper zuckt, meine Beine bewegen sich auf dem Polster, die Pumps kratzen über das Leder. Nina drückt fester, rollt die harten Spitzen zwischen Daumen und Zeigefinger, und der Latex dazwischen verstärkt die Empfindung, eine glatte, enge Reibung, die direkt in meinen Unterleib schießt.

„Du bist so empfindlich”, sagt Nina, und ihre Stimme hat etwas Hungriges, etwas, das nicht mehr nur Anleitung ist. „So reaktionsschnell. Als ob dein Körper darauf gewartet hat, dass jemand ihn richtig berührt.”

Sie knetet meine Brüste, tiefer jetzt, die Handflächen voll, die Finger in das Fleisch unter dem Latex greifend, und ich presse den Kopf in das Polster, die Zähne zusammengebissen, aber die Töne kommen trotzdem, kurze, scharfe Atemstöße, die sich wie ein Stakkato anhören.

Nina beugt sich über mich. Ihr Gesicht ist nah, sehr nah, und ich rieche den Rauch an ihrem Atem, den Gummi an ihrem Hals, das Öl an ihren Händen. Ihre Lippen berühren mein Ohr, und sie flüstert:

„Du bist so eine Latexhure, nicht wahr?”

Das Wort trifft mich wie ein Schlag. Nicht weil es verletzend ist, sondern weil es wahr ist, weil es genau das benennt, was ich in diesem Moment bin — eine Frau, die in Gummi gewickelt auf einem Tisch liegt und sich von einer anderen Frau berühren lässt, die nach nichts anderem verlangt als nach mehr Berührung, mehr Druck, mehr von diesem glatten, nassen Gleiten über ihrem Körper.

„Ja”, sage ich, und meine Stimme ist heiser, fremd. „Ja.”

Nina lächelt. Es ist kein warmes Lächeln, es ist ein bestätigendes Nicken mit den Lippen, und dann richtet sie sich auf und ihre Hände verlassen meine Brüste. Ich wimmere fast vor der plötzlichen Abwesenheit, aber bevor ich protestieren kann, greift sie nach der Flasche und gießt mehr Öl auf ihre Hände, mehr, als zuvor, so dass es über ihre Finger läuft, auf meinen Bauch tropft.

Ihre Hände legen sich auf meinen Unterbauch, und der Druck ist anders hier, tiefer, massierender, und sie arbeitet sich nach unten, über die Rundung meiner Hüften, über die Latexfläche, die meinen Unterleib bedeckt. Ich spüre die Wärme des Öls durch den Stoff, spüre, wie der Catsuit weicher wird, wie er sich enger an meine Haut schmiegt, und die Feuchtigkeit, die sich darin gesammelt hat, mischt sich mit der Hitze, die Ninas Hände erzeugen.

„Schließ die Augen”, sagt Nina, und ich gehorche.

Die Dunkelheit hinter meinen Lidern verstärkt alles. Das Geräusch ihrer Hände auf dem Latex, das jetzt ein schmatzendes, nasses Gleiten ist, das Rauschen meines eigenen Atems, das Kratzen meiner Pumps auf dem Lederpolster, wenn ich unruhig werde. Und der Geruch — Vanille, Gummi, Leder, Rauch — alles mischt sich zu einem dichten, warmen Nebel, der meinen Kopf füllt.

Ninas Hände wandern an meinen Oberschenkeln hinab. Sie drückt sie auseinander, sanft aber bestimmt, und ich lasse sie geschehen, meine Beine öffnen sich, die Pumps rutschen über die Tischkante, und ich liege jetzt mit gespreizten Beinen vor ihr, der Latex über meiner Muschi gespannt, die Feuchtigkeit darunter sichtbar als ein dunklerer Fleck im glänzenden Stoff.

„Schau, was du gemacht hast”, sagt Nina, und ich öffne die Augen, folge ihrem Blick hinunter. Der Fleck ist deutlich, eine dunkle, feuchte Stelle, die sich über meinen Venushügel ausbreitet, und das Latex klebt dort, zeigt jede Falte, jede Kontur meiner Muschi darunter.

Nina legt ihre Hand darauf.

Ich schreie. Nicht laut, aber es ist ein Schrei, ein scharfer, ungefilterter Ton, der aus meiner Kehle entweicht, als ihre Handfläche auf den feuchten Latex drückt. Die Hitze ist überwältigend, die Reibung des nassen Stoffs gegen meine geschwollene Muschi, und Ninas Finger drücken durch den Gummi in meine Spalte, finden den Punkt, an dem ich am empfindlichsten bin, und reiben.

„So nass”, flüstert Nina, und ihre Finger bewegen sich in Kreisen, langsame, gleichmäßige Kreise, die den Latex über meiner Klitze reiben. „So nass für mich. Du liegst hier, in deinem schönen Catsuit, und du tropfst wie eine Schlampe.”

Ich kann nicht antworten. Mein Mund ist offen, mein Atem kommt in Stößen, und meine Hüften bewegen sich, unwillkürlich, drücken sich gegen ihre Hand. Ich will mehr. Mehr Druck, mehr Reibung, mehr von diesem unglaublichen Gefühl, das sich in meinem Unterleib aufbaut.

Nina gibt es mir nicht. Stattdessen wandern ihre Hände weiter, an meinen Oberschenkeln hinab, und sie massiert das Öl in den Latex, der meine Beine bedeckt. Der Druck ist fest, ihre Daumen graben sich in die Muskeln, und ich spüre, wie der Catsuit weicher wird, geschmeidiger, wie er sich an meine Beine schmiegt wie eine zweite Haut. Aber die Stelle zwischen meinen Beinen, die feuchte, glühende Stelle, die ignoriert sie.

„Bitte”, sage ich, und das Wort entweicht mir, bevor ich es aufhalten kann.

Nina hält inne. Ihre Hände liegen auf meinen Oberschenkeln, die Daumen kurz über dem Knie, und sie sieht mich an. Ihr Gesicht ist ruhig, kontrolliert, aber ihre Augen haben etwas Verändertes, ein Flackern, ein Funkeln, das nicht da war, als wir begonnen haben.

„Bitte was?” fragt sie.

Ich schlucke. Mein Hals ist trocken, obwohl mein Körper nass ist, triefend nass in dem Latex, der mich umschließt. „Bitte… berühr mich wieder.”

Nina schüttelt den Kopf, langsam, und ein Lächeln spielt um ihre Lippen. „Ich berühre dich doch”, sagt sie, und ihre Hände bewegen sich wieder, massieren das Öl in meine Oberschenkel, die kreisenden Bewegungen langsam, gleichmäßig. „Ich berühre dein Latex. Ich berühre deinen Körper. Ich berühre jede Kurve, jede Fläche.”

„Dort nicht”, flüstere ich, und mein Blick wandert hinunter zu der feuchten Stelle zwischen meinen Beinen.

Nina folgt meinem Blick, betrachtet den Fleck, der größer geworden ist, der sich jetzt über den gesamten Venushügel ausbreitet. Sie beugt sich vor, ihre Lippen kurz über der Stelle, und ich spüre ihren Atem durch den Latex, warm, feucht, und mein Körper zuckt.

„Dort”, sagt sie, „dort müssen wir besonders sorgfältig sein.”

Ihre Hände kehren zurück. Sie legen sich auf meine Oberschenkel, die Handflächen flach, die Finger gespreizt, und sie schiebt sie nach oben, langsam, und der Latex reibt über meine Haut darunter, über die feuchte Stelle, und ich beiße mir auf die Lippe, hart, bis ich Blut schmecke.

Dann drückt sie. Ihre Hände pressen meine Oberschenkel zusammen, dann auseinander, und der Latex reibt über meine Muschi, über meine Klitze, und ein Ton entweicht mir, der kein Keuchen mehr ist, sondern ein Stöhnen, ein langes, vibrierendes Stöhnen, das aus meiner Brust kommt.

„Da bist du”, sagt Nina, und ihre Stimme ist dunkler als zuvor. „Da bist du endlich.”

Sie wiederholt die Bewegung. Pressen, schieben, reiben, und der Latex gleitet über meine feuchte Muschi, und ich höre das Geräusch — ein nasses, schmatzendes Geräusch, das nicht mehr nur Öl ist, sondern mich, meine Feuchtigkeit, die durch den Stoff sickert und das Gleiten erleichtert.

„Du bist so eine Latexschlampe”, flüstert Nina, und ihre Hände halten meine Oberschenkel fest, während sie sie zusammenpresst und der Latex über meine Klitze reibt, wieder und wieder. „Liegst hier, in deinem Gummi, und tropfst auf mein Polster. Schau dich an. Schau, was du bist.”

Ich schaue. Im Spiegel an der Wand sehe ich mich — glänzend, nass, die Beine gespreizt, die Hände ins Polster gekrallt, das Gesicht verzerrt, die Lippen offen, die Augen halb geschlossen. Und über mir Nina, ihre Hände auf meinen Oberschenkeln, ihr Gesicht konzentriert, kontrolliert, und ihre Hände bewegen sich, rhythmisches, gleichmäßiges Pressen und Reiben.

„Ich bin…” Ich versuche zu sprechen, aber die Worte zerbrechen in meinem Mund, werden zu Tönen, zu Stöhnern, zu einem kehligen Rhythmus, der sich mit dem Rauschen des Öls und dem Knarren des Latex mischt.

Nina beugt sich vor, ihre Lippen an meinem Ohr, und sie flüstert: „Sag es.”

Ich schüttle den Kopf, nicht aus Widerstand, sondern weil ich nicht kann, weil mein Körper alles überflutet, was Sprache sein könnte.

Ninas Hände stoppen. Abrupt, vollständig, und sie hält mich fest, aber sie reibt nicht mehr, und die Leere ist ein Schock, ein plötzlicher Abgrund, in den ich falle.

„Sag. Es.”

Ich atme. Einmal, zweimal. Mein Körper zittert auf dem Polster, die Pumps kratzen über das Leder, und ich spüre, wie die Feuchtigkeit zwischen meinen Beinen abkühlt, wie das Latex sich wieder zusammenzieht, enger wird, kälter.

„Ich bin deine Latexschlampe”, sage ich, und die Worte kommen heiser, gebrochen, aber sie kommen.

Nina lächelt. Es ist ein siegreiches Lächeln, ein Lächeln, das sagt: Ich weiß. Und: Ich habe es gewusst. Und: Jetzt geben wir dir, was du brauchst.

Ihre Hände kehren zurück, aber diesmal arbeitet sie sich von den Oberschenkeln nach oben, massiert das Öl in die Haut über meinen Hüften, über meinen Bauch, und der Druck ist fester jetzt, fast schmerzhaft, und sie knetet den Latex in meinen Körper, als ob sie ihn formen will, als ob sie mich formen will.

„Brüste”, sagt sie, und das Wort ist eine Anweisung, keine Frage.

Sie greift nach der Flasche, gießt Öl direkt auf meinen Brustkorb, und die Kühle lässt mich zucken. Dann legen sich ihre Hände auf meine Brüste, voll, flächig, und sie reibt das Öl in kreisenden Bewegungen ein, und der Latex wird durchscheinend, glänzend, und ich sehe, wie meine Brustwarzen darunter hart und dunkel sind, wie sie durch den nassen Stoff drücken.

Sie knetet meine Brüste, tiefer als zuvor, ihre Finger graben sich in das Fleisch, und der Latex dazwischen ist ein glatter, nasser Vermittler, der jede Berührung verstärkt und gleichzeitig dämpft. Ich presse meinen Rücken in das Polster, meine Hüften bewegen sich, suchen etwas, das nicht da ist, und meine Hände greifen nach Ninas Handgelenken, aber sie schiebt sie weg, hart, und ihre Stimme ist scharf:

„Hände weg. Du nimmst, was ich dir gebe.”

Ich lasse los, greife stattdessen nach der Tischkante, meine Finger um den Rand des Polsters, und ich halte mich fest, während Ninas Hände über meine Brüste wandern, die Brustwarzen reiben, quetschen, und ich stöhne, laut jetzt, ohne Zurückhaltung, weil sie es mir verboten hat zurückzuhalten.

„So”, sagt Nina, und ihre Stimme hat etwas Befriedigtes, etwas, das wie Zufriedenheit klingt. „So. Lass dich gehen.”

Ihre rechte Hand verlässt meine Brust, wandert hinunter, über meinen Bauch, über meinen Venushügel, und ihre Finger drücken durch den nassen Latex in meine Spalte. Ein Finger, zwei, und sie reibt, langsam, kreisend, und der Latex gleitet über meine Klitze, nass von Öl und von mir, und ich höre das Geräusch — ein schmatzendes, saugendes Geräusch, das obscön ist, das laut ist, das den Raum füllt.

„Hörst du das?” Nina flüstert, und ihre Finger bewegen sich schneller. „Hörst du, wie nass du bist? Wie dein Gummi dich verschlingt?”

Ich höre es. Ich höre die Nässe, das Schmatzen, das Saugen, und ich höre mich selbst, wie ich stöhne, wie ich keuche, wie ich Töne mache, die ich nie vorher gemacht habe. Und ich spüre, wie es in mir aufbaut, tief, in meinem Bauch, ein Druck, der sich ausbreitet, der heißer wird, der —

Nina stoppt.

Ihre Hand zieht sich zurück, und ich liege da, zitternd, auf dem Rand von etwas, das nicht kommt, und mein Körper schreit, mein Körper wirft sich gegen das Polster, meine Beine schließen sich, öffnen sich, die Pumps kratzen über das Leder.

„Nicht jetzt”, sagt Nina, und sie greift nach der Zigarette auf der Aschenbahn, zündet sie an, zieht tief, und der Glutpunkt leuchtet in der Dunkelheit. Sie bläst den Rauch über meinen Körper, und ich sehe, wie er sich auf dem glänzenden Latex niederlässt, wie er über meine Brüste kriecht, über meinen Bauch, über die feuchte Stelle zwischen meinen Beinen.

„Du kommst, wenn ich es sage”, sagt sie, und sie nimmt noch einen Zug, länger diesmal, und hält den Rauch in ihren Lungen, bevor sie ihn langsam ausatmet, ein dichter, grauer Strom, der sich über mir ausbreitet. „Und ich sage es noch nicht.”

Ich schließe die Augen. Mein Atem geht in Stößen, mein Körper pulsiert unter dem Latex, und ich spüre, wie die Feuchtigkeit zwischen meinen Beinen pulsiert, wie meine Muschi sich zusammenzieht und wieder öffnet, leer, suchend, und der Latex darüber spannt und nachgibt, spannt und nachgibt.

Nina legt die Zigarette ab. Ihre Hände kehren zurück, legen sich auf meine Oberschenkel, und sie beginnt wieder, das Öl einzumassieren, langsame, kreisende Bewegungen, und ich spüre, wie der Catsuit weicher wird, wie er sich wärmt, wie er mich umschließt wie eine liebevolle, glatte, unerbittliche Faust.

„Wir haben die ganze Nacht”, sagt Nina, und ihre Stimme ist ruhig, kontrolliert, als wäre sie nicht die Frau, die mich gerade an den Rand gebracht und mich dort gelassen hat. „Und dein Latex braucht noch viel mehr Pflege.”

Ich nicke. Ich nicke, weil ich nichts sagen kann, weil mein Körper noch immer zittert, weil die Nässe zwischen meinen Beinen nicht abnimmt, sondern wächst, und weil ich weiß, dass ich hier liegen bleiben werde, auf diesem Tisch, in diesem Gummi, und alles nehmen werde, was Nina mir gibt.

Ihre Hände wandern wieder an meine Brüste, und sie beginnt von vorn — das Öl, die kreisenden Bewegungen, der Druck, das Gleiten — und ich schließe die Augen und atme und warte darauf, dass sie mich wieder an den Rand bringt, und diesmal, diesmal hoffe ich, dass sie mich darüber schickt.

Aber das ist nicht meine Entscheidung. Das war es nie.

Ninas Hände auf meinen Brüsten, der Latex nass und glänzend, der Rauch in der Luft, das Öl auf meiner Haut, und mein Stöhnen, das den Raum füllt, als sie mich wieder aufbaut, langsam, methodisch, unerbittlich.

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